Reise blog von Travellerspoint

Dezember 2010

In Bacchus Landen

Die Margaret River Region

sunny 25 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Wir sitzen mal wieder des Internets wegen bei McDonalds, diesmal in Busselton, als uns eine Mail eines weiteren ehemaligen Kunden von Oli erreicht. Seine Band würde heute den ganzen Nachmittag auf der Terrasse einer Kneipe in Margaret River spielen, es wäre toll, wenn wir uns dort treffen könnten. Er weiß von Rob, dass wir uns in der Gegend aufhalten.

Wir sind nicht mehr allzu weit weg und wollten sowieso nach Margaret River, warum also nicht sofort. In der Settlers Tavern lauschen wir kurz darauf den Klängen der Ten Cent Shooters und führen in den Set-Pausen Gespräche über die Audiowelt.

Der folgende Tag ist dem Wein gewidmet, für den die Margaret River Region weltweit bekannt ist. Es gibt unzählige Touranbieter, die an einem Tag vier bis fünf Weinproben auf den Gütern abfahren. Vom hippen Lonely Planet Publikum bis zum gesetzten Weinprofi ist für jeden etwas dabei. Nach langem Überlegen entscheiden wir, auf eigene Faust drei Weingüter, Xanadu, Voyager und Leeuwin Estate, zu besuchen, was sich im Nachhinein als hervorragende Entscheidung erweist, weil Oli in etwa das Geld einer Tagestour in zwei Flaschen Wein investiert und zukünftig vermutlich öfter Kunde von Voyager und besonders Leeuwin Estate werden wird (Anm. d. Authors: Das waren mit die besten Weine, die ich bisher probieren durfte! - Anm. d. Fahrerin: Allerdings auch mit die teuersten!).

Die Anwesen alleine sind schon den Besuch wert. Sie liegen meist idyllisch inmitten ihrer Weinreben, alle haben exzellente Restaurants, man kann es sich dort sehr gut gehen lassen. Voyager zeigen stolz aus welchem Land sie kommen.
P1080088.jpg
Xanadu ist etwas weniger pompös und verlockt uns sehr dazu, alle Hecken abzuernten. Was wir hier in Buchsbaumgröße sehen ist Rosmarin.
P1080084.jpg
Unser Abendessen nehmen wir anschließend ganz bescheiden auf einem Picknickplatz in Margaret River ein. Zuvor waren wir auf dem Rückweg noch am Strand, wo sich angeblich nur Weltklasse-Surfer tummeln, weil es hier fantastische Wellen gibt. Allerdings haben sich weder Wellen noch Surfer blicken lassen.

Da wir im Dorf ein offenes WLAN entdeckt haben, fahren wir nach dem Essen kurz in die Stadt, um das Angebot zu nutzen. Und dann begehen wir einen ziemlich dummen Fehler und lassen den Rechner am Strom der Autobatterie angeschlossen. Bereits beim ersten Starten des Fahrzeugs war uns aufgefallen, dass sie nicht mehr sehr kräftig war, dachten aber, sie hätte auf den bisher gefahrenen Kilometern genug Gelegenheit gehabt, sich wieder einigermaßen zu laden. Hatte sie nicht. Als wir losfahren wollen passiert fast nichts. Mittlerweile ist es halb zehn und dunkel, an Starthilfe ist vor morgen nicht zu denken. Im Auto in der Stadt schlafen ist auch ein unangenehmer Gedanke und wird im schicken Margaret River sicher nicht gerne gesehen. Wir entscheiden, 20 Minuten zu warten und dann einen weiteren Versuch zu unternehmen. Das Orgeln ist schon kraftvoller, immerhin dreht der Motor wieder. Zu unserer großen Freude springt er nach einiger Zeit sogar an.

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Strecke fahren und uns wie in der Nacht zuvor in ein Waldgebiet nördlich der Stadt stellen. Nun aber sollten wir besser eine halbe Stunde fahren, um am nächsten Morgen nicht die gleichen Schwierigkeiten zu erleben. Also bewegen wir uns in Richtung Süden, wohin uns die weitere Fahrt sowieso gebracht hätte. Auch dort findet sich ohne größere Schwierigkeit ein Plätzchen für die Nacht.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:57 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world margaret_river wein Kommentare (5)

Frohe Weihnachten

sunny 28 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

large_P1080093.jpg
Aus Fremantle, südlich von Perth, wünschen wir allen Lesern frohe Weihnachten. Danke, dass Ihr uns treu bleibt, mitlest und vielleicht manchmal auch ein wenig mitreist. Wir freuen uns kolossal über jede Mail, jeden Kommentar und jedes Lebenszeichen.

Ein ganz besonders großes, wirklich riesiges Dankeschön geht an Heiko und alle alten HdM-Kollegen für die Audiogrüße. Eine tolle Überraschung! Ihr habt´s geschafft, jetzt erst habe ich Heimweh bekommen.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:54 Archiviert in Australien Tagged australien fremantle round_the_world weihnachten Kommentare (7)

Auf Waldwegen

Von Perth bis zum Tuart Forest Nationalpark

sunny 22 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Nach rund sieben Wochen erreichen wir Perth, das Ziel unserer Autoreise durch Australien. Viel zu früh, um unser Fahrzeug abzugeben. Wir tun es trotzdem. Allerdings nur im Tausch gegen ein neues. Bis zur Rückgabe am 23. bleiben immerhin noch über zwei Wochen.

In der letzten Zeit war das Problem des ausgehenden Motors immer schlimmer geworden. Obwohl wir ihm jeden Morgen seine fünf Minuten Warmlaufphase gegeben hatten, passierte es immer häufiger, dass er trotzdem während der Fahrt einfach ausging. Im dichter besiedelten Süden nicht immer ein Vergnügen.

Immerhin klappt der Tausch der Fahrzeuge ganz untypisch für unsere Verleihfirma recht reibungslos, obwohl dem Büro in Perth nicht wie von der Roadside Assistance versprochen Bescheid gegeben wurde. Inzwischen streiten wir uns mit der Firma nur noch über die Anzahl der Tage, die wir in Werkstätten verbracht haben. Nach unserer Rechnung sind das zehn plus einen Rabatt für 14 Tage wegen der ausgefallenen Klimaanlage, nach Rechnung des Verleihers vier Tage plus Rabatt für 10.

Im Laufe der Reise bekommt man so manche interessante Geschichte über die Firma zu hören, zum Beispiel, dass über kein anderes Unternehmen mehr Beschwerden bei der australischen Verbraucherschutzbehörde eingehen, dass Reisende in Autos losgeschickt werden, bei denen der Rückwärtsgang nicht mehr funktioniert. Selbst sehen wir ein Auto, bei dem das Handschuhfach sowie die Heckklappe nicht mehr zugehen. Die Heckklappe muss immer mit einem Abschleppseil festgebunden werden.

Unser Autotausch ist jedenfalls Gold wert. Die Angst, der Motor würde absterben ist weg und das Fahrverhalten des neuen Delicas wesentlich besser. Er ist zwei Jahre jünger, Baujahr 96 und hat rund 20.000 Kilometer weniger auf dem Buckel, ist aber vor allem wesentlich besser gewartet. Auf einmal macht das Fahren wieder Spaß. Unauffälliger ist er allerdings nicht.
P1080064.jpg
Zunächst verlassen wir die Stadt gar nicht, sondern machen in Fremantle bei Rob im Poon's Head Studio halt. Es muss doch wenigstens einen Vorteil haben, wenn man sich weltweit um die Software-Probleme der Kunden kümmern durfte. So kommt es, dass wir vor Robs Haus im Bus übernachten und sein Bad und Internet nutzen können. Im Gegenzug ist Oli bei einigen Fragen zur Audiosoftware Sequoia behilflich. Ein Freund von Rob beschreibt einige Tage später das Studio übrigens sehr treffend als Haus der Adams Family, bei dem man nie ganz genau weiß, was man finden wird. Er hat recht. In einem unglaublichen Chaos aus Wohn- und Studioräumen findet sich allerdings nur das teuerste analoge Equipment.

Obwohl wir sehr herzlich aufgenommen werden, zieht es uns weiter. Der südliche Teil Westaustraliens soll viel zu bieten haben. Wir fahren erst spät aus Fremantle ab und müssen uns recht zügig einen Platz für die Nacht suchen. So landen wir in der Nähe von Dwellingup mitten im Wald im Pow Camp, wo auch das Foto des Autos entstanden ist. Ein wirklich herrlicher, ruhiger Platz, der zu unserer großen Überraschung kostenfrei ist.

Um nun aber dem neuen Auto mal auf den Zahn zu fühlen, fahren wir eine ausgewiesene 4x4 Straße, den sogenannten Captain Fawcett Commemorative 4x4 Track. Die Strecke ist sehr schön und führt durch dichte Eukalyptuswälder. Der Weg ist nicht allzu schlimm, Fahrer und Fahrzeug werden nicht sehr beansprucht. Meist geht es über einen engen Waldweg, der zwar riesige und tiefe Schlaglöcher, Kuhlen und Senken aufweist, aber keine Gefahr bietet, stecken zu bleiben. Die letzten 65 Kilometer der insgesamt 105 schenken wir uns, da sie nur noch über eine gepflegte Schotterpiste führen, die nicht halb so viel Spaß macht. Die Nacht verbringen wir auf einem hübschen Platz direkt an einem See im Lake Recreation Park bei Collie.

Nach einem Tag Pause am See geht es weiter durch die Wälder in Richtung Weingüter bei Margaret River. Im Wellington Nationalpark gelingt noch ein tolles Foto eines sogenannten Splendid Fairy-Wren, Türkisstaffelschwanz auf deutsch, oder einfach nur Zaunkönig.
P1080077.jpg
Wir bleiben bei der Tierbeobachtung. Eines Abends in einem Pinienwäldchen im Tuart Forest Nationalpark begegnen uns gleich zwei furchteinflößende Gesellen auf einmal. Die Spinne, ein sogenannter Huntsman, ist zwar harmlos aber angriffslustig und immerhin handtellergroß.
P1080082_web.jpg
Während der direkt neben der Spinne wartende Hundertfüßer mächtige Schwellungen und Schmerzen verursachen kann.
P1080083.jpg
Jetzt freuen wir uns erst Recht auf ein gepflegtes Glas Wein.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:25 Archiviert in Australien Tagged perth australien fremantle round_the_world collie dwellingup 4x4_track Kommentare (1)

(Einträge 1 - 3 von 12) Seite [1] 2 3 4 » Nächste