Reise blog von Travellerspoint

November 2010

Der Weg zur Gibb River Road

Keep River Nationalpark, Kununurra und Wyndham

sunny 39 °C
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Es ist umso wichtiger ein gut funktionierendes Auto zu haben, als das unser nächstes Ziel ein Weg ist, die Gibb River Road. Diese 600 Kilometer lange unbefestigte Straße führt durch recht einsames Gebiet in der Kimberley-Region und könnte wegen der Regenfälle jederzeit geschlossen werden. Also beeilen wir uns, um noch rechtzeitig auf die Straße zu gelangen.

Auf dem Weg dorthin passieren wir die Ortschaften Kununurra und Wyndham, die beide keine besondere Erwähnung verdienen. Außer vielleicht, dass Wyndham auf uns den Eindruck eines schrecklich deprimierenden Ortes macht. Alles ist leicht heruntergekommen und man fühlt sich ein bisschen wie ein Eindringling. Vielleicht für andere Reisende interessante Informationen:

  • Benzin ist in Wyndham günstiger als in Kununurra.
  • Auch wenn sie es behaupten, Wyndham hat keine Touristeninformation. Es ist nur eine Tankstelle mit ein paar Flyern.

So kommt es, dass wir ohne die überall empfohlene Infobroschüre über die Gibb River Road auf die selbige fahren. Die Strecke vorher ist allerdings auch schon sehr schön und zu unserer Überraschung gesäumt von Baobab-Bäumen, die man eher in Afrika vermutet.
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Einer dieser Bäume hat besondere Berühmtheit dadurch erlangt, dass Augustus Gregory 1855 hier sein Basislager für seine Erkundung von Western Australia aufgeschlagen hatte. Außerdem gilt er den Aborigines als heilige Stätte.
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Wir nehmen uns außerdem noch die Zeit, den Keep River Nationalpark zu besuchen, weil die Landschaft hier so ähnlich sein soll wie in Bungle Bungle, wovon alle schwärmen, was wir jedoch wegen der Straßenverhältnisse nicht sehen können. Vielleicht sind wir nicht genug in Geologie bewandert, für uns sehen die Fotos von Bungle Bungle ziemlich anders aus als die Formationen im Keep River Park. Ob ähnlich oder nicht, der Abstecher lohnt sich.
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Nachdem wir uns ein letztes Mal telefonisch über den aktuellen Zustand der Gibb River Road informiert und grünes Licht erhalten haben, geht es auf unser erstes 4x4 Abenteuer.

Eingestellt von Daggi.Oli 14:33 Archiviert in Australien Tagged keep_river_nationalpark kununurra wyndham Kommentare (3)

Katz- und Mausspiel in Katherine

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Leider bleibt es nicht bei dem einen Mal im Kakadu Nationalpark. Nachdem es damit angefangen hat, entschließt sich unser Auto, uns ab sofort jeden Morgen Probleme zu bescheren. Das Bild bleibt das gleiche, Starten ist kein Thema, aber kurz gefahren, Fuß vom Gas und der Motor geht aus. Es scheint sogar schlimmer zu werden. Bis zu drei Mal hintereinander wiederholt sich das Spielchen.

Also fahren wir ohne weitere Umwege in die nächste größere Stadt, Katherine, wo wir uns professionelle Hilfe erhoffen. Die Hotline unserer Verleihfirma schickt uns in eine Vertragswerkstatt. Die Empfangsdame dort hat alles, was die Zunft der Automechaniker weltweit eint. Eine brummige, nicht nur latent unfreundliche Art, die mit jedem Wort zu sagen scheint „du brauchst uns, nicht wir dich, also sei froh, dass wir uns überhaupt dein Auto ansehen“. Der Mechaniker vermutet ein Problem mit dem Benzinfilter und verkündet uns zweieinhalb Stunden später, er habe etwas anderes gefunden und hält uns vier zündkerzenähnliche Teile entgegen und meint, die habe er getauscht, keines davon hätte mehr funktioniert.

Wir freuen uns, gehen einkaufen und grillen unser Abendessen an einer Barbecue Area. Diese kostenlosen, mit Gas betriebenen Grillstationen finden sich in fast jeder Stadt Australiens. Oft sind es beliebte Treffpunkte für Traveller, die mit dem eigenen Auto durchs Land fahren und versuchen, sich das Geld für Caravan-Parks zu sparen. Leider ist das Kampieren dort grundsätzlich verboten, was auch von Rangern kontrolliert wird. Übernachtet werden darf nur an ausgewiesenen Plätzen, die es in der Nähe von Städten nicht gibt, da die Caravan-Park-Betreiber auch gerne Geld verdienen möchten. Wird man einmal beim unerlaubten Campen erwischt, gibt es üblicherweise eine Verwarnung, ein zweites Mal kostet Geld. Also verteilen sich nach Einbruch der Dunkelheit alle Camperbusse irgendwo in der Stadt oder vor den Stadtgrenzen, um es den Rangern schwieriger zu machen, sie zu erwischen. Früh am nächsten Morgen versammeln sich häufig genau die gleichen Autos wieder an der Barbecue Area, die sie am Vorabend verlassen haben, weil es dort oft auch sanitäre Anlagen gibt, manchmal sogar mit Duschen.

So verbringen wir unsere erste Nacht in Katherine in einem Industriegebiet nahe der Werkstatt, in der wir unser Auto hatten, was aber keine so gute Idee war, denn in Industriegebieten fangen die Leute früh an zu arbeiten. Ein paar seltsame Blicke fangen wir uns schon ein, als wir um sieben Uhr morgens ein wenig überhastet wegfahren. Leider haben wir ja auch nicht gerade das unauffälligste Gefährt. Der Rest des Tages vergeht unspektakulär, bis am Abend, als wir uns gerade auf die Suche nach einem neuen Platz machen wollen, kurz nach dem Losfahren wieder der Motor abstirbt.

Also begeben wir uns am nächsten Morgen sofort wieder in die Werkstatt. Die sucht und analysiert und entscheidet schließlich, die Benzinpumpe zu tauschen, obwohl sie eigentlich gut aussieht. Sollte das Problem weiterhin auftreten, was sie eigentlich glauben, da sie nichts finden konnten, bliebe als Ursache eigentlich nur die Dieselpumpe und die zu tauschen würde uns eine Woche kosten, was wir natürlich nicht wollen. Abhilfe schaffe aber einfach das Auto vor dem Losfahren fünf Minuten laufen zu lassen. Na gut, damit können wir leben. Mit dem Gedanken, jetzt könne nichts mehr passieren, gehen wir wieder auf die Straße und verlassen Katherine noch am gleichen Tag.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:33 Archiviert in Australien Tagged katherine round_the_world Kommentare (0)

Keine Krokodile in Kakadu

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Nach Ayers Rock, Uluru in der Sprache der Aborigines, ist der Kakadu Nationalpark sicher einer der berühmtesten Orte Australiens. Das Land gehört mittlerweile wieder den traditionellen, indigenen Besitzern und ist an Australien verpachtet.

Der Name Kakadu kommt von einer Aborigine-Sprache, Gagudju, die heute jedoch kaum mehr gesprochen wird. Von insgesamt etwa 200 Sprachen, zur Zeit als die Europäer das Land erreichten, sind heutzutage noch etwa 100 übrig, wobei nur rund 50 Sprachen noch von einer nennenswerten Anzahl Leute gesprochen werden. Wegen der Vielzahl der Sprachen, die sich stark voneinander unterschieden, war es die Regel, dass Aborigines früher wenigstens zweisprachig waren und häufig sogar drei bis vier Sprachen beherrschten. Auch heute ist Englisch meist die zweite oder dritte Sprache.

Im Kakadu Nationalpark wird versucht, den Besuchern diese Kultur näherzubringen. Das beginnt bei der Infobroschüre und wird im Warradjan Culturan Centre sehr gelungen fortgesetzt. Man erhält dort eine gute Einführung in die Welt der Aborigines. Leider entsteht jedoch eher der Eindruck, sie könnten in den ihnen vorbehaltenen Teilen des Landes mehr oder weniger unbeeinflusst ihr traditionelles Leben fortführen. Die aktuellen Schwierigkeiten, die im Blogeintrag zu Darwin bereits erwähnt sind, werden nicht thematisiert. Es ist vorstellbar, dass viele Besucher mit dem Eindruck einer heilen Welt den Park verlassen. Man fühlt sich ein wenig an das Marketing Australiens zur Olympiade erinnert, als auch die indigene Bevölkerung publikumswirksam in Szene gesetzt und ein wenig heile Welt gespielt wurde.

Die meisten Besucher fahren aber wohl wegen der Natur in den Park. Obwohl es verschiedene Landschaftszonen wie Überflutungsebenen, Steppen, Monsunwälder und einige mehr gibt, wird der Eindruck im wesentlichen von rötlichem Sand, Felsformationen und den wenigen Pflanzen, die den Temperaturen von 40° im Schatten und mehr widerstehen können, geprägt.
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Als wir den Park besuchen, kündigt sich eine frühe Regenzeit an. Es hatte die vergangenen Wochen schon mehrfach stark geregnet, was zur Folge hat, dass wir Kakadu schon wesentlich grüner erleben. Vor kurzem war hier noch alles rot-braun. Der Nachteil daran ist, dass wir weder die Jim Jim Falls noch die Twin Falls Gorge besuchen können, die zu den Hauptattraktionen zählen. Die Zugangsstraßen sind wegen der starken Regenfälle geschlossen. Allerdings... wären wir früher im Park gewesen und hätten die beiden Orte besuchen können, dann wäre nicht viel zu sehen gewesen. Von den Wasserfällen war nur ein kleines Rinnsal übrig.

Neben den faszinierenden Landschaften finden sich etliche Stätten mit Felsmalereien, deren Alter auf 20.000 Jahre und mehr geschätzt werden. Die größten Werke finden sich in Ubirr und Nourlangie, von wo die folgenden Fotos stammen.
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Abgesehen von den Felsmalereien ist Ubirr für uns einer der schönsten Orte im Park, der eine traumhafte Aussicht zu bieten hat.
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Nur über eine üble Schotterpiste zu erreichen ist Gunlom. Das Gerüttel lohnt sich aber. Nach einer kurzen Kletterei den Berg hoch zum Ursprung eines Wasserfalls, hat man die Möglichkeit, in einem natürlichen Becken an der Felskante zu baden und dabei die Landschaft zu überblicken.
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In vielen der anderen Pools im Park darf wegen der aggressiven und gefährlichen Salzwasserkrokodile das Wasser nicht betreten werden. Obwohl wir immer angestrengt Ausschau halten, sehen wir leider kein einziges dieser Monster. Die restliche Tierwelt in Kakadu besteht laut Broschüre aus einer unglaublichen Vielzahl von Spezies. Wir sehen immerhin ein paar äsende Wallabies und in den Überflutungsgebieten einige für uns namenlose Wasservögel.
Obwohl sie nicht Namensgeber des Parks sind, wie man leicht meinen könnte, ziehen, wie wohl in fast ganz Australien, immer wieder laut zeternde Schwärme von Kakadus durch den Himmel oder das Geäst von Bäumen.
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Während unseres Aufenthaltes im Nationalpark beginnt eines Morgens unser schon fast schon lieb gewonnenes Auto zu zicken. Es lässt sich zwar problemlos starten, geht man jedoch nach kurzer Fahrt vom Gaspedal, stirbt der Motor ab. Zum Glück startet er nach ein paar Minuten wieder und wir können den Rest des Tages problemlos weiterfahren. Vielleicht hätte man dem fast geschenkten Gaul doch etwas besser ins Maul sehen sollen? Zunächst hoffen wir, dass er nur einen schlechten Tag hatte und setzen die Reise fort...

Eingestellt von Daggi.Oli 11:23 Archiviert in Australien Tagged kakadu australien round_the_world Kommentare (0)

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