Reise blog von Travellerspoint

Keine Krokodile in Kakadu

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Nach Ayers Rock, Uluru in der Sprache der Aborigines, ist der Kakadu Nationalpark sicher einer der berühmtesten Orte Australiens. Das Land gehört mittlerweile wieder den traditionellen, indigenen Besitzern und ist an Australien verpachtet.

Der Name Kakadu kommt von einer Aborigine-Sprache, Gagudju, die heute jedoch kaum mehr gesprochen wird. Von insgesamt etwa 200 Sprachen, zur Zeit als die Europäer das Land erreichten, sind heutzutage noch etwa 100 übrig, wobei nur rund 50 Sprachen noch von einer nennenswerten Anzahl Leute gesprochen werden. Wegen der Vielzahl der Sprachen, die sich stark voneinander unterschieden, war es die Regel, dass Aborigines früher wenigstens zweisprachig waren und häufig sogar drei bis vier Sprachen beherrschten. Auch heute ist Englisch meist die zweite oder dritte Sprache.

Im Kakadu Nationalpark wird versucht, den Besuchern diese Kultur näherzubringen. Das beginnt bei der Infobroschüre und wird im Warradjan Culturan Centre sehr gelungen fortgesetzt. Man erhält dort eine gute Einführung in die Welt der Aborigines. Leider entsteht jedoch eher der Eindruck, sie könnten in den ihnen vorbehaltenen Teilen des Landes mehr oder weniger unbeeinflusst ihr traditionelles Leben fortführen. Die aktuellen Schwierigkeiten, die im Blogeintrag zu Darwin bereits erwähnt sind, werden nicht thematisiert. Es ist vorstellbar, dass viele Besucher mit dem Eindruck einer heilen Welt den Park verlassen. Man fühlt sich ein wenig an das Marketing Australiens zur Olympiade erinnert, als auch die indigene Bevölkerung publikumswirksam in Szene gesetzt und ein wenig heile Welt gespielt wurde.

Die meisten Besucher fahren aber wohl wegen der Natur in den Park. Obwohl es verschiedene Landschaftszonen wie Überflutungsebenen, Steppen, Monsunwälder und einige mehr gibt, wird der Eindruck im wesentlichen von rötlichem Sand, Felsformationen und den wenigen Pflanzen, die den Temperaturen von 40° im Schatten und mehr widerstehen können, geprägt.
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Als wir den Park besuchen, kündigt sich eine frühe Regenzeit an. Es hatte die vergangenen Wochen schon mehrfach stark geregnet, was zur Folge hat, dass wir Kakadu schon wesentlich grüner erleben. Vor kurzem war hier noch alles rot-braun. Der Nachteil daran ist, dass wir weder die Jim Jim Falls noch die Twin Falls Gorge besuchen können, die zu den Hauptattraktionen zählen. Die Zugangsstraßen sind wegen der starken Regenfälle geschlossen. Allerdings... wären wir früher im Park gewesen und hätten die beiden Orte besuchen können, dann wäre nicht viel zu sehen gewesen. Von den Wasserfällen war nur ein kleines Rinnsal übrig.

Neben den faszinierenden Landschaften finden sich etliche Stätten mit Felsmalereien, deren Alter auf 20.000 Jahre und mehr geschätzt werden. Die größten Werke finden sich in Ubirr und Nourlangie, von wo die folgenden Fotos stammen.
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Abgesehen von den Felsmalereien ist Ubirr für uns einer der schönsten Orte im Park, der eine traumhafte Aussicht zu bieten hat.
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Nur über eine üble Schotterpiste zu erreichen ist Gunlom. Das Gerüttel lohnt sich aber. Nach einer kurzen Kletterei den Berg hoch zum Ursprung eines Wasserfalls, hat man die Möglichkeit, in einem natürlichen Becken an der Felskante zu baden und dabei die Landschaft zu überblicken.
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In vielen der anderen Pools im Park darf wegen der aggressiven und gefährlichen Salzwasserkrokodile das Wasser nicht betreten werden. Obwohl wir immer angestrengt Ausschau halten, sehen wir leider kein einziges dieser Monster. Die restliche Tierwelt in Kakadu besteht laut Broschüre aus einer unglaublichen Vielzahl von Spezies. Wir sehen immerhin ein paar äsende Wallabies und in den Überflutungsgebieten einige für uns namenlose Wasservögel.
Obwohl sie nicht Namensgeber des Parks sind, wie man leicht meinen könnte, ziehen, wie wohl in fast ganz Australien, immer wieder laut zeternde Schwärme von Kakadus durch den Himmel oder das Geäst von Bäumen.
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Während unseres Aufenthaltes im Nationalpark beginnt eines Morgens unser schon fast schon lieb gewonnenes Auto zu zicken. Es lässt sich zwar problemlos starten, geht man jedoch nach kurzer Fahrt vom Gaspedal, stirbt der Motor ab. Zum Glück startet er nach ein paar Minuten wieder und wir können den Rest des Tages problemlos weiterfahren. Vielleicht hätte man dem fast geschenkten Gaul doch etwas besser ins Maul sehen sollen? Zunächst hoffen wir, dass er nur einen schlechten Tag hatte und setzen die Reise fort...

Eingestellt von Daggi.Oli 11:23 Archiviert in Australien Tagged kakadu australien round_the_world Kommentare (0)

Baden im Litchfield Nationalpark

sunny 37 °C
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Der Litchfield Nationalpark liegt nur 115 Kilometer von Darwin entfernt und ist ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge. Im Gegensatz zum wesentlich berühmteren Nachbarn, dem Kakadu Nationalpark, gibt es im Litchfield Park auch während der Trockenzeit Wasser. Man kann Wasserfälle bestaunen und in den ein oder anderen See springen – sofern sich nicht gerade Salzwasserkrokodile dort niedergelassen haben. Das Gestein im Litchfield Park funktioniert wie ein Schwamm, der sich in der Regenzeit vollsaugt und das Wasser während der Trockenzeit langsam wieder abgibt.

Bevor wir letztlich aus Darwin abgefahren sind, konnten wir nicht verstehen, warum viele andere Reisende, mit denen wir uns unterhalten haben, die Möglichkeit in den Parks zu schwimmen immer so herausgestellt haben. Unser Fokus war viel eher die Natur zu Fuß zu erkunden und Bushwalks zu unternehmen. Als wir nach unserer Ankunft im Park den ersten zweistündigen Spaziergang bei 37° im Schatten unternehmen, wird schnell klar, wovon alle gesprochen haben. Wir streichen alle langen Wanderungen und freuen uns über jede Möglichkeit, ins Wasser zu springen. Zum Glück kann man im Walker Creek, an dem wir die erste Nacht verbringen, baden.

Am nächsten Tag besuchen wir die weiteren Sehenswürdigkeiten des Parks. Die meisten haben mit Wasser zu tun. Eines der beliebtesten Ziele ist der Wangi Plunge Pool, ein schön gelegener See, der von zwei Wasserfällen gespeist wird.
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Hier unternehmen wir sogar noch einen kurzen Spaziergang von 1,6 Kilometer Länge vorbei an einem Baum voller Flughunde...
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… durch Monsunwald den Berg neben den Wasserfällen hoch. Danach müssen wir natürlich erst einmal kurz ins Wasser, bevor wir wieder ins Auto einsteigen, das sich im Inneren auf etwa 42° aufgeheizt hat.

An den Tolmer Falls darf nur geguckt werden.
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Die Florence Falls laden wieder zum Baden ein.
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Wirklich interessant ist der letzte Ort, die Bauten der Magnetic Termites. Diese Termitenhügel sind auf einer Nord-Süd-Achse ausgerichtet, daher der Name. So erreichen sie die maximale Ausnutzung der Wärme der Sonnenstrahlen. In der Früh halten sich alle Termiten auf der Ostseite auf, da sich diese durch die aufgehende Sonne aufheizt. Im Lauf des Tages wandern sie auf die gegenüberliegende Seite. Für uns angesichts der Temperaturen nicht nachvollziehbar.
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Andere Termiten in der Gegend bauen einfach nur hoch und versuchen französischen Kathedralen Konkurrenz zu machen.
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Nach dem Besuch der magnetischen Termitenhügel machen wir uns auf den Weg zum Kakadu Nationalpark, der, wie uns schon angekündigt wurde, angeblich gar kein Wasser haben soll.

Eingestellt von Daggi.Oli 15:13 Archiviert in Australien Tagged australien litchfield round_the_world termitenhügel magnetic_termites Kommentare (0)

Autokauf in Darwin – oder doch besser mieten?

sunny 37 °C
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Der Tag beginnt mit der Fährfahrt nach Sydney, wo wir feststellen dass die Zugstrecke zum Flughafen wegen Bauarbeiten geschlossen ist. Also müssen wir nur eine kurze Strecke mit dem Zug fahren und dann in einen Ersatzbus einsteigen. Zum Glück sind wir rechtzeitig losgegangen, also kein Problem.

Am Flughafen erfahren wir, dass wir uns noch sehr viel mehr Zeit hätten lassen können. Wegen starker Winde sind die meisten Flüge verspätet, unserer um zweieinhalb Stunden. Warten an Flughäfen hat immer einen besonderen Charme. Es fühlt sich immer gleich miserabel an und ist noch schlimmer, als auf den Zug zu warten. Flughäfen sehen weltweit identisch aus, ganz egal wo man ist und man kann sich wegen der unverschämten Preise nicht einmal die Langeweile wegessen geschweige denn -trinken. Immerhin ist man im Warmen.
Irgendwann heben wir aber doch ab, landen in Darwin und stehen eine Stunde auf dem Rollfeld bevor wir aussteigen können, weil das Bodenpersonal wegen einer Gewitterwarnung nicht arbeiten darf. Um einen perfekten Tag noch abzurunden kommt Olis Gepäck nicht an. Vermutlich, so die Dame am Gepäckschalter, steht es noch in Sydney. Wir bekommen ein Notfallpaket mit Deo, Zahnbürste und Schlafanzug und müssen uns bis zum kommenden Tag gedulden. Angeblich geht ganz selten etwas verloren und meist wird innerhalb von 24 Stunden das Gepäck nachgeliefert. Mal sehen.

Wir stellen zunächst einmal unsere Uhren wieder um eineinhalb Stunden zurück, um unseren Biorhythmus vollständig zu verwirren und nehmen dann mit leichtem Gepäck ein Taxi zu unserem nächsten Couchsurfing Gastgeber, Erwin. Die Verpflegung auf diesem Flug war deutlich dürftiger als auf dem letzten. Umso mehr freuen wir uns, als uns Erwin etwas zu essen anbietet. Nachdem wir uns ausgeschlafen haben, verbringen wir den Sonntag gemeinsam. Erwin fährt uns durch ganz Darwin und zeigt uns sämtliche Sehenswürdigkeiten, inklusive des sehr empfehlenswerten Museums. Die Zeit mit ihm ist etwas zwiegespalten, einerseits gibt er sich enorme Mühe, bereitet sogar Frühstück für uns vor, andererseits ist er ein sehr verschlossener Mensch, der nicht viel erzählt oder fragt und in allem sehr genau und korrekt ist. Es passt irgendwie ins Bild, dass er für die Polizei arbeitet. So ist es wenig überraschend, dass wir am Montag mit ihm in der Früh das Haus verlassen müssen, was uns aber auch gelegen kommt, da wir einiges zu organisieren haben. Immerhin hat Oli wieder frische Kleidung, da nach zwei Anrufen und diversen Checks im Internet am Sonntag Abend überraschend doch noch das Gepäck nachgeliefert wird, obwohl es zunächst nicht danach aussah.

Nun müssen wir uns der Frage stellen, ob wir ein Auto kaufen oder mieten wollen. Also laufen wir als erstes sämtliche schwarzen Bretter in den Hostels ab, wo einige Traveller ihre Autos zum Verkauf anbieten. Außerdem fragen wir bei Reisebüros und Autovermietungen nach Preisen für die Miete eines Vierrad-Campervans für rund zwei Monate. Das es ein Allradfahrzeug sein soll steht fest, da sehr viele Straßen unbefestigt sind und bei Regenfällen nur schwer oder gar nicht passierbar sind. Es sieht zudem so aus, als müssten wir uns beeilen. Die Regenzeit setzt in Darwin meist Mitte bis Ende November ein. Dieses Jahr offenbar schon einen Monat früher. Vor der Regenzeit versuchen alle Vermietungen ihre Fahrzeuge aus Darwin raus zu bekommen, weil sie ansonsten dort festhängen und nicht mehr vermietet werden können. Die Zeit drängt also.

Ein gebrauchter Geländewagen von anderen Reisenden kostet, je nach Alter und Zustand, zwischen 5000 und 8000 Australische Dollar. Natürlich kann man auch ein günstiges Schnäppchen machen, wenn man etwas Zeit hat. In etwa 1000 Dollar an Zusatzkosten für Anmeldung, Versicherung und ähnliches sollte man kalkulieren. Die Autovermietungen verlangen pro Tag inklusive Versicherung zwischen 100 und 150 Dollar, oft noch zuzüglich weiterer Gebühren, zum Beispiel für besonders abgelegene Straßen, wo eine Bergung besonders teuer käme. Ein Pärchen, das wir unterwegs treffen, zahlt zum Beispiel für einen perfekt als Camper ausgebauten, ziemlich neuen Toyota Landcruiser knappe 4000 Dollar für nur zwei Wochen, wobei allein für die One Way Gebühr 1000 Dollar anfallen.

Bei über 60 Tagen Mietdauer ist also ein Kauf schon eine Überlegung wert und kommt ganz sicher günstiger. Dann erhalten wir allerdings ein Angebot über ein Reisebüro einen 4WD Mitsubishi Delica inklusive maximalem Versicherungsschutz für 60 Dollar pro Tag zu mieten. Mit Zusatzgebühren landen wir bei etwa 4600 Dollar. Direkt über die gleiche Autovermietung hätten wir nochmals die Hälfte mehr bezahlt. Der Grund für den guten Preis ist, dass sie das Fahrzeug sowieso nach Perth, dem Ziel unserer Fahrt, bringen müssen. Angesichts dieses Angebots entscheiden wir uns doch dafür, das Fahrzeug zu mieten. Es kommt uns zwar sicher teurer, aber uns bleiben die vollen acht Wochen für die Fahrt. Wir müssen nicht wenigstens zwei Wochen für den Kauf und Verkauf einplanen. Ein weiterer Vorteil ist, dass wir bei Problemen mit dem Auto Hilfe erhalten und nicht noch Geld für Reparaturen einplanen müssen.

Natürlich gilt es ein paar Abstriche zu machen. Unser Auto hat schon viel von Australien gesehen, 238.000 Kilometer, um genau zu sein. Es hat Dellen und Macken, hässliche Graffitis, die Campingausrüstung ist etwas ramschig und die Heckklappe klemmt beim Öffnen – aber wer schaut einem so günstigen Gaul schon ins Maul? Die vielen Kilometer sind hier übrigens keine Seltenheit. Es fahren noch Autos, die deutlich mehr hinter sich gebracht haben. Da wird unseres schon die rund 8000 Kilometer noch aushalten, die wir vermutlich zurücklegen werden. Das also wird unser Zuhause für die nächsten zwei Monate.
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Am selben Tag, an dem wir den Vertrag mit der Autovermietung unterzeichnen ziehen wir, inzwischen wieder mit beiden Rucksäcken, bei Erwin aus. Zum Glück ist es kein Problem unser Gepäck in einem Hostel in der Stadtmitte unterzustellen, bis wir am Abend bei Gini, unserer nächsten Gastgeberin, einziehen können. Die drei Nächte bei ihr rücken unser Bild von Couchsurfing wieder zurecht. Es ist in den allermeisten Fällen eine unglaublich spannende Erfahrung. Man lernt die einheimische Bevölkerung kennen und erhält völlig neue Einblicke.

Gini zum Beispiel ist 65 und arbeitet für eine Hilfsorganisation als Leiterin der Projekte in den Aborigine-Communities. Von ihr erfahren wir sehr viel über die aktuelle Situation der indigenen australischen Bevölkerung. Trotz der Probleme wie Trinksucht und häusliche Gewalt, mit denen sie beinahe täglich konfrontiert wird, hat Gini große Achtung vor dieser Kultur, die ein unvorstellbares Wissen besitzt, das leider langsam zusammen mit den Menschen untergeht.
In den Communities selbst herrscht meist Alkoholverbot. Deshalb sieht man in den Städten häufig Gruppen von Aborigines, die sich langsam in den Tod trinken. Die Menschen können ihre eigene, rund 60.000 Jahre alte Kultur in unserer heutigen Welt nicht mehr leben und an unsere, die seit gerade mal 200 Jahren im Land ist, können sie sich nicht anpassen. Erst seit etwa 30 Jahren müssen sie lernen, mit Geld umzugehen und die australische Regierung in Sydney hilft auf die Weise, dass sie jedem Aborigine monatlich Geld gibt. Dieses Vorgehen hilft den Aborigines leider überhaupt nicht, da sie weiter unmündig und unfähig bleiben, in unserer Welt zu überleben und schürt zudem den Rassismus bei Teilen der weißen Bevölkerung, die sich benachteiligt fühlen. Wenn sich an der Art der Hilfe nicht bald etwas ändert, wird die Menschheit demnächst um eine weitere Kultur ärmer sein. Dies ist umso erschreckender, als das es sich um eine der ältesten noch existierenden handelt.

Uns bleibt die Hoffnung, unterwegs vielleicht gelegentlich ein noch etwas intakteres Bild der Aborigines zu sehen. Nachdem alle Einkäufe erledigt sind und das Auto mit Lebensmitteln vollgestopft ist machen wir uns auf den Weg und verlassen Darwin.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:31 Archiviert in Australien Tagged darwin round_the_world autokauf automiete Kommentare (1)

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