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Aktivurlaub in Hpa-An

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Unser nächstes Ziel, Hpa-An, liegt östlich von Yangon im Kayin-Staat, der von der Volksgruppe der Karen bewohnt wird. Die Region liegt im Grenzgebiet zu Thailand und macht immer wieder durch bewaffnete Konflikte zwischen dem Militär und Unabhängigkeitskämpfern auf sich aufmerksam. Zur Zeit und vor allem im nördlichen Teil, den wir besuchen, ist jedoch alles ruhig.

Bereits auf den letzten Kilometern unserer Anreise fällt uns die spektakuläre Landschaft auf. Die Gegend ist flach, dominiert von saftig-grünen Reisfeldern, aus denen urplötzlich steile Kalksteinklippen hervorragen.
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Um vom Inle Lake hierher zu kommen, haben wir fast einen ganzen Tag im Bus und auf Busse wartend verbracht. Wir verlassen Nyaung Shwe gegen 13 Uhr, um, eine halbe Stunde entfernt, an der nächsten Kreuzung, auf den Bus nach Yangon zu warten. Nachdem dieser uns um halb vier einsammelt, können wir uns erst einmal zurücklehnen. Wenn auch nicht ganz, denn hinter unseren Sitzplätzen in der letzten Reihe sind mindestens 800 Kisten chinesischer Jasmintee gestapelt. Nach 14 Stunden, um fünf Uhr dreißig in der Früh, kommen wir in Yangon an, wo wir in einem unvorstellbaren Chaos aus Straßen und Busunternehmen unsere Weiterfahrt nach Hpa-An finden müssen. Es lässt sich überhaupt nicht vermeiden, an irgendwelche Schlepper zu geraten, die vermutlich eine Provision einstreichen.

Irgendwann sitzen wir dann doch in einem Bus, man gibt uns zu verstehen, dass wir nach ca. fünf Stunden Fahrt den Bus gegen ein Pick-Up tauschen müssen und um sechs Uhr dreißig geht es weiter. Plötzlich, nach nur drei Stunden, komplimentiert man uns aus dem Bus und setzt uns in ein Pick-Up. Der Busfahrer spricht sogar etwas Englisch und meint, diesen Transport würde das Busunternehmen zahlen, wir müssten später ein weiteres Mal das Fahrzeug wechseln. Soll uns recht sein.

Das Pick-Up fährt sofort weiter. Wieder eine Stunde später steigen alle Fahrgäste aus. Als wir das gleiche tun wollen, heißt es, wir sollen sitzen bleiben. Dann kommt auf einmal jemand, der drei Brocken Englisch kann und fragt, wo wir eigentlich hin möchten. Wir nennen Hpa-An als unser Ziel, es folgt ein kurzes Palaver und plötzlich muss alles sehr schnell gehen. Wir sollen in ein anderes Pick-Up umsteigen, in dem bisher nur eine Frau mit einer Ente in einer Tasche sitzt. Normalerweise fahren diese Fahrzeuge nie los, wenn sie nicht voll besetzt sind (oder voller), doch kaum sitzen wir, rast der Fahrer wie gestört davon. Wir überlegen schon, ob die Rebellen nun doch anfangen, Geiseln zu nehmen. Aber zum Glück sind wir ja in Asien, wo so etwas vergleichsweise sehr selten passiert. Unterwegs steigen weitere Passagiere zu. Dann passieren wir eine größere Stadt, zwei Männer laufen schreiend hinter unserem Auto her, der Fahrer hält und bis auf uns und einen weiteren Gast, müssen alle in ein anderes Pick-Up umsteigen. Kaum sind alle abgesprungen, rasen wir weiter, so dass wir uns kaum halten können. Mit drei Vollbremsungen unterwegs erreichen wir trotzdem lebendig doch noch unser Ziel Hpa-An und sind heilfroh, die Anreise hinter uns gebracht zu haben.

Erklären können wir uns diese seltsame Fahrt nicht. Allerdings haben wir unterwegs schon ein paar Geschichten gehört, wie zum Beispiel Gepäck von Ausländern dazu verwendet wurde, Packungen mit Drogen vor Polizeikontrollen zu verbergen. Das funktioniert ziemlich gut, denn Touristen scheinen in dieser Hinsicht tabu zu sein und werden nie kontrolliert. Auch wir haben diverse Drogenkontrollen in Bussen erlebt, sind dabei aber immer völlig ignoriert worden. Vielleicht hatte diese Fahrt einen ähnlichen Zweck, wir werden es nie erfahren.

Bootsfahrt von Mawlamyine nach Hpa-An

Nach diesem Marathon können wir uns leider nicht ausruhen, sondern fahren am folgenden Tag früh mit dem Bus nach Mawlamyine, unter dem Namen Moulmein die erste Hauptstadt zur Zeit der Briten. Es ist die letzte Chance, mit dem Boot zurück nach Hpa-An zu fahren. Das nächste fährt erst wieder am Freitag, was zu spät ist, da wir uns dem Ende unserer Zeit in Birma nähern.

Als wir in Mawlamyine zum Bootsanleger laufen, hören wir plötzlich vertraute Stimmen von links. Kurz vor dem Anleger sitzen Raimund und Boris, unsere beiden Bayern. Dass wir die zwei wiedersehen, hätten wir nicht gedacht. Jetzt wissen wir, dass die fünfstündige Fahrt kurzweilig wird.

Auch ohne gute Begleitung ist der Ausflug lohnenswert. Er führt durch die bereits erwähnte fantastische Landschaft, aus der immer wieder unvermittelt die steilen Klippen hervorragen. Für uns der schönste Teil Birmas, den wir besucht haben.
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Besteigung des Mount Zwegabin

Bei Oli machen sich leider erste Anzeichen einer Erkältung bemerkbar, die sicher von der Klimaanlage im Bus kommt. Trotzdem führt der nächste Tag Raimund und uns auf einen der steilen Felsen hinauf, den Mount Zwegabin. In etwa 700 Höhenmeter müssen überwunden werden. Der Weg ist steil, streckenweise der Sonne ausgesetzt und entsprechend anstrengend. Bevor es an den Aufstieg geht, läuft man am Fuß des heiligen Bergs durch ein Feld mit tausenden von Buddhastatuen.
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Die Anstrengung lohnt sich. Es hängt zwar ein ständiger Dunst über der Landschaft, aber dennoch bietet sich ein herrlicher Blick.
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Höhlen in der Umgebung

Neben der Bergbesteigung gibt es in der Umgebung von Hpa-An einige weitere Sehenswürdigkeiten. Unserer Hostel bietet eine ganztägige Tuk-Tuk-Tour zu diversen sonst nur schwer zu erreichenden Höhlen. Normalerweise versuchen wir zwar, solch organisierten Ausflügen aus dem Weg zu gehen, aber da außer Raimund und Boris noch zwei Schweizer und ein Schwede, die alle zusammen mit uns auf dem Boot waren, mitkommen, sind wir sicher, dass wir Spaß haben werden, obwohl Olis Erkältung mittlerweile ausgebrochen ist.
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Der Kan-Thar-Yar See liegt noch fast in der Stadt.
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Auf der weiteren Strecke folgen viele weitere Buddhastatuen und Höhlen. Zum Beispiel die Kaw-Goon Höhle,
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die Ya-The-Byan Höhle,
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die Felsnadel Kyauk-Ka-Lap, natürlich mit Pagode, wo wir auf ein Hochzeitsbild gebeten werden,
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und schließlich die größter der Höhlen, die Southern Cave, durch die auf dem vollständig mit Fledermausexkrementen bedeckten Boden hindurchgegangen werden kann. Auf der Rückseite wartet ein idyllisch gelegener See.
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Der allerletzte Stopp gilt der Kawt-Ka-Thaury Höhle, deren Hauptattraktion vor ihrem Eingang zu finden ist. Eine lange Reihe Buddhas, die das Herabsteigen vom Himmel symbolisieren.
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Nach diesem Tag haben wir vermutlich bis ans Ende unser Tage genug Buddhas und Pagoden gesehen. Wir müssen langsam den Rückweg nach Yangon antreten, um unseren Flug nicht zu verpassen. Eigentlich hatten wir geplant, noch am berühmten Golden Rock anzuhalten, aber wegen Olis Erkältung und aus Zeitgründen fahren wir bis nach Bago durch, was näher bei Yangon liegt.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:39 Archiviert in Myanmar Tagged myanmar round_the_world birma hpa-an höhlen

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