Reise blog von Travellerspoint

Juni 2010

Renterparadies Boquete

semi-overcast 25 °C
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Nachdem der deutsche Vertrieb des GPS Herstellers Wintec zwar eine Zahlung von 90 Euro angenommen, aber kein funktionierendes Gerät geliefert hatte und wir noch immer auf eine Erstattung warten, haben wir die ganze Zeit nach Ersatz gesucht. In Panama City bekommen wir den SPOT Personal Tracker, der unsere GPS Position per Satellit direkt ins Netz überträgt. Damit kann man uns sozusagen fast life verfolgen, sofern das Gerät an ist. Der Link zu unserer Position findet sich im Blog in der Navigationsleiste rechts ganz unten (die kleine Karte). Um diese neue Errungenschaft zu besorgen und um uns zu orientieren, bleiben wir zunächst nur zwei Nächte in der Stadt. Den Kanal wollen wir uns später ansehen. Deshalb setzen wir uns nach dem Einkauf für acht Stunden in den Bus und fahren in den Westen Panamas nach Boquete. Nach so viel Sonne, Strand und Meer zieht es uns wieder in den Nebelwald. Wir hatten lange kein schlechtes Weter mehr.

Auffällig in Boquete sind die vielen Geschäfte, die amerikanische Waren verkaufen. Ausserdem liegt in unserem Hostelzimmer auf dem Bett eine zweisprachige Zeitung in Englisch und Spanisch. Als nächstes bemerken wir eine grosse Anzahl älterer, offenbar US-amerikanischer Herrschaften, die in der Stadt unterwegs sind. Das Rätsel klärt sich auf als wir nochmals in unserem Reiseführer blättern. Wir sind nicht nur im Backpacker- und Wander- sondern auch im Rentnerparadies angekommen. Im Jahr 2001 wurde Boquete vom amerikanischen Magazin der American Association for Retired Persons als eine der vier weltweit besten Städte um sich zur Ruhe zu lassen gekürt. Seither verändern mehr und mehr schöne Anwesen das Bild der Stadt und der umliegenden Hügel.

So weit sind wir noch nicht und gehen erst einmal wandern. Der Sendero de los Quetzales im Parque Nacional Volcán Barú führt acht Kilometer durch dichten feuchten Wald. Quetzals sehen wir keine, das aufregendste was uns begegnet ist eine Viper, die in einem Farn liegt, der über den Weg hängt.
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Der nächste Tag verläuft noch unspektakulärer mit einer kurzen Wanderung durch die Boquete umgebenden Hügel, deren Höhepunkt der Besuch des Cafá Ruiz, Panamas bekannteste Kaffeemarke, ist.

Eingestellt von Daggi.Oli 13:08 Archiviert in Panama Tagged round_the_world Kommentare (0)

Von Cartagena nach San Blas

Mit dem Katamaran durch die Karibische See

sunny 28 °C
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Am 25. Mai lichten wir Anker und stechen mit Küchenchef und Kapitän Fritz und seinem Matrosen Luis in See. Mit an Bord 15 Backpacker, die ins tropische Inselparadies San Blas möchten. Damit ist der 15 Meter lange und 8,50 Meter breite Katamaran ziemlich voll. Kabinen gibt es für zehn, fünf schlafen im Salon, Fritz auf dem Küchenfussboden und Luis an Deck. Im Lauf der Überfahrt verteilen sich die Passagiere immer mehr auf Deck. Obwohl es eng ist, zusätzlich sind noch drei Motorräder, eines davon mit Beiwagen, an Bord, bietet das Schiff genügend Fläche für alle, so dass es meist möglich ist, denen aus dem Weg zu gehen, die nicht ganz auf der gleichen Wellenlänge liegen.

Fritz, in seinem früheren Leben Besitzer mehrerer Restaurants in Wien, verspricht gute Küche und genug für jederman. Das Essen ist tatsächlich reichlich und geschmacklich sehr gut, grosse Küche darf allerdings nicht erwartet werden. Es werden einfache Ein-Teller-Gerichte wie Spaghetti, Kaiserschmarrn, Gulasch oder Palatschinken serviert. Für uns eine Woche Urlaub von Huhn mit Bohnen und Reis. Am Ende der Überfahrt gibt es noch ein kulinarisches Fest, als wir einigen Kunas, der indigenen Inselbevölkerung der San Blas Inseln, riesige, frisch gefangene Langusten abkaufen.
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Sonst verläuft die Schiffahrt ohne besondere Vorkommnisse. Fritz' teures Wundermittel gegen Seekrankheit 'Scopoderm' hilft bei Oli am ersten Tag hervorragend, bei Daggi am zweiten. Jeder von uns fühlt sich einen Tag nicht so gut. Während des ersten Schnorchelgangs verliert Oli sein Scopodermpflaster und muss auf das in Kolumbien gebräuchliche Mareol ausweichen, das nur einen Bruchteil kostet, aber anscheinend auch gut wirkt. Der Seegang während der vorherigen Tage war allerdings deutlich stärker. Der endgültige Beweis steht also noch aus.

San Blas

Am Abend des vierten Tags der Überfahrt ankern wir bereits vor dem Hafen, an dem wir am nächsten Morgen an Land gehen. Bereits einen Tag zuvor waren wir im Archipel unterwegs.
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Für uns überraschend sind wir die einzigen, die noch auf den Inseln bleiben möchten. Alle anderen Segler fahren direkt nach Panama City weiter, das von der Küste aus mit einem Allradjeep in nur zwei Stunden erreicht werden kann.

Wir steigen die erste Nacht auf Cartí Suitupo im Hostal 'Homestay' ab. Die Insel ist bis auf den letzten Quadratzentimeter bebaut. Da Nebensaison ist, scheinen wir die einzigen Ausländer zu sein. Unser Hostelchef schaukelt den ganzen Tag in der Hängematte, steht nicht mal auf, wenn er mit uns spricht und versucht, uns unverschämt teure Trips zu verkaufen. Wenn wir bei ihm übernachten, ist der Transfer zu den schönen Inseln eingeschlossen, möchten wir jedoch auf einer der anderen Inseln übernachten, kosten die maximal zehn Minuten Bootsfahrt plötzlich 15 Dollar pro Person. Zum Glück gelingt es uns nach einigem Herumfragen am Kai, die Passage anderweitig zu organisieren, so dass wir die zweite Nacht in einer Cabaña auf Needle Island (Isla Aguja) verbringen, einer Insel wie für Postkarten und Werbefilmaufnahmen geschaffen. So hatten wir uns San Blas eigentlich vorgestellt.
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Mit dem nötigen Kleingeld könnte man weiter von Trauminsel zu Trauminsel reisen. Da wir aber noch ein wenig länger unterwegs sein möchten, fahren wir einen Tag später schon wieder Richtung Panama City ab. Auf dem Weg passieren wir eine Polizeikontrolle, die gerade einen Kleinbus komplett auseinandernimmt. Neben dem Bus eine Gruppe junger Touristen, einer, der sehr nach dem Cliché amerikanischer Surferboy aussieht, in Handschellen. Offenbar dachte er, es wäre kein Problem ein wenig Marihuana zum Eigengebrauch von Kolumbien mit nach Panama zu nehmen. Wir kommen wohlbehalten und ohne Fahrzeugkontrolle in Panama City an.

Eingestellt von Daggi.Oli 21:53 Archiviert in Panama Kommentare (1)

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