Reise blog von Travellerspoint

Hongkong – letzter Stopp vor der Wirklichkeit

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Wenn man sich entschließt, aus gesundheitlichen Gründen eine Weltreise zu beenden, dann ist Hongkong ein würdiger Abschluss, der eine ganze Menge zu bieten hat. Und wir entdecken sogar einen Vorteil daran, dass es unser letzter Stopp sein sollte. Wir können endlich wieder hemmungslos shoppen, ohne uns Sorgen um die Größe unseres Gepäcks machen zu müssen. Wie man sieht, gibt es hierzu mehr als genug Möglichkeiten.
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Bei unserer Ankunft ist noch alles offen und die Weiterflüge sind komplett storniert. Wir warten zunächst ein paar Tage, um zu sehen, was Olis Schwindelgefühle machen. Die Zeit am Strand auf Borneo hat zwar ein wenig geholfen, aber leider ist Oli noch lange nicht in normaler Verfassung. Während der ersten Tage in Hongkong spielen wir dennoch mit dem Gedanken, nach Neapel zu fliegen, um dort die Reise in aller Ruhe zu beenden. Das würde sich weniger nach Abbruch anfühlen. Manchmal scheint dies durchaus realistisch. Es gibt Phasen, in denen es aussieht, als sei Oli genesen. Sie werden jedoch immer wieder von Schwindelanfällen abgelöst, die eine Fortführung der Reise unsinnig erscheinen lassen.

Und so buchen wir mit äußerst schwerem Herzen einen Rückflug nach München, wo wir am 18. April landen werden. Es fällt sehr schwer, diese Entscheidung zu tragen. Zunächst der Verzicht auf Nepal und jetzt einen Monat früher nach Hause als geplant. Irgendwie sind wir emotional noch nicht bereit. Aber vielleicht ist man das ja nie.
Wir sollten uns jedenfalls vor Augen halten, dass wir über ein Jahr eine fantastische Reise verwirklichen konnten und davon eine unglaubliche Vielzahl von Eindrücken mit nach Hause nehmen werden.

Und deshalb ist jetzt Schluss mit der Sentimentalität und wir stürzen uns ins Gewühl von Hongkong. Ein Highlight, das zu jedem Aufenthalt gehört ist der Blick vom Peak, der auf Hong Kong Island liegt. Leider werden die Tage, an denen Hongkong ohne Smog zu sehen ist immer seltener. Während unseres Aufenthalts ist die Luft kein einziges Mal klar. Trotzdem ist das Erlebnis grandios.
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Von der gegenüberliegenden Seite gibt es jeden Abend um 20 Uhr ein Lichtspektakel zu bestaunen, dass die vielen Hochhäuser noch imposanter wirken lässt.
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Aber Hongkong hat viele Gesichter. Auf der Insel gibt es noch viel Natur und Strände, alte Tempel, historische Straßenbahnen und sogar Menschen, die in einer Finanzmetropole den Anschein erwecken, als hätten sie alle Zeit der Welt.
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Nur eine Bootsstunde entfernt liegt Macao, das einen ähnlichen Status besitzt wie Hongkong. Die ehemalige portugiesische Kolonie wurde 1999 als Sonderverwaltungszone in die Volksrepublik China integriert. Im Wesentlichen gibt es dort zwei Dinge zu bestaunen, die koloniale Altstadt und die Kasinos.
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Glücksspiel ist erlaubt und so entwickelt sich Macao immer mehr zu einem Las Vegas des Ostens, wie es auch genannt wird. Um unserem Aufenthalt noch einen krönenden Abschluss zu verpassen, leisten wir uns einen Besuch im Cirque du Soleil im Venitian Casino. Ein überwältigendes visuelles Schauspiel.
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Nach dem Zirkusbesuch verzocken wir umgerechnet einen Euro im Kasino. Oder, um genauer zu sein, wir verlieren zwei Euro am ersten Automaten, weil wir den Mindesteinsatz an der Maschine übersehen, vervierfachen dann einen Euro am zweiten Automaten und verspielen davon wieder die Hälfte. Schade, wir hätten uns gerne die Reise finanziert.

Unseren letzten Tag verbringt Daggi mit Fannie, einer Hongkong Chinesin, die uns über Couchsurfing kontaktiert hatte. Oli ist so blöd, sich auf dem Weg zum Treffpunkt an einer übersehenen Stufe das Sprunggelenk so zu verstauchen, dass vermutlich die Bänder gezerrt sind und er nicht mehr laufen kann und wieder zurück in die Unterkunft muss. Irgendwie scheint gerade etwas faul zu sein.

Heute geht es nun also zurück. Und wie geht es weiter? Die Reise ist beendet, das Abenteuer noch nicht. Wohnungs- und Arbeitssuche stehen an, der Alltag will wieder gemeistert sein. Ist das Zurückkommen nicht wesentlich schwieriger als das Wegfahren? Vermutlich ja.

Auch das ist Teil der großen Reise. Bleibt mit dabei. Dies wird nicht der letzte Blogeintrag gewesen sein.

Eingestellt von Daggi.Oli 17.04.2011 09:56 Archiviert in Hong-Kong Tagged macau hongkong round_the_world macao

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Kommentare

Hey ihr beiden,
trotz allem: wir freuen uns sehr Euch wieder in Berlin begrüßen zu können.
Ein Bett bei uns in Treptow ist frei!
Viele liebe Grüße
Tobi und Inge

17.04.2011 von Tobi & Inge

Sind eurem Blog über die RSS-Feeds gefolgt. Ist irgendwie unfassbar, dass die Reise jetzt zu Ende geht. Kann nur das bestätigen, was viele mir selbst gesagt hatten: Das Zurückkommen ist der schwierigste Teil der Reise. Hatte selbst über ein Jahr gebraucht, um mit dem Kopf wieder da zu sein. Wünsche euch alles Gute für den Neuanfang in der alten Heimat und hoffe, dass der Blog noch nicht zu Ende ist.

Andreas

17.04.2011 von Andreas

Was für wunderbare philosophische Schlussworte...seufz.
Alles Gute Euch beiden beim "Abenteuer Heimkehr".

17.04.2011 von Susanne

Das "Abenteuer Heimkehr" hat gestern begonnen und fühlt sich definitiv als Herausforderung an. Das Ende der Reise ist momentan noch unfassbar, besonders da es früher als erwartet gekommen ist. Mal sehen, wie viel Zeit wir zum Wiederankommen benötigen. Freunde und Familie helfen und wir freuen uns auf Berlin!

19.04.2011 von Daggi.Oli

Wahnsinn...ein verrücktes Jahr liegt hinter Euch...Ihr seid ja schon wieder im Land, wie ich gerade zu meinem Erstaunen lese...Mensch Olli, hoffe es geht Dir besser und ihr findet Euch wieder hier zurecht. Zurück bleiben Erinnerungen an eine tolle Zeit in einer anderen Welt - und vielleicht schon Pläne für den Weg dorthin, wo Ihr Euer Herz verloren habt. Ich drücke Euch für die ersten Wochen und Monate in Deutschland von ganzem Herzen die Daumen...Alles Liebe und Gute

20.04.2011 von Judith

Mmmh, schon lange kein Eintrag mehr hier ... Ist mit euch und speziell mit Oli alles ok?

02.06.2011 von Andi

Danke für die Nachfrage und sorry für das lange Schweigen. Ja, es ist soweit - den Umständen entsprechend - alles in Ordnung. Die Genesung braucht leider ziemlich lange. So habe ich nicht nur an der Wiederkehr zu knabbern, sondern auch daran, dass es mir nicht so gut geht, wie man sich das normalerweise wünscht. Aber es wird schon...

Deshalb ist hier auch kein weiterer Beitrag mehr gekommen. Zu vieles ist für mich momentan noch in der Schwebe, sowohl wie es gesundheitlich wie auch beruflich weiter geht. Wenn sich die Dinge entwirren, werde ich diese Zeit sicher noch in einem, für diese Reise dann wirklich letzten Beitrag, zusammenfassen. Bis dahin muss ich um Geduld und bei den Freunden um Verständnis bitten, bei denen ich mich noch nicht gemeldet habe. Gebt mir noch etwas Zeit.

Oli

15.06.2011 von Daggi.Oli

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