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Steaks und Tango in Buenos Aires

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Wie anders sollte ein Reisebericht über die argentinische Hauptstadt überschrieben sein? Von allen südamerikanischen Großstädten ist Buenos Aires für uns die mit Abstand schönste. Das liegt sicher zu einem großen Teil an dem europäischen Charme, der uns vertrauter ist als zum Beispiel die Geschäftigkeit der andinen Großstädte. Zum anderen liegt das am Leben, der Kunst, dem Tango, dem Essen und den Menschen.

Wir verbringen insgesamt acht Nächte in der Stadt, die längste Zeit, die wir einer großen Stadt bisher gegeben haben und bereuen es nicht. Im Gegenteil, es bleibt das Gefühl, die Stadt noch lange nicht gesehen zu haben. Die Übernachtungen teilen wir auf zwischen zwei Couchsurfing-Gastgebern und einer günstigen Unterkunft. Die ersten drei Nächte bleiben wir bei Agustín und seinem Lebensgefährten Facundo. Die beiden nehmen uns sehr nett bei sich auf, allerdings zeigt sich bald, dass sie lieber shoppen gehen, während wir es bevorzugen mit schwerem Rucksack auf dem Rücken einige Tage in der Pampa zu laufen, was sie sich so gar nicht vorstellen können. Unsere Wellenlängen sind also nicht ganz eingestimmt und so ist es eine kleine Erleichterung als wir nach drei Nächten bei Cecilia einziehen. Sie ist selbständig und repariert Streichinstrumente, singt sehr gut Tango und ihr Freund ist Berufsmusiker (Bassist). Das passt viel besser zu uns und wir verbringen wirklich eine gute Zeit miteinander.

Die meisten Tage verbringen wir damit, die Stadt zu erkunden. Das schicke Viertel Palermo lädt dazu ein, nachmittags von einem Café zum nächsten zu schlendern und abends in die Restaurants überzugehen. San Telmo ist etwas alternativer mit vielen kleinen Geschäften.
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In San Telmo finden sich auch das vermutlich schmalste Haus der Stadt...
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… und der berühmte Plaza Dorrego, auf dem an Wochenenden Tangotänzer zu sehen sind.
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Ein langer Spaziergang führt uns von San Telmo nach La Boca weiter, wo sich neben dem bekannten Fußballstadion La Bombonera des Clubs Atlético Boca Juniors, in dem Diego Maradona seine ersten Erfolge als Spieler feierte, die wohl berühmteste Straße Buenos Aires´ findet, Caminito. Auf dem Weg dorthin, hält allerdings auf einmal die Polizei neben uns und empfiehlt, dass wir gefälligst ohne weitere Umwege zum touristischen Teil des Viertels laufen sollten. Dieser hat seine Berühmtheit wegen der Häuser erlangt, die aus dem Blech ausrangierter Schiffe gebaut und bunt bemalt sind.
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Nur wenige Meter davon entfernt lassen sich solche Fotos schießen.
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Wir sind jedoch eher von den Touristenmassen geschockt und machen uns bald wieder auf den Weg.

Eine weitere Sehenswürdigkeit, die jeder Besucher der Stadt gesehen haben muss, ist der Friedhof La Recoleta, der nicht nur sehr malerische Fotomotive bietet, sondern auch die Ruhestätte einiger berühmter Argentinier ist, von denen Evita Peron wohl die bekannteste sein dürfte.
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Und natürlich ist kein Buenos Aires Besuch vollständig, war man nicht in einem der zahllosen, hervorragenden Steakhäuser. Eines der angeblich besten ist das Cabaña Las Lilas, von dem ausnahmslos alle Einwohner der Hauptstadt behaupten, es sei eine überteuerte Touristenfalle. Es liegt im schicken, neu gestalteten Hafenviertel Puerto Madero.
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Da es eines der drei Restaurants in Buenos Aires ist, das Kobefleisch anbietet, möchten wir uns selbst eine Meinung bilden. Die Rinder werden in Argentinien nach japanischem Vorbild behandelt und im Gegensatz zu Japan ist ein Steak hier auch noch bezahlbar. Da wir keine Reservierung haben, müssen wir knapp eine Stunde auf einen Tisch warten. Ohne das wir eine Vorspeise bestellen, bekommen wir eine sehr leckere Antipastiplatte gereicht, müssen am Ende des Abends jedoch feststellen, dass viele Restaurants in Buenos Aires eine Tischgebühr berechnen, mit der solche Annehmlichkeiten abgedeckt sind.

Als Hauptgang bestellen also einmal das Bife de Lomo (Rinderfilet) normal und einmal als Kobe, müssen jedoch leider auf ein Bife de Chorizo Kobe (Rumpsteak) ausweichen da das Lomo ausgegangen ist. Fazit: Wir müssen das Kobe doch noch in Japan probieren. Es ist hervorragend, aber auf keinen Fall den doppelten Preis des normalen Fleisches wert, es schmeckt ein wenig anders, jedoch nicht unbedingt besser, da auch das „normale“ Rinderfilet von ausgezeichneter Qualität ist, mit der nichts mithalten kann, was wir in Deutschland bisher gegessen haben.
Auch die Nachspeisen, die wir uns bestellen sind vorzüglich. Es wird kein günstiger Abend, aber wer sich etwas Besonderes in einem Restaurant mit schöner Atmosphäre gönnen möchte, dem sei ein Besuch durchaus ans Herz gelegt.

Um einen Vergleich zu haben, müssen wir natürlich noch in einem Restaurant essen, dass auch Einheimische empfehlen und so landen wir am nächsten Abend, unserem letzten, im Palacio de las Papas Fritas, einem alteingesessenen Restaurant von sehr gutem Ruf. Es ist tatsächlich so, die Fleischqualität des 425 Gramm schweren Rinderfilets, genauso die Zubereitung stehen der im Cabaña Las Lilas in keinster Weise nach. Einrichtung und Stimmung im Restaurant sind allerdings nicht zu vergleichen. Dafür fällt am Ende des Abends die Rechnung spürbar kleiner aus.

Mit diesem Fest beschließen wir endgültig unsere Zeit in Buenos Aires und damit auch in Südamerika. Ein erster Abschnitt geht vorbei und wir spüren einen kleinen Stich im Herzen. Es gibt noch so viel zu sehen und zu entdecken, wir fühlen uns noch nicht bereit, diesen Kontinent hinter uns zu lassen. Außerdem wird uns natürlich vor Augen geführt, dass mittlerweile schon über die Hälfte unseres Jahres ins Land gegangen ist. An die Rückkehr mögen wir jetzt noch nicht denken, zunächst sollten wir uns auf neue Erlebnisse und neue, ganz andere Eindrücke in Australien freuen.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:05 Archiviert in Argentinien Tagged tango buenos_aires san_telmo steak caminito round_the_world la_boca palacio_de_las_papas_fritas cabaña_las_lilas

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