Reise blog von Travellerspoint

März 2010

Quito...

semi-overcast 15 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

... auf 2850 m Hoehe gelegen eine der hoechsten Hauptstaedte. Leider ist es mit Quito, wie mit den meisten lateinamerikanischen Staedten. Spaetestens nach drei Tagen ueberkommt einen die Sehnsucht nach frischer Luft und unendlich viel Ruhe. Jeder der rund 1,4 Millionen Einwohner scheint sein Bestes zu tun, um genau das zu verhindern. Es ist laut, an jeder Ecke blasen die Busse schwarze Abgaswolken in die Luft und hupen dabei bekraeftigend.

Aus der Ferne allerdings sieht Quito recht eindrucksvoll aus:
1003_Quito_birdview.jpg

Manche Teile auch aus der Naehe, wenn gerade kein Bus vorbeikommt:
1003_Quito_viejo.jpg

Mittlerweile sind wir seit rund zwei Wochen in der Stadt. Nach den ersten vier Tagen im Hostel L´Auberge Inn sind wir zeitgleich mit dem Beginn unseres vierwoechigen Spanischkurses bei Yadi eingezogen, einer ecuadorianischen Lehrerin. Francesca, ihre fast dreijaehrige Tochter, ist uns gegenueber ein wenig misstrauisch und versteckt sich immer - von Reden ganz zu schweigen.

Aus Kostengruenden haben wir nur vier Naechte, von Montag bis Freitag, bei den beiden gebucht. In dieser Zeit koennen wir das Eis ein wenig brechen und lernen von Francesca am letzten Tag noch ein paar spanische Vokabeln wie boca und dedo.

Den Rest muessen wir uns in der Schule aneignen, jeden Tag von 8.30 bis 12.30 quaelen wir uns durch unregelmaessige Verben und versuchen muehsam eigene Saetze zu stammeln. Die erste Woche haben wir noch gemeinsam Unterricht, die naechsten drei Wochen nehmen wir Einzelunterricht. Das macht die Sache nur unwesentlich teurer, dafuer aber fuer jeden von uns umso intensiver.

Mitad del Mundo

Die Tage unter der Woche sind also recht eintoenig: Schule, Mittagessen, Lernen, Abendessen, Lernen, Schlafen. Viel mehr steht nicht auf dem Programm. Klar, dass wir an den Wochenenden versuchen, Quito zu entfliehen. Gleich nach unserer Ankunft waren wir am "Mitad del Mundo", der Mitte der Erde. Dort gibt es ein ganz nettes Museum, Inti-Ñan, wo man wissenswertes ueber die indigene Kultur lernen kann, beispielsweise wie Schrumpfkoepfe hergestellt werden. Ausserdem kann man feststellen, dass unsere Physiklehrer nicht gelogen haben. Wasser in einem Becken fliest auf der Nordhalbkugel tatsaechlich in entgegengesetzter Richtung ab, als auf der Suedhalbkugel. Wir haben es mit eigenen Augen gesehen. Ausserdem ist es direkt auf dem Aequator moeglich, ein rohes Ei auf einem Nagel zu balancieren.

Papallacta

Ein weiterer netter Ausflug: die Thermen von Papallacta. Von Quito aus faehrt man (je nach Busfahrer) zwischen 2,5 und 3,5 Stunden. Unterwegs ueberquert man einen 4100 m hohen Kordillerenkamm. Die Thermen selbst liegen auf 3300 m Hoehe. In die Landschaft integriert finden sich dann Pools verschiedener Temperaturen, von eiskalt bis bruehheiss. Wenn das Wetter mitspielt, sieht man einen rund 6000 m hohen Vulkan, waehrend man im Wasser doest. Als wir da waren war es bewoelkt und hat mit Unterbrechungen den ganzen Tag geregnet.

Rucu Pichincha

Auch geregnet hat es, als wir den Hausberg von Quito besucht haben. Aus der Stadt bringt einen eine Seilbahn zunaechst auf knapp ueber 4000 m. Beeindruckend ist die Vegetation auf dieser Hoehe. Wo bei uns nur noch Steine und Felsen zu sehen sind, ist hier alles gruen, voller Graeser und Pflanzen. Oben angekommen hat man einen tollen Blick auf Quito. In ca. 2-3 Stunden kann man dann auf den Gipfel gehen. Nachdem wir aber nach ca. 2 Sunden Wanderung mitten in dichten Wolken im Regen stehen, entscheiden wir uns umzukehren.

Inzwischen sind wir auch in unser eigenes "Zuhause" gezogen. Im Casa Oriente vermietet Pedro, der entspannteste Mensch der Welt, kleine "Apartments". Unseres besteht aus einer Kueche, in die ein Bad eingezogen ist und einem Schlafzimmer. Das ganze koennte etwas mehr Licht vertragen und ein wenig gemuetlicher sein. Es ist aber unschlagbar guenstig. Hier werden wir also drei Wochen bis zur Abfahrt aus Quito wohnen.

1003_Quito_apartment.jpg1003_Quito_backyard.jpg

Eingestellt von Daggi.Oli 16:36 Archiviert in Ecuador Tagged round_the_world Kommentare (1)

Der Tag X

sunny -3 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Ist eigentlich erst Tag X-1. Wir fliegen heute, am 10.3.2010 zwar bereitsnach London, das Round the World Ticket beginnt jedoch erst einen Tag spaeter. Da wir in England gebucht haben, muss die Strecke dort beginnen und enden. Den Flug nach London mussten wir also extra zubuchen. Von ihm haengt viel ab. Faellt er aus oder sind wir nicht an Bord und damit nicht rechtzeitig fuer den Abflug nach Quito in London, verfaellt das gesamte Ticket. Ein wenig Nervenkitzel zu Beginn der Reise.

Flughafen Stuttgart

Die letzten neun Tage haben Daggi und ich getrennt voneinander bei unseren Familien verbracht. Heute treffen wir uns um 17 Uhr in Stuttgart am Flughafen, zwei Stunden vor Abflug. Ein wenig frueh fuer einen innereuropaeischen Flug, aber wir wollen kein Risiko eingehen. Daggi ist bereits einen Tag vorher angereist, um Micha und Doro noch zu verabschieden. Ich geniesse den Luxus eines Taxiservices von meiner Mutter und Herbert (ein dickes Dankeschoen nochmals).

Waehrend wir auf Daggi warten, ueberrascht uns Doro noch am Flughafen. Dann geht es los. Der Flug ist puenktlich in London und nun kommt der lange Teil der heutigen Reise. Wir muessen von Stanstead nach Heathrow. Eine Busfahrt, eine U-Bahnfahrt und eine weitere Busfahrt spaeter sind wir nach ca. drei Stunden bei unserem Easy Hotel in der Naehe von Heathrow angekommen. Um 23.30 Uhr checken wir ein, um 3.40 Uhr klingelt der Wecker wieder. Wir halten uns nicht unnoetig mit waschen auf, da in dem Hotel Ausnahmezustand herrscht: alles ist ausgefallen. Kein Strom (immerhin haben wir trotzdem Licht), keine Heizung und auch kein fliessendes Wasser. Vielleicht eine gute Einstimmung auf das was uns erwartet?

11.3.2010

Wir hoffen allerdings, dass wir im naechsten Jahr etwas mehr Schlaf bekommen werden als diese Nacht. Ziemlich muede treten wir um sechs Uhr in der Frueh den Weg zu unserer ersten Reiseetappe Suedamerika an. Zunaechst nach Madrid und nach zwei Stunden Aufenthalt weiter nach Quito. Mit einer Stunde Verspaetung heben wir ab und kommen gegen 18.30 Uhr Ortszeit in Quito an. In Deutschland ist es sechs Stunden spaeter. Wir haben schon aus Deutschland drei Naechte im Hostel "L'Auberge Inn" reserviert. Dort essen wir noch eine Kleinigkeit und fallen um 22 Uhr ins Bett, nachdem wir rund 24 Stunden auf den Beinen waren.

Eingestellt von Daggi.Oli 14:58 Archiviert in Deutschland Tagged round_the_world Kommentare (0)

Das Reisegepäck

rain -1 °C

Bereits seit dem wir den Entschluss auf Weltreise zu gehen getroffen haben, überlegen wir, was eingepackt werden muss, bzw. was hier bleiben sollte. Wir sind nicht die einzigen. In einschlägigen Foren gibt es unzählige Ratschläge, Tipps und Packlisten. Am Ende steht doch jeder selbst vor seiner Ausrüstung und versucht, diese in einem Rucksack unterzubringen.

Anfang Januar legen wir erstmals die Dinge zurecht, die wir für unerlässlich halten. Da wir von Anfang versuchen, das Gepäck auf das Nötigste zu reduzieren, ändert sich in den kommenden Wochen nicht mehr viel. Da wir Südamerika mit kalten Andenregionen und vielleicht auch Patagonien auf dem Reiseplan haben, müssen wir vorsorgen. Das bedeutet:

  • lange Merinounterwäsche
  • eine warme zweite Funktionsschicht
  • ein Fleecepulli
  • ein Softshell
  • eine Daunenweste bzw. -jacke
  • eine Regenjacke
  • eine Regenhose

Ansonsten bleiben nur noch

  • eine Jeans
  • eine (leichte) Trekkinghose
  • eine kurze Hose
  • einen Pulli
  • wenige Hemden / Blusen, T-Shirts, Socken, Unterwäsche
  • Badesachen, Sonnenhut, Buff, Mütze und Handschuhe
  • der übliche Medizin- und Waschkram

Nur über die Schuhe ließe sich noch streiten:

  • feste Wanderschuhe (brauchen wir)
  • bequeme Turnschuhe für die Stadt oder abends (wollen wir, um nicht immer die Wanderschuhe anzuhaben)
  • Flip Flops (unbedingt, die benötigen sowieso keinen Platz)
  • Croqs (auf die könnte man verzichten, aber wir haben sie auf früheren Reisen schon so oft vermisst, die kommen auch mit)

Das Volumen ist ausgenutzt - alles in allem bringt der große Rucksack pro Person ca. 15 kg und der kleine jeweils noch ein paar Gramm zusätzlich auf die Waage. Mit ein paar weiteren Utensilien sieht unser Hab und Gut für die kommenden Monate so aus:

WR_Gepaeck..7-26-41.jpg

WR_Gepaeck..6-01-56.jpg

WR_Gepaeck..5-33-27.jpg

WR_Gepaeck..5-32-33.jpg

Eingestellt von Daggi.Oli 15:10 Archiviert in Deutschland Tagged round_the_world Kommentare (5)

(Einträge 1 - 3 von 4) Seite [1] 2 » Nächste