Reise blog von Travellerspoint

Camping in Sydney

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Ist die Rede von Sydney, geraten viele, die die Stadt kennen, ins Schwärmen. Die kleinen Buchten, an die sich die Stadt schmiegt, berühmte Bauwerke wie Oper und Harbour Bridge, internationales Flair und eine hohe Lebensqualität zum Beispiel durch die vielen von den Australiern so geliebten Strände.
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Da gibt es natürlich die Freunde von Melbourne, die dagegen halten werden, dass ihre Stadt viel schöner sei. Dazu können wir leider nichts sagen, Melbourne müssen wir ein anderes Mal besuchen. Unseren Preis der lebenswertesten Stadt gewinnt sowieso Fremantle und keiner der beiden großen Rivalen. Aber das Feuerwerk zum Jahreswechsel in Sydney möchten wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Tiere in der Stadt

Rechtzeitig, um uns auf die Silvesternacht einzustimmen landen wir am 28. Dezember in Sydney. Fünf Nächte haben wir auf einem Campingplatz reserviert. Als wir Anfang Juni aus Panama nach einer Unterkunft gesucht hatten, mussten wir leider feststellen, dass die Hotels teilweise schon Reservierungen für Silvester 2012 entgegennahmen. Die Hostels in Sydney hatten eine Mindestaufenthaltsdauer von sieben, teilweise sogar von zehn Tagen und das zu kräftig erhöhten Preisen.

So sind wir also auf einem Campingplatz im Lane Cove River Nationalpark gelandet, der mit dem Zug nur 30 Minuten nördlich von Sydney liegt, sich also noch mitten in der Stadt befindet. Als wir dort ankommen, sind wir heilfroh, die Reservierung zu haben. Die Autos der Camper, die keinen Platz mehr erhalten haben, stehen bereits etliche hundert Meter die Zufahrtsstraße entlang, in der Rezeption geht es drunter und drüber, viele Urlauber werden wieder weggeschickt.

Der Platz für unser Zelt ist schön groß und bietet üppig Abstand zu den Nachbarn. Nicht weit entfernt gibt es eine Küche mit Kochplatten, Mikrowelle, Toaster und Grill, also Luxuscamping. Wir wünschen uns die Ausrüstung zurück, die wir zusammen mit dem Auto abstoßen mussten. Einen Haken hat die Sache dann leider doch noch.

Der nächste Morgen, fünf Uhr früh. Auf einmal ist unglaublich lautes, anhaltendes Gezeter zu hören. Es klingt wie eine Mischung aus weinendem Kind und Vogel, ist aber natürlich nur letzteres. Ein relativ großes Exemplar, wie wir finden. Er sieht jetzt schon größer aus als seine Eltern. Was ihn aber nicht daran hindert, jeden der folgenden Tage zwischen fünf und acht Uhr Früh sein ohrenbetäubendes Geschrei nach Futter anzustimmen und uns damit aus dem Bett zu hauen. Zusätzlich brüllt er natürlich auch untertags in regelmäßigen Abständen. Fliegen kann er auch schon, trotzdem hetzt er seine Eltern den ganzen Tag in der Gegend herum. Wenn man genau hinsieht, haben die erwachsenen Vögel eine ganz andere Farbe als er. Das Gespräch mit einer Rangerin, die sich über das „Kleine“ begeistert zeigt, deckt auf, dass es sich, wie wir irgendwann schon vermutet hatten, tatsächlich um ein Kuckuckskind handelt, dessen kleinere Adoptiveltern ihn, selbst am Ende ihrer Kräfte, noch immer durchfüttern. Ginge es nach uns, hätte das Balg ruhig verhungern dürfen.

Eine wesentlich nettere Tierbegegnung findet jeden Abend in der offenen Küche des Campingplatzes statt. Ein Possum besucht uns pünktlich mit Einbruch der Dunkelheit, um nach Essensresten zu suchen. Leichte Beute für Tier und Fotografen.
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Zudem ist der Bursche so gar nicht scheu und will in alles hineinbeißen, was ihm hingehalten wird.
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Der Hafen

Natürlich verbringen wir nicht die ganze Zeit am Zelt, sondern sehen uns an, was Sydney ausmacht. Mit das erste Highlight, das wir entdecken, ist das hier:
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Es gibt eine Kette, die mit deutscher Backtradition wirbt. Nachdem wir ihnen unser gesamtes Geld im Tausch für obiges Prachtbrot gegeben haben, sind wir arm aber glücklich. Es kommt den Backwaren aus der Heimat in der Tat bisher am nächsten, erreicht aber, wenn wir ehrlich sind, doch nicht dessen Qualität. Das macht sich besonders am zweiten Tag bemerkbar, als das Brot schon leicht gummiartig wird.

Nach dieser Entdeckung verbringen wir viel Zeit am Hafen und lassen seine Schönheit auf uns wirken. Die Promenade ist gesäumt von Bars und Restaurants, ständig legen die Fähren in die Vororte Sydneys ab und der Blick schweift immer wieder über die Harbour Bridge und die Oper, die je nach Blickwinkel immer wieder aufs Neue überrascht.
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Eine einstündige Führung durch die Oper bietet Einblicke hinter die Kulissen und Informationen zur reichlich dramatischen Entstehung dieses einzigartigen Gebäudes.
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LAN vs. Quantas

Während wir die Atmosphäre Sydneys genießen sind wir die ganze Zeit am überlegen, wie es weitergehen soll. Unser Flug nach Singapur ist erst am 12. Januar. Wir hätten also noch gute zehn Tage Zeit für weitere Unternehmungen. Allerdings stellt sich mehr und mehr das Gefühl ein, dass nach dem Besuch der Westküste und Silvester unser Australienaufenthalt abgeschlossen ist. Schließlich entscheiden wir, zum ersten Mal auf dieser Reise, einen Flug vorzuverlegen, was sich als schwieriger erweist, als gedacht. Bei Round the World Flugtickets muss jeder Flug vor Antritt der Reise mit Datum festgelegt werden. Allerdings verkaufen alle Reisebüros das Ticket unter der Prämisse, dass Datumsänderungen später kostenlos möglich sind. Davon hat Quantas nur leider nichts mitbekommen und verlangt auf einmal eine Gebühr in Höhe von 80 Australischen Dollar pro Person. Auch Gespräche mit Vorgesetzten helfen nichts, sie bleiben dabei. Manchmal hat man in Australien das Gefühl auf einem Bazar zu sein, wo jeder versucht, die Touristen wie Kühe zu melken und keine einzige Leistung mehr aus einem Servicegedanken heraus angeboten wird.

Aber zum Glück gibt es ja noch die chilenische Fluglinie LAN, die Hauptträger unseres Tickets ist. Im Gegensatz zu Quantas bieten sie eine kostenfreie Telefonnummer und nach einiger Wartezeit, werden wir sehr freundlich bedient. Der Mitarbeiter meint, eigentlich müsste sich Quantas selbst darum kümmern, weil sie den Flug ausführen, aber er würde mal sehen, was er tun kann. Zehn Minuten später sind unsere Flüge umgebucht und wir sehen die Änderung sofort online. Völlig kostenlos, kompetent und sehr freundlich.

Eingestellt von Daggi.Oli 12:32 Archiviert in Australien Tagged sydney australien round_the_world

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Kommentare

Tja, so ist das, wenn man Kinder hat: um fünf Uhr aufstehen, sich die Haare vom Kopf fressen lassen und dann das fliegen beibringen :-).
Wann kommen denn die ersten Berichte aus Singapore?
Christian

von Christian

Ist in Arbeit. Oli hat schon wunde Finger...

von Daggi.Oli

Hallo Daggi, hallo Oliver
gerade haben wir mit Deiner Mutter in Ziemetshausen zusammen gesessen und über Eure Reise gesprochen. Wir bewundern Euren Mut, die Ausdauer und den Blog. Alles sehr professionell. Etwas neidisch sind wir schon, aber als Oldies beschränken wir uns mehr auf die nähere Umgebung :-)
Wir hoffen, dass wir uns nach Eurer Rückkehr mal treffen und einen hautnahen Bericht über diese Reise bekommen. Gebt auf Euch acht und liebe Grüße

von Gabi + Gerhard

Hallo Gabi, hallo Gerhard,
toll, von Euch zu hören!. Es freut uns, dass Ihr uns über den Blog verfolgt. Das wird nach unserer Rückkehr dann die nächste große Herausforderung. Ein Bericht über etwa zwölf Länder, der die Länge eines angenehmen Vortrags nicht sprengt.

Danke nochmals für Euren Kommentar! Viele Grüße aus Kuala Lumpur.

von Daggi.Oli

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