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Kuching - Die Stadt der Katzen

rain 28 °C
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DSC02272.jpg Es gibt diverse Legenden zur Entstehung des Namens der Stadt. Fest steht, dass im Malaiischen das Wort „Kuching“ Katze bedeutet. Und entsprechend viele Denkmäler aber auch lebendige Exemplare der kleinen Raubtiere tummeln sich in der Stadt. Unüblich für Asien werden sie offenbar von den Einwohnern geliebt und gepflegt. Die meisten sehen wohlgenährt aus und dürfen es sich auch mal auf der Kühltruhe bequem machen (man beachte, dass unter der Katze „Tiger“ Biskuits angeboten werden).
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Selbst die Kanaldeckel sind entsprechend verziert.
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Für all das haben wir bei unserer Ankunft allerdings noch kein Auge gehabt. Unser Flieger aus Yangon war um 22.30 Uhr in Kuala Lumpur gelandet. Da der Weiterflug nach Kuching am nächsten Morgen bereits um 7.30 Uhr ging, hatten wir beschlossen, uns eine Übernachtung zu sparen. Zum Glück bietet der Flughafen kostenfreien Internetzugang und die Fast Food-Ketten haben rund um die Uhr geöffnet. So verging nach vier Wochen Internetentzug in Birma die Nacht dennoch relativ schnell.

Entsprechend gerädert unternehmen wir die ersten Tage in Kuching nichts. Die Stadt ist sehr entspannt und hat eine schöne Uferpromenade. Bei Nacht werden dort bunt leuchtende Accessoires und Fluggeräte, die mit Gummischleudern in den Himmel geschossen werden, angeboten. Die Väter haben mindestens genau so viel Spaß wie der Nachwuchs.
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Neue Pläne

Wir genießen also die angenehm ruhige Atmosphäre und machen uns Gedanken über Reiseziele, die wir in den Monaten 13 und 14 besuchen möchten. Vieles kommt uns in den Sinn. Zurück nach Südamerika – der Kontinent hat noch so viel zu bieten. Wenigstens eine Woche rund um Neapel, um endlich wieder im Essen zu schwelgen. China – für eine Rückfahrt zunächst mit der transmongolischen, dann mit der transsibirischen Eisenbahn reicht die Zeit leider nicht mehr. Nepal oder Japan...
Nach und nach schränken wir die Auswahl auf die beiden letzten Ziele ein. Wir möchten Berge sehen und wandern, was in beiden Ländern gut geht. In Japan bietet besonders Hokkaido, die nördlichste Insel, schöne Strecken durch Vulkangegenden. Die Lage im Norden ist allerdings der Haken. Im April liegt dort noch zu viel Schnee, um unsere Pläne umsetzen zu können. Also fällt die Wahl schlussendlich auf Nepal. Eine glückliche Fügung angesichts des schrecklichen Erdbebens das nur kurze Zeit nach unserer Entscheidung Japan heimgesucht hatte. Am neunten April werden wir von Hongkong nach Kathmandu fliegen und am 15. Mai schließlich den Nachhauseweg antreten. Deutschland wird uns in Frankfurt einen Tag später hoffentlich mit offenen Armen empfangen. Wir, besonders jedoch der Autor dieser Zeilen, freuen uns auf Weißbier, Weißwürste und Brezen!

Orang Utans auf Borneo

Nachdem unsere verbleibende Zeit organisiert ist, werden wir auch wieder aktiv. Natürlich gehört zu einem Borneoaufenthalt der Besuch von Orang Utans. Nur leider ist dies kaum mehr so romantisch in der freien Natur möglich, wie man sich dies vielleicht wünscht. Möchte man sich nicht wochenlang im Dschungel auf die Lauer legen, bleiben nur noch Rehabilitationszentren wie das Semengoh Wildlife Centre in der Nähe von Kuching oder Semporna am nördlichen Ende der Insel.
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Im restlichen Borneo geht immer mehr Lebensraum unserer nächsten Verwandten, deren Erbinformation zu 97% der des Menschen entspricht, verloren. Hauptschuld daran tragen Ölpalmenplantagen. Dank vorgeblich umweltbewusster Regierungen und „Biosprit“-Regelungen wird die Zerstörung des Regenwaldes zugunsten weiterer Anbauflächen vorangetrieben. Was das vor Ort bedeutet, können wir kurze Zeit später vom Flugzeug aus nur erahnen.
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Bei unserem Besuch im Semgoh Wildlife Centre haben wir Glück. Um neun, pünktlich zur Fütterung kommen die Busse mit Touristengruppen. Da wir günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, kommen wir schon etwas eher an und entdecken direkt nach unserer Ankunft drei Orang Utans, davon eine Mutter mit Kleinem. Im Laufe der Fütterungszeit sehen wir insgesamt acht Affen, was laut des Personals ungewöhnlich viel ist.

Bergsteigen auf Borneo

Nachdem wir uns für Trekking in Nepal entschieden haben, wird es Zeit, wieder etwas für unsere Fitness zu tun. Eine gute Möglichkeit bietet der Gunung Santubong, ein 800 Meter hoher Hügel an der Küste. Der Weg hinauf ist nicht besonders lang, soll aber steil und glitschig sein, an einigen Stellen sogar mit Leitern. Klingt nach einer netten Herausforderung.

Der Wecker klingelt um sechs Uhr. Wir möchten den ersten Bus nehmen und als wir an der Haltestelle ankommen, steht er schon da. Das Gespräch mit dem Fahrer ist jedoch etwas ernüchternd. Der erste Bus, der uns am Beginn des Pfads absetzen kann, fährt erst um neun Uhr. Die Plakate, die in der ganzen Stadt die Abfahrtszeit um sieben Uhr bewerben, sind veraltet. Herzlichen Dank. Wir gehen zurück in die Unterkunft, legen uns nochmals hin und nehmen dann den Bus um neun.

Der Anstieg beginnt direkt, wie versprochen, steil und glitschig und wird mit zunehmender Höhe immer steiler...
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… bis gegen Ende häufiger solche Stellen kommen.
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Leider können wir nicht sagen, dass sich der Aufstieg wegen der Aussicht gelohnt hätte.
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Aber es hat Spaß gemacht und fängt auch erst auf der Hälfte des Rückwegs an in Strömen zu regnen. Vermutlich dadurch etwas angespornt sind wir bereits gegen halb vier wieder am Fuß des Berges. Mit unserem Busfahrer hatten wir vereinbart, dass er uns auf seiner Fahrt um kurz nach fünf mitnimmt. Nun sind wir etwa eineinhalb Stunden früher am vereinbarten Treffpunkt und können mit etwas Glück vielleicht schon jetzt mitfahren. Kaum haben wir diesen Gedanken ausgesprochen, rauscht der Bus, der noch nicht mit uns rechnet, an uns vorbei, ohne auch nur das Tempo zu drosseln. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zwei Kilometer ins nächste Resorthotel zu laufen. Von dort lassen wir telefonisch dem Busunternehmen mitteilen, wo wir warten und verbringen die nächste Stunde immerhin im trockenen auf einer Couch anstatt an der Straße.

Das Training geht weiter

Am nächsten Morgen regnet es noch immer. Der Besuch im Bako Nationalpark, der schöne Wege durch den Dschungel bietet, könnte vielversprechender beginnen.

Die letzte Strecke zum Parkeingang kann nur per Boot zurückgelegt werden. Wegen des starken Regens müssen wir zunächst eine Stunde warten bevor wir ablegen. Als wir endlich im Park ankommen, dauert es nochmals drei Stunden, bis wir unsere Unterkunft beziehen können. Angesichts des Wetters hält sich unsere Lust auf Unternehmungen eh in Grenzen und so verbringen wir den Tag mehr oder weniger rund um die Unterkünfte und das Restaurant.

Wie sich später herausstellt, ist das ohnehin der einzige Ort, an dem Tiere zu beobachten sind. Es gibt aggressive Makaken, die versuchen, jedes Essen zu klauen, das sie zu Gesicht bekommen, riesige Wildschweine und Nasenaffen.
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Auf der großen Wanderung am nächsten Tag bekommen wir die Tiere erst wieder zu Gesicht, als wir uns nach etwa acht Stunden Schlammwatens wieder den Gebäuden der Parkverwaltung nähern. Wegen der starken Regenfälle der letzten Wochen sieht der Weg größtenteils so aus.
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Trotzdem macht das Laufen Spaß und die Pflanzenwelt ist beeindruckend.
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Solche fleischfressenden Pflanzen hatten wir in den Urwäldern Südamerikas bisher nicht gesehen.

Wir verbringen noch eine weitere Nacht in den muffig-schimmeligen Unterkünften des Parks, bevor wir zurück nach Kuching fahren. Dort ziehen wir wieder in die Wo Jia Lodge ein, die uns schon während des ganzen Aufenthalts ein Zuhause geworden war. Der Besitzer Ming fährt abends mit uns regelmäßig in gute und preisgünstige Restaurants, die etwas außerhalb des Zentrums liegen und die wir ohne Auto und einheimische Kenntnisse niemals gefunden hätten. Auch nach unserer Abreise hält er noch immer über Facebook Kontakt.

In der Umgebung von Kuching gäbe es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten. Die Rafflesia, eine der größten bekannten Blumen, hätten wir uns gerne angesehen, aber leider blüht gerade keine. Auf einen Besuch im Langhaus, der traditionellen Unterkunft vieler nativer Stämme in der Gegend, verzichten wir wegen des allzu touristischen Charakters. Die ethnologische Abteilung des Sarawakmuseums bietet immerhin noch einige interessante Einblicke in das Leben der vielen indigenen Gruppen.

Und nachdem wir uns nicht nur über die weiteren Länder, die wir besuchen möchten, klar geworden sind, sondern auch mehr oder weniger entschieden haben, was wir auf Borneo sehen möchten, treten wir die Weiterreise an. Es ist ein seltsames Gefühl, plötzlich über Wochen im Voraus planen zu müssen, wo wir während der Reise oft heute nicht wussten, wo wir morgen sein würden. Aber wir möchten noch in Sipadan tauchen, angeblich eine der besten Tauchgegenden der Welt. Das sollte etwas im Voraus gebucht werden und außerdem muss Oli zunächst einen Tauchkurs absolvieren. Mit dem Flug nach Hongkong am zweiten April haben wir zudem ein festes Ende unseres Aufenthalts auf Borneo. Uns bleibt also nichts übrig, als etwas vorausschauender zu Reisen.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:53 Archiviert in Malaysia Tagged malaysia borneo kuching sarawak round_the_world semengoh gunung_santubong bako

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Kommentare

Hallo Ihr zwei,

Danke für den schönen Bericht - wann im Leben steht man schonmal an dem Punkt, sich zwischen Nepal und Neapel entscheiden zu müssen?!
Genießt Eure letzten Wochen und achtet auf Wind aus Richtung Japan :-/.
Viele Grüße
Christian

von Christian

Ach ja die Weißwürscht mit Brezen, des lass dir gesagt sein lieber Autor, vermisst man ned bloß auf Borneo!

Schade, am 16. Mai bin ich in Cannes - sonst hätt ich nen Abstecher zum Flughafen gewagt.

Marina und ich freuen uns sehr, euch mal wieder zu sehen!

Aber jetzt erstmal aufi aufn Berg mit euch!

Servus nachad!
Sebastian

von Sebastian

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