Reise blog von Travellerspoint

Dezember 2010

Abenteuer-Schluchten im Karijini Nationalpark

overcast 35 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Um es vorwegzunehmen, der Karijini Nationalpark ist der schönste und beeindruckendste Park, den wir bisher in Australien gesehen haben. Nach unserem unfreiwilligen Zwischenstopp in Tom Price gilt unser erster Besuch im Park dem sehr sehenswerten Besucherzentrum. Im Gegensatz zu dem des Kakadu Nationalparks wird hier die Geschichte der Aborigines vor dem Hintergrund der Besiedlung der Europäer kritisch beleuchtet. Es ist einer der wenigen Plätze in Australien, wo Fehler eingestanden werden. Ansonsten fällt es dem Land offenbar schwer, seine eigene Geschichte aufzuarbeiten, was uns auch von Australiern so bestätigt wurde. Falls die Bemerkung gestattet ist, mal ein Punkt, an dem man von Deutschland lernen könnte.

Nachdem wir recht lange im Besucherzentrum bleiben, fahren wir direkt danach auf den Campingplatz. Am nächsten Morgen beginnt unsere Besichtigungstour durch die vielen Schluchten im Park. Überall sind Spinifex Tauben unterwegs, die unserer Meinung nach Haubentauben genannt werden sollten.
23_Karijin..Pigeons.jpg
Die erste Wanderung führt zuerst zum Aussichtspunkt auf den Circular Pool.
22_Karijin..ar-Pool.jpg
Und dann hinab und durch die Schlucht bis zu den Fotescue Falls.
24_Karijin..Falls01.jpg25_Karijin..Falls02.jpg26_Karijin..Falls03.jpg
Unterwegs treffen wir Martin und Jenny, ein australisches Paar, das wir schon im Keep River Nationalpark kennengelernt hatten. Die beiden reisen ein Jahr im Campervan durch Australien. Wir unterhalten uns so lange und so gut mit ihnen, dass wir entscheiden, auch den Abend gemeinsam zu verbringen und erst einen Tag später zu den weiteren Schluchten zu fahren.

Wir gehen als erstes in die Hancock Gorge. Der Weg zwischen den Felsen ist schmal und führt manchmal durchs Wasser, immer wieder muss geklettert werden.
27_Karijin..Gorge01.jpg90_28_Karijin..Gorge02.jpg29_Karijin..Gorge03.jpg30_Karijin..Gorge04.jpg31_Karijin..Gorge05.jpg32_Karijin..Gorge06.jpg
An dieser Stelle müssen wir umkehren. Mit Erfahrung, Ausrüstung und Erlaubnis der Verwaltung kann man sich weiter durch die Schlucht abseilen, was sicher ein tolles Erlebnis ist.

Nachdem wir wieder oben sind genießen wir den Blick vom Oxer Lookout...
33_Karijin..Lookout.jpg
… bevor wir in die nächste Schlucht zum Handrail Pool absteigen, der so heißt, weil das letzte Stück Weg hinunter zum Wasser an einem im Fels verankerten Geländer geklettert werden muss.
34_Karijin..il-Pool.jpg
Während der Tage im Park haben wir Glück mit dem Wetter. Es bleibt meistens bewölkt und die Temperatur somit erträglich. Außerdem entstehen die interessanteren Motive während der Abendstimmung, wie hier an der Knox Gorge, unserem letzten Stopp.
35_Karijin..Gorge01.jpg
Die Besteigung des Mount Bruce auf dem Weg aus dem Park schenken wir uns, da das Wetter mittlerweile wieder aufgeklart hat. Mit neuen Vorräten aus Tom Price können wir uns an die nächste Etappe machen.

Eingestellt von Daggi.Oli 19:13 Archiviert in Australien Tagged gorges australien round_the_world karijini_nationalpark Kommentare (2)

Entlang der Eisenbahn

Millstream Chichester Nationalpark, Hamersley Gorge und Tom Price

sunny 37 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Wir fahren nun also im dritten Gang eher mit 70 anstatt mit 80 Kilometern pro Stunde weiter. Da überhaupt nicht einzusehen ist, dass wir unseren Plan wegen einer unfähigen Autovermietung ändern, besuchen wir zunächst den Millstream Chichester Nationalpark und die Hamersley Gorge, bevor wir nach Tom Price in die Werkstatt fahren.

Die Zufahrt zum Nationalpark ist eine private Schotterpiste, die von einem der Minengiganten betrieben wird. Es ist eine Servicestraße, die neben Bahngleisen entlangläuft. Wer als Tourist die Route befahren möchte, kann eine Erlaubnis dafür einholen. Man bekommt ein Video über die Gefahren von Schotterpisten zu sehen und lernt, was alles mit welchen Konsequenzen falsch gemacht werden kann. Nebenbei bemerkt, das Video ist hervorragend, ein Lob an den Kameramann und an die Firma, die das Budget für die Hubschrauberaufnahmen freigegeben hat. Nachdem dann noch eine Unterschrift geleistet ist, steht dem Gerüttel nichts mehr im Weg.

Landschaftlich ändert sich nicht viel. Es bleibt rot, weit, trocken.
16_Millstr..ndscape.jpg
Auf diesem Foto kaum zu glauben, doch der Millstream Nationalpark wirbt damit, dass eine der Hauptattraktionen das viele Süßwasser sei. Das erste Beispiel, das wir dafür zu sehen bekommen ist der Python Pool, wo jedoch leider keine Schlange zu finden ist.
17_Millstr..on-Pool.jpg
Es folgt ein tatsächlich noch wasserreicher Fluss, der sich durch die Landschaft windet. Sehr viel beeindruckender ist allerdings die Hamersley Gorge, die bereits zum nächsten Nationalpark, Karijini, gehört. Die Gesteinsformationen und -farben dort sind fantastisch.
18_Hamersley01.jpg
19_Hamersley02.jpg20_Hamersley03.jpg
Das Wasser in der Schlucht ist herrlich klar und sammelt sich immer wieder in kleinen Becken, die zum Baden einladen. Die Nacht verbringen wir auf einem sehr schönen Platz oberhalb der Gorge, der zum Glück so abgelegen ist, dass wir uns keine Gedanken machen müssen, verscheucht zu werden.

Dann entschließen wir uns doch dafür, einen kleinen Umweg nach Tom Price zu fahren und erst anschließend die weiteren Sehenswürdigkeiten des Karijini Nationalparks zu besuchen. Als wir gegen 14 Uhr bei der Werkstatt ankommen, werden wir auf den nächsten Tag früh morgens vertröstet, weil der Mechaniker, der sich am besten mit dem Computer auskennt, gerade jemanden aus dem Nationalpark abschleppen muss. Also vertreiben wir uns irgendwie die Zeit in Tom Price. Lesen, Grillen, Dösen, viel mehr kann man hier nicht unternehmen. Die Stadt ist, wie alle in der Gegend, nur als Wohnort für Minenarbeiter entstanden. Netter Nebeneffekt, Touristen können die vorhandene Infrastruktur nutzen. Und so sehen wir wenigstens noch eines der Minenfahrzeuge, die wir uns in Chile schon ansehen wollten, aber nicht konnten, weil wegen starken Windes die dort kostenlose Führung abgesagt wurde. In Australien werden für eine zweistündige Führung 25 Dollar verlangt, was es uns nicht wert ist.
21_Tom-Pri..e-Truck.jpg
Zu unserer Freude entdecken wir an der Schule in Tom Price noch ein offenes WLAN, von dem wir ausgiebig Gebrauch machen und so den Abend verbringen. Wie alles in Australien ist auch die Internetnutzung extrem teuer. Je nachdem wie abgelegen der Ort ist, müssen rund fünf bis zehn Dollar die Stunde kalkuliert werden. In Darwin war der günstigste Preis zwei Dollar fünfzig. Angesichts der weltweiten Entwicklung, Onlinezugang immer flächendeckender und günstiger anzubieten, scheint Australien hier hinterherzuhinken.

Nachdem wir unsere Onlinesucht befriedigt haben, verbringen wir die Nacht im Auto in der Nähe der Werkstatt, um am nächsten Morgen pünktlich um sieben Uhr vorzufahren. Wie versprochen kommen wir sofort dran und während der Mechaniker das Auto untersucht, packen wir unser Frühstück aus. Dass nicht sofort wieder jemand bei uns steht und verkündet, der Computer könne das Auto nicht analysieren, werten wir als positiv und warten. Und warten....
Um halb elf schließlich kommt der Chef und meint, sie hätten ein paar kaputte Sicherungen und gebrochene Kabel gefunden und ausgetauscht und die Schaltung würde jetzt wieder funktionieren. Er bestätigt außerdem unsere Vermutung, dass in der „D“-Stellung ausschließlich der dritte Gang benutzt wurde. Wir machen uns sofort und mit wesentlich mehr Freude am Fahren auf den Weg in den Nationalpark.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:01 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world hamersley_gorge millstream_chichester_nationalp tom_price Kommentare (0)

Bei den Kumpels

Die Minenstädte Port Hedland und Karratha

sunny 43 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Port Hedland und Karratha müssen wir passieren. Sie liegen auf der Strecke Richtung Süden. Viele Reisende mit Work & Holiday Visum bleiben etwas länger, weil dort mit die besten Löhne Australiens gezahlt werden. Bis 28$ pro Stunde, auch für ungelernte Arbeiter, sind keine Seltenheit. Die Reisekasse lässt sich also ziemlich schnell wieder auffüllen.

Eisenerz wird in der Gegend gewonnen. Die hohen Löhne müssen gezahlt werden, weil es nur wenig weitere Anreize zu bleiben gibt. Als Besucher kann man einen Tag lang den Gigantismus der Minengesellschaften bewundern.

In Australien ist alles etwas größer. Das beginnt bei den Essensportionen im Supermarktregal (es gibt hier ein schwerwiegendes Problem mit Übergewichtigkeit), geht weiter auf der Straße (siehe die oben erwähnten Road Trains) und findet seinen Gipfel bei den Minen. Das Eisenerz wird auf privat betriebenen Schienennetzen transportiert. Die Züge, die typischerweise dort fahren, sind über dreieinhalb Kilometer lang. Um das Gesamtgewicht von 26.000 Tonnen zu ziehen, werden sechs Lokomotiven mit jeweils 6.000 PS benötigt.
13_Minen_Zug01.jpg14_Minen_Zug02.jpg15_Minen_Zug03.jpg
Nachdem alles von den Minen dominiert wird, ist die Touristeninformation von Port Hedland vielleicht ausschließlich auf Fragen zu diesen Themen vorbereitet. Sie sind zwar sehr nett, geben uns aber die Information, dass die Meeresschildkröten, die es auch hier gibt, am wahrscheinlichsten um sechs Uhr früh am Strand zu beobachten seien. Als wir dort ankommen, sehen wir nur noch deren Spuren, die sie während der Flut in der Nacht hinterlassen haben.

Also fahren wir in die nächste Minenstadt Karratha weiter. Dort soll es auch Möglichkeiten zur Beobachtung geben. Auf dem Weg machen wir noch bei diversen schönen Aussichtspunkten über das Meer halt. Als wir beim sogenannten Settler Beach wieder ins Auto steigen und losfahren möchten, passiert fast nichts. Die Automatik steht auf „D“, der Fuß auf dem Gas und trotzdem kommen wir kaum von Fleck. Wir checken sofort das Getriebeöl, überprüfen jeden Schalter für die Automatik, nichts, alles sollte funktionieren. Trotzdem verhält sich das Auto so, als würde es in der Stellung „D“ exklusiv den dritten Gang verwenden. Wie sich viel später herausstellt, ist das tatsächlich so.

Wir fahren also zunächst direkt nach Karratha, was wir zum Glück sowieso vorhatten und rufen wieder die Dame unserer Autovermietung an. Die verkündet, dass am Freitag Nachmittag keine Werkstätte mehr offen hätte und wir bis Montag warten müssten. Toll, das Wochenende in Karratha, wir können uns schönere Orte vorstellen, um festzuhängen. Wir verbringen die Tage meist im Shopping Center und bei McDonalds, weil wir zum einen unser Auto nicht allzu viel bewegen möchten und es dort Internetzugang in klimatisierten Räumen gibt.

In einer Nacht versuchen wir nochmals unser Glück mit den Schildkröten. Am Cleaverville Beach etwas außerhalb von Karratha stellen wir den Wecker auf drei Uhr nachts, eine Stunde bevor die Flut ihren höchsten Punkt erreicht hat. Leider ist der Mond um die Zeit schon wieder untergegangen. Es ist stockdunkel und wir sehen nichts, gar nichts. Wahrscheinlich war um uns herum alles voller Schildkröten. Es darf jedoch kein Licht benutzt werden, da sie sonst gestört werden und zurück ins Meer gehen. Wir gehen also zurück ins Bett und schlafen weiter.

Am Montag früh gilt unser erster Besuch der Werkstatt. Die sagt uns vor Dienstag ginge gar nichts. Unsere Autovermietung schlägt vor, wir könnten uns eine beliebige andere Werkstatt in der Stadt suchen, sie würden selbstverständlich die Kosten übernehmen. Uns bleibt nichts anderes übrig, wir suchen und finden zwei. Beide schlagen uns Termine gegen Ende der Woche vor. Einer wenigstens hört sich das Problem genauer an und meint, er wäre ziemlich sicher, es liege an der Elektronik, wir könnten auch bei Autoelektronikern nachfragen. Wir finden einen, der so nett ist, uns um 15 Uhr dazwischen zu schieben. Leider erfolglos, der Computer ist nicht kompatibel und liefert kein Ergebnis. Sie schlagen eine weitere Werkstatt vor, die hätten das modernste Analysegerät in der Stadt. Wir fahren sofort hin. Dort schnappt sich der Mechaniker ohne zu zögern den Computer, kommt mit uns zum Auto und probiert alle Typenmodelle des Mitsubishi Delica – erfolglos, kein Ergebnis. Er meint noch Mitsubishi und Mazda wären „a pain in the ass“ und bestätigt damit, was andere Mechaniker vor ihm schon ähnlich formuliert haben.

Ein neuer Anruf bei unserer Autovermietung. Sie schlägt vor, mit dem Auto nach Exmouth zu fahren, wo sie eine eigene Werkstatt oder ein anderes Fahrzeug hätten. Dort möchten wir zwar auch hin, aber vorher gibt es noch zwei Nationalparks, die nicht auf der direkten Strecke liegen. Wir haben also keine große Lust, 600 Kilometer nach Exmouth zu fahren, um dann wieder umzukehren. Unsere Forderung, uns das Ersatzauto von Exmouth nach Karratha zu bringen, kann nicht erfüllt werden, da es angeblich kein Personal gibt, um dies zu erledigen.
Während des Anrufs lässt sie sich das Problem nochmals genau beschreiben und hält immer wieder Rücksprache mit irgendjemandem. Anscheinend einem eigenen Mechaniker, denn auf einmal glaubt sie, es müsse nur der Luftfilter gereinigt werden und verkündet stolz, das würde sofort gemacht werden, wir sollten in ihre Vertragswerkstatt fahren, die uns heute früh noch auf morgen vertröstet hatte. Dort angekommen, weiß niemand von unserem Besuch. Wir rufen wieder unsere Lady an und schildern unsere Verwirrung. Sie lässt sich an das Werkstattpersonal weiterreichen und spricht eine ganze Weile mit dem Serviceleiter. Der kommt nach dem Telefonat auf uns zu, bittet uns erneut, das Problem zu beschreiben und winkt ab, kaum beginnen wir zu sprechen. Er glaubt, wir hätten ein elektronisches Problem, das niemand in der ganzen Stadt analysieren könne. Er wolle den Wagen gar nicht sehen. Das hat sie gut hinbekommen, unsere Service-Dame.

Was bleibt, als wieder mit ihr zu sprechen. Ihre erste Frage: „Und, wie habt ihr euch entschieden?“ verschlägt uns die Sprache. Nachdem wir sie wiedergefunden haben, führen wir ein weiteres langes Telefonat, in dem sie uns keine Lösung anbieten kann. Da wir nicht bis ans Ende unserer Tage in Karratha bleiben möchten, sondern eigentlich hier sind, um Australien zu sehen, entscheiden wir, im dritten Gang 450 Kilometer nach Tom Price zu fahren, wo es angeblich eine große, gute Werkstatt gibt. Der Vorteil von Tom Price, es liegt wenigstens auf dem Weg zum nächsten Nationalpark. Wir müssen nur einen kleinen Umweg fahren. Als wir verlangen, dass die Autovermietung für den höheren Benzinverbrauch aufkommt, meint sie, nur weil wir glaubten, das Auto verbrauche mehr, würde niemand in der Firma uns das zusagen. Es könne erst entschieden werden, wenn wir alle Tankbelege aufheben und am Ende mit den notierten gefahrenen Kilometern einreichen würden.

Das eigentlich schockierende ist aber, dass sie von uns verlangen, mit einem derart defekten Fahrzeug weiterzufahren. Der von uns selbst gereinigte, wie neu aussehende Luftfilter hat am Problem natürlich nichts verändert. Bis jetzt bleibt uns leider nur der Schluss: Finger weg von Wicked Campervans. Nach allem was wir bisher gehört haben, hat die Konkurrenzfirma Travellers Autobarn einen recht guten Ruf.

Aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen! Fortsetzung folgt...

Eingestellt von Daggi.Oli 16:49 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world port_hedland minen karratha wicked_campervans travellers_autobarn Kommentare (0)

(Einträge 10 - 12 von 12) Vorher « Seite 1 2 3 [4]