Reise blog von Travellerspoint

November 2010

Mit 80 km/h durch Australien

Von Broome nach Port Hedland

sunny 43 °C
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Die Fahrt geht weiter. Mit gemütlichen 80 Kilometer pro Stunde bewegen wir uns langsam aber sicher und vor allem benzinsparend dem nächsten Ziel entgegen. Dank Heiko mit guter Musik versorgt sind die Stunden im Auto nie langweilig, allerdings heiß, da unsere Klimaanlage bei ihrem vielleicht fünften Einsatz während der gesamten Reise, den Geist aufgibt.

Den meisten Road Trains ist das allerdings zu langsam. Verständlich, im Gegensatz zu uns haben sie einen Zeitplan einzuhalten und die Landschaft bietet auf Dauer wenig Abwechslung.
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Wir schlucken jedes Mal, wenn uns eines dieser Monster überholt. Mit bis zu vier Anhängern haben sie eine Länge von über 50 Metern. Hier ein noch nicht ganz ausgewachsenes Exemplar in der Abenddämmerung.
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Ähnlich wie das Landesinnere gestaltet sich auf diesem Streckenabschnitt auch der Strand. Der 80 Miles Beach trägt seinen Namen zu Recht.
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Gerne wären wir die Nacht hier geblieben und hätten versucht, den Meeresschildkröten bei der Eiablage zuzusehen, aber die einzige Gelegenheit, ein sehr schön gelegener Caravan-Park, sprengt leider das bereits durch die Automiete aufgebrauchte Übernachtungsbudget. Meistens finden wir jedoch an der Strecke hübsche Plätze unter Bäumen und können dort den Sonnenuntergang genießen.
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Einen weiteren Trost haben wir. Die Fliegenplage ist überall gleich. Kaum streckt man seinen Kopf aus dem Auto schwirren die Mistviecher zu hunderten herbei und versuchen in Augen, Nasen und Ohren zu krabbeln. Und das so penetrant, dass sie sich kaum verscheuchen lassen. Selbst freiwillig angebotene Nutellabrote verschmähen sie und ziehen menschliche Gesichter vor. Eine weitere interessante Beobachtung, Rückenhaut mögen sie nicht. Trägt man ein T-Shirt, lassen sich meist an die 20 Fliegen durch die Gegend tragen, ein nackter Oberkörper bleibt verschont. Zum Glück schlafen die Fliegen nachts, so dass man sehnsüchtig auf den Sonnenuntergang wartet. Untertags versucht man alles, um sich irgendwie zu schützen.
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Vielleicht werden wir doch noch weich und kaufen uns ein Fliegennetz für den Kopf, mit dem hier viele Leute zu sehen sind. Zu Recht!

Eingestellt von Daggi.Oli 15:34 Archiviert in Australien Tagged australien broome round_the_world port_hedland road_train fliegen Kommentare (1)

Gute und schlechte Nachrichten aus Broome

sunny 42 °C
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Nach 600 Kilometern Schotterpiste genießen wir erst einmal die Zivilisation der Stadt und verbringen den Ankunftstag in Broome in der klimatisierten Shopping Mall. Zuvor waren wir noch in der Werkstatt unseres Autovermieters, weil die Heckklappe nicht mehr aufging. Das lässt sich zum Glück mit ein wenig Druckluft zum Reinigen und Öl zum Schmieren beheben. Bei der Gelegenheit lassen wir uns gleich noch einen Satz neue Hinterreifen für den kommenden Montag versprechen. Dann beginnt die für Städte symptomatische Suche nach einem Plätzchen zum (kostenfreien) Schlafen. Wir entscheiden uns, zunächst einmal zum Cable Beach, dem sehr beliebten Stadtstrand, zu fahren, dort etwas zu essen und dann nach Einbruch der Dunkelheit das Auto irgendwo in einer ruhigen Gegend abzustellen.

Während wir unser Fleisch zubereiten kommen wir mit einem sehr netten Australier ins Gespräch, mit dem wir uns über Essen, unsere Reise, unser Auto und ähnliches unterhalten, bis er uns fragt, ob wir schon wüssten, wo wir die Nacht verbringen würden. Auf unsere sehr unspezifische Antwort fragt er uns, ob wir wüssten, dass es in Broome sogenannte Caravan-Overflow Parks gibt, die nur in der Hauptsaison, wenn alle anderen Möglichkeiten voll seien, öffnen würden. Jetzt sei Nebensaison und die Overflow-Parks eigentlich geschlossen, aber er würde einen solchen für seine Kirche leiten und wenn wir wir wollten, könnten wir gerne dort bleiben. Es würde nichts kosten und wir hätten sanitäre Anlagen, Strom, schnelles Internet, was man sich wünscht. Nachdem wir unsere Sprache wiedergefunden haben, sagen wir natürlich zu und er versucht, uns anhand der kleinen Karte, die wir haben, zu erklären, wo sich der Park befindet, gibt aber nach kurzer Zeit auf und meint: „Ach was, es ist am besten, ich gebe euch mein GPS, dann findet ihr´s auf jeden Fall“, drückt uns das Gerät in die Hand und verabschiedet sich.

Und so geben wir ihm eine halbe Stunde später sein GPS zurück und stehen die kommenden Tage in einem schönen Hof unter Mangobäumen mit allem erdenklichen Komfort. Nachts streiten wir uns mit Flughunden und untertags mit Loris und anderen Vögeln um die Früchte.
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Am folgenden Tag fahren wir erst einmal alle Sehenswürdigkeiten von Broome ab. Dazu gehören Friedhöfe, auf denen Angehörige unterschiedlichster Nationen begraben liegen, die Anfang des 20. Jahrhunderts als Perlentaucher nach Westaustralien kamen....
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… der Strand...
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… und die roten Klippen am Gantheaume Point, die durch die Farbkontraste zu Himmel und Meer beeindrucken.
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Unterdessen steigen die Temperaturen weiter. Ein Thermometer im Handschuhfach gibt den Geist auf und zeigt ab sofort nur noch den Maximalwert von 50° Celsius an.
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Da hilft es eigentlich nur noch, sich in den Schatten an den Cable Beach zu legen, der übrigens seinen Namen dadurch erhalten hat, dass hier ein Telegrafenkabel aus Java an Land geführt wurde. Eine der Attraktionen des Strands sind Kameltouren bei Sonnenuntergang in Erinnerung an Afghanen, die früher mit ihren Kamelen in der Gegend Transporte durch die Wüste durchführten.
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Damit haben wir eigentlich auch schon da meiste gesehen, was Broome zu bieten hat. Den Sonntag möchten wir entspannt „daheim“ verbringen, lesen, am Blog schreiben und so weiter. Leider klappt das nur vormittags, bis nämlich zu dem Zeitpunkt, als wir feststellen, dass offenbar unser Auto nicht richtig verschlossen gewesen ist und dies jemand ausgenutzt hat, während wir hinter dem Haus saßen. Ein kleiner Rucksack, in dem die Pässe, Führerscheine und Kreditkarten waren fehlt. Genauso unsere beiden Waschtaschen und ein Schweizer Taschenmesser. Überraschenderweise wurde zwar das Handschuhfach geöffnet, aber die Technik vom MP3 Player über einen FM Transmitter bis zum Spot GPS Sender und einem DC auf AC Konverter ist noch vollständig vorhanden. Rufus, der Hund des Hofes, hat sich wohl auch eher Streicheleinheiten erhofft, anstatt die Diebe in die Flucht zu schlagen. Immerhin zeigt er sich später einigermaßen zerknirscht.
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Zum Glück kommt, als wir den Schaden bemerken, der Nachbar vorbei, der eigentlich nur ein paar Mangos holen möchte. Er nimmt sofort das Ruder in die Hand und meint: “Normalerweise suchen sie nur nach Bargeld. Sie greifen sie sich, was sie tragen können und räumen alles während des Laufens aus.“ Es kann also gut sein, dass wir noch ein paar Dinge finden.
Während Daggi am Telefon die Kreditkarten sperren lässt, sucht Oli mit dem Nachbarn das Feld nebenan ab. Nach hundert Metern liegt zuerst der Rucksack auf dem Weg. Kurz danach folgt eine der Waschtaschen. Und so geht es weiter, bis fast alles wieder in unseren Händen ist. Das wichtigste, die Pässe, haben wir. Sogar alle Kreditkarten finden sich unangetastet im Bauchgurt wieder, der achtlos im nächsten Busch gelandet war. Leider sind zwei der Karten mittlerweile schon gesperrt, was sich nicht rückgängig machen lässt. Die Organisation der Ersatzkarten können wir erst einen Tag später, am Montag, mit den Banken direkt klären. Die Sparda-Bank stellt sich dabei unglaublich bescheuert an. Erst nach einer halben Stunde von Telefonaten mit drei verschiedenen Ansprechpartnern funktioniert es schließlich doch noch, eine Karte nach Sydney zu schicken. Bei der DKB war dafür ein einziges Telefonat unter einer Minute Dauer notwendig.
Alles in allem sind wir mit einem blauen Auge davon gekommen und hatten Glück im Unglück. Verschwunden bleiben leider das Taschenmesser, ein Fernglas und ein Zoom Audiorekorder. Das lässt sich zwar alles ersetzen, aber natürlich hätte man Schöneres mit dem Geld unternehmen können.
Es ist schon fast absurd, in Südamerika, wo jeder damit gerechnet hat, ist nichts passiert, erst jetzt in Australien, wo wir uns so sicher wie lange nicht gefühlt haben. Die Wachsamkeit darf also wohl leider nie nachlassen, ganz egal wo man sich aufhält.

Und so ändern wir unsere Pläne und bleiben einen Tag länger bei Warren, unserem Gastgeber, der uns die Telefonate mit den Banken in Deutschland ermöglicht und uns damit wieder enorm hilft. Es gelingt uns sogar, aus Perth einen Ersatz-Zoom zu bestellen, der postlagernd in die übernächste Stadt geschickt wird, in der wir Halt machen möchten. Nachdem alles geregelt ist, können wir am folgenden Tag mit ruhigem Gewissen wieder ins Auto steigen.

Eingestellt von Daggi.Oli 15:28 Archiviert in Australien Tagged broome round_the_world Kommentare (3)

4x4 Abenteuer Gibb River Road

sunny 40 °C
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Alles offen... also los...
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Im Vorfeld wird um diese Straße großer Wind gemacht. Hat man ein gemietetes Fahrzeug, muss es in jedem Fall über einen Allradantrieb verfügen. Alle Autovermietungen verlangen für die Straße einen Aufschlag mit der Begründung, dass eine Bergung hier besonders teuer käme.

Hat man also endlich alle Bedingungen erfüllt, stellt sich schnell das Gefühl ein, eines der letzten großen Abenteuer der Menschheit zu unternehmen. Wir trauen uns mit nur einem Reserverad, 20 Liter Ersatzkanister und einem knapp 50 Liter umfassenden Wasservorrat in die wilde Einsamkeit des australischen Outback.

Zunächst geht es eine Schotterpiste in erschreckend gutem Zustand entlang. Verschlimmernd kommt hinzu, dass die Piste immer wieder von geteerten Stücken unterbrochen wird. Bis jetzt keine Spur von Abenteuer. Wir sind in Namibia mit einem gewöhnlichen Auto schwierigere Strecken gefahren.

Doch dann, endlich, wird es ein klein wenig spannender. Dieser Fluss möchte durchfahren werden.
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Regnet es auch nur ein bisschen, ist die Gibb River Road gesäumt von Wasserdurchquerungen. Für uns sollte dies die einzige bleiben. Die paar weiteren Pfützen, die noch kommen, nicht mitgezählt. Normalerweise sollte man beide Fahrspuren bei einer Fahrt durch Wasser vorher abgelaufen haben. Da hier jedoch jederzeit Salzwasserkrokodile auf einen Snack warten können, lassen wir das. Lieber bleiben wir mit dem Auto stecken. Die Wasserstandsanzeiger im Fluss verraten sowieso, dass auch hier momentan keine großen Schwierigkeiten zu erwarten sind. Das Zitat eines Australiers an anderer Stelle kommt uns in den Kopf: „You can drive through on a pushbike – it´s that easy, mate!“

Na dann...
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Nachdem das geschafft ist und der Rest der Straße sich weiter zahm zeigt, konzentrieren wir uns auf die landschaftlichen Schönheiten. Es gibt unzählige Felsschluchten, Wasserfälle und Flüsse, die auf dem Weg liegen. Meist fährt man durch steppenähnliche Gegend bis man sich plötzlich aufragenden Felsformationen nähert.
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Dort verbergen sich dann Oasen wie die Galvans Gorge, in der man ohne Krokodilgefahr schwimmen kann.
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Wir lassen uns Zeit für die Strecke und verbringen insgesamt vier Tage auf der Gibb River Road. Besucht man alle Parks und Schluchten, kann man noch wesentlich länger bleiben. Dank des sehr guten Büchleins „Free-Camping in the North of Western Australia“ finden wir jeden Abend schöne Plätze, meist unter Bäumen an Flussläufen.
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Der Schatten ist unbedingt notwendig, da die Temperaturen weiter steigen. Die Höchstwerte liegen inzwischen bei etwa 45° im Schatten. Deshalb gehen wir sehr früh, als es noch erträglich ist, auf die zweistündige Wanderung in der Windjana Gorge.
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Dort sehen wir endlich unser erstes Krokodil. Wenn auch nur ein harmloses Frischwasserexemplar. Immerhin gibt es die ausschließlich in Australien. Wir haben noch immer in Südostasien die Chance, ein fieses Salzwasserkrokodil zu Gesicht zu bekommen.
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Nicht weit entfernt liegt der Tunnel Creek. Als wir lesen, dass dort ein unterirdisches Höhlensystem zu erkunden ist, steht fest, dass es keine bessere Beschäftigung für den Nachmittag geben kann. In der Höhle angekommen schlägt uns allerdings ein äußerst unangenehmer Geruch nach Brackwasser entgegen. Wir wussten, dass die Höhlen unter Wasser stehen, nicht bewusst war uns allerdings, dass dieses Wasser dort natürlich schon die gesamte Trockenzeit unbewegt steht. Wir schießen schnell ein Foto und entscheiden uns schweren Herzens die Erkundung abzubrechen.
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Das Ende unserer Fahrt über die Gibb River Road markiert das Dorf Derby, wo unser erster Besuch der Tankstelle gilt. Unser zweiter einer auf dem Weg liegenden Sehenswürdigkeit, dem Baobab Prison Tree, einem Baum der Ende des 19. Jahrhunderts als Rastplatz von Gefangenentransporten, die aufständische Aborigines nach Derby brachten, genutzt wurde. Der Stamm hat unglaubliche 14 Meter Umfang.
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Eingestellt von Daggi.Oli 14:49 Archiviert in Australien Tagged australia round_the_world derby gibb_river_road windjana_gorge galvans_gorge baobab_prison_tree Kommentare (0)

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