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Maté und Wale in Puerto Madryn

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Das Ziel der 13-stündigen Nachtfahrt ist Puerto Madryn an der Atlantikküste Argentiniens. Für alle Besucher gibt es nur einen Grund hierher zu kommen: Wale.

Oder genauer, sogenannte Südkaper, eine Art aus der Familie der Glattwale. Diese bis zu 16 Meter langen und 80 Tonnen schweren Tiere sind zwischen Juni und Dezember in den wärmeren Gewässern rund um Puerto Madryn zu beobachten, wo sie sich fortpflanzen. Den Rest des Jahres verbringen sie in den arktischen Meeren auf Nahrungssuche.

Nach unserer Ankunft um 7.30 Uhr in der Früh stellen wir als erstes das Gepäck in einer Unterkunft ab und gehen sofort zum Strand. Kaum haben wir Blick auf das Meer, sehen wir schon die erste Wasserfontaine weit hinten in der Bucht aus dem Wasser schießen. Begeistert stellen wir uns an die Uferpromenade und warten. Das Schauspiel wiederholt sich kurz darauf und wenig später auch an anderen Stellen im Wasser. Für einen besseren Blick gehen wir auf einen Steg, der über das Wasser hinausreicht. Kaum sind wir über dem Wasser, schwimmt direkt neben uns ein Wal und begleitet uns gemächlich die ganze Strecke bis ans Ende des Stegs, dreht sich, schlägt mit den Flossen auf die Wasseroberfläche und schießt beim Auftauchen Fontainen in die Luft.
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Die Giganten gelten als gutmütig und neugierig, was sie früher zu beliebten und leichten Zielen der Walfänger machte, die sie fast bis zur Ausrottung gejagt haben. Dank internationaler Schutzabkommen erholt sich der Bestand langsam, obwohl Japan noch immer alles daran setzt, das zu verhindern. Diese riesigen Tiere aus nächster Nähe im Wasser zu beobachten ist für uns ein unbeschreibliches und einzigartiges Erlebnis, das großes Verständnis für die Greenpeace-Akitivisten weckt, die sich in kleinen Schlauchbooten zwischen die Jäger und die Wale stellen.

Die nächsten Stunden verbringen wir auf dem Steg und können nicht genug sehen. Wir haben Glück, denn immer wieder kommen Wale sehr nah an uns heran.
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Am nächsten Tag gehen wir nach dem Frühstück wieder auf den Steg. Diesmal sind aber nur einige Wale weit draußen in der Bucht zu sehen. Von einer argentinischen Touristin bekommen wir den Tipp ein Taxi zum Strand Las Canteras zu nehmen. Der Boden fällt dort direkt hinter der Wasserlinie steil ab und die Wale können sehr dicht ans Ufer kommen.

Um ein wenig die Kosten für das Taxi zu reduzieren, beginnen wir jedes Touristenpärchen zu fragen, ob sie nicht mit uns zu dem Strand fahren und das Taxi teilen möchten. Lange bleiben wir erfolglos. Viele waren entweder schon da oder haben bereits eine Tour gebucht, die auch dorthin fährt. Wir stehen schon am Taxistand als wir einen letzten Versuch starten und einen Argentinier ansprechen, der gerade Richtung Steg an uns vorbei geht. Wir können kaum ausreden, geschweige denn den Preis nennen, schon sagt er: „Bueno, vamos!“ und wir sitzen gemeinsam im Taxi. Marcos ist, wie sich herausstellt, aus Cordoba und nur einen Tag in Puerto Madryn, um seinen Lebenslauf einem befreundeten Ingenieur zu übergeben in der Hoffnung, in der Gegend eine Anstellung zu finden. Einer der größten Aluminiumproduzenten und damit ein großer Arbeitgeber sitzt in Puerto Madryn. Vor dem Treffen mit dem Freund bleibt noch genügend Zeit für den Ausflug zum Strand, wo das Taxi eine Stunde auf uns wartet, bevor es zurück in die Stadt geht.
Es ist, wie die Touristin auf dem Steg beschrieben hat. Die Kolosse sind gerade mal fünf bis zehn Meter vom Sandstrand entfernt und scheinen das Herumplantschen im Wasser zu genießen. Zudem ist die Bucht voll von Walen.
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Es werden auch Bootstouren angeboten, häufig sind die Wale an diesem Strand jedoch näher zu beobachten als direkt auf dem Wasser. Wir sind froh, dieses Naturschauspiel erleben zu dürfen und bedauern, nach einer Stunde schon wieder ins Taxi steigen zu müssen. Wir hätten den ganzen Tag bleiben wollen. Nicht nur das Taxi steht dem im Weg, auch unser Busticket für die Weiterfahrt noch am selben Abend.

Zuvor werden wir noch von Marcos eingeladen, mit zu seinem Freund auf einen Maté zu kommen. Dieser Tee ist ein ziemlich starkes Gebräu, das immer wieder im selben Gefäß aufgebrüht und mit einer Art Strohhalm mit Sieb getrunken wird. Es gibt keinen öffentlichen Platz in Argentinien, wo man nicht Gruppen mit einer Thermoskanne mit heißem Wasser sitzen sieht, die einen Becher mit Maté kreisen lassen. Eine solche Einladung sollte man natürlich nicht ausschlagen und wenig später sitzen wir bei fremden Leuten im Esszimmer, trinken mit ihnen Maté aus dem gleichen Strohhalm und erzählen von unserer Reise. Die Frage, ob wir den Nationalpark auf der Península Valdéz besucht haben, müssen wir leider verneinen, da wir uns, trotz der Möglichkeit dort Seeelefanten in der freien Natur zu erleben, aus Budgetgründen dagegen entschieden haben. Unsere Gastgeber bedauern das so sehr, dass sie am liebsten sofort mit uns ins Auto steigen und uns die 200 Kilometer auf die Halbinsel fahren würden. Das wäre allerdings vor unserer Weiterfahrt am Abend nicht mehr zu schaffen, so dass wir „nur“ eine kurze Rundfahrt durch Puerto Madryn erhalten, bevor wir bei unserer Unterkunft rausgelassen werden, um unser Gepäck zu holen und zum Busterminal zu laufen. Das Angebot, uns auch dort noch hinzufahren schlagen wir aus, aber wir sind eingeladen jederzeit wiederzukommen.

Eingestellt von Daggi.Oli 15:09 Archiviert in Argentinien Tagged argentina wales round_the_world puerto_madryn

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