Reise blog von Travellerspoint

K(l)eine Touren in Hsipaw

sunny 25 °C
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Der Weg führt uns nicht direkt von Mandalay nach Hsipaw. Vorher machen wir in einem Dorf mit dem unaussprechlichen Namen Pyin Oo Lwin halt. Es liegt auf über 1000 Meter Höhe und zeichnet sich durch ein vergleichsweise kühles Klima aus. Früher waren es die Briten, heute fliehen im Sommer viele Einheimische vor der sengenden Hitze hierher. Wir benötigen zur jetzigen Jahreszeit abends Fließ und Jacke, unerwartet für Birma. Ansonsten ist das Dörfchen für uns nicht bemerkenswert. Die Burmesen behaupten zwar, es sähe dort wegen der kolonialen Bauten aus wie in Großbritannien, wir empfinden das jedoch ein wenig anders.
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Da es außer einem einige Kilometer entfernten Wasserfall nicht viel zu sehen gibt, reisen wir nach einer Nacht wieder ab. Diesmal mit dem Zug.
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Die Strecke soll durch schöne Landschaften und über eine beeindruckende Brücke führen. Also nehmen wir in Kauf, pro Person drei US Dollar in die Staatskassen zu spülen. Natürlich ist auch die Fahrt ein kleines Abenteuer und entsprechend spannend.
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20 Kilometer pro Stunde werden angeblich im Schnitt erreicht. George Orwell, der zwischen 1922 und 1927 in Birma stationiert war, erwähnt übrigens in seinem ersten Roman Burmese Days (Tage in Burma) in etwa das gleiche Reisetempo der Eisenbahn – es scheint sich wirklich nicht viel verändert zu haben. Schon bei diesen Geschwindigkeiten schaukeln die Waggons wie die tollsten Fahrgeschäfte auf dem Jahrmarkt. Wir sind die einzigen Ausländer und man kümmert sich wieder einmal rührend um uns. Der Fahrkartenverkäufer und ein weiterer Bahnangestellter führen uns zu unseren Plätzen, fragen hundert mal, ob alles in Ordnung ist, verschwinden kurz und tauchen wenig später gemeinsam am Fenster wieder auf, um zu fragen, ob wirklich alles in Ordnung ist. Schließlich beginnt die Fahrt, die Gäste richten sich ein.
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Insgesamt sechs Stunden sind wir unterwegs, trotz Holzbänken vermutlich bequemer als im Bus. Zudem haben wir das Glück, dass unser Waggon überraschend leer bleibt und wir die ganze Zeit Platz für unsere Füße haben. Die Überfahrt der Gokteik Schlucht ist tatsächlich beeindruckend.
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Obwohl mit uns kein weiterer Tourist aussteigt, versammeln sich überraschend viele in Hsipaw. Vielleicht fallen sie uns auch einfach mehr auf, weil das Dorf recht überschaubar ist. Zum Beispiel gibt es insgesamt nur drei Unterkünfte.
Direkt bei unserer Ankunft kommen wir kurz mit zwei sehr sympathischen Bayern um die 50 ins Gespräch und den Abend verbringen wir mit Deirdra und Cormac, einem irisches Pärchen, mit dem wir uns in Mandalay ein Taxi geteilt hatten und die wir zufällig im Restaurant unserer Wahl wiedertreffen.

Der nächste Tag beginnt mit einem langen, sehr angeregten Gespräch mit Raimund und Boris, den beiden Bayern, die gemeinsam schon viel von Asien gesehen haben. Wir verstehen uns so gut, dass wir abends gemeinsam essen gehen und am folgenden Tag zusammen versuchen, zu einem Wasserfall in der Nähe zu laufen, was aber nicht funktioniert.
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Der Weg führt uns vorbei an einheimischen Hütten und durch Reisfelder mit Büffeln, wir kommen jedoch stattdessen an einem Wassertümpel heraus, den die Einheimischen euphemistisch als „Hot Springs“ bezeichnen. Keiner von uns verspürt große Lust, sich zu den Dorfbewohnern ins Wasser zu legen, von denen viele den heutigen chinesischen Neujahrstag zu einem Familienausflug genutzt haben.

Auch unser zweiter Versuch, den wir einen Tag später alleine unternehmen, scheitert dank einer falsch gezeichneten Karte kläglich. Auf längere Trekkingtouren, die von Hsipaw aus unternommen werden können, verzichten wir, da wir keine Lust auf mehrtägige Ausflüge mit Führer verspüren. Und der erscheint leider unerlässlich, nicht weil der Weg so schwierig zu finden wäre, sondern um zu verhindern, dass die Dorfbevölkerung, bei der man unterwegs unterkommen könnte, kein Problem mit dem Militär bekommt, denn eigentlich dürfen Ausländer ja nur in lizenzierten Unterkünften bleiben. Außerdem führen die angebotenen Wanderungen, zum Beispiel zum Bergdorf Namhsan, immer der Straße entlang und bieten landschaftlich wohl keine besonderen Attraktionen. Es sieht ganz danach aus, als würden wir uns die Wanderungen für ein anderes Land aufheben.

Eingestellt von Daggi.Oli 15:28 Archiviert in Myanmar Tagged myanmar round_the_world birma hsipaw pyin_oo_lwin

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