Reise blog von Travellerspoint

Wandern im Colca Canyon

Cabanaconde

sunny 10 °C
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Rund fünf Stunden Busfahrt von Arequipa entfernt liegt einer der tiefsten Canyons der Welt, der Colca Canyon mit einer Tiefe von über 3000 Metern.

Der beste Ausgangspunkt für Wanderungen in der Gegend ist das Dörfchen Cabanaconde, wo wir gegen Mittag ankommen. Ohne viel Zeit zu verlieren, suchen wir uns sofort eine Unterkunft, da in dem Nest wegen der Fiesta de la Virgen del Carmen die Hölle los ist. Überall ziehen Blasmusikkapellen von früh bis spät durch die Straßen, es kommenden unzählige Besucher, selbst im Ausland lebende Peruaner nehmen tausende von Kilometern Heimreise auf sich, kurz, es herrscht Ausnahmezustand. Wir zählen noch zu den Glücklichen, die ein Zimmer ihr eigen nennen können. Die meisten Touristen, die einen Tag später ankommen, schlafen in provisorischen Unterkünften auf dem Boden.
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Wenn nicht gerade das Fest stattfindet, ist Cabanaconde ein verschlafenes, kleines Dorf, mit prachtvoller Kirche. In den Seitenstraßen bleibt auch während des Festes das Bild bestehen.
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Am Nachmittag nach unserer Ankunft haben wir Glück, noch im Bus zurück nach Arequipa mitgenommen zu werden, der vor lauter Fahrgästen schon aus allen Nähten platzt. Wir möchten nur eine halbe Stunde den Weg zurückfahren, um am Mirador Cruz del Condor zu versuchen, einige dieser majestätischen Vögel zu beobachten. In der Früh zwischen sieben und neun Uhr kreisen die meisten, die thermischen Aufwinde nutzend, aus dem Canyon nach oben. Zu dieser Zeit versammeln sich inzwischen leider um die 500 oder mehr Touristen an dem Punkt, um dem Schauspiel beizuwohnen. Nachmittags, zwischen 16 und 18 Uhr, kehren die Kondore in ihre Höhlen zurück. Dann kreisen sie zwar nicht so dicht vorbei, ziehen aber immerhin nah über den Köpfen vorüber, was auch beeindruckend ist. Der Vorteil zu dieser Uhrzeit ist, dass keine anderen Touristen dort sind. Wir sind völlig alleine und sehen immerhin vier Kondore.
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Wegen des Festes gestaltet sich der Rückweg leider etwas schwieriger als von uns geplant. Um 17:40 treffen wir die Entscheidung, die drei Stunden ins Dorf zurück zu laufen, da ein Bus an uns vorbeigefahren war, als wir noch am Ausblick standen und wir keine Lust haben, eine Stunde in der Kälte auf den nächsten zu warten. Eine Einheimische, die oben an der Straße Andenken verkauft, versichert uns jedoch, der nächste Bus würde gleich kommen, er käme immer hier gegen sechs Uhr durch und nie früher. Nach 20 Minuten Warten wird die Einheimische von einem kleinen, bereits vollen Touristenbus mitgenommen und wir entscheiden erneut zu laufen. Inzwischen ist es dunkel, zum Glück haben wir vorausschauend unsere Daunenjacken und Stirnlampen eingepackt. Weitere 20 Minuten später fährt tatsächlich noch ein Bus an uns vorbei. Obwohl wir winken und rufen, hält er nicht an. Eine kurze Strecke später treffen wir leider Olga, eine weitere Einheimische, die im Dunkeln vor ihrem Haus sitzt und uns entsetzt fragt, ob wir wirklich die ganze Strecke laufen möchten, wo doch der nächste Bus in nur 40 Minuten gegen sieben Uhr durchkäme. Also setzen wir uns neben sie und erzählen von Deutschland, reden über Gott und Landwirtschaft. Immerhin bekommt Daggi noch ein wenig von Olgas Rock über die Beine gelegt, um weniger zu frieren. Als der offenbar auch völlig überfüllte Bus gegen 19:30 ohne zu halten an uns vorbeifährt, entscheiden wir zum letzten Mal, die Strecke ins Dorf zu laufen. Diesmal sind wir fest entschlossen. Nach einigem Hin und Her, lässt Olga ihren 30 Kilogramm Sack Kartoffeln im Haus und begleitet uns. Nur kurze Zeit später werden wir von weiteren Einheimischen überholt. Offenbar sind wir nicht die einzigen, die stehengelassen worden sind. Nachdem uns Olga einige Abkürzungen zeigt, sind wir schon um 22 Uhr zurück im Dorf.

Am nächsten Tag ist Stierkampf. Dieses Spektakel wollen wir uns nicht entgehen lassen und gehen deshalb einen Tag später auf die Wanderung. Es ist für uns beide das erste Mal, dass wir einen Stierkampf beobachten und anfangs ist es deutlich faszinierender und mitreißender, als wir gedacht hätten.
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Nach einiger Zeit beginnt sich das Spiel jedoch zu wiederholen und wir verlassen die Arena, um unser Gepäck für die bevorstehende, dreitägige Tour vorzubereiten. Die Route führt uns am ersten Tag rund 1100 Höhenmeter tief in den Canyon hinab nach Llahuar. Unser Zelt benötigen wir nicht, da im Canyon genügend Siedlungen mit Übernachtungsmöglichkeiten vorhanden sind. Weil es unten jedoch kein Trinkwasser gibt und deshalb jeder Tropfen mit Lasttieren hinunter transportiert wird, was sich auf den Preis niederschlägt, trägt jeder von uns fünf Liter Wasser im Rucksack. Die gesamte Wanderung führt durch die atemberaubende Landschaft des Canyons.
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Auf dem Grundstück der Unterkunft in Llahuar gibt es eine heiße Quelle. Nach dem sechsstündigen, steilen Abstieg bleiben wir gefühlt die gleiche Zeit in dem heißen Wasser liegen. Der folgende Tag beginnt mit dem Aufstieg auf der gegenüberliegenden Seite des Canyons, wo der Weg zunächst quert und dann in die Oase von Sangalle hinunterführt.
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Der letzte Tag ist der schlimmste. Die Rucksäcke sind nicht merklich leichter geworden, trotzdem müssen wir den Berg direkt nach oben erklimmen, um zurück nach Cabanaconde zu gelangen. Ohne ein einziges flaches Stück sind fast 1200 Höhenmeter zu bewältigen.

Entsprechend geschafft kommen wir in Cabanaconde an und versuchen eine Busfahrt zurück nach Arequipa zu organisieren. Das Fest ist zwar mittlerweile vorüber, dennoch sind die Busse noch immer überlastet und wir können am nächsten Tag das Dorf erst nachmittags verlassen.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:16 Archiviert in Peru Tagged round_the_world

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