Reise blog von Travellerspoint

Australien

Wellenreiten bei Hyden – Der Wave Rock

overcast 18 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Bevor wir uns endgültig von unserem Auto trennen müssen, entscheiden wir, es nochmals auszukosten. Das letzte Ziel vor Weihnachten ist der Wave Rock bei Hyden. Anstatt also in nord-westlicher Richtung rund 400 Kilometer direkt nach Perth zurückzufahren, bewegen wir uns von Albany aus 350 Kilometer nach Norden, wo die Welle auf uns wartet. Bis nach Perth fehlt anschließend nochmals die gleiche Distanz.

Eine Anekdote unterwegs verdeutlicht uns ein weiteres Mal, wie unterschiedlich Entfernungen hier wahrgenommen werden. Im Pingrup Roadhouse fragen wir nach Kaffee und erhalten die Antwort: „Sorry, die Maschine ist kaputt, aber nur 50 Kilometer weiter, in Lake Grace, gibt es bei Rosie's sogar Cappucchino!“

Wir haben immer noch Zeit und erlauben uns den Luxus, die Strecke bis zum Wave Rock nicht an einem Tag durchzufahren. Nördlich des kleinen Nests Borden halten wir, um die Nacht auf dem Louis Lookout zu bleiben. Dort bringen wir im Blogeintrag „Wetterlage“ unsere Gedanken zur Reisemüdigkeit in Australien zu Papier. Und nur wenig später dürfen wir, wie um uns das Gegenteil zu beweisen, den dramatischsten Sonnenuntergang unseres Aufenthalts hier genießen.
large_P1080212.jpg
Eine weitere erwähnenswerte Begegnung ergibt sich auf der Weiterfahrt. Immer wieder müssen wir Echsen ausweichen, die sich auf der Straße sonnen. Es handelt sich um die in Westaustralien recht häufig vorkommenden Blauzungenskinke. Interessant an ihnen ist, dass sie, nähert man sich ihnen, nicht flüchten, sondern als Drohgebährde ihre kräftig blaue Zunge herausstrecken.
P1080235.jpg
Wir schaffen es, zum Glück keine der Echsen zu überfahren und kommen schließlich an unserem Ziel an, einem 15 Meter hohen und 110 Meter langen Granitfelsen. Der Name ist Programm und der Fels unglaublich.
P1080266.jpg
Vor rund 60 Millionen Jahren wurde die Basis des Fels durch Wasser und Wetter erodiert. Übrig blieb ein Überhang in Form einer Welle. Teile des Felsens wurden auf ein Alter von 2700 Millionen Jahren datiert und gehören somit zu den ältesten Australiens.

Auf dem Rückweg zum Auto, um die Fahr nach Perth anzutreten, erleben wir doch noch den Tod einer Echse. Allerdings den eines etwas kleineren Exemplars. Eine sogenannte Rußwürgerkrähe präsentiert stolz ihren Fang.
large_P1080273.jpg

Eingestellt von Daggi.Oli 23:41 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world wave_rock hyden Kommentare (2)

Noch mehr Wald... und ein wenig Küste

Der Südwesten Australiens

overcast 18 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Der weitere Weg führt uns zunächst ans Kap Leeuwin, dem südwestlichsten Punkt Australiens, an dem sich der Indische Ozean und das Südpolarmeer treffen. Bis auf einen Leuchtturm und ein nicht mehr zu gebrauchendes Wasserrad ist dort nicht viel zu sehen.
P1080100.jpgP1080103.jpg
Also geht es schnell wieder ins Landesinnere in die Wälder. Bei Pemberton gibt es im Warren Nationalpark über 60 Meter hohe Eukalyptusbäume, die früher als Aussichtspunkte verwendet wurden, um Waldbrände frühzeitig zu entdecken. Auf die Plattform gelangt man über Eisenstangen, die in den Stamm getrieben wurden. Keine Sache für Leute mit Höhenangst.
P1080124.jpg
Wir versuchen zwar eine kurze Wanderung im Nationalpark zu unternehmen, müssen aber schnell eingestehen, dass uns die Stunden im Auto verweichlicht haben und wir keine rechte Lust empfinden.
P1080131.jpgP1080133.jpg
Schnell sind wir wieder im Auto und fahren stattdessen durch den Wald. Der sogenannte Heartbreak Trail hat zwar einen traurigen Namen, bietet aber eine schöne Strecke mit vielen Gelegenheiten, an hübschen Plätzen Halt zu machen.

Etwas weiter wird versucht dem Wald eine weitere Komponente abzugewinnen. Der Swarbrick Forest Artwork Trail bietet Kunst auf einem kurzen Rundweg. Leider ist die Spiegelwand noch das interessanteste Objekt und die Texte zu den weiteren Exponaten noch haarsträubender als die Kunstwerke selbst. Der Fairness halber sei erwähnt, dass das australische Institut der Landschaftsarchitekten das anders sah und das Projekt ausgezeichnet hat.
P1080149.jpg
Richtig schön wird es dann in der Nähe des Städtchens Walpole. Im Valley of the Giants gibt es ein Brückensystem, das auf bis zu 40 Metern Höhe durch die Baumgipfel führt, den Treetop Walk.
P1080155.jpg
Für uns überraschend verlassen die meisten Besucher das Areal direkt nach dem Rundgang in den Baumwipfeln und verpassen so die entgegengesetzte Perspektive. Die rund 400 Jahre alten Riesen, hauptsächlich Karri-Eukalyptusbäume, sind auch vom Boden aus sehr beeindruckend.
P1080168.jpgP1080171.jpgP1080178.jpg
Den Südwesten des Kontinents lassen wir gemütlich auf dem wahrscheinlich einzigen kostenlosen Campingplatz Westaustraliens ausklingen, auf dem man sogar bis zu einer Woche stehen darf. Die Cosy Corner East liegt am Meer zwischen Denmark und Albany. Jeden Morgen und Abend bekommen wir von einem putzigen Tierchen Besuch. Es ist groß wie ein Chinchilla, springt wie ein Känguru und hat einen nackten Schwanz wie eine Ratte. Wie wir mittlerweile dank einer hilfsbereiten Rangerin in Sydney herausbekommen haben, handelt es sich um ein Long-nosed Bandicoot, einen Langnasenbeutler.
P1080197.jpg

Eingestellt von Daggi.Oli 21:08 Archiviert in Australien Tagged cape_leeuwin australien round_the_world pemberton augusta valley_of_the_giants treetop_walk heartbreak_trail long_nosed_bandicoot Kommentare (0)

In Bacchus Landen

Die Margaret River Region

sunny 25 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Wir sitzen mal wieder des Internets wegen bei McDonalds, diesmal in Busselton, als uns eine Mail eines weiteren ehemaligen Kunden von Oli erreicht. Seine Band würde heute den ganzen Nachmittag auf der Terrasse einer Kneipe in Margaret River spielen, es wäre toll, wenn wir uns dort treffen könnten. Er weiß von Rob, dass wir uns in der Gegend aufhalten.

Wir sind nicht mehr allzu weit weg und wollten sowieso nach Margaret River, warum also nicht sofort. In der Settlers Tavern lauschen wir kurz darauf den Klängen der Ten Cent Shooters und führen in den Set-Pausen Gespräche über die Audiowelt.

Der folgende Tag ist dem Wein gewidmet, für den die Margaret River Region weltweit bekannt ist. Es gibt unzählige Touranbieter, die an einem Tag vier bis fünf Weinproben auf den Gütern abfahren. Vom hippen Lonely Planet Publikum bis zum gesetzten Weinprofi ist für jeden etwas dabei. Nach langem Überlegen entscheiden wir, auf eigene Faust drei Weingüter, Xanadu, Voyager und Leeuwin Estate, zu besuchen, was sich im Nachhinein als hervorragende Entscheidung erweist, weil Oli in etwa das Geld einer Tagestour in zwei Flaschen Wein investiert und zukünftig vermutlich öfter Kunde von Voyager und besonders Leeuwin Estate werden wird (Anm. d. Authors: Das waren mit die besten Weine, die ich bisher probieren durfte! - Anm. d. Fahrerin: Allerdings auch mit die teuersten!).

Die Anwesen alleine sind schon den Besuch wert. Sie liegen meist idyllisch inmitten ihrer Weinreben, alle haben exzellente Restaurants, man kann es sich dort sehr gut gehen lassen. Voyager zeigen stolz aus welchem Land sie kommen.
P1080088.jpg
Xanadu ist etwas weniger pompös und verlockt uns sehr dazu, alle Hecken abzuernten. Was wir hier in Buchsbaumgröße sehen ist Rosmarin.
P1080084.jpg
Unser Abendessen nehmen wir anschließend ganz bescheiden auf einem Picknickplatz in Margaret River ein. Zuvor waren wir auf dem Rückweg noch am Strand, wo sich angeblich nur Weltklasse-Surfer tummeln, weil es hier fantastische Wellen gibt. Allerdings haben sich weder Wellen noch Surfer blicken lassen.

Da wir im Dorf ein offenes WLAN entdeckt haben, fahren wir nach dem Essen kurz in die Stadt, um das Angebot zu nutzen. Und dann begehen wir einen ziemlich dummen Fehler und lassen den Rechner am Strom der Autobatterie angeschlossen. Bereits beim ersten Starten des Fahrzeugs war uns aufgefallen, dass sie nicht mehr sehr kräftig war, dachten aber, sie hätte auf den bisher gefahrenen Kilometern genug Gelegenheit gehabt, sich wieder einigermaßen zu laden. Hatte sie nicht. Als wir losfahren wollen passiert fast nichts. Mittlerweile ist es halb zehn und dunkel, an Starthilfe ist vor morgen nicht zu denken. Im Auto in der Stadt schlafen ist auch ein unangenehmer Gedanke und wird im schicken Margaret River sicher nicht gerne gesehen. Wir entscheiden, 20 Minuten zu warten und dann einen weiteren Versuch zu unternehmen. Das Orgeln ist schon kraftvoller, immerhin dreht der Motor wieder. Zu unserer großen Freude springt er nach einiger Zeit sogar an.

Eigentlich wollten wir nur eine kurze Strecke fahren und uns wie in der Nacht zuvor in ein Waldgebiet nördlich der Stadt stellen. Nun aber sollten wir besser eine halbe Stunde fahren, um am nächsten Morgen nicht die gleichen Schwierigkeiten zu erleben. Also bewegen wir uns in Richtung Süden, wohin uns die weitere Fahrt sowieso gebracht hätte. Auch dort findet sich ohne größere Schwierigkeit ein Plätzchen für die Nacht.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:57 Archiviert in Australien Tagged australien round_the_world margaret_river wein Kommentare (5)

(Einträge 4 - 6 von 26) Vorher « Seite 1 [2] 3 4 5 6 7 8 9 » Nächste