Reise blog von Travellerspoint

Lima - Fußball, Ceviche und Architektur

Die Stadt, in der es niemals regnet

sunny 20 °C
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Der Stadt eilt ihr Ruf voraus. In Lima regnet es nie, obwohl es immer bewölkt ist. Der Streifen an der Pazifikküste, in dem Lima liegt, hat sein eigenes, extrem trockenes Klima. Zumindest während unseres Besuchs im Wintermonat Juli können wir die obigen Aussagen bestätigen.

Mit über acht Millionen Einwohnern zählt Lima zu den größten Städten in Südamerika, die wir bisher besucht haben. Wie immer sind also unsere Erwartungen vorher nicht allzu hoch. Wir landen erst um 23 Uhr und nachdem die Fahrt ins kommerzielle Zentrum Limas, Miraflores, durch weniger schöne Gegenden führt, organisieren wir ausnahmsweise einen Abholservice durch unser Hostal. Die erste Überraschung ist die endlose Schlange bei der Einreise am Flughafen. Rund eineinhalb Stunden später entdecken wir in einer weiteren riesigen Menschenmenge hinter dem Ausgang unsere Namen auf einem Schild und werden prompt und zügig ins Hostal gefahren.

Die nächsten Tage überrascht Lima ausgesprochen positiv. Zunächst einmal ist das Essen wesentlich besser als in Ecuador und Kolumbien. Auch dem war sein Ruf schon vorausgeeilt. Das Ceviche (in Limettensaft roh marinierter Fisch) ist fantastisch!

Auch sonst gibt es in Lima viele kulturelle Highlights, von denen wir nur einen kleinen Bruchteil sehen können. In Fußnähe unserer Unterkunft liegt mitten in der Stadt eine Pyramide aus der Prä-Inka Zeit, Huaca Pucllana.
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Über die Kultur der Pucllana ist nur wenig bekannt. Eigentlich hatte sich der Komplex über ein weit größeres Areal erstreckt, er wurde aber erst spät unter Schutz gestellt, weshalb große Teile moderner Bauwut zum Opfer fielen. Interessant ist die Erdbebensicherheit des Gebäudes. Die Steine wurden nur aus Sand, Wasser und Vogelkot hergestellt. Bei einem Erdbeben Ende des 20. Jahrhunderts fielen die meisten mit heutigen Mitteln renovierten Teile ein, während die originalen Mauern noch immer stehen.

Sehenswert ist auch die historische Altstadt Limas, deren Zentrum der Plaza Mayor ist. An dieser Stelle ist ein kurzer Exkurs angebracht:

Die Fußball-WM 2010 in Südamerika
Leider waren wir zu keiner Zeit in einem teilnehmenden Land, sondern nur in Kolumbien und Peru. Obwohl Fußball sehr groß geschrieben wird und auch während der Zeit der WM die Gespräche beherrscht, fehlt es hier an einem: Public Viewing!
Es gibt praktisch keine Gelegenheiten mit vielen Leuten zusammen die Spiele zu verfolgen. Diverse Imbissbuden mit Fernsehern mit 15 Zentimeter Bilddiagonale, um die sich dann circa vier Leute versammeln, mal nicht mitgerechnet. So haben wir das Spiel Deutschland gegen Argentinien in Zipaquirá verfolgt. Das Spiel gegen England mussten wir mangels Alternativen in der 500.000 Einwohner-Stadt Bucaramanga völlig unter uns auf dem Hotelzimmer verfolgen.
Warum nun dieser Exkurs ausgerechnet hier? Weil die Situation in Lima am Plaza Mayor, im Gegensatz zur kolumbianischen Hauptstadt, endlich eine andere ist. Die erste große Leinwand, wie man sie selbst aus europäischen Kleinstädten kennt. Leider können wir nur noch das Finale verfolgen, das es eigentlich gar nicht verdient gehabt hätte, verfolgt zu werden. Das war das hässlichste Fußballspiel seit langem. Da hilft auch kein Public Viewing, die Stimmung zu heben.

Zurück zu den täglichen Sehenswürdigkeiten. Besonders auffällig an der kolonialen Architektur Limas sind die unterschiedliche großen Holzbalkone an den Häuserfassaden.
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In der Altstadt gibt es unzählige Gebäude zu besichtigen. Aus Zeit- und Geldgründen beschränken wir uns auf das Kloster San Francisco, das eine Bibliothek aus dem 17. Jahrhundert und diverse Gemälde von Rubens und Van Dyck zu bieten hat. In den 50er Jahren erst wurde dort außerdem eine unterirdische Krypta entdeckt, in der die Gebeine von angeblich rund 70.000 Menschen liegen. Die Archäologen haben damals einen äußerst eigenartigen Geschmack bewiesen, als sie die Knochen der Skelette zu Formen und Mustern zusammentrugen. Da während der geführten Tour striktes Fotoverbot herrscht, gibt es leider keine Fotos dieser „Kunstwerke“.

Nachdem inzwischen vier Monate der Reise ins Land gegangen sind und uns nur noch drei Monate in Südamerika bleiben, fahren wir früher aus Lima ab, als wir eigentlich möchten. Außerdem können wir uns nur den Süden Perus ansehen. Für die Bergwelt und den Dschungel des Nordens werden wir nochmals wiederkommen. Auch im Süden müssen wir schon selektieren und so führt uns eine Nachtfahrt im Bus bis ins rund 1000 Kilometer von Lima entfernte Arequipa.

Eingestellt von Daggi.Oli 12:44 Archiviert in Peru Tagged round_the_world

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