Reise blog von Travellerspoint

Von diesem Autor: Daggi.Oli

Die Osterinsel - zwischen Mythen, Politik und Moais

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Etwa 3800 Kilometer vom chilenischen Festland und über 4000 Kilometer von Tahiti entfernt, gilt die Osterinsel als einer der entlegensten Plätze der Welt. Heutige Theorien gehen davon aus, dass sie in den Jahren 400 bis 600 von Polynesien aus besiedelt wurde. Es entwickelte sich eine Stammesgesellschaft, wobei jeder Stamm sein eigenes Territorium auf der Insel hatte.

Erst ab circa 1100 n. Chr. wurde mit dem Bau der berühmten Statuen, der sogenannten Moais, begonnen, deren Bedeutung noch immer umstritten ist. Meist wird die These unterstützt, dass sie berühmte Häuptlinge oder Ahnen darstellen und als Bindeglied zwischen Dies- und Jenseits dienten. Während der zunehmenden Rivalitäten zwischen den Stämmen sollten sie wohl auch Stärke demonstrieren – angesichts des Gewichts der Kolosse, die über die ganze Insel transportiert wurden, ist dies durchaus wörtlich zu verstehen. Der Besiedlungsmythus von Rapa Nui, wie die Insel von der einheimischen Bevölkerung genannt wird, erzählt zum Beispiel von sieben Botschaftern, die der König Hotu Matua auf die Insel geschickt hatte, bevor er sich selbst mit weiteren Kanus auf den Weg machte. Laut der Legende stellen die sieben Moais des Ahu Akivi (Ahus sind Zeremonialplatformen, auf denen die Figuren platziert sind) eben diese Botschafter dar.
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Interessant an den Figuren ist, dass sie als einzige auf das Meer blicken. Alle anderen sind ins Landesinnere ausgerichtet.

Im Laufe der Jahrhunderte ist ein zunehmender Verfall der Kultur auf der Insel zu beobachten, es wurde immer mehr Raubbau betrieben, Bäume, die für Erosionsschutz sorgten, wurden gefällt, vermutlich auch für den Transport der Moais, es kam zu vermehrten Überfällen der Stämme untereinander, wahrscheinlich breitete sich sogar Kannibalismus aus. Ab dem 17. Jahrhundert wurden die Statuen von den Insulanern selbst umgeworfen. Eine schlüssige Erklärung für diese Abkehr von der ursprünglichen Religion gibt es nicht, obwohl meist von bürgerkriegsähnlichen Zuständen, ausgelöst durch die immer knapper werdenden Ressourcen, die Rede ist.

Auch die Ankunft der Europäer sorgte für einen weiteren Rückgang der Bevölkerung. Namensgeber war der Holländer Jakob Roggeveen, der am Ostersonntag 1722 auf der Insel landete. In den folgenden Jahren kamen diverse weitere Kapitäne spanischer, französischer und englischer Abstammung auf die Insel und dezimierten die Bevölkerung zunächst durch westliche Krankheiten. Im 19. Jahrhundert verschleppten peruanische Sklavenhändler an die 1500 Insulaner zur Zwangsarbeit auf die Chincha-Inseln und wenig später kamen Viehzüchter nach Rapa Nui, die alle Bewohner in das Gebiet der heutigen Hauptstadt Hanga Roa umsiedelten. Als Chile die Osterinsel im Jahr 1888 annektierte, lebten von ursprünglich etwa 10.000 noch unter 200 Menschen dort.

Es dauerte bis 1967, bis erstmals die Interessen der Inselbewohner bei Entscheidungen berücksichtigt wurden. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch ein Gesetz erlassen, das den Erwerb von Land durch alle nicht-indigenen, außer der chilenischen Regierung selbst, unterbindet. Vor diesem Hintergrund sind die Ereignisse zu betrachten, die wir auf der Insel während unseres Aufenthaltes erleben.

Nachdem wir aus dem Flieger aussteigen ist der erste Eindruck die angenehm warme, leicht salzig riechende Luft. Nach der Kälte der letzten Wochen tut der Klimaumschwung richtig gut. Aus finanziellen Gründen entscheiden wir uns für das Zelt und finden einen schönen Platz mit großer Gemeinschaftsküche direkt an der Küste.
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Auch die Küche ist wichtig, denn Restaurants sind auf der Osterinsel für Reisende mit unserem Budget ruinös teuer. Da die meisten Waren per Schiff von Chile aus hertransportiert werden, ist das Preisniveau teilweise nachvollziehbar.

Gegenüber dem Campingplatz steht ein so gut wie fertig gestellter, riesiger und unglaublich hässlicher Hotelkomplex. Die Anlage eines ausländischen Investors sieht eher aus wie ein Raketenschutzbunker. Als sich am nächsten Tag eine kleine Gruppe Einheimischer vor dem Hotel versammelt, erfahren wir, dass dieses, wie auch andere Gebäude, so zum Beispiel das Museum, von von Einheimischen besetzt wird. Die Aktionen haben verschiedene Gründe. Im Falle des Hotels möchte eine Familie Land, das vor rund 50 Jahren an die chilenische Regierung gegen ein Haus auf anderem Gebiet abgetreten wurde und von dieser mittlerweile an Ausländer verkauft wurde, wieder zurückhaben. Andere Proteste, wie schon die Besetzung des Flughafens 2009, richten sich gegen die Überfremdung durch den Tourismus. Es wird die Unabhängigkeit von Chile gefordert. Wir erfahren während unseres Aufenthaltes die Inselbevölkerung als unglaublich freundlich, nett und zuvorkommend. Es sind keinerlei Feindseligkeiten direkt gegenüber Touristen zu spüren.
Die Gruppe vor dem Hotel besteht aus Freunden und Familienangehörigen der Hotelbesetzer, die erfahren haben, dass die Polizei heute das Hotel räumen möchte. Während wir uns die Statuen ansehen passiert auch genau das und als wir abends zurückkehren, hat sich die Ansammlung schon aufgelöst. Es bleibt abzuwarten, wie die Entwicklung weitergeht.

Einen halbherzigen Versuch, den Tourismus zu reglementieren erfahren wir als Schock am Ankunftstag, als wir uns der Zeremonialanlage Oronga nähern und lesen, dass der Eintritt in den Nationalpark inzwischen 60 US Dollar beträgt. Alle Informationen, die wir vorher erhalten hatten, wie zum Beispiel die Infobroschüre der Touristeninformation in Santiago de Chile, sprachen von zehn US Dollar. Eine Preiserhöhung um das sechsfache! Allerdings dürfte diese Erhöhung nur Budgetreisende treffen. Der Durchschnittsbesucher der Insel gibt so viel während seines Aufenthaltes aus, dass die Mehrkosten kaum ins Gewicht fallen dürften.

Nachdem wir den Schrecken überwunden haben, können wir die Anlage, die von besonderer Bedeutung für den Vogelmannkult gewesen ist, doch genießen. Die exponierte Lage des Ortes alleine ist schon beeindruckend und lässt begreifen, warum ausgerechnet hier die Zeremonien stattfanden. Auf der einen Seite geht es steil ins Meer hinab, auf der anderen fast genauso steil in den Kratersee des Vulkans Rano Kao.
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Von Orongo aus kletterten die Wettstreiter um den Titel des Vogelmannes die Klippen ins Meer hinunter und schwammen zu den vorgelagerten kleinen Inseln, den sogenannten Motus.
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Die starke Brandung des Pazifiks und Haifische machten das Unterfangen nicht leichter. Das folgende Bild ist zwar an einer anderen, aber durchaus vergleichbaren Stelle der Insel aufgenommen.
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Auf dem Motu mussten die Konkurrenten mitunter mehrere Wochen warten, bis einer von ihnen das erste Ei einer Seeschwalbe fand, es auf dem Kopf festgebunden zurück zur Hauptinsel brachte und seinem Häuptling überreichte. Dieser trug nun den Titel des Vogelmannes und genoss besonderes Ansehen und Privilegien.

Moais gibt es in Orongo allerdings keine zu sehen. Dafür müssen wir am nächsten Morgen in eine andere Gegend der Insel. Prinzipiell gibt es zwei Rundwege, einen östlichen und einen westlichen, die an den wichtigsten Stätten vorbeiführen. Innerhalb von zwei Tagen wäre es prinzipiell möglich, beide Wege vollständig zu Fuß zu erkunden, wenn das Zelten nicht ausschließlich in Hanga Roa erlaubt wäre. Am Nordende der Insel müsste verbotenerweise irgendwo wild gecampt werden. Wir entscheiden uns dagegen und beschließen den kürzeren Westweg zu wandern, die Nacht in Hanga Roa zu verbringen und anschließend den Ostweg mit geliehenen Fahrrädern abzufahren.

Als wir uns auf den Weg machen, regnet es schon leicht. Innerhalb der nächsten zwei Stunden wird der Regen immer heftiger und wir sind bis auf die Knochen durchweicht, obwohl unterwegs ein paar Höhlen, die in alten Zeiten auch zu zeremoniellen Zwecken genutzt wurden, Unterschlupf bieten. An den ersten wichtigen Stätten mit Moais hasten wir eher lustlos vorbei, bis dann zum Glück der Himmel doch noch aufzieht und wir die sieben Botschafter in Ruhe ansehen können. An unserem letzten Tag ist vor dem Abflug sogar noch genug Zeit, die zuvor zu kurz gekommenen Statuen nochmals zu besuchen. Es lohnt sich.
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Auch die Stelle an der die „Hüte“ aus dem rötlichen Gestein geschlagen wurden, Puna Pau, besichtigen wir trockenen Fußes. Danach wandern wir querfeldein zum Dorf zurück. Was die Kopfbedeckungen tatsächlich darstellen, ist wie so vieles ungeklärt. Manche sagen zum Beispiel, es seien Haarknoten.

Der östliche Rundweg ist deutlich länger und hat mehr Ahus und Moais zu bieten. Unser erster Besuch gilt dem einzigen Sandstrand der Insel, Anakena, an dem eine Zeremonialplattform zu finden ist.
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Einige Kilometer weiter findet sich eine der wichtigsten Stätten der Insel, der Ahu Tongariki. Die 15 hier stehenden Statuen wurden 1960 von einem durch ein Erdbeben ausgelösten Tsunami von der Plattform ins Landesinnere gespült. Dank japanischer Unterstützung steht die Anlage heute wieder.
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Die knappen 20 Kilometer Rückweg nach Hanga Roa führen der rauhen Pazifikküste entlang an etlichen historischen Stätten vorbei. Ein Eingang wird allerdings von Schweinen bewacht. Die sind jedoch ihr Geld nicht wert und flüchten in die Anlage, kaum nähern wir uns ein wenig.
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Insgesamt werden auf der Insel über 600 Statuen gezählt, ursprünglich waren es wohl mal an die 1000. Wir haben innerhalb der zwei vollen und zwei halben Tage unseres Besuchs die wichtigsten Punkte gesehen, hatten aber nicht die Zeit einen Vormittag Regen abzuwarten. Ein Tag mehr wäre ideal gewesen, um die Insel etwas entspannter zu bereisen

Eingestellt von Daggi.Oli 17:57 Archiviert in Chile Tagged easter_island round_the_world Kommentare (0)

Von San Pedro de Atacama nach Santiago de Chile

sunny 18 °C
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Unser Flug auf die Osterinsel geht von Santiago aus am 5. September. Wir haben also noch ein wenig Zeit für Zwischenstopps unterwegs. Deshalb fahren wir nach Calama, was nicht weit von San Pedro de Atacama entfernt liegt. Die Stadt selbst ist nicht unbedingt einen Besuch wert, aber von dort lässt sich über das Touristenbüro ein Besuch in der Kupfermine von Chuquicamata organisieren. Alles an der Mine ist gigantisch. Die Reifen der Transportfahrzeuge zum Beispiel haben einen Durchmesser von dreieinhalb Metern. Leider wird die Führung der Mine bei starkem Wind abgesagt und genau das passiert auch uns am nächsten Tag.

Wir kommen also nicht in den Genuss, das Minenmonstrum zu sehen und steigen nach einer Nacht in Calama in den nächsten Bus nach La Serena, circa 15 Busstunden weiter südlich, wo wir in der Früh um 5.30 Uhr ankommen. Es gibt rund um La Serena einiges zu sehen und zu erleben. Das Valle Elqui bietet einen der klarsten Sternenhimmel Südamerikas, weshalb hier viele große Observatorien zu finden sind, die teilweise auch Publikumsverkehr erlauben. Außerdem ist es das Zentrum der chilenischen Piscoproduktion (ein Schnapps aus Weintrauben). Auf den Inseln vor La Serena können Humboldt Pinguine, viele Seevögel und Seelöwen beobachtet werden. Uns bleibt für all das nur ein Tag, da wir einen Tag später in Santiago bei unseren Couchsurfing-Gastgebern sein müssen. Völlig überfordert sehen wir mal wieder gar nichts. Abends ist es zudem bewölkt, wodurch auch die Sternenbeobachtung ins Wasser fällt.

Nach einem ruhigen Tag und einer Nacht in La Serena fahren wir nach Santiago weiter, wo wir über Couchsurfing bei dem Malerpärchen Alejandra und Patricio unterkommen. Die zwei hatten im Dezember letztes Jahr bei uns nach einer Übernachtungsmöglichkeit in Berlin angefragt, konnten dann aber bei ihrem ersten Host länger bleiben. Trotzdem dürfen wir nun bei ihnen in Santiago wohnen. Der Empfang ist sehr herzlich und wir bekommen wie schon die letzten Male beim Couchsurfing sofort einen eigenen Schlüssel ausgehändigt. Am darauffolgenden Tag treffen wir uns noch einmal mit Ina und Philipp, die mit uns in der Salar de Uyuni waren und gehen gemeinsam auf einen kleinen Hügel in der Stadt. Der Blick von oben lässt erkennen, wie nah die Stadt an den Bergen liegt.
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Abends gibt es als Dank für unsere Gastgeber schwäbischen Kartoffelsalat und Wiener Würstchen. Ihr Angebot, nach unserer Rückkehr von der Osterinsel wieder bei ihnen zu bleiben, nehmen wir gerne an und lassen etwa drei Viertel unseres Gepäcks in Santiago, was den Flug am nächsten Morgen deutlich angenehmer macht.

Eingestellt von Daggi.Oli 21:49 Archiviert in Chile Tagged chile round_the_world Kommentare (0)

Salar de Uyuni - Salz, Vulkane und Geysire

sunny 0 °C
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Nach Rurrenabaque im bolivianischen Dschungel ist unser nächstes Ziel die Salzwüste von Uyuni im Hochland. Dafür sind allerdings einige Kilometer auf schlechten Straßen zurückzulegen, zunächst nach La Paz. Die Busfahrt dauert normalerweise rund 18 Stunden. Auf einspurigen Holperpisten an steilen Hängen klettert der Bus die Meter bis in die Hauptstadt hinauf. Wir verlassen Rurrenabaque um acht Uhr abends. In der Nacht erleben wir zwei Pannen, am Morgen halten wir in einem Dorf etwa fünf Stunden vor La Paz, der Busfahrer meint „kurze Pause von 30 Minuten“ und kommt nach zwei Stunden aus der Werkstatt zurück, wie wir dann erfahren. Schließlich erreichen wir nach insgesamt 21 Stunden La Paz. Da wir keine Lust haben, eine weitere Nacht dort zu verbringen, entscheiden wir, dass noch ein paar Stunden mehr im Bus nicht schaden, nehmen ein Taxi zum Busterminal und haben Glück, ohne Wartezeit einen Bus nach Oruro zu bekommen. Immerhin ist diese Fahrt unspektakulär und vier Stunden später sind wir am Ziel angekommen.

Am folgenden Morgen gilt unser erster Besuch dem Fahrkartenschalter am Bahnhof. Wir bekommen noch Plätze im Zug am gleichen Tag nach Uyuni. Die gesamte Reise nach Uyuni stand lange Zeit auf der Kippe. Wegen politischer Streitereien hatte die lokale Bevölkerung über Wochen die Zufahrtsstraßen in die Wüste blockiert, es kam zu Feindseligkeiten auch gegenüber Touristen. Nur eine Woche zuvor waren die Differenzen beigelegt und die Blockaden aufgehoben worden. So erleben wir doch noch diesen Höhepunkt von Bolivien.

Der Zug fährt nicht schneller als die Busse auf den Schotterpisten und benötigt sieben Stunden, um Uyuni zu erreichen, ist aber natürlich wesentlich bequemer und außerdem eine sehr willkommene Abwechslung nach der langen Zeit auf der Straße. Um halb elf Uhr nachts werden wir am Bahnhof schon von diversen Touranbietern und Hostelbesitzern empfangen, die versuchen, uns ihr jeweiliges Angebot schmackhaft zu machen. Am nächsten Tag beschäftigen wir uns ernsthaft mit den Touren in die Salzwüste. Hier sind sich Uyuni und Rurrenabaque sehr ähnlich. Es gibt unzählige Anbieter, die sich selbst erhebliche Konkurrenz machen, was sich leider manchmal auf die Qualität niederschlagen kann.

Eigentlich wären wir, wie immer, gerne auf eigene Faust in die Salar de Uyuni gefahren, dies ist jedoch leider nur mit ziemlichem Aufwand zu realisieren. Wegen der großen Entfernungen der einzelnen Sehenswürdigkeiten benötigt man auf jeden Fall ein eigenes Fahrzeug, das man natürlich nicht in Uyuni mieten kann, sondern nur in weiter entfernten, größeren Ortschaften. Der Unterboden des Fahrzeugs sollte wegen des agressiven Salzes besonders behandelt werden. Und dann ist es noch nicht sicher, dass man den richtigen Weg durch die Wüste findet. Also entscheiden wir schweren Herzens, wie schon im Dschungel, uns einer geführten Tour anzuschließen.

Während unserer Suche nach dem passenden Angebot lernen wir zwei weitere deutsche Pärchen kennen. Ina und Philipp saßen schon im Zug schräg hinter uns. Die zwei treffen noch Kerstin und Robert, die sie bereits in Peru kennengelernt hatten. Insgesamt sind wir nun also zu sechst, was genau einer vollen Jeep-Besetzung entspricht. Da wir alle in etwa ähnliche Vorstellungen der Tour haben, liegt es nahe, dass wir uns zusammenschließen. Der Anbieter Quechua Connection erfüllt am Ende unsere Vorstellungen inklusive aller Sonderwünsche am besten.

1. Tag: Salzwüste, Isla Incahuasi

Am folgenden Tag fahren wir aus Uyuni um zehn Uhr vormittags ab. Vom Städtchen Colchani aus betritt man zum ersten mal die größte Salzwüste der Welt. Ein ausgetrockneter See hat die über 12.000 Quadratkilometer große Fläche auf einer Höhe von 3653 Metern hinterlassen. Am Rand der Wüste, in der Nähe von Colchani, sind in Form von aufgeschütteten Haufen deutliche Anzeichen der Salzgewinnung zu sehen.
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Alles im Dorf dreht sich alles um Salz, selbst die Häuser sind aus Salzblöcken gebaut.
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Nach einem kurzem Stopp geht es tiefer in die Wüste hinein.
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Durch die unglaubliche Weite der weißen Fläche, die dem Auge keinerlei Anhaltspunkte bietet, lassen sich in der Wüste recht ungewöhnliche Fotos schießen.
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Während sich die einen noch mit den Fotos beschäftigen, darf die andere Hälfte unserer Gruppe die Landschaft anders erleben als nur vom Auto aus. Auf dem Fahrrad ist das Gefühl der Stille, der Unendlichkeit und der Unwirklichkeit dieser Landschaft noch viel stärker.
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Das Fahrradfahren bringt uns einen weiteren Vorteil, wir verlieren Zeit. Aus diesem Grund sind bei unserem nächsten Stopp bereits alle anderen Gruppen weitergefahren und wir haben die Isla Incahuasi, die sonst ziemlich überlaufen ist, vollständig für uns alleine.
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Die erste Nacht verbringen wir in der Nähe des Vulkans Tunupa, den wir am nächsten Tag besteigen möchten.

2. Tag: Vulkan Tunupa, Gruta de las Galaxias, Cueva del Diablo

Um sieben Uhr beginnen wir die Wanderung auf einer Höhe von 3800 Metern. Den roten Hügel links soll es am Grat hinaufgehen bis auf rund 5100 Meter.
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Nach zweieinhalb Stunden erreichen wir den Anfang des roten Hügels auf 4700 Meter, von wo sich schon fantastische Blicke über die Salar bieten.
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Die meisten Touranbieter drehen an diesem Punkt um. Wir dürfen die Besteigung fortsetzen. Ein Teil unserer Gruppe geht nun nach rechts an den unteren Kraterrand weiter, während wir uns an den steilen Aufstieg machen. Um kurz nach elf Uhr kommen wir an den höchsten Punkt, der ohne technische Schwierigkeiten zu erreichen ist. Die Mühe lohnt sich, die Aussicht ist atemberaubend.
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Der erste Teil des Abstiegs ist fast so toll wie eine Achterbahnfahrt. In etwa 200 Höhenmeter können wir über ein steiles Geröllfeld absteigen, oder besser abfahren.
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Der Rest des Weges zieht sich dann ziemlich und wir kommen erschöpft unten an. Normalerweise hätte noch die Besichtigung von ein paar alten Mumien, die in einer Höhle unten am Berg liegen, auf dem Programm gestanden. Am Eingang zur Höhle schließt jedoch ein anderer Guide gerade das Tor und rückt den Schlüssel nicht raus, weil wir unsere Eintrittskarten nicht vorweisen können. Diese liegen nicht weit entfernt im Auto. Überraschend, in Bolivien Leute von deutscher Beamtenmentalität zu treffen.

Nach dem Mittagessen fahren wir auf unseren Wunsch weitere Sehenswürdigkeiten an, die nicht in der Standardroute enthalten sind. Auf dem Weg dorthin sehen wir unseren ersten Flamingo, die später noch zu hunderten auftauchen werden.
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Nach einer Stunde Fahrtzeit erreichen wir die Gruta de las Galaxias, eine Höhle übervoll von Stalaktiten.
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Direkt daneben liegt die Cueva del Diablo, eine Grabstätte aus in etwa der gleichen Zeit, aus der auch die Mumien stammen, die wir nicht besichtigen konnten. In diesem Fall handelt es sich um eine Höhle, in der sehr viele kleine Gräber mit Knochenresten zu finden sind. Ihren Namen trägt sie, weil ein Mädchen aus einem der umliegenden Dörfer unter mysteriösen Umständen tot in der Höhle aufgefunden wurde. Als wir wieder ins Freie treten ist die Sonne schon untergegangen. Trotzdem müssen wir noch eine weitere Stunde mit dem Jeep über Sandpisten fahren, um eine Unterkunft für die Nacht zu erreichen.

Tag 3: Vulkan Ollagüe, Flamingo-Lagunen, Árbol de Piedra, Laguna Colorada

An diesem Tag kommen wir wieder auf den ausgetretenen Gringo-Trail, auf dem sich alle Standardtouren bewegen. Man bemerkt dies sofort an der Häufigkeit, mit der man andere Jeeps sieht. An allen Punkten der Tagesetappe trifft man die gleichen Gruppen wieder. Der Tag ist geprägt von langen Fahrten, unterbrochen durch kurze Fotopausen. Der erste Halt ist der aktive Vulkan Ollagüe, was wesentlich spektakulärer klingt als es ist. Man sieht lediglich einen Berg, hinter dem eine kleine Rauchwolke hervortritt.
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Der nächste Programmpunkt sind drei Lagunen, in denen Flamingos auf Nahrungssuche zu beobachten sind. Es ist schon überraschend, dass in unseren Breitengraden Flamingos immer mit Sonne, Palmen und angenehmen Temperaturen verbunden werden, während die Vögel hier auf 4000 Metern Höhe das Eiswasser durchwaten.
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Eine weitere Stunde im Jeep später reihen wir uns in die Schlange ein, um den Árbol de Piedra, den Steinbaum, zu fotografieren, eine Gesteinsformation, die durch Erosion die Form eines Baumes angenommen hat.
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An der letzten Sehenswürdigkeit verbringen wir auch die Nacht, an der Laguna Colorada, einer Lagune, die durch Algen und Plankton eine rötliche Farbe angenommen hat.
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Wir haben schon vorher gehört, dass dies die kälteste Nacht der Tour werden soll. Sie kündigt sich schon während des Wegs zum Aussichtspunkt auf die Lagune durch einen extremen, eisigen Wind an und in der Nacht herrschen dann auch etliche Minusgrade, die ohne zusätzlichen Schlafsack in der Unterkunft nur schwer zu überstehen gewesen wären.

Tag 4: Geysire Sol de Mañana, Rocas de Dalí, Laguna Verde

Zu allem Überfluss müssen wir in der Kälte am nächsten Tag um fünf Uhr früh aufstehen. Der Grund sind die Geysire Sol de Mañana, die morgens am aktivsten sind. Es lohnt sich. Man kann sich an manchen wenigstens die Hände wärmen. Nicht nur das, die ganze Gegend ist überwältigend.
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Den anschließenden Besuch eines Thermalbeckens mit heißem Schwefelwasser nutzt von unserer Gruppe niemand, obwohl die Außentemperaturen mittlerweile auf ein halbwegs erträgliches Maß angestiegen sind. Noch vor einigen Wochen hatte es nachts in der Gegend -25° gehabt, so dass das Becken vollkommen leer blieb. Bei unserem Besuch wissen wenigstens andere Gruppen das Angebot zu schätzen und stürzen sich ins übel riechende Wasser, obwohl niemand beim Herauskommen sonderlich glücklich aussieht.

Die Fahrt geht weiter Richtung chilenischer Grenze. Auf dem Weg durchqueren wir einen Teil der Wüste, der sich Rocas de Dalí nennt, weil die herumliegenden Steine so aussehen, als hätte sie der Meister selbst dort platziert.
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Unser letzter Besuch in Bolivien gilt der Laguna Verde auf einer Höhe von 4400 Meter. Die grünliche Farbe des Wassers kommt von einer hohen Konzentration von Blei, Schwefel, Arsen und Kalziumkarbonaten. Die Zusammensetzung des Wassers und starke Winde sorgen dafür, dass der See bis zu einer Temperatur von unter -21° flüssig bleibt.
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Anschließend werden wir zur Grenze gefahren, wo wir zusammen mit Ina und Philipp in einen Bus einsteigen, der schon voll mit Gringos besetzt ist, die alle nach San Pedro de Atacama in Chile möchten. Leider fällt unterwegs Inas neuer Rucksack vom Pickup, was uns vier Stunden Diskussionen mit dem Chef und der Polizei im Büro des Transportunternehmens in San Pedro beschert. Irgendwann sind wir die Sache leid und ziehen mit einer Entschädigung ab, die dem Schaden des Rucksacks nicht entspricht, aber wohl das Maximum ist, was die Leute in einer Niedriglohngegend aufbringen können. Immerhin finden wir in San Pedro ein schönes Hostel, das Casa de los Músicos. Der chilenische Musiker Miguel und die Französin Brigitte sorgen dafür, dass wir uns ausgesprochen wohl fühlen und einen Entspannungstag bei ihnen sehr genießen.

Eingestellt von Daggi.Oli 19:34 Archiviert in Bolivien Tagged travelling round_the_world salar_de_uyuni vulkan_tunupa salz Kommentare (4)

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