Reise blog von Travellerspoint

Nachtwanderung zu Machu Picchu

Aguas Calientes

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Es gibt keine Straße nach Aguas Calientes, dem Dorf unterhalb von Machu Picchu und so muss auf verschiedene andere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen ausgewichen werden. Die bequemste und teuerste Variante ist eine Fahrt mit dem Zug ab Cusco. Eine fast ebenso teure Variante ist eine dreitägige, geführte Trekkingtour auf dem berühmten Inkatrail, die mindestens ein halbes Jahr im voraus gebucht werden muss. Es gibt noch andere, ebenso schöne, aber weniger berühmte Trekkingrouten mit dem gleichen Ziel, die kurzfristiger verfügbar sind. Eine günstige und bequeme Variante, die aber ausländischen Touristen nicht zur Verfügung steht, sind die Züge, die nur von Einheimischen benutzt werden dürfen. Wer keine drei Tage, sondern nur ein paar Stunden wandern möchte, kann mit zwei Mal umsteigen und etwa vier Stunden laufen auch nach Aguas Calientes gelangen.

Wir entscheiden uns für eine Mischung und wählen die bequeme und landschaftlich beeindruckende Zugfahrt für die Hinreise und die günstige Variante mit mehrfachem Umsteigen und Wandern für die Rückreise. Leider stellt sich heraus, dass Peru Rail ein Verbrecherladen ist. Man kann verschiedene Zugklassen wählen. Der günstigste fährt nicht direkt ab Cusco, sondern erst ab einem Dorf, eine Stunde entfernt, das aber leicht und preiswert mit Bussen zu erreichen ist. Ab einem außerhalb von Cusco gelegenen Bahnhof fährt eine teurere Variante, die angeblich besseren Service und besseren Ausblick auf die faszinierende Berglandschaft bietet. Wir möchten uns etwas gönnen und buchen die teurere Variante und legen noch das Geld für das Taxi zum Bahnhof drauf. Dort angekommen, erfahren wir, dass wir mit Bussen zum nächsten Bahnhof gefahren werden, ab dem auch die günstigeren Züge verfügbar sind. Der Grund sind Räumungsarbeiten, die bereits seit einer Woche andauern. Auf der Webseite von Peru Rail, über die wir unsere Fahrkarten erstanden haben, war natürlich keinerlei Hinweis auf diese Umstände. Wir hätten uns eine ziemliche Menge Geld sparen können und fühlen uns betrogen. Die Dame von Peru Rail vor Ort, sagt sie könne nichts unternehmen, sie hätte nicht einmal ein Telefon und wir sollen uns in Cusco beschweren. Der Tag, an dem wir zurückkommen, ist ein nationaler Feiertag, so dass die Beschwerde schwer fallen dürfte. Seit Tagen geht es in Cusco übrigens fast so zu wie in Cabanaconde, Blasmusikkapellen in allen Straßen, ein Festakt folgt dem anderen.

Nun aber zurück zum eigentlich Thema. Nachdem wir doch irgendwann im Zug sitzen, führt die Fahrt tatsächlich durch atemberaubende Landschaften. Steile Berghänge und schmale Täler bestimmen das Bild. Genau so liegt auch Aguas Calientes.
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Wie der Name des Dorfes schon sagt, gibt es hier heiße Thermalquellen, die wir am Tag unserer Ankunft besuchen. Leider sind diese das Eintrittsgeld nicht wert. Hoffnungslos überlaufen, in den Becken keinerlei Sitzgelegenheiten und wegen der Menschenmassen, die sich gleichzeitig darin aufhalten, wirkt das Wasser auch nicht gerade rein.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes gehen wir noch nicht zur eigentlichen Attraktion hoch, sondern möchten zunächst auf den Putukusi, einen Berg der gegenüber von Machu Picchu liegt und eine tolle Aussicht bieten soll. Leider kommen wir nicht weit, da der Weg wegen eines Erdrutsches unpassierbar ist. Diverse Leitern, die auf einem steilen Stück den Berg hochführen, sind zerstört. So bleibt uns nichts übrig, als umzudrehen.

Am folgenden Tag ist es dann soweit und wir machen uns daran, eine der größten Sehenswürdigkeiten Südamerikas zu besichtigen. Um 3.30 Uhr in der Nacht laufen wir los. Mit uns zu ähnlicher Zeit in etwa 500 weitere, meist jüngere Menschen, die alle den Wunsch haben, unter den ersten 400 in der Schlange zu stehen, um noch die Erlaubnis zu erhalten, den Wayna Picchu zu besteigen, einen Berg innerhalb des Machu Picchu Geländes, auf den täglich nur 400 Leute hoch dürfen. Wir kommen nach anstrengendem Aufstieg um 4:50 Uhr beim Eingang an und erhalten, obwohl wir viele, schwer keuchende Wanderer auf dem Weg überholt haben, die Nummern 314 und 315.
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Später sollte sich herausstellen, das der Blick von Wayna Picchu zwar fantastisch ist, die berühmten Fotos von Machu Picchu jedoch alle von der anderen Seite, vom Gipfel des Cerro Machu Picchu entstanden sind, der von beliebig vielen Besuchern bestiegen werden kann. Das schaffen wir leider nicht mehr, bevor das Gelände geschlossen wird.

Wer nicht mitten in der Nacht losläuft, fährt für gewöhnlich etwas später den Berg mit dem Bus hoch, muss sich dann aber an der Abfahrtsstelle im Dorf anstellen.
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Als wir um sechs Uhr eingelassen werden, ist der Berg noch größtenteils von Wolken umhüllt.
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Als die Nebelschwaden langsam aufreißen, wird erkennbar, wie eindrucksvoll die Inkastätte liegt.
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Dann machen wir einen Fehler und steigen den Wayna Picchu hinab zum im Reiseführer in höchsten Tönen angepriesenen Templo de la Luna. Es geht etliche Höhenmeter hinab, zu einer in den Fels gehauenen Ruine, die uns bei weitem nicht so beeindruckt, wie der Text zuvor glauben machen wollte. Der Rückweg zur eigentlichen Sehenswürdigkeit kostet rund eineinhalb Stunden, wo wir mit zitternden Knien ankommen und leider zu spät sind, um noch den Cerro Machu Picchu zu besteigen. Immerhin geht die Wolkendecke im Laufe des Tages immer weiter zurück und erlaubt schönere Blicke als noch am Morgen auf die umliegenden Gipfel.
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Und kurz bevor wir das Gelände verlassen müssen, gelingt dann doch noch das entscheidende Foto.
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Danach können wir uns beruhigt an den Abstieg ins Dorf machen, um am nächsten Tag auf die lange und günstige Reise nach Cusco zu gehen. Um sechs Uhr früh verlassen wir Aguas Calientes und laufen an den Bahngleisen entlang in Richtung Santa Teresa. Rund drei Stunden später werden wir für ein paar Soles von einem Taxi aufgegabelt und eine gute Wegstrecke weiter gebracht, wo wir sofort ein Colectivo ins nächste Dorf Santa María nehmen können. Wir freuen uns über die ungewöhnlich frühe Ankunft dort und wähnen uns schon bald zurück in Cusco. Kurz darauf jedoch erfahren wir, dass wegen des Feiertages keine Busse fahren, sondern nur teurere Minivans. Die nächste Nachricht, etwa zwei Stunden später, lautet, dass die Straße nach Cusco wegen eines Erdrutsches gesperrt sei und gar keine Autos durchkommen. Viele Diskussionen und exakt fünf Stunden später sitzen wir doch noch in einem kleinen Bus, der uns bis nach Cusco fährt. Immerhin kommen wir an diesem Tag noch zurück und müssen nicht in Santa María bleiben. Auf der Fahrt waren übrigens nur ein paar kleine Steine auf der Straße zu sehen, die keine Hindernisse darstellten. Um uns neu zu sortieren, bleiben wir noch einen Tag in Cusco und fahren dann weiter an den Titicacasee und zur bolivianischen Grenze.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:14 Archiviert in Peru Tagged machu_picchu round_the_world

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