Reise blog von Travellerspoint

Kulinarisches aus Melaka

rain 28 °C
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Eher aus Verlegenheit landen wir in Melaka. Eigentlich hatten wir nach einem ruhigen Plätzchen am Strand in der Nähe von Singapur gesucht, waren aber nicht fündig geworden. Insbesondere da an der für ihre schönen Strände berühmten Ostküste gerade Regenzeit herrscht.

Und was das bedeutet, können wir ansatzweise in Melaka an der Westküste erahnen, wo zuverlässig jeden Nachmittag für einige Stunden riesige Wassermassen auf uns niederprasseln. Im Osten und auf Borneo ist es genauso nur durchgängig.

Da wir sowieso nicht viel unternehmen möchten, stört uns der Regen nicht. Kaffeetrinken und Blogschreiben können wir auch überdacht und finden mit dem Voyage Café mitten im historischen Zentrum einen sehr angenehmen Ort dafür.
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Der 2008 zum Weltkulturerbe ernannte historische Kern wird hauptsächlich von Chinesen bewohnt, aber prinzipiell lebt in Malaysia ein ähnliches Völkergemisch wie in Singapur. Für das Essen bedeutet das einige Komplikationen. Alle Hindus essen kein Rind, manche ernähren sich vollständig vegetarisch, während die Moslems kein Schweinefleisch zu sich nehmen und ihr Essen nach strengen Halalvorschriften zubereiten. Alkohol ist im mehrheitlich muslimischen Malaysia demzufolge sehr teuer. Nur die Chinesen haben eher den Ruf alles zu essen. Für uns ist diese Vielfalt eine Bereicherung und wir gehen jeden Tag auf neue kulinarische Abenteuer.

Indisch:
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Chinesisches Steamboat (eine Art Fondue):
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Oder malaysisches Cendol (eine Nachspeise aus zerstoßenem Eis, Kokosmilch, Geleewürmern, Mais, süßen roten Bohnen und grüner Lebensmittelfarbe):
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Ja, es schmeckt so wie Daggi guckt!

Die Zeit im Café gibt uns ausreichend Gelegenheit für die weitere Reiseplanung. Den Flug am 16. Januar von Singapur nach Kuching auf Borneo werden wir wohl verfallen lassen. Der Dauerregen macht dieses Ziel gerade recht unattraktiv. Warum also nicht Malaysia ansehen und in ein paar Wochen von Kuala Lumpur aus nach Birma fliegen? Wir recherchieren die Flüge und Visabestimmungen und einigen uns schließlich auf diesen Plan. Als erstes müssen wir nach Kuala Lumpur, um das Visum für Birma zu beantragen.

Am Abend vor unserer Abreise fragt uns ein Mitarbeiter des Cafés, ob wir nach seiner Schicht um 23 Uhr mit in die Hot Springs kommen möchten. Es gibt, so sagt er, eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, heiße Quellen, die er mit ein paar Freunden besuchen möchte. Wir sagen zu und füllen, als wir um halb zwölf Uhr nachts abfahren mit einem weiteren deutschen Pärchen und vielen malaiischen Freunden insgesamt drei Autos. Die Fahrt dauert eher 45 Minuten, was aber nicht schlimm ist, die Quellen haben 24 Stunden geöffnet. Offenbar gehen Malaien gerne Freitag nachts baden, denn trotz der späten Stunde sind alle Becken gefüllt. Wo bei uns sicherlich Bademeister für die Einhaltung der Vorschrift nicht vom Beckenrand zu springen sorgen würden, ist hier die größte Freude aller, sich gegenseitig so heftig und so oft wie nur möglich nass zu spritzen oder unter Wasser zu tauchen. Alternativ wird auch mal ein Eimer Wasser aus dem heißesten Becken nebenan über den Freunden entleert.

Nach dem Bad sind unsere malaiischen Begleiter hungrig. Wir schließen uns aber nicht mehr an sondern fallen um drei Uhr nachts ins Bett. Zum Glück ist die Fahrt nach Kuala Lumpur am nächsten Tag nicht lang. Wir schlafen zwar nicht aus, können aber in Ruhe frühstücken, bevor wir uns auf den Weg zum Busbahnhof machen.

Eingestellt von Daggi.Oli 08:57 Archiviert in Malaysia Tagged malaysia essen melaka round_the_world Kommentare (0)

Singapur – Asien für Anfänger

semi-overcast 25 °C
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Singapur bietet den perfekten Übergang von der uns vertrauten Welt Australiens ins Fremde. Alles ist perfekt organisiert, funktioniert häufig um Klassen besser als bei uns daheim und gleichzeitig bietet das Völkergemisch von Chinesen, Malaien, Arabern und Indern Kontaktmöglichkeiten mit vielen verschiedenen Kulturen und Religionen. Das Essen an den Straßenständen ist sicher und sogar das Leitungswasser bedenkenlos trinkbar.
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Von der englischen Handelskolonie, gegründet Anfang des 19. Jahrhunderts um den Holländern in der Region Konkurrenz zu machen, hat sich Singapur zu einer modernen Hochglanzstadt entwickelt. Vom Dach des Marina Bay Hotels im Sands SkyPark liegen uns die leuchtenden Fassaden buchstäblich zu Füßen.
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Fährt man jedoch hinab und läuft nur um die nächste Ecke, wartet dort mit Sicherheit schon die nächste Straße, Moschee oder der nächste Tempel, wo unverändert nach alten Traditionen gelebt wird.
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Wieder eine Abbiegung weiter findet sich ein Einkaufszentrum am anderen. Alles scheint sich nur um Konsum zu drehen, sei es der Snack am Straßenstand für einen Dollar oder das Designerstück aus der Mall, ganz Singapur ist rund um die Uhr am handeln.

Wir lassen uns anstecken und Daggi ersteht eine neue Brille. Sicherlich mittlerweile teurer als noch vor ein paar Jahren, kann man im Vergleich zu deutschen Preisen noch immer gut sparen. Und das bei unvergleichlichem Service. Innerhalb von nur zwei Tagen ist die Brille fertig. Auch nachdem die Gläser in das Gestell eingepasst sind, können sie noch kostenlos getauscht werden, sollte man mit ihnen nicht zurecht kommen. Wovon Daggi auch gleich Gebrauch macht. Durch diverse Planänderungen kommen wir nun doch nicht mehr nach Singapur zurück. Die geänderte Brille wird uns jetzt kostenfrei nach Kuala Lumpur nachgesendet.

Um weiteren Versuchungen zu entfliehen, verbringen wir einen Tag und einen Abend im sehr schön angelegten Zoo. Als besonderes Highlight wird der Nachtzoo beworben, wo man nach Einbruch der Dunkelheit in dezent beleuchteten Arealen nachtaktive Tiere oder manchmal auch schlafende tagaktive sehen kann. Eine nette Idee ist, das manche Tiere gegen eine geringe Gebühr zu bestimmten Uhrzeiten von den Besuchern selbst gefüttert werden dürfen. Besonders bei den Seekühen ist das ein lustiges Bild.
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Von der Existenz von Baumkängurus hatte uns Daggis Mama bereits während des Australienaufenthalts erzählt, was wir so gar nicht glauben konnten. Wie sollte den ein Känguru von Ast zu Ast springen ohne runterzufallen? Nun, sie sind die einzigen ihrer Art, die genau das eben nicht tun. Sie laufen von Ast zu Ast. Und es gibt sie nur auf Papua Neuguinea.
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Insgesamt fünf volle Tage verbringen wir in Singapur und planen dabei auch, wie es weitergehen soll. Unser Flug nach Borneo geht am 16. Januar, also bleibt uns eine gute Woche, die wir gerne an einem Ort in Ruhe verbringen möchten. Der Kopf platzt noch immer vor lauter Eindrücken. Außerdem hängt der Blog hinterher. Leider ist in der Nähe kein Strandhüttchen ausfindig zu machen. So fällt die Entscheidung doch auf eine Stadt. Melaka in Malaysia liegt nur vier Busstunden nördlich und dort lässt sich sicher auch ein hübsches Hostel finden, wo wir die Zeit mit uns und ohne viele neue Impressionen verbringen können.

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Eingestellt von Daggi.Oli 09:02 Archiviert in Singapur Tagged round_the_world brille singapur singapur_zoo Kommentare (5)

12 Stunden für 12 Minuten – Silvester in Sydney

sunny 28 °C
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Nachdem die Flugumbuchung doch noch geklappt hat, kümmern wir uns darum, wo wir das Feuerwerk ansehen möchten. Es gibt viele Punkte, die einen guten Blick auf die Brücke ermöglichen. Die meisten sind sogenannte „managed sites“ mit Einlasskontrollen, Getränke- sowie Essensverkauf. Als absolut bester Platz gilt der Mrs Macquaries Point, an dem die Leute bereits um sechs Uhr früh anstehen, um eingelassen zu werden. Wir möchten zumindest ausschlafen und entscheiden uns für eine benachbarte Stelle, den Tarpeian Precinct, der einen tollen Blick auf die Brücke, nicht jedoch auf die Oper bietet.

Da Australien einen fast genau so paranoiden Umgang mit Alkohol pflegt wie die USA, ist das Mitbringen jeglicher alkoholhaltiger Getränke untersagt. Manche der managed sites verkaufen immerhin Bier, die Dose zu sieben Dollar aufwärts. Dementsprechend finden strenge Einlasskontrollen statt, jede Tasche wird zwei Mal geprüft. Wir stehen ab elf Uhr vormittags in der Schlange und sichern uns, sobald hinter der Absperrung, einen Platz mit gutem Blick. Der Nachteil: der Tag ist heiß! Gefühlte 33° werden erreicht und unser Platz bietet bis zum späten Nachmittag keinen Schatten.
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Währenddessen läuft keine Musik, gibt es keine Unterhaltung irgendeiner Art. Insgesamt 6000 Leute werden in das Areal eingelassen. Für diese Menge stehen ein Stand mit Wasser, ab 14 Uhr eine Bar und drei Essensstände zur Verfügung – viel zu wenig. Auch an den Toiletten bilden sich bald Schlangen, so dass man sich besser eine halbe Stunde bevor man muss anstellen sollte.

Die 13 Stunden bis zum Jahreswechsel vergehen so etwas zäh. Um neun Uhr gibt es einen ersten Vorgeschmack.
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Vermutlich gehört das zu einer Aborigine Rauchzeremonie, aber ganz klar wird es leider nicht. Gegen halb zwölf schalten plötzlich alle Schiffe, die im Hafen unterwegs sind, ihre Beleuchtung ein, was ein fantastischer Anblick ist.
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Und dann ist es endlich soweit. Der Moment, auf den insgesamt 1,5 Millionen Menschen in Sydney gewartet haben. Von der Harbour Bridge, der Oper und diversen weiteren Punkten im Wasser wird das größte, schönste und bunteste Feuerwerk abgefeuert, das wir je gesehen haben. Die Brücke bietet eine sagenhafte und nicht zu übertreffende Kulisse. Beim Finale ist wortwörtlich der gesamte Nachthimmel erleuchtet. Zudem ist das Feuerwerk auf Musik abgestimmt. Die bekommen wir leider nicht zu hören. Es wird immer wieder auf die Frequenz des Radiosenders hingewiesen, der sie ausstrahlt, aber leider haben wir unser Radio in Deutschland vergessen. Und für ein paar Lautsprecher hat den Veranstaltern das Budget wohl nicht mehr gereicht. Nach zwölf Minuten ist der Zauber vorbei, sind sieben Tonnen Feuerwerk verschossen.

War es nun das Schmoren in der Hitze wert? Schwer zu beantworten. Das Feuerwerk möchten wir nicht missen. Trotzdem war es unser erstes Silvester ohne einen Tropfen Alkohol und ohne eine Note Musik. Auch nicht was man sich unter einem Jahreswechsel vorstellt.

Würden wir es wieder machen? Ja, aber anders. Richtig genießen kann man Silvester in Sydney wohl nur, wenn man ein paar hundert Dollar in die Hand nimmt und sich einen Platz auf einem Schiff sichert. Man hat garantiert gute Sicht und muss nicht den ganzen Tag auf einer Wiese sitzend warten.

Das Feuerwerk in Melbourne soll übrigens ein paar Minuten länger sein.

Nach dem Feuerwerk schieben sich die Menschenmassen raus aus der Stadt. Die Bahnen kommen im Minutentakt und sind innerhalb von Sekunden voll. Um dem etwas zu entgehen, spazieren wir zunächst nochmals über die mittlerweile wieder geöffnete Brücke und genießen ein letztes Mal den Blick auf die erleuchtete Oper. Nach nur kurzem Anstehen steigen wir in einen Zug auf der anderen Seite der Bucht und kommen schließlich um drei Uhr an unserem Zelt an.

An unserem letzten Tag in Australien fahren wir gemeinsam mit Anna, die uns schon bei unserer Ankunft auf dem Kontinent herzlich aufgenommen hatte, zum Bondi Beach, dem bekanntesten Strand Sydneys, wenn nicht Australiens. Hier tummelt sich jeder, der sich und sein Surfbrett zeigen möchte. Darauf verzichten wir und laufen stattdessen lieber die Küste entlang nach Coogee, von wo aus wir den Bus zurück nehmen. Der Abend klingt gemütlich bei Anna in Manly aus.

Am 3. Januar verlassen wir nach zweieinhalb Monaten Australien mit ganz anderen Gefühlen als wir Südamerika verlassen haben. Diesmal sind wir auf die für uns fremden Eindrücke Asiens gespannt. Wir freuen uns darauf, dass nicht jeder englisch spricht, freuen uns auf Dinge, die wir daheim nicht zu essen bekommen, sprich auf das für uns Neue und Unentdeckte.

Eingestellt von Daggi.Oli 20:30 Archiviert in Australien Tagged sydney australien round_the_world silvester Kommentare (0)

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