Reise blog von Travellerspoint

Capurganá - unentdeckte Karibik

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Um in das kurz vor der kolumbianischen Grenze gelegene Städtchen Puerto Obaldía zu gelangen, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder mit dem Boot die Atlantikküste entlang, oder mit dem Flugzeug ab Panama City. Da der Weg mit dem Boot überhaupt nicht planbar ist, entscheiden wir uns für das Fliegen und verlassen die Hauptstadt in einer kleinen Zweipropellermaschine mit Platz für maximal 20 Passagiere. Für die Flieger unter uns, in einer De Havelland Twin Otter.
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Obwohl wir schon einmal in Berlin mit einem originalen Rosinenbomber fliegen durften, hat dieser Flug etwas noch unmittelbareres, direkteres. Wir sitzen in der ersten Reihe hinter dem Cockpit, von den Piloten während des gesamten Fluges nur durch einen offenen Vorhang getrennt und kommen so in den Genuss, die Landung durch die Frontscheibe verfolgen zu können.
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Der "Flughafen" von Puerto Obaldía vermittelt den gleichen direkten Eindruck wie unser Flug. Keine technischen Spirenzien wie ein Tower oder Ganzkörperscanner.
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Ein paar wenige Häuser bilden das Dorf, ansonsten umgibt uns das Meer und undurchdringlicher Dschungel, der sogenannte Darien Gap. Übrigens die einzige Stelle, an der die Panamericana unterbrochen ist. Um von hier aus nach Kolumbien zu gelangen, bleibt nur der Weg über das Wasser. Mit Lanchas, kleinen Booten mit grossen Aussenbordmotoren, werden die Aus- und Einreisewilligen transportiert.
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Zuvor stören wir noch kurz den Beamten des Immigrationsbüros an seinem freien Sonntag, um einen Ausreisestempel zu erhalten. Die rund 15 Minuten Bootsfahrt entlang der Küste sind spektakulär. Steile Klippen, Höhlen und dichter Bewuchs bis zum letzten Felsbrocken.

In Capurganá auf kolumbianischer Seite gilt unser erster Besuch dem dortigen Einreisebüro, wo eine Grenzbeamtin mit Katze auf dem Schoss uns weitere 45 Tage gewährt, nachdem sie unsere Kreditkarten als Beweis für ausreichende Liquidität geprüft hatte.

Das Dorf strahlt eine angenehme, karibische Entspanntheit aus und wir fühlen uns sofort sehr wohl. Der Backpackertourismus ist hier bisher noch nicht angekommen - auch nach Capurganá führt keine Strasse, das einzige Auto ist ein Traktor, der den Müllanhänger zieht. Andere Transporte finden mit Pferdekarren statt. Allerdings ist es ein bei Kolumbianern beliebtes Reiseziel, so dass die wichtigste touristische Infrastruktur, Unterkünfte und Restaurants, zur Genüge vorhanden sind.

Noch entspannter und vor allem idyllischer ist Sapzurro, das direkt an der Grenze zu Panama liegt. Ohne Übertreibung, das schönste Fleckchen Erde der kolumbianischen Karibikküste! Von Capurganá führt eine einstündige Wanderung durch den Dschungel nach Sapzurro, das traumhaft in einer Bucht liegt.
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Wer möchte kann ein wenig weiter gehen und eine Grenze überqueren, die den Titel "entspanntester Grenzübergang der Welt" verdient hätte. Die Kolumbianer und Panamesen teilen sich eine kleine Hütte.
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Von Leuten, die nur kurz nach La Miel in Panama zum Strand möchten, werden die Passinformationen abgeschrieben, danach darf passiert werden. Der weisse Strand von La Miel gilt als der schönste in der Gegend, uns hat jedoch Sapzurro besser gefallen, da in La Miel für unseren Geschmack zu viele Essensbuden mit zu lauter Musik stehen. Das Wasser ist allerdings unglaublich warm und man könnte endlos darin bleiben. Auf dem Rückweg werden wir an der Grenze nur noch durchgewunken. In Sapzurro schliesst sich uns mal wieder ein Fremdenführerhund an, der uns die Stunde bis Capurganá begleitet. Im Dschungel entdecken wir noch ein Bild, das einem Horrorfilm entstammen könnte. Leute mit Arachnophobie sollten sich das nächste Foto besser nicht ansehen.
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Wir sehen hier unzählige sogenannte Goldnetzspinnen. Die Netze schimmern tatsächlich golden, die Fäden sind nicht so klebrig wie die anderer Spinnen und gelten als eines der stabilsten existierenden Materialen.

Ein weiterer Ausflug führt in den Dschungel, einen kleinen Fluss entlang, der unterwegs mehrfach durchquert werden muss, bis zu El Cielo (Der Himmel). Dort gibt es Naturbecken und kleine Wasserfälle, die man auch hochklettern kann.

Wieder zurück in Capurganá überlegen wir kurz, noch eine Nacht in Sapzurro zu verbringen, was sich sicher gelohnt hätte. Da wir aber bereits San Blas hinter uns haben und noch mehr Strand auf der Route vor uns liegt, entscheiden wir uns für die Weiterreise.

Eingestellt von Daggi.Oli 20:23 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world

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Kommentare

"Phobie" ist übertrieben, aber ein extremer Schauer lief mir schon über den Rücken.

Im ersten Moment als ich das Bild sah musste ich an den sagenumwobenen Spinnenregen denken (06. April 2007 - Salta Province), da man die Fäden ja kaum sehen kann.

Hoffe die hingen hoch genug und haben sich nicht fallen lassen.

Ansonsten: Einmal mehr vielen, vielen Dank für den tollen Reisebericht. Wirklich der Wahnsinn, was ihr so erlebt - und toll geschrieben ist es auch.

LG
Falk

von Falk

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