Reise blog von Travellerspoint

Unterwasserwelten – Das Ningaloo Reef

Exmouth, Cape Range Nationalpark und Coral Bay

sunny 34 °C
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Exmouth ist ein bei Touristen beliebter Ort. Das liegt vermutlich eher an seiner Nähe zum Cape Range Nationalpark als an der eigenen Attraktivität. Was die betrifft unterscheidet es sich kaum von anderen Orten gleicher Größe an der Westküste, die alle in etwa das selbe bieten, ein Einkaufszentrum mit Supermarkt und Bank, Grillstellen und eine großzügig und weit angelegte Architektur. Immerhin laufen in Exmouth Emus durch die Stadt und die Kakadus sitzen in den Bäumen.
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Wohl aber eher wegen seiner Lage kommt die Stadt in den Genuss von Strömen von Besuchern. Vermutlich werden wir deshalb schon auf dem ersten Parkplatz von einem Schild mit der Drohung begrüßt: „Camping verboten. Sofort fällige Strafe bei Zuwiderhandlung: $100. Maximalstrafe: $1000“.

Wir lassen uns nicht abschrecken und fahren nicht gleich weiter. Am Stadtstrand, wo es Duschen und einen Grill gibt, tauschen wir uns mit einer anderen Gruppe aus und entscheiden, die Nacht direkt auf dem Strandparkplatz zu verbringen. Normalerweise einer der Orte, wo der Ranger als erstes die Camper vertreibt. Allerdings stehen die anderen bereits seit zwei Tagen dort und bisher hat sich niemand beschwert. Also vielleicht alles nicht so heiß, wie die Schilder glauben machen möchten?

Auch wir verbringen eine ruhige Nacht und besuchen am nächsten Morgen als erstes mal wieder eine Werkstatt. Diesmal wegen unserer vor einiger Zeit ausgefallenen Klimaanlage, die wir laut Autovermietung in Exmouth reparieren lassen könnten. Könnten wir auch, allerdings müssten wir einen Tag auf einen neuen Kompressor warten, wie sich herausstellt als das mehrfache neue Befüllen der Anlage leider nichts bringt. Wir entscheiden, dass wir auch für den Rest der Strecke keine Klimaanlage mehr benötigen. Mittlerweile haben wir genug Zeit in Werkstätten verbracht und möchten uns lieber auf das Freizeitangebot konzentrieren.

Leider sind wir zur falschen Jahreszeit hier. Zwischen April und Juni kann man mit Walhaien schwimmen und zwischen Mai und November mit Mantarochen. Nach unseren Erlebnissen beim Schnorcheln auf Galapagos mit Meeresschildkröten und den kleineren Adlerrochen hätte dies eine neue, faszinierende Erfahrung sein können.
Da das vorgelagerte Ningaloo Reef aber dennoch wunderschöne Unterwasseraussichten bietet, kaufen wir uns Masken und Schnorchel, bevor wir uns auf den Weg in den Nationalpark machen. Wir finden sogar einen Laden, der uns erlaubt die Masken auszupacken, damit wir probieren können, ob unsere Ersatzbrillen mit abmontierten Bügeln hineinpassen. Man hat es nicht leicht als Brillenträger.

Auf dem Weg zum Schnorcheln im Cape Range Nationalpark versuchen wir noch ein allerletzten Mal unser Glück, um eine Meeresschildkröte bei der Eiablage zu beobachten. Am nördlichen Punkt der Halbinsel bei Jansz Beach warten wir auf die Dunkelheit. Diesmal stehen die Zeichen besser. Eine Nacht zuvor war Vollmond, es gibt also genügend Licht. Die Flut hat ihren Höhepunkt gegen 23 Uhr. Da ist der Mond noch nicht untergegangen und wir sind nicht zu müde. Alles perfekt, also ab in die Dünen.

Um 21 Uhr gehen wir los. Von der australischen Umweltbehörde gibt es eine gute Broschüre, in der erklärt wird, wie am besten vorzugehen ist, ohne die Schildkröten zu stören. Eine Unterbrechung der Eiablage kann für das Weibchen tödliche Folgen haben. Fühlt sie sich unsicher und geht zurück ins Meer, warten dort weitere Männchen zur Begattung, die das Weibchen schon zuvor an den Rand ihrer Kräfte gebracht hat. Beim Akt wird sie vom Männchen unter Wasser gedrückt und kann nicht nach oben, um Luft zu holen. Viele überleben eine so schnelle Wiederholung dieser Prozedur nicht.

Es ist also Vorsicht angebracht. Das Sichtfeld der Schildkröte sollte nie betreten werden. Auf dem Weg zum Strand stolpern wir allerdings fast in ein Loch, in dem reglos eine Schildkröte sitzt. Um nicht alles noch schlimmer zu machen, frieren wir mitten in der Bewegung ein. Die Schildkröte zeigt kein Lebenszeichen. Wir auch nicht. Doch irgendwann verlässt die sie ihr Loch, robbt an uns vorbei und verschwindet tiefer in den Dünen. Glück gehabt, immerhin ist sie nicht zurück ins Wasser. Wie wir später lesen, kommt es häufiger vor, das Schildkröten mehr als ein Loch graben, bevor sie ihre Eier ablegen. Ein Grund dafür kann zum Beispiel ein Hindernis beim Graben sein.

Wir möchten nun also keinesfalls stören und warten zunächst rund 50 Minuten außer Sichtweite am Strand. So lange sollte es in etwa dauern, bis das Loch fertig gegraben ist und die Eiablage beginnt. In dieser Phase ist das Tier am unempfindlichsten gegen Störungen. Um keinesfalls gesehen zu werden, werfen wir uns in den Sand und robben der Spur der Schildkröte folgend in die Dünen hinein. Es fehlen noch drei Meter bis wir in die Grube sehen können, doch plötzlich taucht der Kopf der Schildkröte vor uns auf. Sie lässt noch ein weiteres Loch im Stich. Wir vergraben uns fast selbst im Sand als sie immer näher kommt und erneut zu graben beginnt. Nach kurzer Zeit tut jeder Muskel weh, aber wir dürfen uns keinesfalls bewegen. Die längsten 40 Minuten unseres Lebens später verlässt die Schildkröte auch dieses Loch unverrichteter Dinge und beginnt nur wenig daneben die Arbeit von Neuem. Immerhin hat sie uns jetzt ihr Hinterteil entgegengedreht und wir nutzen die Chance, uns etwas bequemer in den Sand zu legen. Das hat allerdings den Nachteil, das uns die Müdigkeit nun fast übermannt. Während der Sand aus der Grube fliegt, schlafen wir fast ein. Irgendwann fliegt kein Sand mehr und wir denken „jetzt ist es endlich soweit“. Die Schildkröte sitzt und sitzt und sitzt, Eier kommen keine. Schließlich geben wir auf, sie hat gewonnen und darf alleine zu Ende bringen, wofür sie an Land gegangen ist. Vorsichtig ziehen wir uns zurück und gehen dennoch glücklich, diesem Schauspiel beigewohnt zu haben in Bett.

Die kommenden Tage im Nationalpark verbringen wir hauptsächlich im Wasser. Es gibt viele schöne Buchten und das Korallenriff reicht bis fast ans Ufer. So sehen wir immerhin einen kleinen Hai, einen fressenden Stachelrochen, der irgendwann von einem aufgebrachten Oktopus vertrieben wird und die üblichen Papageienfische, Doktorfische und viele weitere bunte Unterwasserbewohner.

Über Wasser macht uns besonders abends beim Kochen der permanente starke Wind das Leben schwer, sorgt aber dafür, dass etwas weniger Fliegen unterwegs sind. Immerhin gibt es genügend Menschen, die sich über den Wind freuen.
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Nach drei Tagen im Wasser entscheiden wir, dass wir genug gesehen haben. Auf uns wartet der Ort Coral Bay, der auch noch am Riff liegt. Auch dort gibt es Buchten, in denen man beim Schnorcheln sein Glück versuchen kann. Uns scheint es allerdings verlassen zu haben, wir sehen nichts Aufregendes. Da der Ort etwas südlicher liegt, kann man hier mit Glück bei einer Tour vielleicht noch die Mantarochen sehen. Die Angebote sind etwas günstiger als in Exmouth. Uns ist es dennoch zu viel. Vielleicht schaffen wir es ja noch nach Indonesien, wo man für den Preis eines halben Tags schnorcheln in Australien zwei Tage tauchen gehen kann.

Auch wenn man dabei ausnahmsweise trocken bleibt, weil Schwimmverbot herrscht, lohnt sich bei Coral Bay der Besuch der sogenannten Shark Nursery, einer Bucht etwa 20 Minuten den Strand in nördlicher Richtung entlang. Das flache Wasser dort ist eine perfekte Spielwiese für junge Haie, von denen es angeblich bis zu 200 geben soll. Wir sehen immerhin rund 10 Haie, die nahe am Ufer ihre Kreise ziehen.

Da die Stimmung in Coral Bay uns Billigcampern gegenüber leicht angespannt ist, kann es uns nicht lange in der Stadt halten. Bereits im Vorfeld hatten wir von anderen Reisenden gehört, dass der lokale Ranger eine Art Kleinkrieg führt und jede Nacht, auch zu den unmenschlichsten Zeiten, kontrolliert. Wir gönnen ihm seinen Frieden und verlassen die Stadt wieder.

Eingestellt von Daggi.Oli 10:59 Archiviert in Australien Tagged australien exmouth round_the_world cape_range_nationalpark Kommentare (3)

Abenteuer-Schluchten im Karijini Nationalpark

overcast 35 °C
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Um es vorwegzunehmen, der Karijini Nationalpark ist der schönste und beeindruckendste Park, den wir bisher in Australien gesehen haben. Nach unserem unfreiwilligen Zwischenstopp in Tom Price gilt unser erster Besuch im Park dem sehr sehenswerten Besucherzentrum. Im Gegensatz zu dem des Kakadu Nationalparks wird hier die Geschichte der Aborigines vor dem Hintergrund der Besiedlung der Europäer kritisch beleuchtet. Es ist einer der wenigen Plätze in Australien, wo Fehler eingestanden werden. Ansonsten fällt es dem Land offenbar schwer, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten, was uns auch von Australiern so bestätigt wurde. Falls die Bemerkung gestattet ist, mal ein Punkt, an dem man von Deutschland lernen könnte.

Nachdem wir recht lange im Besucherzentrum bleiben, fahren wir direkt danach auf den Campingplatz. Am nächsten Morgen beginnt unsere Besichtigungstour durch die vielen Schluchten im Park. Überall sind Spinifex Tauben unterwegs, die unserer Meinung nach Haubentauben genannt werden sollten.
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Die erste Wanderung führt zuerst zum Aussichtspunkt auf den Circular Pool.
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Und dann hinab und durch die Schlucht bis zu den Fotescue Falls.
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Unterwegs treffen wir Martin und Jenny, ein australisches Paar, das wir schon im Keep River Nationalpark kennengelernt hatten. Die beiden reisen ein Jahr im Campervan durch Australien. Wir unterhalten uns so lange und so gut mit ihnen, dass wir entscheiden, auch den Abend gemeinsam zu verbringen und erst einen Tag später zu den weiteren Schluchten zu fahren.

Wir gehen als erstes in die Hancock Gorge. Der Weg zwischen den Felsen ist schmal und führt manchmal durchs Wasser, immer wieder muss geklettert werden.
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An dieser Stelle müssen wir umkehren. Mit Erfahrung, Ausrüstung und Erlaubnis der Verwaltung kann man sich weiter durch die Schlucht abseilen, was sicher ein tolles Erlebnis ist.

Nachdem wir wieder oben sind genießen wir den Blick vom Oxer Lookout...
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… bevor wir in die nächste Schlucht zum Handrail Pool absteigen, der so heißt, weil das letzte Stück Weg hinunter zum Wasser an einem im Fels verankerten Geländer geklettert werden muss.
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Während der Tage im Park haben wir Glück mit dem Wetter. Es bleibt meistens bewölkt und die Temperatur somit erträglich. Außerdem entstehen die interessanteren Motive während der Abendstimmung, wie hier an der Knox Gorge, unserem letzten Stopp.
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Die Besteigung des Mount Bruce auf dem Weg aus dem Park schenken wir uns, da das Wetter mittlerweile wieder aufgeklart hat. Mit neuen Vorräten aus Tom Price können wir uns an die nächste Etappe machen.

Eingestellt von Daggi.Oli 19:13 Archiviert in Australien Tagged gorges australien round_the_world karijini_nationalpark Kommentare (2)

Entlang der Eisenbahn

Millstream Chichester Nationalpark, Hamersley Gorge und Tom Price

sunny 37 °C
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Wir fahren nun also im dritten Gang eher mit 70 anstatt mit 80 Kilometern pro Stunde weiter. Da überhaupt nicht einzusehen ist, dass wir unseren Plan wegen einer unfähigen Autovermietung ändern, besuchen wir zunächst den Millstream Chichester Nationalpark und die Hamersley Gorge, bevor wir nach Tom Price in die Werkstatt fahren.

Die Zufahrt zum Nationalpark ist eine private Schotterpiste, die von einem der Minengiganten betrieben wird. Es ist eine Servicestraße, die neben Bahngleisen entlangläuft. Wer als Tourist die Route befahren möchte, kann eine Erlaubnis dafür einholen. Man bekommt ein Video über die Gefahren von Schotterpisten zu sehen und lernt, was alles mit welchen Konsequenzen falsch gemacht werden kann. Nebenbei bemerkt, das Video ist hervorragend, ein Lob an den Kameramann und an die Firma, die das Budget für die Hubschrauberaufnahmen freigegeben hat. Nachdem dann noch eine Unterschrift geleistet ist, steht dem Gerüttel nichts mehr im Weg.

Landschaftlich ändert sich nicht viel. Es bleibt rot, weit, trocken.
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Auf diesem Foto kaum zu glauben, doch der Millstream Nationalpark wirbt damit, dass eine der Hauptattraktionen das viele Süßwasser sei. Das erste Beispiel, das wir dafür zu sehen bekommen ist der Python Pool, wo jedoch leider keine Schlange zu finden ist.
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Es folgt ein tatsächlich noch wasserreicher Fluss, der sich durch die Landschaft windet. Sehr viel beeindruckender ist allerdings die Hamersley Gorge, die bereits zum nächsten Nationalpark, Karijini, gehört. Die Gesteinsformationen und -farben dort sind fantastisch.
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Das Wasser in der Schlucht ist herrlich klar und sammelt sich immer wieder in kleinen Becken, die zum Baden einladen. Die Nacht verbringen wir auf einem sehr schönen Platz oberhalb der Gorge, der zum Glück so abgelegen ist, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, verscheucht zu werden.

Dann entschließen wir uns doch dafür, einen kleinen Umweg nach Tom Price zu fahren und erst anschließend die weiteren Sehenswürdigkeiten des Karijini Nationalparks zu besuchen. Als wir gegen 14 Uhr bei der Werkstatt ankommen, werden wir auf den nächsten Tag früh morgens vertröstet, weil der Mechaniker, der sich am besten mit dem Computer auskennt, gerade jemanden aus dem Nationalpark abschleppen muss. Also vertreiben wir uns irgendwie die Zeit in Tom Price. Lesen, Grillen, Dösen, viel mehr kann man hier nicht unternehmen. Die Stadt ist, wie alle in der Gegend, nur als Wohnort für Minenarbeiter entstanden. Netter Nebeneffekt, Touristen können die vorhandene Infrastruktur nutzen. Und so sehen wir wenigstens noch eines der Minenfahrzeuge, die wir uns in Chile schon ansehen wollten, aber nicht konnten, weil wegen starken Windes die dort kostenlose Führung abgesagt wurde. In Australien werden für eine zweistündige Führung 25 Dollar verlangt, was es uns nicht wert ist.
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Zu unserer Freude entdecken wir an der Schule in Tom Price noch ein offenes WLAN, von dem wir ausgiebig Gebrauch machen und so den Abend verbringen. Wie alles in Australien ist auch die Internetnutzung extrem teuer. Je nachdem wie abgelegen der Ort ist, müssen rund fünf bis zehn Dollar die Stunde kalkuliert werden. In Darwin war der günstigste Preis zwei Dollar fünfzig. Angesichts der weltweiten Entwicklung, Onlinezugang immer flächendeckender und günstiger anzubieten, scheint Australien hier hinterherzuhinken.

Nachdem wir unsere Onlinesucht befriedigt haben, verbringen wir die Nacht im Auto in der Nähe der Werkstatt, um am nächsten Morgen pünktlich um sieben Uhr vorzufahren. Wie versprochen kommen wir sofort dran und während der Mechaniker das Auto untersucht, packen wir unser Frühstück aus. Dass nicht sofort wieder jemand bei uns steht und verkündet, der Computer könne das Auto nicht analysieren, werten wir als positiv und warten. Und warten....
Um halb elf schließlich kommt der Chef und meint, sie hätten ein paar kaputte Sicherungen und gebrochene Kabel gefunden und ausgetauscht und die Schaltung würde jetzt wieder funktionieren. Er bestätigt außerdem unsere Vermutung, dass in der „D“-Stellung ausschließlich der dritte Gang benutzt wurde. Wir machen uns sofort und mit wesentlich mehr Freude am Fahren auf den Weg in den Nationalpark.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:01 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world hamersley_gorge millstream_chichester_nationalp tom_price Kommentare (0)

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