Reise blog von Travellerspoint

Kuching - Die Stadt der Katzen

rain 28 °C
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DSC02272.jpg Es gibt diverse Legenden zur Entstehung des Namens der Stadt. Fest steht, dass im Malaiischen das Wort „Kuching“ Katze bedeutet. Und entsprechend viele Denkmäler aber auch lebendige Exemplare der kleinen Raubtiere tummeln sich in der Stadt. Unüblich für Asien werden sie offenbar von den Einwohnern geliebt und gepflegt. Die meisten sehen wohlgenährt aus und dürfen es sich auch mal auf der Kühltruhe bequem machen (man beachte, dass unter der Katze „Tiger“ Biskuits angeboten werden).
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Selbst die Kanaldeckel sind entsprechend verziert.
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Für all das haben wir bei unserer Ankunft allerdings noch kein Auge gehabt. Unser Flieger aus Yangon war um 22.30 Uhr in Kuala Lumpur gelandet. Da der Weiterflug nach Kuching am nächsten Morgen bereits um 7.30 Uhr ging, hatten wir beschlossen, uns eine Übernachtung zu sparen. Zum Glück bietet der Flughafen kostenfreien Internetzugang und die Fast Food-Ketten haben rund um die Uhr geöffnet. So verging nach vier Wochen Internetentzug in Birma die Nacht dennoch relativ schnell.

Entsprechend gerädert unternehmen wir die ersten Tage in Kuching nichts. Die Stadt ist sehr entspannt und hat eine schöne Uferpromenade. Bei Nacht werden dort bunt leuchtende Accessoires und Fluggeräte, die mit Gummischleudern in den Himmel geschossen werden, angeboten. Die Väter haben mindestens genau so viel Spaß wie der Nachwuchs.
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Neue Pläne

Wir genießen also die angenehm ruhige Atmosphäre und machen uns Gedanken über Reiseziele, die wir in den Monaten 13 und 14 besuchen möchten. Vieles kommt uns in den Sinn. Zurück nach Südamerika – der Kontinent hat noch so viel zu bieten. Wenigstens eine Woche rund um Neapel, um endlich wieder im Essen zu schwelgen. China – für eine Rückfahrt zunächst mit der transmongolischen, dann mit der transsibirischen Eisenbahn reicht die Zeit leider nicht mehr. Nepal oder Japan...
Nach und nach schränken wir die Auswahl auf die beiden letzten Ziele ein. Wir möchten Berge sehen und wandern, was in beiden Ländern gut geht. In Japan bietet besonders Hokkaido, die nördlichste Insel, schöne Strecken durch Vulkangegenden. Die Lage im Norden ist allerdings der Haken. Im April liegt dort noch zu viel Schnee, um unsere Pläne umsetzen zu können. Also fällt die Wahl schlussendlich auf Nepal. Eine glückliche Fügung angesichts des schrecklichen Erdbebens das nur kurze Zeit nach unserer Entscheidung Japan heimgesucht hatte. Am neunten April werden wir von Hongkong nach Kathmandu fliegen und am 15. Mai schließlich den Nachhauseweg antreten. Deutschland wird uns in Frankfurt einen Tag später hoffentlich mit offenen Armen empfangen. Wir, besonders jedoch der Autor dieser Zeilen, freuen uns auf Weißbier, Weißwürste und Brezen!

Orang Utans auf Borneo

Nachdem unsere verbleibende Zeit organisiert ist, werden wir auch wieder aktiv. Natürlich gehört zu einem Borneoaufenthalt der Besuch von Orang Utans. Nur leider ist dies kaum mehr so romantisch in der freien Natur möglich, wie man sich dies vielleicht wünscht. Möchte man sich nicht wochenlang im Dschungel auf die Lauer legen, bleiben nur noch Rehabilitationszentren wie das Semengoh Wildlife Centre in der Nähe von Kuching oder Semporna am nördlichen Ende der Insel.
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Im restlichen Borneo geht immer mehr Lebensraum unserer nächsten Verwandten, deren Erbinformation zu 97% der des Menschen entspricht, verloren. Hauptschuld daran tragen Ölpalmenplantagen. Dank vorgeblich umweltbewusster Regierungen und „Biosprit“-Regelungen wird die Zerstörung des Regenwaldes zugunsten weiterer Anbauflächen vorangetrieben. Was das vor Ort bedeutet, können wir kurze Zeit später vom Flugzeug aus nur erahnen.
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Bei unserem Besuch im Semgoh Wildlife Centre haben wir Glück. Um neun, pünktlich zur Fütterung kommen die Busse mit Touristengruppen. Da wir günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, kommen wir schon etwas eher an und entdecken direkt nach unserer Ankunft drei Orang Utans, davon eine Mutter mit Kleinem. Im Laufe der Fütterungszeit sehen wir insgesamt acht Affen, was laut des Personals ungewöhnlich viel ist.

Bergsteigen auf Borneo

Nachdem wir uns für Trekking in Nepal entschieden haben, wird es Zeit, wieder etwas für unsere Fitness zu tun. Eine gute Möglichkeit bietet der Gunung Santubong, ein 800 Meter hoher Hügel an der Küste. Der Weg hinauf ist nicht besonders lang, soll aber steil und glitschig sein, an einigen Stellen sogar mit Leitern. Klingt nach einer netten Herausforderung.

Der Wecker klingelt um sechs Uhr. Wir möchten den ersten Bus nehmen und als wir an der Haltestelle ankommen, steht er schon da. Das Gespräch mit dem Fahrer ist jedoch etwas ernüchternd. Der erste Bus, der uns am Beginn des Pfads absetzen kann, fährt erst um neun Uhr. Die Plakate, die in der ganzen Stadt die Abfahrtszeit um sieben Uhr bewerben, sind veraltet. Herzlichen Dank. Wir gehen zurück in die Unterkunft, legen uns nochmals hin und nehmen dann den Bus um neun.

Der Anstieg beginnt direkt, wie versprochen, steil und glitschig und wird mit zunehmender Höhe immer steiler...
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… bis gegen Ende häufiger solche Stellen kommen.
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Leider können wir nicht sagen, dass sich der Aufstieg wegen der Aussicht gelohnt hätte.
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Aber es hat Spaß gemacht und fängt auch erst auf der Hälfte des Rückwegs an in Strömen zu regnen. Vermutlich dadurch etwas angespornt sind wir bereits gegen halb vier wieder am Fuß des Berges. Mit unserem Busfahrer hatten wir vereinbart, dass er uns auf seiner Fahrt um kurz nach fünf mitnimmt. Nun sind wir etwa eineinhalb Stunden früher am vereinbarten Treffpunkt und können mit etwas Glück vielleicht schon jetzt mitfahren. Kaum haben wir diesen Gedanken ausgesprochen, rauscht der Bus, der noch nicht mit uns rechnet, an uns vorbei, ohne auch nur das Tempo zu drosseln. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zwei Kilometer ins nächste Resorthotel zu laufen. Von dort lassen wir telefonisch dem Busunternehmen mitteilen, wo wir warten und verbringen die nächste Stunde immerhin im trockenen auf einer Couch anstatt an der Straße.

Das Training geht weiter

Am nächsten Morgen regnet es noch immer. Der Besuch im Bako Nationalpark, der schöne Wege durch den Dschungel bietet, könnte vielversprechender beginnen.

Die letzte Strecke zum Parkeingang kann nur per Boot zurückgelegt werden. Wegen des starken Regens müssen wir zunächst eine Stunde warten bevor wir ablegen. Als wir endlich im Park ankommen, dauert es nochmals drei Stunden, bis wir unsere Unterkunft beziehen können. Angesichts des Wetters hält sich unsere Lust auf Unternehmungen eh in Grenzen und so verbringen wir den Tag mehr oder weniger rund um die Unterkünfte und das Restaurant.

Wie sich später herausstellt, ist das ohnehin der einzige Ort, an dem Tiere zu beobachten sind. Es gibt aggressive Makaken, die versuchen, jedes Essen zu klauen, das sie zu Gesicht bekommen, riesige Wildschweine und Nasenaffen.
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Auf der großen Wanderung am nächsten Tag bekommen wir die Tiere erst wieder zu Gesicht, als wir uns nach etwa acht Stunden Schlammwatens wieder den Gebäuden der Parkverwaltung nähern. Wegen der starken Regenfälle der letzten Wochen sieht der Weg größtenteils so aus.
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Trotzdem macht das Laufen Spaß und die Pflanzenwelt ist beeindruckend.
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Solche fleischfressenden Pflanzen hatten wir in den Urwäldern Südamerikas bisher nicht gesehen.

Wir verbringen noch eine weitere Nacht in den muffig-schimmeligen Unterkünften des Parks, bevor wir zurück nach Kuching fahren. Dort ziehen wir wieder in die Wo Jia Lodge ein, die uns schon während des ganzen Aufenthalts ein Zuhause geworden war. Der Besitzer Ming fährt abends mit uns regelmäßig in gute und preisgünstige Restaurants, die etwas außerhalb des Zentrums liegen und die wir ohne Auto und einheimische Kenntnisse niemals gefunden hätten. Auch nach unserer Abreise hält er noch immer über Facebook Kontakt.

In der Umgebung von Kuching gäbe es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten. Die Rafflesia, eine der größten bekannten Blumen, hätten wir uns gerne angesehen, aber leider blüht gerade keine. Auf einen Besuch im Langhaus, der traditionellen Unterkunft vieler nativer Stämme in der Gegend, verzichten wir wegen des allzu touristischen Charakters. Die ethnologische Abteilung des Sarawakmuseums bietet immerhin noch einige interessante Einblicke in das Leben der vielen indigenen Gruppen.

Und nachdem wir uns nicht nur über die weiteren Länder, die wir besuchen möchten, klar geworden sind, sondern auch mehr oder weniger entschieden haben, was wir auf Borneo sehen möchten, treten wir die Weiterreise an. Es ist ein seltsames Gefühl, plötzlich über Wochen im Voraus planen zu müssen, wo wir während der Reise oft heute nicht wussten, wo wir morgen sein würden. Aber wir möchten noch in Sipadan tauchen, angeblich eine der besten Tauchgegenden der Welt. Das sollte etwas im Voraus gebucht werden und außerdem muss Oli zunächst einen Tauchkurs absolvieren. Mit dem Flug nach Hongkong am zweiten April haben wir zudem ein festes Ende unseres Aufenthalts auf Borneo. Uns bleibt also nichts übrig, als etwas vorausschauender zu Reisen.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:53 Archiviert in Malaysia Tagged malaysia borneo kuching sarawak round_the_world semengoh gunung_santubong bako Kommentare (4)

Buddhaverehrung der Superlative in Bago

sunny 32 °C
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Nachdem wir aus Zeit- und gesundheitlichen Gründen an der Hauptattraktion der Gegend, dem Golden Rock, ein vergoldeter Felsen mit – man rät es kaum – einer Stupa darauf, vorbeigerauscht waren, verbringen wir die letzten beiden Nächte im Land in Bago.

Nur wenige Touristen steigen hier ab. Wir hatten es nicht wegen der zahllosen religiösen Stätten, die es gibt, ausgesucht, sondern wegen seiner Nähe zu Yangon. Der Bus fährt nur zwei Stunden, was bedeutet, dass wir die letzte Nacht vor unserem Abflug nicht nochmals in das Chaos der Großstadt müssen.

Wie schon erwähnt, haben wir inzwischen das Gefühl, alle, wirklich alle, Buddhastatuen und Pagoden dieser Welt gesehen zu haben. Deshalb bedauert es Oli auch überhaupt nicht, sich zwei volle Tage ins Bett zu legen, um seine Erkältung vollständig auszukurieren. Die nimmersatte Daggi erkundet in der Zwischenzeit auf eigene Faust das Terrain.

Am Abend versuche ich mir ein Fahrrad zu organisieren, um so auf eigene Faust die weitläufig verstreuten Sehenswürdigkeiten erkunden zu können. Da die touristische Infrastruktur wesentlich geringer ausgeprägt ist als in den Top-Attraktionen des Landes, werde ich erst nach einem 60-minütigem Fußmarsch und im fünften Gästehaus fündig, welches ich mit dem Versprechen, das Fahrrad am folgenden Morgen abholen zu können und einem Restaurant-Tipp verlasse. Vermutlich besitzt das chinesische Lokal als einziges eine englische Speisekarte.

Da wir zu viele Kyat übrig haben, freuen wir uns am nächsten Morgen über einen Rücktausch in Dollar durch unseren geschäftstüchtigen Taxifahrer, der uns bereits zum Hotel gebracht hatte. Abgesehen davon, dass eine Ausfuhr der Landeswährung verboten ist, taugen die Geldscheine außerhalb des Landes maximal zum Monopoly Spiel. Sein Angebot, mir ein Fahrrad zu besorgen, ohne vorher in die Stadt fahren zu müssen, nehme ich dankbar an. Leider ist nach einem frühen Mittagessen weder unser Taxifahrer noch das Fahrrad in Sicht. Für den Drahtesel aus dem anderen Gästehaus ist es auch zu spät und somit nehme ich bewaffnet mit einem Lonely-Planet-Stadtplan ein Sammel-Tuk-Tuk ins Zentrum. Schnell stelle ich fest, dass dem Stadtplan die nötige Detailtreue fehlt und schlage mich daher mit Zeichensprache durch. Die besorgten Mitfahrer fragen mich auf burmesisch nach meinem Ziel und deuten mir mit gefalteten Händen in Gebetsstellung den Weg zur nächstliegende Pagode.

Die Shwemawdaw Pagode gilt mit ihren 114 Metern als die höchste Pagode in Myanmar. Das über 1000 Jahre alte Denkmal ist aus der Ferne gut sichtbar und überragt alle anderen Gebäude wie der Blick von der Hintha Gon Pagode auf einem naheliegendem Hügel zeigt. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass unterhalb des Palmenmeers ca. 250.000 Menschen wohnen sollen. Die Erklärung folgt auf dem Fuße, als mich mein Rückweg durch Viertel mit flachen Bretterverschlägen führt, die von oben durch die Bäume nicht zu sehen waren. Die höheren Betonbauten finden sich ausschließlich an den zwei Hauptstraßen.
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Während einer kurzen Kaffeepause erfahre ich von einem Taxifahrer ein wenig mehr über die Lebensumstände, die vermutlich den Hintergrund solcher Siedlungen bilden. Das monatliche Lehrereinkommen in Höhe von 50.000 Kyat (45 Euro) seiner Frau wird fast vollständig in die Zusatzausbildung seines 16-jährigen Sohnes investiert. Als Taxifahrer least er zehn Monate lang für 45.000 Kyat monatlich sein Motorrad. Das bedeutet, er benötigt täglich über drei Fahrten, um keinen Verlust zu machen. Ein Großverdienst ist bei dem deutlichen Überangebot an Taxis nicht in Aussicht, jedoch bietet es ihm ein scheinbar geruhsames Leben und Zeit, sich mit Touristen wie mir zu unterhalten. Wegen des niedrigeren Stressfaktors und der geringeren Verantwortung zieht er dies seinem ehemaligen Job als Aufseher mit freier Kost und Logis bei einem Bergbauunternehmen mit einem monatlichen Verdienst von 90.000 Kyat vor.

Obwohl mein nächstes Ziel zwar die zweitgrößte liegende Buddha-Figur der Welt ist, wird mir vor allem der Weg dorthin in Erinnerung bleiben. Burmesinnen lieben es in Gruppen zu reisen und bemitleiden allein reisende Frauen. Nach Aussage einiger Reiseführer führt dies manchmal dazu, an der Hand genommen zu werden und eine Führung zu bekommen. Kaum habe ich Oli daheim gelassen und irre wieder in einem etwas ärmlichen Viertel über die Felder in Richtung der nächsten Pagodenspitze, sehe ich von weitem ein Ehepaar wild gestikulierend auf mich zukommt. Irgendwie verstehen wir uns. Ich versuche den Namen des Shwethalyaung-Buddhas korrekt auszusprechen und von den beiden wird eine Schlaf-Geste für den liegenden Buddha angedeutet. Mit einem zahnlosen Grinsen führt mich die Frau um unzählige Ecken und Pfade im Wirrwarr der Bretterverschläge zur Figur und scheint bei neugierigen Fragen der Nachbarn mit einem gewissen Stolz das Treffen mit mir auf dem Feld wiederzugeben. Ein weiterer Tag in Myanmar ist stärker durch Begegnungen mit Menschen als durch Sehenswürdigkeiten geprägt, obwohl natürlich auch die mit Edelsteinen besetzten Füße des Buddhas beeindrucken.
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Nach diesen zwei Tagen ist auch Oli wieder reisefähig, rechtzeitig für den Abflug. Der Weg nach Yangon klappt reibungslos. Um sicher zu sein, fahren wir schon vormittags ab, obwohl unser Flug erst nach 18 Uhr geht und kommen entsprechend viel zu früh am Flughafen an. Dort gibt es keine Gepäckaufbewahrung. Die Ausreisesteuer in Höhe von zehn US Dollar oder 11.000 Kyat, was fast 14 US Dollar entspricht (der Staat möchte offenbar seine eigene Währung nicht haben), kann erst bezahlt werden, nachdem der Flug aufgerufen wurde.

Wir können also nichts weiter unternehmen, als im Restaurant gegenüber des Flughafengebäudes unsere verbleibenden Kyat zu verkonsumieren und zu warten. Schließlich ist es soweit. Nach exakt 28 Tagen verlassen wir das Land und fliegen nach Kuala Lumpur, wo eine Nacht am Flughafen auf uns wartet.

Die Zeit in Birma haben wir sehr genossen. Trotz der politischen Situation ist das Reisen im Land völlig unproblematisch. Einzig die Fortbewegung in Bussen kann wegen des desolaten Zustands der Straßen und Fahrzeuge vielleicht manches Mal ein wenig Energie und Geduld erfordern. Dennoch werden wir immer mit einem Lächeln an die vielen schönen Begegnungen mit der wirklich liebenswerten Bevölkerung zurückdenken.

Eingestellt von Daggi.Oli 16:36 Archiviert in Myanmar Tagged myanmar round_the_world birma bago shwethalyaung_buddha shwemawdaw_pagode Kommentare (2)

Aktivurlaub in Hpa-An

sunny 32 °C
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Unser nächstes Ziel, Hpa-An, liegt östlich von Yangon im Kayin-Staat, der von der Volksgruppe der Karen bewohnt wird. Die Region liegt im Grenzgebiet zu Thailand und macht immer wieder durch bewaffnete Konflikte zwischen dem Militär und Unabhängigkeitskämpfern auf sich aufmerksam. Zur Zeit und vor allem im nördlichen Teil, den wir besuchen, ist jedoch alles ruhig.

Bereits auf den letzten Kilometern unserer Anreise fällt uns die spektakuläre Landschaft auf. Die Gegend ist flach, dominiert von saftig-grünen Reisfeldern, aus denen urplötzlich steile Kalksteinklippen hervorragen.
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Um vom Inle Lake hierher zu kommen, haben wir fast einen ganzen Tag im Bus und auf Busse wartend verbracht. Wir verlassen Nyaung Shwe gegen 13 Uhr, um, eine halbe Stunde entfernt, an der nächsten Kreuzung, auf den Bus nach Yangon zu warten. Nachdem dieser uns um halb vier einsammelt, können wir uns erst einmal zurücklehnen. Wenn auch nicht ganz, denn hinter unseren Sitzplätzen in der letzten Reihe sind mindestens 800 Kisten chinesischer Jasmintee gestapelt. Nach 14 Stunden, um fünf Uhr dreißig in der Früh, kommen wir in Yangon an, wo wir in einem unvorstellbaren Chaos aus Straßen und Busunternehmen unsere Weiterfahrt nach Hpa-An finden müssen. Es lässt sich überhaupt nicht vermeiden, an irgendwelche Schlepper zu geraten, die vermutlich eine Provision einstreichen.

Irgendwann sitzen wir dann doch in einem Bus, man gibt uns zu verstehen, dass wir nach ca. fünf Stunden Fahrt den Bus gegen ein Pick-Up tauschen müssen und um sechs Uhr dreißig geht es weiter. Plötzlich, nach nur drei Stunden, komplimentiert man uns aus dem Bus und setzt uns in ein Pick-Up. Der Busfahrer spricht sogar etwas Englisch und meint, diesen Transport würde das Busunternehmen zahlen, wir müssten später ein weiteres Mal das Fahrzeug wechseln. Soll uns recht sein.

Das Pick-Up fährt sofort weiter. Wieder eine Stunde später steigen alle Fahrgäste aus. Als wir das gleiche tun wollen, heißt es, wir sollen sitzen bleiben. Dann kommt auf einmal jemand, der drei Brocken Englisch kann und fragt, wo wir eigentlich hin möchten. Wir nennen Hpa-An als unser Ziel, es folgt ein kurzes Palaver und plötzlich muss alles sehr schnell gehen. Wir sollen in ein anderes Pick-Up umsteigen, in dem bisher nur eine Frau mit einer Ente in einer Tasche sitzt. Normalerweise fahren diese Fahrzeuge nie los, wenn sie nicht voll besetzt sind (oder voller), doch kaum sitzen wir, rast der Fahrer wie gestört davon. Wir überlegen schon, ob die Rebellen nun doch anfangen, Geiseln zu nehmen. Aber zum Glück sind wir ja in Asien, wo so etwas vergleichsweise sehr selten passiert. Unterwegs steigen weitere Passagiere zu. Dann passieren wir eine größere Stadt, zwei Männer laufen schreiend hinter unserem Auto her, der Fahrer hält und bis auf uns und einen weiteren Gast, müssen alle in ein anderes Pick-Up umsteigen. Kaum sind alle abgesprungen, rasen wir weiter, so dass wir uns kaum halten können. Mit drei Vollbremsungen unterwegs erreichen wir trotzdem lebendig doch noch unser Ziel Hpa-An und sind heilfroh, die Anreise hinter uns gebracht zu haben.

Erklären können wir uns diese seltsame Fahrt nicht. Allerdings haben wir unterwegs schon ein paar Geschichten gehört, wie zum Beispiel Gepäck von Ausländern dazu verwendet wurde, Packungen mit Drogen vor Polizeikontrollen zu verbergen. Das funktioniert ziemlich gut, denn Touristen scheinen in dieser Hinsicht tabu zu sein und werden nie kontrolliert. Auch wir haben diverse Drogenkontrollen in Bussen erlebt, sind dabei aber immer völlig ignoriert worden. Vielleicht hatte diese Fahrt einen ähnlichen Zweck, wir werden es nie erfahren.

Bootsfahrt von Mawlamyine nach Hpa-An

Nach diesem Marathon können wir uns leider nicht ausruhen, sondern fahren am folgenden Tag früh mit dem Bus nach Mawlamyine, unter dem Namen Moulmein die erste Hauptstadt zur Zeit der Briten. Es ist die letzte Chance, mit dem Boot zurück nach Hpa-An zu fahren. Das nächste fährt erst wieder am Freitag, was zu spät ist, da wir uns dem Ende unserer Zeit in Birma nähern.

Als wir in Mawlamyine zum Bootsanleger laufen, hören wir plötzlich vertraute Stimmen von links. Kurz vor dem Anleger sitzen Raimund und Boris, unsere beiden Bayern. Dass wir die zwei wiedersehen, hätten wir nicht gedacht. Jetzt wissen wir, dass die fünfstündige Fahrt kurzweilig wird.

Auch ohne gute Begleitung ist der Ausflug lohnenswert. Er führt durch die bereits erwähnte fantastische Landschaft, aus der immer wieder unvermittelt die steilen Klippen hervorragen. Für uns der schönste Teil Birmas, den wir besucht haben.
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Besteigung des Mount Zwegabin

Bei Oli machen sich leider erste Anzeichen einer Erkältung bemerkbar, die sicher von der Klimaanlage im Bus kommt. Trotzdem führt der nächste Tag Raimund und uns auf einen der steilen Felsen hinauf, den Mount Zwegabin. In etwa 700 Höhenmeter müssen überwunden werden. Der Weg ist steil, streckenweise der Sonne ausgesetzt und entsprechend anstrengend. Bevor es an den Aufstieg geht, läuft man am Fuß des heiligen Bergs durch ein Feld mit tausenden von Buddhastatuen.
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Die Anstrengung lohnt sich. Es hängt zwar ein ständiger Dunst über der Landschaft, aber dennoch bietet sich ein herrlicher Blick.
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Höhlen in der Umgebung

Neben der Bergbesteigung gibt es in der Umgebung von Hpa-An einige weitere Sehenswürdigkeiten. Unserer Hostel bietet eine ganztägige Tuk-Tuk-Tour zu diversen sonst nur schwer zu erreichenden Höhlen. Normalerweise versuchen wir zwar, solch organisierten Ausflügen aus dem Weg zu gehen, aber da außer Raimund und Boris noch zwei Schweizer und ein Schwede, die alle zusammen mit uns auf dem Boot waren, mitkommen, sind wir sicher, dass wir Spaß haben werden, obwohl Olis Erkältung mittlerweile ausgebrochen ist.
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Der Kan-Thar-Yar See liegt noch fast in der Stadt.
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Auf der weiteren Strecke folgen viele weitere Buddhastatuen und Höhlen. Zum Beispiel die Kaw-Goon Höhle,
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die Ya-The-Byan Höhle,
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die Felsnadel Kyauk-Ka-Lap, natürlich mit Pagode, wo wir auf ein Hochzeitsbild gebeten werden,
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und schließlich die größter der Höhlen, die Southern Cave, durch die auf dem vollständig mit Fledermausexkrementen bedeckten Boden hindurchgegangen werden kann. Auf der Rückseite wartet ein idyllisch gelegener See.
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Der allerletzte Stopp gilt der Kawt-Ka-Thaury Höhle, deren Hauptattraktion vor ihrem Eingang zu finden ist. Eine lange Reihe Buddhas, die das Herabsteigen vom Himmel symbolisieren.
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Nach diesem Tag haben wir vermutlich bis ans Ende unser Tage genug Buddhas und Pagoden gesehen. Wir müssen langsam den Rückweg nach Yangon antreten, um unseren Flug nicht zu verpassen. Eigentlich hatten wir geplant, noch am berühmten Golden Rock anzuhalten, aber wegen Olis Erkältung und aus Zeitgründen fahren wir bis nach Bago durch, was näher bei Yangon liegt.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:39 Archiviert in Myanmar Tagged myanmar round_the_world birma hpa-an höhlen Kommentare (0)

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