Reise blog von Travellerspoint

4x4 Abenteuer Gibb River Road

sunny 40 °C
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Alles offen... also los...
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Im Vorfeld wird um diese Straße großer Wind gemacht. Hat man ein gemietetes Fahrzeug, muss es in jedem Fall über einen Allradantrieb verfügen. Alle Autovermietungen verlangen für die Straße einen Aufschlag mit der Begründung, dass eine Bergung hier besonders teuer käme.

Hat man also endlich alle Bedingungen erfüllt, stellt sich schnell das Gefühl ein, eines der letzten großen Abenteuer der Menschheit zu unternehmen. Wir trauen uns mit nur einem Reserverad, 20 Liter Ersatzkanister und einem knapp 50 Liter umfassenden Wasservorrat in die wilde Einsamkeit des australischen Outback.

Zunächst geht es eine Schotterpiste in erschreckend gutem Zustand entlang. Verschlimmernd kommt hinzu, dass die Piste immer wieder von geteerten Stücken unterbrochen wird. Bis jetzt keine Spur von Abenteuer. Wir sind in Namibia mit einem gewöhnlichen Auto schwierigere Strecken gefahren.

Doch dann, endlich, wird es ein klein wenig spannender. Dieser Fluss möchte durchfahren werden.
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Regnet es auch nur ein bisschen, ist die Gibb River Road gesäumt von Wasserdurchquerungen. Für uns sollte dies die einzige bleiben. Die paar weiteren Pfützen, die noch kommen, nicht mitgezählt. Normalerweise sollte man beide Fahrspuren bei einer Fahrt durch Wasser vorher abgelaufen haben. Da hier jedoch jederzeit Salzwasserkrokodile auf einen Snack warten können, lassen wir das. Lieber bleiben wir mit dem Auto stecken. Die Wasserstandsanzeiger im Fluss verraten sowieso, dass auch hier momentan keine großen Schwierigkeiten zu erwarten sind. Das Zitat eines Australiers an anderer Stelle kommt uns in den Kopf: „You can drive through on a pushbike – it´s that easy, mate!“

Na dann...
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Nachdem das geschafft ist und der Rest der Straße sich weiter zahm zeigt, konzentrieren wir uns auf die landschaftlichen Schönheiten. Es gibt unzählige Felsschluchten, Wasserfälle und Flüsse, die auf dem Weg liegen. Meist fährt man durch steppenähnliche Gegend bis man sich plötzlich aufragenden Felsformationen nähert.
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Dort verbergen sich dann Oasen wie die Galvans Gorge, in der man ohne Krokodilgefahr schwimmen kann.
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Wir lassen uns Zeit für die Strecke und verbringen insgesamt vier Tage auf der Gibb River Road. Besucht man alle Parks und Schluchten, kann man noch wesentlich länger bleiben. Dank des sehr guten Büchleins „Free-Camping in the North of Western Australia“ finden wir jeden Abend schöne Plätze, meist unter Bäumen an Flussläufen.
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Der Schatten ist unbedingt notwendig, da die Temperaturen weiter steigen. Die Höchstwerte liegen inzwischen bei etwa 45° im Schatten. Deshalb gehen wir sehr früh, als es noch erträglich ist, auf die zweistündige Wanderung in der Windjana Gorge.
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Dort sehen wir endlich unser erstes Krokodil. Wenn auch nur ein harmloses Frischwasserexemplar. Immerhin gibt es die ausschließlich in Australien. Wir haben noch immer in Südostasien die Chance, ein fieses Salzwasserkrokodil zu Gesicht zu bekommen.
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Nicht weit entfernt liegt der Tunnel Creek. Als wir lesen, dass dort ein unterirdisches Höhlensystem zu erkunden ist, steht fest, dass es keine bessere Beschäftigung für den Nachmittag geben kann. In der Höhle angekommen schlägt uns allerdings ein äußerst unangenehmer Geruch nach Brackwasser entgegen. Wir wussten, dass die Höhlen unter Wasser stehen, nicht bewusst war uns allerdings, dass dieses Wasser dort natürlich schon die gesamte Trockenzeit unbewegt steht. Wir schießen schnell ein Foto und entscheiden uns schweren Herzens die Erkundung abzubrechen.
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Das Ende unserer Fahrt über die Gibb River Road markiert das Dorf Derby, wo unser erster Besuch der Tankstelle gilt. Unser zweiter einer auf dem Weg liegenden Sehenswürdigkeit, dem Baobab Prison Tree, einem Baum der Ende des 19. Jahrhunderts als Rastplatz von Gefangenentransporten, die aufständische Aborigines nach Derby brachten, genutzt wurde. Der Stamm hat unglaubliche 14 Meter Umfang.
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Eingestellt von Daggi.Oli 14:49 Archiviert in Australien Tagged australia round_the_world derby gibb_river_road windjana_gorge galvans_gorge baobab_prison_tree Kommentare (0)

Der Weg zur Gibb River Road

Keep River Nationalpark, Kununurra und Wyndham

sunny 39 °C
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Es ist umso wichtiger ein gut funktionierendes Auto zu haben, als das unser nächstes Ziel ein Weg ist, die Gibb River Road. Diese 600 Kilometer lange unbefestigte Straße führt durch recht einsames Gebiet in der Kimberley-Region und könnte wegen der Regenfälle jederzeit geschlossen werden. Also beeilen wir uns, um noch rechtzeitig auf die Straße zu gelangen.

Auf dem Weg dorthin passieren wir die Ortschaften Kununurra und Wyndham, die beide keine besondere Erwähnung verdienen. Außer vielleicht, dass Wyndham auf uns den Eindruck eines schrecklich deprimierenden Ortes macht. Alles ist leicht heruntergekommen und man fühlt sich ein bisschen wie ein Eindringling. Vielleicht für andere Reisende interessante Informationen:

  • Benzin ist in Wyndham günstiger als in Kununurra.
  • Auch wenn sie es behaupten, Wyndham hat keine Touristeninformation. Es ist nur eine Tankstelle mit ein paar Flyern.

So kommt es, dass wir ohne die überall empfohlene Infobroschüre über die Gibb River Road auf die selbige fahren. Die Strecke vorher ist allerdings auch schon sehr schön und zu unserer Überraschung gesäumt von Baobab-Bäumen, die man eher in Afrika vermutet.
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Einer dieser Bäume hat besondere Berühmtheit dadurch erlangt, dass Augustus Gregory 1855 hier sein Basislager für seine Erkundung von Western Australia aufgeschlagen hatte. Außerdem gilt er den Aborigines als heilige Stätte.
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Wir nehmen uns außerdem noch die Zeit, den Keep River Nationalpark zu besuchen, weil die Landschaft hier so ähnlich sein soll wie in Bungle Bungle, wovon alle schwärmen, was wir jedoch wegen der Straßenverhältnisse nicht sehen können. Vielleicht sind wir nicht genug in Geologie bewandert, für uns sehen die Fotos von Bungle Bungle ziemlich anders aus als die Formationen im Keep River Park. Ob ähnlich oder nicht, der Abstecher lohnt sich.
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Nachdem wir uns ein letztes Mal telefonisch über den aktuellen Zustand der Gibb River Road informiert und grünes Licht erhalten haben, geht es auf unser erstes 4x4 Abenteuer.

Eingestellt von Daggi.Oli 14:33 Archiviert in Australien Tagged keep_river_nationalpark kununurra wyndham Kommentare (3)

Katz- und Mausspiel in Katherine

sunny 39 °C
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Leider bleibt es nicht bei dem einen Mal im Kakadu Nationalpark. Nachdem es damit angefangen hat, entschließt sich unser Auto, uns ab sofort jeden Morgen Probleme zu bescheren. Das Bild bleibt das gleiche, Starten ist kein Thema, aber kurz gefahren, Fuß vom Gas und der Motor geht aus. Es scheint sogar schlimmer zu werden. Bis zu drei Mal hintereinander wiederholt sich das Spielchen.

Also fahren wir ohne weitere Umwege in die nächste größere Stadt, Katherine, wo wir uns professionelle Hilfe erhoffen. Die Hotline unserer Verleihfirma schickt uns in eine Vertragswerkstatt. Die Empfangsdame dort hat alles, was die Zunft der Automechaniker weltweit eint. Eine brummige, nicht nur latent unfreundliche Art, die mit jedem Wort zu sagen scheint „du brauchst uns, nicht wir dich, also sei froh, dass wir uns überhaupt dein Auto ansehen“. Der Mechaniker vermutet ein Problem mit dem Benzinfilter und verkündet uns zweieinhalb Stunden später, er habe etwas anderes gefunden und hält uns vier zündkerzenähnliche Teile entgegen und meint, die habe er getauscht, keines davon hätte mehr funktioniert.

Wir freuen uns, gehen einkaufen und grillen unser Abendessen an einer Barbecue Area. Diese kostenlosen, mit Gas betriebenen Grillstationen finden sich in fast jeder Stadt Australiens. Oft sind es beliebte Treffpunkte für Traveller, die mit dem eigenen Auto durchs Land fahren und versuchen, sich das Geld für Caravan-Parks zu sparen. Leider ist das Kampieren dort grundsätzlich verboten, was auch von Rangern kontrolliert wird. Übernachtet werden darf nur an ausgewiesenen Plätzen, die es in der Nähe von Städten nicht gibt, da die Caravan-Park-Betreiber auch gerne Geld verdienen möchten. Wird man einmal beim unerlaubten Campen erwischt, gibt es üblicherweise eine Verwarnung, ein zweites Mal kostet Geld. Also verteilen sich nach Einbruch der Dunkelheit alle Camperbusse irgendwo in der Stadt oder vor den Stadtgrenzen, um es den Rangern schwieriger zu machen, sie zu erwischen. Früh am nächsten Morgen versammeln sich häufig genau die gleichen Autos wieder an der Barbecue Area, die sie am Vorabend verlassen haben, weil es dort oft auch sanitäre Anlagen gibt, manchmal sogar mit Duschen.

So verbringen wir unsere erste Nacht in Katherine in einem Industriegebiet nahe der Werkstatt, in der wir unser Auto hatten, was aber keine so gute Idee war, denn in Industriegebieten fangen die Leute früh an zu arbeiten. Ein paar seltsame Blicke fangen wir uns schon ein, als wir um sieben Uhr morgens ein wenig überhastet wegfahren. Leider haben wir ja auch nicht gerade das unauffälligste Gefährt. Der Rest des Tages vergeht unspektakulär, bis am Abend, als wir uns gerade auf die Suche nach einem neuen Platz machen wollen, kurz nach dem Losfahren wieder der Motor abstirbt.

Also begeben wir uns am nächsten Morgen sofort wieder in die Werkstatt. Die sucht und analysiert und entscheidet schließlich, die Benzinpumpe zu tauschen, obwohl sie eigentlich gut aussieht. Sollte das Problem weiterhin auftreten, was sie eigentlich glauben, da sie nichts finden konnten, bliebe als Ursache eigentlich nur die Dieselpumpe und die zu tauschen würde uns eine Woche kosten, was wir natürlich nicht wollen. Abhilfe schaffe aber einfach das Auto vor dem Losfahren fünf Minuten laufen zu lassen. Na gut, damit können wir leben. Mit dem Gedanken, jetzt könne nichts mehr passieren, gehen wir wieder auf die Straße und verlassen Katherine noch am gleichen Tag.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:33 Archiviert in Australien Tagged katherine round_the_world Kommentare (0)

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