Reise blog von Travellerspoint

August 2010

Rurrenabaque

Selva und Pampas

sunny 28 °C
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Rurrenabaque ist einer der Hauptausgangsorte für Touren in den Dschungel von Bolivien. Von La Paz aus benötigt der Bus ungefähr 18 Stunden. Die Fahrt gilt als nicht die komfortabelste. Wir entscheiden uns für einen Kompromiss zwischen Bequemlichkeit, Reisebudget und Zeitplanung und fliegen nach Rurre, wie es lokal genannt wird. Zurück quälen wir uns dann durch die Busfahrt.

Um acht Uhr früh geht es in La Paz los. Der erste Teil des nur einstündigen Fluges ist spektakulär. Leider sind die Scheiben unseres Flugzeugs ausgesprochen schlecht geputzt, weshalb die Fotos nicht so gelingen, wie wir es uns wünschen.
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In Rurre begeben wir uns sofort auf die Suche nach einem Touranbieter, was angesichts der vielen Angebote nicht leicht fällt. Nach fünfmonatiger Jagd nach Möglichkeiten, alleine, ohne Führer, Wanderungen im Dschungel zu unternehmen, müssen wir uns geschlagen geben. Etwas ähnliches wie wir es in Corcovado in Costa Rica 2006 erlebt haben, konnten wir bisher nicht finden. Dort ist es möglich, drei oder mehr Tage im Dschungel von Rangerstation zu Rangerstation zu wandern. Eine für uns bisher einzigartige Erfahrung, die wir gerne wiederholen möchten. Nicht jedoch in Rurrenabaque, wo ohne professionelle Führung kein Weiterkommen ist.

Es gibt prinzipiell zwei verschiedene Touren. Zum einen in die Selva, den Dschungel im Madidi Nationalpark und zum anderen in die Pampas, eine Bootstour auf dem Río Yacuma bei der Stadt Santa Rosa. Die Pampas sind savannenartige, sumpfige Wiesenlandschaften, ein Paradies für viele Tierarten, die wegen des geringen Bewuchses sehr leicht zu sehen sind. Ganz im Gegensatz zur dicht bewachsenen Selva. Aus diesem Grund entscheidet sich der überwiegende Teil der Touristen für eine Pampastour.
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Selva

Wir suchen zunächst das Abenteuer und buchen beim Anbieter Mashaquipe, den wir im Nachhinein übrigens sehr empfehlen können, vier Tage in der Selva. Mashaquipe wird von indigenen Gemeinden, die innerhalb des Parks leben, betrieben und bietet Touren mit maximal vier Personen pro Guide an. Wir haben Glück und sind bis auf den ersten Tag alleine mit unserem Führer unterwegs. So können wir uns problemlos entgegen dem üblichen Programm dafür entscheiden, alle Nächte mit Moskitonetz im Dschungel zu verbringen und verzichten auf eine Nacht in der Lodge.

Nach drei Stunden Bootsfahrt und 125 Bolivianos Parkeintritt kommen wir in der Unterkunft innerhalb des Madidi Parks an. Der Park bietet auf rund 1,9 Millionen Hektar Fläche eine immense Biodiversität – über 800 Vogel-, 150 Säugetier- und 4500 registrierte Pflanzenarten. Er erstreckt sich von den Andengipfeln bis ins Tiefland über die peruanisch-bolivianische Grenze. Es gibt also viel zu entdecken in den vier Tagen, die wir im Park verbringen.

Nach dem Mittagessen laufen wir rund drei Stunden tiefer in den Wald hinein, wo schon ein Lager aufgeschlagen ist. Von dort aus ist es nicht mehr weit bis zu einem Felsen, in dessen Höhlen sich unzählige rote Aras niedergelassen haben. Natürlichen Feinden wie Schlangen oder Adlern bieten sich in der Felswand praktisch keine Angriffsmöglichkeiten.
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Am nächsten Morgen gehen wir einen Weg, der eigentlich nicht mehr begangen werden darf, seit dem ein israelischer Tourist abgestürzt ist. Es ist möglich, auf den Felsen hochzugehen. Von oben sind die Vögel noch viel näher zu beobachten. Der Tourist war übrigens selbst schuld, da er sich um einen Baum über dem Abgrund mehrfach herumgeschwungen hatte. Zwei Mal ist es gut gegangen, beim dritten Mal ist seine Hand vom Baum gerutscht. Da wir verantwortungsvolle Touristen sind, kommen wir in den Genuss des Ausblicks.
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In ganz Rurrenabaque sind übrigens extrem viele israelische Touristen. Unter anderem liegt das an den Erlebnissen von Yossi Ginsberg, der in den achziger Jahren zusammen mit zwei Freunden versucht hat, von La Paz aus durch den Dschungel bis nach Rurrenabaque zu laufen. Irgendwann sind ihnen die Vorräte ausgegangen und sie haben sich getrennt. Der einzige, der je wiedergesehen wurde, ist Yossi, den Einheimische gerettet haben. Wieder zurück in seiner israelischen Heimat hat er ein Buch über seine Erlebnisse geschrieben, das offenbar viele seiner Landsleute zu einem Besuch inspiriert.
Verallgemeinerungen sind immer gefährlich, aber wer in den Dschungel oder die Pampas geht, um Tiere respektvoll zu beobachten, ohne dass diese angefasst, angefüttert oder gar gequält werden, sollte diese Gruppen meiden. Sie zeigen häufig keinerlei Respekt, weder vor Tier noch Mensch und verlassen zum Teil das Büro des Touranbieters, wenn sie erfahren, dass die Tiere nicht angefasst werden. Es gibt mittlerweile Anbieter, die sich auf diese speziellen Anforderungen eingestellt haben, meist zu erkennen an Werbung in hebräischer Schrift im Fenster. Die meisten anderen Tourbüros, wie auch unseres, werben mit dem genauen Gegenteil.

Und so schleichen wir uns auf dem Rückweg extrem vorsichtig an eine Horde Schweine an, die sich in der Nähe unseres Lagers durch den Fluss wühlt.
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Um zu unserer nächsten Etappe zu gelangen, einer Nacht am Strand des Flusses, müssen wir ein Floß bauen.
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Nach einer kurzen Strecke flussabwärts schlagen wir das Lager auf. Wir möchten in der Nacht nochmals losgehen, um nach Jaguaren und Tapiren zu suchen. Wir finden zwar deren Abdrücke im Sand, die Tiere selbst bleiben jedoch leider unsichtbar.

Am nächsten Tag fahren wir wieder ein Stück mit dem Floß weiter und laufen anschließend einige Stunden. Unterwegs sehen wir wieder Schweine, die übrigens zuallererst am Geruch auszumachen sind, diverse Affenarten, unter anderem Totenkopfäffchen, Klammeraffen, Kapuzineraffen und Löwenäffchen. Alle Arten verbindet eines, sie sind sehr scheu und rasen mit unglaublicher Geschwindigkeit durch die höchsten Baumkronen, so dass es von ihnen keine Fotos zu sehen gibt.

Weniger schnell ist dieses Tier.
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Diese Larve kann sich nämlich gar nicht bewegen, da sie ihr ganzen Leben, bis sie ein Nachtfalter wird, in solchen Palmennüssen verbringt.
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Irgendwann wachsen ihr dann Zähne und sie nagt sich durch die Schale. Das Fleisch der Nuss, sofern nicht von Maden besetzt, schmeckt wie Kokosnuss. Das tolle ist jedoch, die Made selbst schmeckt auch wie Kokosnuss. Sollte also alles von den Maden weggegessen worden sein, bleiben immer noch die Maden selbst.

Irgendwann ist uns aber nach mehr Essen und wir schlagen ein letztes Mal unser Lager auf.
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Später am Abend rennt noch ein Ozelot an unserem Lager vorbei. Ohne Alcide, unseren Führer, hätten wir nicht annähernd die Hälfte der Tiere gesehen. Er stammt aus einer Tacana Gemeinde, die tief innerhalb des Madidiparks lebt und hat ein beeindruckendes Wissen um das Leben und Überleben im Dschungel. Er zeigt uns Pflanzen, die eine betäubende Wirkung haben und in deren Wirkstoff in der Zahnmedizin eingesetzt wird, erklärt uns, dass eine große Liane bis zu 20 Liter Trinkwasser speichert, das, zerschneidet man die Liane, genutzt werden kann (Achtung, es gibt auch giftige Lianen), zeigt, wie rote Farbe aus den Blättern einer Pflanze entsteht und vieles mehr.

Nach dieser Nacht begeben wir uns auf den Rückweg in die Lodge, wo wir nach der Dschungelküche nochmals ein sehr gutes Mittagessen serviert bekommen, bevor wir in das Boot nach Rurrenabaque steigen.

Pampas

Dort buchen wir direkt eine dreitägige Tour in die Pampas mit Dolphins Travel, da uns diese von anderen Reisenden empfohlen wurden. Als wir einen Tag später in Rurrenabaque im Allradjeep losfahren sind wir insgesamt zu fünft, müssen aber noch zwei weitere Gäste vom Flughafen abholen, die aus La Paz ankommen. Zunächst verzögert sich die Abfahrt ein wenig, weil das Flugzeug wegen des Smogs nicht landen kann. Überall in den Pampas brennen Farmer die Felder ab, um sie für die nächste Saat fruchtbarer zu machen. Dies führt leider zu einer riesigen Dunstglocke, die über der gesamten Gegend hängt. Als wir dann losfahren, erfahren wir, dass der Flieger nach Reyes umgeleitet wurde. Immerhin liegt dieses Dorf auf dem Weg zum Fluss. Dort angekommen ist noch kein Flugzeug zu sehen. Schließlich erreicht uns die Nachricht, dass die Maschine La Paz gar nicht verlassen durfte und so besteht unsere Tour nur aus fünf Leuten. Normalerweise ist ein Boot mit acht Leuten und dem Führer besetzt. Bei manchen Anbietern können es auch mal mehr Touristen pro Boot werden, was das Erlebnis natürlich trübt.

Schon auf der Fahrt zum Río Yacuma fallen die vielen Vögel auf und wir sehen sogar zwei Faultiere in den Bäumen.
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Die Gegend rund um den Fluss ist kein Nationalpark, da schon in kurzer Entfernung dahinter privates Landeigentum beginnt. Trotzdem lässt sich die Gemeinde Santa Rosa nicht lumpen und nimmt 150 Bolivianos Eintritt pro Person. Bleibt zu hoffen, dass dieses Geld wenigstens für die Erhaltung des Landstreifens rund um den Fluss eingesetzt wird.

Wie schon erwähnt, die Ausflüge in die Pampas sind weit touristischer als die in den Dschungel. Dies zeigt sich besonders deutlich, als wir an der Bootsanlegestelle ankommen.
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Die Verspätung, die wir durch das Warten auf den Flug aus La Paz haben, macht sich nun sogar positiv bemerkbar. Die meisten Boote sind schon abgefahren und wir können in aller Ruhe die nächsten Stunden auf dem Fluss verbringen, ohne etliche andere Gruppen um uns herum.

Am häufigsten zu sehen sind Kaimane und Schildkröten.
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Dicht gefolgt von Capybaras, Wasserschweinen, die größten Nagetiere der Welt.
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Teilweise auch mit Nachwuchs.
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Unter den Vögeln sicherlich am auffälligsten ist der Hoatzin, auch Schopfhuhn oder Stinkvogel genannt, mit seiner Punkfrisur. Seine Verwandtschaft ist noch immer völlig ungeklärt, so dass er meist einer eigenen Familie zugeordnet wird.
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Im Gegensatz zum Dschungel kann man hier auch Fotos von Totenkopfäffchen machen.
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Das liegt aber nur daran, dass diese früher von den Führern mit Futter angelockt wurden und sich so an den Menschen gewöhnt haben, sehr sogar.
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Irgendwann sind wir trotz aller Tierbeobachtung in der Lodge. Abends gehen wir im Dunkeln erneut auf Tiersuche. Wie schon im Dschungel haben wir kein Glück und die Jaguare, Tapire, Ameisenbären und Dachse, die man theoretisch hätte sehen können, zeigen sich nicht.

Der kommende Vormittag steht im Zeichen der Anakondajagd. Vier Stunden laufen wir durch hüfthohes Gras auf der Suche nach einer Schlange. Im Gegensatz zu uns haben die meisten andern Reisenden, mit denen wir uns unterhalten Glück und finden ein bis zwei Schlangen, allerdings kleine bis maximal eineinhalb Meter Länge. Vielleicht liegt es an unserem Ergeiz, ein zwölf Meter langes und 600 Kilogramm schweres Exemplar zu finden, dass wir letzten Endes leer ausgehen. Nur einige tote Exemplare haben wir aufzuweisen.
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Der Nachmittag ist nur unwesentlich erfolgreicher. Wir möchten die rosa Flussdelphine beobachten. Das gelingt in so fern, als das gelegentlich ein kleines Stück Rücken aus dem Wasser auftaucht. Der Führer erklärt uns, dass die Delphine in der Regenzeit, wenn das Wasser höher ist, viel aktiver und verspielter sind und manchmal auch ans Boot kommen. Wir müssen die Tour also in der Regenzeit nochmals wiederholen.

Am nächsten Morgen werden wir um halb sieben von einem Brüllaffen, der sich in einem Baum direkt vor unserem Schlafzimmer niedergelassen hat geweckt. Nach dem Frühstück geht unserer Führer, dessen Ehre gekränkt ist, weil er keine Anakonda gefunden hat, erneut mit uns für eineinhalb Stunden auf Suche. Wir sehen fischende Störche und Löffler, aber wieder keine Schlange.
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Um wenigstens ein Erfolgserlebnis zu haben, gehen wir noch Piranhas fischen. Ein Haken mit einem Stück Fleisch in den Fluss geworfen und innerhalb von Sekunden reißen sich die Fische darum. Nur leider ist es wesentlich schwieriger die Viecher auch an den Haken zu bekommen. Meist zieht man diesen ohne den Köder und ohne Fisch wieder aus dem Wasser. Daggi fängt immerhin zwei Sardinen, die offenbar auch Fleisch fressen. Wir verfüttern gefühlte zwei Kilo Fleisch an die Fische und gehen leer aus. Damit wir wenigstens mal einen zu sehen bekommen, zeigt uns der Führer wie es richtig geht.
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Die Rückfahrt mit dem Jeep die Holperpiste entlang nach Rurrenabaque zieht sich. Wir sind froh als wir nach drei Stunden völlig eingestaubt ankommen und entscheiden uns, noch zwei Tage zu bleiben, um zu entspannen und am Blog zu arbeiten.

Eingestellt von Daggi.Oli 16:23 Archiviert in Bolivien Tagged round_the_world Kommentare (2)

Der Choro Trail

Von La Cumbre nach Coroico

16 °C
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Der „Choro“ Weg geht auf die Inkas zurück, die ihn angelegt haben, um aus dem subtropischen Coroico Obst und Gemüse in die Hochebene von La Paz zu transportieren. Auf großen Teilen des Weges ist noch heute die originale Pflasterung gut erhalten, was zwar historisch interessant ist, den Weg aber nicht unbedingt leichter zu gehen macht.

Der Pfad überwindet etliche Höhenmeter, die wir lieber bergab laufen, also von La Paz nach Coroico. Die Ausgangsstelle, La Cumbre, ist in rund dreißig Minuten von La Paz aus mit dem Bus zu erreichen. Gegen kurz nach sieben Uhr kommen wir an und es bietet sich ein fantastisches Panorama auf die umliegenden Gipfel.
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Zunächst müssen noch ein paar Höhenmeter bergauf zurückgelegt werden bis zum Apacheta Chucura Pass auf 4860 Metern, die höchste Stelle der Wanderung. Trotz Karte und Wegbeschreibung ist es anfangs nicht leicht, den richtigen Weg zu finden und zum Glück begegnen wir, nachdem wir schon rund 20 Minuten sehr misstrauisch dem Pfad gefolgt waren, einem deutsch-holländischen Paar, das schon seit fünf Tagen unterwegs ist. Da sie uns entgegen kommen, wissen sie, dass der Weg, auf dem wir uns befinden, sicher nicht auf den Pass führt. 20 Minuten später sind wir wieder an der Abzweigung, die wir falsch genommen haben und folgen nun dem richtigen Weg gemeinsam.

Von oben ist die Strecke ins Tal deutlich zu erkennen und weitere Fehler sind so gut wie ausgeschlossen.
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Am ersten Tag kommen wir mit Verlaufen, circa einer Stunde Pause und recht gemütlichem Tempo innerhalb von neun Stunden bis nach Challapampa auf 3200 Metern, überwinden also gute 1600 Meter Differenz. In Challapampa, das nur aus zwei Häusern besteht, schlagen wir zum ersten Mal unser in Arequipa erworbenes Zelt auf.

Relativ spät am zweiten Tag, um neun Uhr, machen wir uns wieder auf den Weg. Wir würden es gerne bis nach Sandillani schaffen, wo sich der in den 40er Jahren nach Bolivien eingewanderte, mittlerweile um die 80-jährige Japaner Tamiji Hanamura niedergelassen hat. Während der Überfahrt auf einem hoffnungslos überfüllten Boot ist seine ganze Familie ums Leben gekommen. Er erlaubt Wanderern in seinem japanischen Garten zu kampieren. Durch unseren späten Aufbruch kommen wir leider nur bis nach Bella Vista, etwa eine Wegstunde vor dem Haus von Tamiji Hanamura. Trotzdem sind es weitere 1200 Höhenmeter Differenz, die wir ins Tal laufen. Innerhalb dieses Tages ändern sich das Klima und die Vegetation erheblich.
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Bella Vista ist leider bei weitem nicht so schön wie ein japanischer Garten, aber da wir einigermaßen geschafft um viertel vor sechs dort ankommen, entscheiden wir, unser Zelt vorsichtig auf der mit Hundekot verzierten Wiese aufzubauen.

Der dritte und letzte Tag führt nochmals 700 Höhenmeter ins Tal hinab nach Chairo. Die meisten Wanderer gehen die letzte Etappe bis nach Coroico nicht mehr, da der Weg hauptsächlich an befahrenen Straßen entlangführt und nicht so reizvoll ist wie die anderen Abschnitte. Unser Plan ist es, etwa eine Stunde weiter ins nächste Dorf zu laufen und dort einen Bus nach Yolosa oder, wenn wir ganz viel Glück haben, sogar bis nach La Paz zu nehmen. In Chairo gibt es zwar auch Transportmöglichkeiten, die werden jedoch monopolartig von einem Bruderpaar dominiert, die unverschämte Preise nehmen. Auf halber Wegstrecke werden wir von einem Führer angesprochen, der mit einem amerikanischen Pärchen unterwegs ist. Er bietet uns an, für 40 Bolivianos mit ihnen nach Yolosa zu fahren, was wir annehmen. Da die Amis noch am selben Tag einen Bus nach Copacabana nehmen möchten und rechtzeitig zurück nach La Paz müssen, rasen wir in fast der Hälfte der angegebenen Zeit nach Chairo, wo wir um kurz nach zwölf ankommen und sofort nach Yolosa gefahren werden. Wir freuen uns schon, schnell nach La Paz zurückzukommen und werden enttäuscht. Wegen eines Festes (falls noch nicht erwähnt, die ewige Feierei hier geht uns langsam auf die Nerven) sind sämtliche Minibusfahrer betrunken und fahren nicht, heißt also es gibt nur wenige Busse, die allesamt schon voll sind. Da die Fahrt annähernd zweieinhalb Stunden dauert, ist ein Taxi auch nicht ganz günstig. Den Amis ist ihre Fahrt nach Copacabana allerdings so wichtig, dass sie sich bereit erklären, den Großteil zu übernehmen. Unsere Alternative ist einige Stunden in der Sonne zu warten und so entscheiden wir, etwas mehr Geld für die Rückfahrt auszugeben, um noch Zeit in La Paz zu haben. Als das Taxi dort ankommt, erleben wir die nächste Überraschung. Der Fahrer hält irgendwo im nördlichen La Paz, sagt dies sei seine Station, weiter fahre er nicht. Wir alle hatten natürlich angenommen, er würde bis zum Busbahnhof fahren. So wird es leider mit der Fahrt nach Copacabana ziemlich eng.

Wir haben einen etwas entspannteren Zeitplan und bleiben zwei weitere Tage, um den Blog auf einen aktuelleren Stand zu bekommen. Anschließend geht es mit dem Flugzeug in den Dschungel von Bolivien.

Eingestellt von Daggi.Oli 21:46 Archiviert in Bolivien Tagged round_the_world Kommentare (0)

La Paz

sunny 15 °C
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Auch hier wird für den Superlativ geschummelt. La Paz gilt gemeinhin als höchste Hauptstadt der Welt. Das Zentrum, der Plaza Murillo, liegt auf 3636 Meter Höhe, der Flughafen sogar auf über 4000, allerdings in El Alto, das seit einiger Zeit den Status einer eigenen Stadt innehat. Knackpunkt ist jedoch nicht die Lage der Stadt, sondern dass seit 2007 Sucre die offizielle Hauptstadt Boliviens ist, auch wenn die Regierung in La Paz sitzt.

Ob nun Hauptstadt oder nicht, die schneebedeckten Andengipfel rund um La Paz sind atemberaubend. Wegen dieser Lage ist La Paz ein idealer Ausgangspunkt für Bergtouren. Einer der bekanntesten Wege ist der historische Choro Trail, den wir nach einem kurzen Organisationstag angehen.

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Eingestellt von Daggi.Oli 21:32 Archiviert in Bolivien Tagged round_the_world Kommentare (0)

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