Reise blog von Travellerspoint

Erste und vermutlich letzte Meldung aus Birma

sunny 28 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Endlich! Nach vielen Überlegungen, Planänderungen und planlosen Tagen sind wir wieder angekommen. Zum ersten Mal seit der Zeit in Südamerika spüren wir wieder den Nervenkitzel des Unbekannten. Fremde Sprache, fremde Schrift und unaussprechliche Namen wirken auf den ersten Blick vielleicht abschreckend, lassen das Reisen jedoch zu dem werden, wonach wir suchen und was den Reiz für uns ausmacht. Rückblickend hätten wir Australien gar nicht oder sehr viel kürzer besuchen sollen. Aber wie wir schon so oft auf dieser Reise feststellen mussten, hinterher ist man immer schlauer.

Die Burmesen sorgen bereits direkt nach unserer Ankunft dafür, dass wir uns sehr wohl fühlen. Sie sind ein außerordentlich hilfreiches, offenes und freundliches Volk. Überall lächelt und winkt man uns zu, Kinder rufen jedem Ausländer ein fröhliches „hello“ entgegen und ein kleiner Junge von vielleicht drei Jahren deutet mit dem Finger auf uns und verkündet, wie uns übersetzt wird, lauthals und freudestrahlend, dass hier Ausländer unterwegs seien. Kurz, man kann sich nur wohl fühlen.

Soviel nur zu unserer momentanen Gefühlslage. Wie schon angekündigt, sind die Internetverbindungen hier nicht die schnellsten. Deshalb werden wir uns aus Birma nicht mehr melden und die Berichte nachliefern, sobald wir das Land verlassen haben.

Ansonsten ist mittlerweile entschieden, dass aus zwölf Monaten Reisezeit nun 14 werden. Wir planen unsere Rückkehr nach Deutschland für Mitte Mai. Obwohl wir großen Respekt vor dem Wiedereinstieg haben, freuen wir uns auch auf ein Wiedersehen mit euch.

Eingestellt von Daggi.Oli 10:21 Archiviert in Myanmar Tagged bagan burma myanmar round_the_world birma Kommentare (6)

Abschied nach Myanmar (Birma)

overcast 30 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Der Name des Landes sorgt häufig für Verwirrung. Die aktuelle Militärregierung hat 1989 den Namen Union Myanmar eingeführt und ihn im Oktober 2010 nochmals verändert in Republik der Union Myanmar. Während das deutsche Auswärtige Amt Myanmar verwendet, halten viele Medien aus Protest an der alten Bezeichnung Birma fest. Auch Burma kann in manchen Zeitungen gelesen werden, ist aber eigentlich der englische Name.

Anfang November letzten Jahres haben in Birma die ersten Wahlen nach 20 Jahren stattgefunden. Wie allgemein erwartet, hat die Partei der Militärjunta durch massive Einflussnahme die Mehrheit der Stimmen für sich gewonnen.

Wegen der politischen Lage gibt es häufig die Diskussion, ob man dem Land als Tourist nicht besser fern bleiben sollte, um das Regime nicht zu fördern. Wir haben uns für die Reise entschieden, weil wir glauben, dass es möglich ist, weitgehend auf staatliche Dienste zu verzichten und stattdessen die Bevölkerung direkt durch unseren Konsum zu unterstützen. Auch in Birma bietet zum Beispiel Couchsurfing die Möglichkeit mit Burmesen, die gut englisch sprechen, in engeren Kontakt zu gelangen. Der kulturelle Austausch, der so möglich wird, ist hoffentlich für beide Seiten bereichernd.

Die Beantragung des Touristenvisums in Kuala Lumpur stellt sich weniger kompliziert heraus als zunächst gedacht. Zwei Passfotos vor weißem Hintergrund, der Reisepass und der ausgefüllte Antrag genügen. Nicht einmal die Flugtickets, die wir zu dem Zeitpunkt noch gar nicht gehabt hätten, werden verlangt, obwohl dies vorher überall zu lesen war. Nach fünf Arbeitstagen können wir unsere Pässe inklusive Visum wieder abholen. Für Eilige gibt es sogar eine teurere Expressvariante innerhalb von nur zwei Tagen.

Als kompliziertester Teil der Vorbereitung erweist sich der Bargeldtausch. Die lokale Währung Kyat gibt es nur im Land und das ausschließlich im Tausch gegen US Dollar. Aber nicht irgendwelche. Bessere Wechselkurse erhält man für Banknoten mit größerem Wert, also möglichst 100-Dollar-Scheine mitnehmen. Diese dürfen jedoch nicht älter als aus dem Jahr 2004 sein und keine Knicke oder Kennzeichnungen aufweisen. Außerdem werden keine Seriennummern akzeptiert, die mit B oder K beginnen. Da es natürlich keine Geldautomaten im Birma gibt, muss die Summe für den ganzen Aufenthalt in US Dollar in bar mitgenommen werden. Um unseren Bedarf zu decken, rennen wir mindestens zehn verschiedene Wechselstuben ab und prüfen mit Argusaugen jeden Schein, der uns angeboten wird. Irgendwann haben wir in unseren Augen erfolgreich die benötigte Summe Dollar in der Tasche. Es bleibt abzuwarten, ob unsere Scheine den strengen Anforderungen der Burmesen gerecht werden.

Nachdem alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, fliegen wir heute, am Sonntag, den 23. Januar, in die Hauptstadt Yangon, oder Rangun, wie wir vielleicht sagen sollten. Der Landweg scheidet aus, da die Grenzübergänge momentan für Touristen geschlossen sind. Wir dürfen maximal 28 Tage im Land bleiben, was wir voll ausnutzen werden. Der Rückflug nach Kuala Lumpur ist am 19. Februar und einen Tag später geht es dann endlich nach Borneo.

Womöglich wird dies der vorerst letzte Blogeintrag innerhalb der kommenden vier bis fünf Wochen. Der Internetzugang in Birma ist meist sehr langsam und viele Webseiten und Emaildienste sind gesperrt. Bereiten wir uns also auf eine Durststrecke vor! Bis bald!

Eingestellt von Daggi.Oli 09:26 Archiviert in Malaysia Tagged kuala_lumpur malaysia burma myanmar round_the_world birma Kommentare (0)

Thaipusam in Kuala Lumpur

overcast 30 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Von Kuala Lumpur erwarten wir vor unserer Ankunft ein ähnliches Bild wie von Singapur. Untrennbar mit der malaysischen Hauptstadt verbunden erscheinen sofort Bilder der Petrona Towers vor dem geistigen Auge
large_DSC01002.jpg
Aber wir werden überrascht. KL fühlt sich viel mehr wie eine typisch asiatische Großstadt an. Alles ist lauter, hektischer und erreicht bei Weitem nicht die Sauberkeit von Singapur. Die Petrona Towers und andere Zeugnisse moderner Großstadtarchitektur ragen wie Inseln aus den überfüllten Straßen hervor.
DSC00973.jpgP1080726.jpg90_P1080508_web.jpgP1080492.jpgDSC00998.jpgDSC00662.jpgP1080493.jpgP1080537.jpgDSC00679.jpgDSC00957.jpgDSC00948.jpg
Direkt am Montag nach unserer Ankunft beantragen wir das Visum für Birma, auf das wir einige Tage warten müssen. In der Zwischenzeit sehen wir uns die Stadt an und überlegen, welche Ziele in Malysia wir noch besuchen möchten. Nach und nach werden es immer weniger. An den Stränden der Ostküste regnet es noch immer, höchstwahrscheinlich auch in den Dschungelgebieten im Nordosten des Landes. Und so geht es weiter, bis wir schließlich entscheiden, sofort nach Birma zu fliegen, sobald wir unser Visum besitzen.

Für die Sehenswürdigkeiten Kuala Lumpurs bleibt somit üppig Zeit. Wir haben Glück, denn während unseres Aufenthaltes findet Thaipusam statt, ein Hindu-Fest zu Ehren des Geburtstags von Lord Murugan, einem Sohn der Gottheiten Shiva und Parvathi. Rund 45 Busminuten außerhalb der Stadt liegen die Batu Caves, wo die Festlichkeiten stattfinden. Innerhalb von drei Tagen versammeln sich etwa 1,5 Millionen Gläubige. Damit ist Thaipusam in Kualar Lumpur das größte Hindu-Fest außerhalb Indiens. Am Tag unseres Besuchs fühlt es sich so an, als wären alle bereits am ersten Tag gekommen.
DSC00830.jpg
large_Pan_Thaipusam02.jpg
Nur zwei Tage zuvor sah die Höhle noch so aus:
P1080573.jpg
Besonders eindrucksvoll sind für uns die Bußgänger, die nach 21 Tagen des Fastens mit nur einer vegetarischen Mahlzeit am Tag, jetzt, die Haut, Backen oder Zunge von Haken durchbohrt, manche zusätzlich mit schweren Konstruktionen auf den Schultern, die 272 Stufen bis zur Höhle hinaufgehen.
P1080596.jpgP1080638.jpgP1080637.jpgP1080618.jpgP1080624.jpg
Sieht man die Fotos, könnte man sich an unseren Bericht der Osterprozession in Quito erinnert fühlen, wo sich die Menschen ähnliches angetan haben. Allerdings fühlt es sich hier völlig anders an. Die hinduistischen Bußgänger sind allesamt in Trance. Obwohl mit Backen und Zunge äußerst blutreiche Körperteile durchstoßen sind, fliest kein Tropfen Blut. Während die Ecuadorianer mit schmerzverzerrten Gesichtern an uns vorbeigingen, strahlen die Menschen hier innere Ruhe und mentale Abwesenheit aus.

In der Höhle angekommen, werden alle Haken und Lasten entfernt.
P1080687.jpgDSC00880.jpg
Währenddessen sehen wir kurz das einzige Anzeichen von Schmerz, als einem Inder eine Nadel aus der Zunge gezogen wird. Sind alle Haken entfernt, lassen sich viele erschöpft fallen. Erst jetzt zeigt sich, was für ein Wille notwendig ist, diesen Leidensweg durchzustehen.
P1080661_3zu4.jpg
Es ist schwer zu erklären, aber im Gegensatz zu Quito fühlen wir uns nicht abgestoßen, sondern empfinden nur großen Respekt.

Eingestellt von Daggi.Oli 00:22 Archiviert in Malaysia Tagged kuala_lumpur malaysia round_the_world Kommentare (1)

(Einträge 16 - 18 von 101) « Seite 1 2 3 4 5 [6] 7 8 9 10 .. »