Reise blog von Travellerspoint

Dezember 2010

Von Kalbarri nach Geraldton

sunny 30 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Das nächste Ziel nach Monkey Mia ist der Kalbarri Nationalpark. Er ist schön, aber nachdem sich die Landschaft seit der Gibb River Road nicht nennenswert verändert hat, gehört er keinesfalls ins Pflichtprogramm.

Am sogenannten Nature's Window entscheiden wir, mal wieder das Auto gegen unsere Füße einzutauschen.
01_Natures-Window.jpg
Nur acht Kilometer gilt es zu bewältigen, inzwischen bewegen sich die Temperaturen auch nicht mehr in den vierzigern. Allerdings müssen wir schnell feststellen, dass auch 30° in der Mittagshitze ohne Schatten auf dem Weg noch ausreichen, um uns ziemlich zu erschöpfen. Schon bald verlieren wir die Lust und quälen uns durch die insgesamt drei Stunden, bis wir wieder den Ausgangspunkt erreichen. Immerhin gibt es unterwegs schöne Felsformationen zu sehen.
02_Loop-Walk.jpg
Höhepunkt des Parkbesuchs bleibt für uns allerdings der Dornteufel, den wir auf dem Weg zum Highway auf der Straße sitzen sehen. Zum Glück ist er sich seines giftigen Aussehens so bewusst, dass er sich keinen Millimeter bewegt, als wir an ihm vorbeirasen und immer noch am gleichen Fleck steht, nachdem wir zurückgesetzt haben. Er steht auch brav Pose für Fotos.
03_Dornteufel.jpg
Die Stadt Kalbarri versucht mit Pelikanen etwas ähnliches aufzubauen wie Monkey Mia mit Delphinen. Jeden Morgen seit dreißig Jahren wird die Freundschaft zwischen Tier und Mensch mit ein wenig Fisch neu besiegelt. Eine kleine Gruppe Touristen wohnt dem Schauspiel bei. Wir finden allerdings den großen Schwarm Kakadus, der den Rasen in Kalbarri abweidet, fotogener.
04_Kakadus.jpg
Hinter der Stadt erstreckt sich der Nationalpark weiter die Küste entlang...
05_Red-Bluff.jpg
… und weiter südlich bei Port Gregory nennt sich ein See „Pink Lake“. Wir denken zunächst an eine leichte Färbung ähnlich wie die der Laguna Colorada in Bolivien. Dieser See jedoch hält was sein Name verspricht.
06_Pink-Lake.jpg
Verantwortlich für das intensive Rosa ist Beta-Karotin, das von einer Alge produziert wird.

Schließlich erreichen wir Geraldton, die erste Stadt mit größerem Supermarkt seit Karratha. Wir verbringen zwei ereignislose Tage dort mit der Vorbereitung von Weihnachtsgeschenken.

Eingestellt von Daggi.Oli 16:50 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world geraldton kalbarri_nationalpark Kommentare (0)

Weihnachtsträume in Shark Bay

Carnarvon, Denham und Monkey Mia

sunny 28 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Bereits ab Exmouth fällt uns auf, dass deutlich mehr Traveller unterwegs sind als noch im Northern Territory. Es gibt in Australien fast ausschließlich Langzeitreisende. Die meisten kommen aus Frankreich oder Deutschland und direkt nach dem Schulabschluss. Dank Work & Holiday Visum bleiben sie wenigstens ein Jahr und fahren in dieser Zeit in zu Campern ausgebauten Bussen durchs Land. Abends fallen sie häufig wie die Heuschrecken über die Campingplätze her, nehmen rücksichtslos alle verfügbaren Bänke und Tische in Beschlag, bauen zum Beispiel ihre Zelte direkt daneben auf, so dass niemand anderes sie nutzen kann und machen die halbe Nacht einen Höllenlärm. Das ist auch ein Grund, warum das Reisen in weniger entwickelten Ländern, wo vielleicht mehr Abenteuerlust nötig ist, angenehmer ist. Dort haben wir die Reisenden jedenfalls anders empfunden.

Wir bleiben weiterhin auf dem Touristenpfad an der Küste. Von Coral Bay aus führt der Weg über Carnarvon nach Denham und weiter bis ins Monkey Mia Ressort, wo Delphine beobachtet werden können.

In Carnarvon erhält das Lied „I am dreaming of a white christmas“ eine ganz neue Bedeutung, als wir zu dessen Klängen bei ca. 30° auf dem Parkplatz des Einkaufszentrums einen Liter Eis verzehren. Weihnachtliche Stimmung möchte sich bei Sonnenschein in Meeresnähe nicht so richtig einstellen. Dazu fehlt die Dunkelheit, der Schnee, Weihnachtsmärkte und Glühwein. Aber träumen darf man ja...

Trotz vieler Besucher gibt es bei Denham mehrere Plätze, die man fast für sich alleine haben kann. Nach vorheriger Anmeldung darf zum Beispiel in Meeresnähe am Aussichtspunkt Eagle Bluff übernachtet werden. Wo man tagsüber noch über das größte Seegrasfeld der Welt blickt und sich unten in der Bucht die Haie tümmeln...
P1070812.jpg
… bietet sich während des Abendessens eine wunderschöne Sonnenuntergangsstimmung.
P1070833.jpg
Auf dem Weg nach Denham lassen sich Stromatolithen bestaunen. Sie sehen schlicht nach Felsen aus, bestehen aber aus Mikroben, die sich zu diesen Gebilden zusammen geschlossen haben. Ihnen wird ein wesentlicher Beitrag zur Entstehung des Lebens auf der Erde zugeschrieben. Vor etwa zwei Milliarden Jahren waren sie die ersten Lebensformen, die Sauerstoff produzierten.
P1070804.jpg
Ein weiterer Stopp auf dem Weg ist der Shell Beach. Er trägt seinen Namen zu Recht, wie das Foto zeigt.
P1070807.jpg
Hinter Denham schließlich liegt das Monkey Mia Ressort. Warum das Ressort nun ausgerechnet Affe heißt, wo dort doch täglich Delphine gefüttert werden, erschließt sich uns nicht. Jeden Morgen gegen acht Uhr kommen wilde Delphine ans Ufer geschwommen und warten auf ihre Ration Fisch. Insgesamt fünf Delphine werden bis zur Mittagszeit drei Mal gefüttert. Während der ersten Fütterung drängeln sich die Besucher noch an der Wasserlinie, jeder versucht einen besseren Platz zu erhaschen. Bei der dritten Fütterung ist nur noch eine kleine Hand voll dabei.

Die Damen, die die Fütterung durchführen, legen großen Wert darauf, zu betonen, dass die Delphine nicht wegen des Fressens sondern wegen der Interaktion mit den Menschen kommen. Sie würden nur einen winzigen Bruchteil des täglichen Bedarfs verfüttern. Uns drängt sich die Frage auf, ob die Tiere ganz ohne Fressen wirklich kommen würden? So wurden sie vor dreißig Jahren erstmals angelockt. Immerhin darf nicht wie früher jeder Besucher selbst mit einem Eimer voller Fische ins Wasser.

Es ist ohne Zweifel ein schönes Erlebnis, hat aber leider doch irgend etwas von Disney Land, wie schon der Lonely Planet treffend bemerkt.
P1070849.jpgP1070842.jpgP1070853.jpg
Hat man einmal Eintritt gezahlt, darf man den ganzen Tag im Ressort bleiben. Allerdings gibt es dort hauptsächlich Strand ohne Schatten. Wir gehen noch einmal schnorcheln in der Hoffnung, die Delphine würden sich noch irgendwo herumtreiben. Leider sehen wir nur trübes, sandiges Wasser und so entscheiden wir, uns wieder auf die Straße zu begeben.

Eingestellt von Daggi.Oli 10:40 Archiviert in Australien Tagged monkey_mia australien round_the_world carnarvon shell_beach denham stromatoliten eagle_bluff Kommentare (0)

Unterwasserwelten – Das Ningaloo Reef

Exmouth, Cape Range Nationalpark und Coral Bay

sunny 34 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Exmouth ist ein bei Touristen beliebter Ort. Das liegt vermutlich eher an seiner Nähe zum Cape Range Nationalpark als an der eigenen Attraktivität. Was die betrifft unterscheidet es sich kaum von anderen Orten gleicher Größe an der Westküste, die alle in etwa das selbe bieten, ein Einkaufszentrum mit Supermarkt und Bank, Grillstellen und eine großzügig und weit angelegte Architektur. Immerhin laufen in Exmouth Emus durch die Stadt und die Kakadus sitzen in den Bäumen.
P1070730.jpgP1070728.jpg
Wohl aber eher wegen seiner Lage kommt die Stadt in den Genuss von Strömen von Besuchern. Vermutlich werden wir deshalb schon auf dem ersten Parkplatz von einem Schild mit der Drohung begrüßt: „Camping verboten. Sofort fällige Strafe bei Zuwiderhandlung: $100. Maximalstrafe: $1000“.

Wir lassen uns nicht abschrecken und fahren nicht gleich weiter. Am Stadtstrand, wo es Duschen und einen Grill gibt, tauschen wir uns mit einer anderen Gruppe aus und entscheiden, die Nacht direkt auf dem Strandparkplatz zu verbringen. Normalerweise einer der Orte, wo der Ranger als erstes die Camper vertreibt. Allerdings stehen die anderen bereits seit zwei Tagen dort und bisher hat sich niemand beschwert. Also vielleicht alles nicht so heiß, wie die Schilder glauben machen möchten?

Auch wir verbringen eine ruhige Nacht und besuchen am nächsten Morgen als erstes mal wieder eine Werkstatt. Diesmal wegen unserer vor einiger Zeit ausgefallenen Klimaanlage, die wir laut Autovermietung in Exmouth reparieren lassen könnten. Könnten wir auch, allerdings müssten wir einen Tag auf einen neuen Kompressor warten, wie sich herausstellt als das mehrfache neue Befüllen der Anlage leider nichts bringt. Wir entscheiden, dass wir auch für den Rest der Strecke keine Klimaanlage mehr benötigen. Mittlerweile haben wir genug Zeit in Werkstätten verbracht und möchten uns lieber auf das Freizeitangebot konzentrieren.

Leider sind wir zur falschen Jahreszeit hier. Zwischen April und Juni kann man mit Walhaien schwimmen und zwischen Mai und November mit Mantarochen. Nach unseren Erlebnissen beim Schnorcheln auf Galapagos mit Meeresschildkröten und den kleineren Adlerrochen hätte dies eine neue, faszinierende Erfahrung sein können.
Da das vorgelagerte Ningaloo Reef aber dennoch wunderschöne Unterwasseraussichten bietet, kaufen wir uns Masken und Schnorchel, bevor wir uns auf den Weg in den Nationalpark machen. Wir finden sogar einen Laden, der uns erlaubt die Masken auszupacken, damit wir probieren können, ob unsere Ersatzbrillen mit abmontierten Bügeln hineinpassen. Man hat es nicht leicht als Brillenträger.

Auf dem Weg zum Schnorcheln im Cape Range Nationalpark versuchen wir noch ein allerletzten Mal unser Glück, um eine Meeresschildkröte bei der Eiablage zu beobachten. Am nördlichen Punkt der Halbinsel bei Jansz Beach warten wir auf die Dunkelheit. Diesmal stehen die Zeichen besser. Eine Nacht zuvor war Vollmond, es gibt also genügend Licht. Die Flut hat ihren Höhepunkt gegen 23 Uhr. Da ist der Mond noch nicht untergegangen und wir sind nicht zu müde. Alles perfekt, also ab in die Dünen.

Um 21 Uhr gehen wir los. Von der australischen Umweltbehörde gibt es eine gute Broschüre, in der erklärt wird, wie am besten vorzugehen ist, ohne die Schildkröten zu stören. Eine Unterbrechung der Eiablage kann für das Weibchen tödliche Folgen haben. Fühlt sie sich unsicher und geht zurück ins Meer, warten dort weitere Männchen zur Begattung, die das Weibchen schon zuvor an den Rand ihrer Kräfte gebracht hat. Beim Akt wird sie vom Männchen unter Wasser gedrückt und kann nicht nach oben, um Luft zu holen. Viele überleben eine so schnelle Wiederholung dieser Prozedur nicht.

Es ist also Vorsicht angebracht. Das Sichtfeld der Schildkröte sollte nie betreten werden. Auf dem Weg zum Strand stolpern wir allerdings fast in ein Loch, in dem reglos eine Schildkröte sitzt. Um nicht alles noch schlimmer zu machen, frieren wir mitten in der Bewegung ein. Die Schildkröte zeigt kein Lebenszeichen. Wir auch nicht. Doch irgendwann verlässt die sie ihr Loch, robbt an uns vorbei und verschwindet tiefer in den Dünen. Glück gehabt, immerhin ist sie nicht zurück ins Wasser. Wie wir später lesen, kommt es häufiger vor, das Schildkröten mehr als ein Loch graben, bevor sie ihre Eier ablegen. Ein Grund dafür kann zum Beispiel ein Hindernis beim Graben sein.

Wir möchten nun also keinesfalls stören und warten zunächst rund 50 Minuten außer Sichtweite am Strand. So lange sollte es in etwa dauern, bis das Loch fertig gegraben ist und die Eiablage beginnt. In dieser Phase ist das Tier am unempfindlichsten gegen Störungen. Um keinesfalls gesehen zu werden, werfen wir uns in den Sand und robben der Spur der Schildkröte folgend in die Dünen hinein. Es fehlen noch drei Meter bis wir in die Grube sehen können, doch plötzlich taucht der Kopf der Schildkröte vor uns auf. Sie lässt noch ein weiteres Loch im Stich. Wir vergraben uns fast selbst im Sand als sie immer näher kommt und erneut zu graben beginnt. Nach kurzer Zeit tut jeder Muskel weh, aber wir dürfen uns keinesfalls bewegen. Die längsten 40 Minuten unseres Lebens später verlässt die Schildkröte auch dieses Loch unverrichteter Dinge und beginnt nur wenig daneben die Arbeit von Neuem. Immerhin hat sie uns jetzt ihr Hinterteil entgegengedreht und wir nutzen die Chance, uns etwas bequemer in den Sand zu legen. Das hat allerdings den Nachteil, das uns die Müdigkeit nun fast übermannt. Während der Sand aus der Grube fliegt, schlafen wir fast ein. Irgendwann fliegt kein Sand mehr und wir denken „jetzt ist es endlich soweit“. Die Schildkröte sitzt und sitzt und sitzt, Eier kommen keine. Schließlich geben wir auf, sie hat gewonnen und darf alleine zu Ende bringen, wofür sie an Land gegangen ist. Vorsichtig ziehen wir uns zurück und gehen dennoch glücklich, diesem Schauspiel beigewohnt zu haben in Bett.

Die kommenden Tage im Nationalpark verbringen wir hauptsächlich im Wasser. Es gibt viele schöne Buchten und das Korallenriff reicht bis fast ans Ufer. So sehen wir immerhin einen kleinen Hai, einen fressenden Stachelrochen, der irgendwann von einem aufgebrachten Oktopus vertrieben wird und die üblichen Papageienfische, Doktorfische und viele weitere bunte Unterwasserbewohner.

Über Wasser macht uns besonders abends beim Kochen der permanente starke Wind das Leben schwer, sorgt aber dafür, dass etwas weniger Fliegen unterwegs sind. Immerhin gibt es genügend Menschen, die sich über den Wind freuen.
P1070765.jpg
Nach drei Tagen im Wasser entscheiden wir, dass wir genug gesehen haben. Auf uns wartet der Ort Coral Bay, der auch noch am Riff liegt. Auch dort gibt es Buchten, in denen man beim Schnorcheln sein Glück versuchen kann. Uns scheint es allerdings verlassen zu haben, wir sehen nichts Aufregendes. Da der Ort etwas südlicher liegt, kann man hier mit Glück bei einer Tour vielleicht noch die Mantarochen sehen. Die Angebote sind etwas günstiger als in Exmouth. Uns ist es dennoch zu viel. Vielleicht schaffen wir es ja noch nach Indonesien, wo man für den Preis eines halben Tags schnorcheln in Australien zwei Tage tauchen gehen kann.

Auch wenn man dabei ausnahmsweise trocken bleibt, weil Schwimmverbot herrscht, lohnt sich bei Coral Bay der Besuch der sogenannten Shark Nursery, einer Bucht etwa 20 Minuten den Strand in nördlicher Richtung entlang. Das flache Wasser dort ist eine perfekte Spielwiese für junge Haie, von denen es angeblich bis zu 200 geben soll. Wir sehen immerhin rund 10 Haie, die nahe am Ufer ihre Kreise ziehen.

Da die Stimmung in Coral Bay uns Billigcampern gegenüber leicht angespannt ist, kann es uns nicht lange in der Stadt halten. Bereits im Vorfeld hatten wir von anderen Reisenden gehört, dass der lokale Ranger eine Art Kleinkrieg führt und jede Nacht, auch zu den unmenschlichsten Zeiten, kontrolliert. Wir gönnen ihm seinen Frieden und verlassen die Stadt wieder.

Eingestellt von Daggi.Oli 10:59 Archiviert in Australien Tagged australien exmouth round_the_world cape_range_nationalpark Kommentare (3)

(Einträge 7 - 9 von 12) Vorher « Seite 1 2 [3] 4 » Nächste