Reise blog von Travellerspoint

Malaysia

Thaipusam in Kuala Lumpur

overcast 30 °C
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Von Kuala Lumpur erwarten wir vor unserer Ankunft ein ähnliches Bild wie von Singapur. Untrennbar mit der malaysischen Hauptstadt verbunden erscheinen sofort Bilder der Petrona Towers vor dem geistigen Auge
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Aber wir werden überrascht. KL fühlt sich viel mehr wie eine typisch asiatische Großstadt an. Alles ist lauter, hektischer und erreicht bei Weitem nicht die Sauberkeit von Singapur. Die Petrona Towers und andere Zeugnisse moderner Großstadtarchitektur ragen wie Inseln aus den überfüllten Straßen hervor.
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Direkt am Montag nach unserer Ankunft beantragen wir das Visum für Birma, auf das wir einige Tage warten müssen. In der Zwischenzeit sehen wir uns die Stadt an und überlegen, welche Ziele in Malysia wir noch besuchen möchten. Nach und nach werden es immer weniger. An den Stränden der Ostküste regnet es noch immer, höchstwahrscheinlich auch in den Dschungelgebieten im Nordosten des Landes. Und so geht es weiter, bis wir schließlich entscheiden, sofort nach Birma zu fliegen, sobald wir unser Visum besitzen.

Für die Sehenswürdigkeiten Kuala Lumpurs bleibt somit üppig Zeit. Wir haben Glück, denn während unseres Aufenthaltes findet Thaipusam statt, ein Hindu-Fest zu Ehren des Geburtstags von Lord Murugan, einem Sohn der Gottheiten Shiva und Parvathi. Rund 45 Busminuten außerhalb der Stadt liegen die Batu Caves, wo die Festlichkeiten stattfinden. Innerhalb von drei Tagen versammeln sich etwa 1,5 Millionen Gläubige. Damit ist Thaipusam in Kualar Lumpur das größte Hindu-Fest außerhalb Indiens. Am Tag unseres Besuchs fühlt es sich so an, als wären alle bereits am ersten Tag gekommen.
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Nur zwei Tage zuvor sah die Höhle noch so aus:
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Besonders eindrucksvoll sind für uns die Bußgänger, die nach 21 Tagen des Fastens mit nur einer vegetarischen Mahlzeit am Tag, jetzt, die Haut, Backen oder Zunge von Haken durchbohrt, manche zusätzlich mit schweren Konstruktionen auf den Schultern, die 272 Stufen bis zur Höhle hinaufgehen.
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Sieht man die Fotos, könnte man sich an unseren Bericht der Osterprozession in Quito erinnert fühlen, wo sich die Menschen ähnliches angetan haben. Allerdings fühlt es sich hier völlig anders an. Die hinduistischen Bußgänger sind allesamt in Trance. Obwohl mit Backen und Zunge äußerst blutreiche Körperteile durchstoßen sind, fliest kein Tropfen Blut. Während die Ecuadorianer mit schmerzverzerrten Gesichtern an uns vorbeigingen, strahlen die Menschen hier innere Ruhe und mentale Abwesenheit aus.

In der Höhle angekommen, werden alle Haken und Lasten entfernt.
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Währenddessen sehen wir kurz das einzige Anzeichen von Schmerz, als einem Inder eine Nadel aus der Zunge gezogen wird. Sind alle Haken entfernt, lassen sich viele erschöpft fallen. Erst jetzt zeigt sich, was für ein Wille notwendig ist, diesen Leidensweg durchzustehen.
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Es ist schwer zu erklären, aber im Gegensatz zu Quito fühlen wir uns nicht abgestoßen, sondern empfinden nur großen Respekt.

Eingestellt von Daggi.Oli 00:22 Archiviert in Malaysia Tagged kuala_lumpur malaysia round_the_world Kommentare (1)

Kulinarisches aus Melaka

rain 28 °C
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Eher aus Verlegenheit landen wir in Melaka. Eigentlich hatten wir nach einem ruhigen Plätzchen am Strand in der Nähe von Singapur gesucht, waren aber nicht fündig geworden. Insbesondere da an der für ihre schönen Strände berühmten Ostküste gerade Regenzeit herrscht.

Und was das bedeutet, können wir ansatzweise in Melaka an der Westküste erahnen, wo zuverlässig jeden Nachmittag für einige Stunden riesige Wassermassen auf uns niederprasseln. Im Osten und auf Borneo ist es genauso nur durchgängig.

Da wir sowieso nicht viel unternehmen möchten, stört uns der Regen nicht. Kaffeetrinken und Blogschreiben können wir auch überdacht und finden mit dem Voyage Café mitten im historischen Zentrum einen sehr angenehmen Ort dafür.
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Der 2008 zum Weltkulturerbe ernannte historische Kern wird hauptsächlich von Chinesen bewohnt, aber prinzipiell lebt in Malaysia ein ähnliches Völkergemisch wie in Singapur. Für das Essen bedeutet das einige Komplikationen. Alle Hindus essen kein Rind, manche ernähren sich vollständig vegetarisch, während die Moslems kein Schweinefleisch zu sich nehmen und ihr Essen nach strengen Halalvorschriften zubereiten. Alkohol ist im mehrheitlich muslimischen Malaysia demzufolge sehr teuer. Nur die Chinesen haben eher den Ruf alles zu essen. Für uns ist diese Vielfalt eine Bereicherung und wir gehen jeden Tag auf neue kulinarische Abenteuer.

Indisch:
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Chinesisches Steamboat (eine Art Fondue):
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Oder malaysisches Cendol (eine Nachspeise aus zerstoßenem Eis, Kokosmilch, Geleewürmern, Mais, süßen roten Bohnen und grüner Lebensmittelfarbe):
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Ja, es schmeckt so wie Daggi guckt!

Die Zeit im Café gibt uns ausreichend Gelegenheit für die weitere Reiseplanung. Den Flug am 16. Januar von Singapur nach Kuching auf Borneo werden wir wohl verfallen lassen. Der Dauerregen macht dieses Ziel gerade recht unattraktiv. Warum also nicht Malaysia ansehen und in ein paar Wochen von Kuala Lumpur aus nach Birma fliegen? Wir recherchieren die Flüge und Visabestimmungen und einigen uns schließlich auf diesen Plan. Als erstes müssen wir nach Kuala Lumpur, um das Visum für Birma zu beantragen.

Am Abend vor unserer Abreise fragt uns ein Mitarbeiter des Cafés, ob wir nach seiner Schicht um 23 Uhr mit in die Hot Springs kommen möchten. Es gibt, so sagt er, eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt, heiße Quellen, die er mit ein paar Freunden besuchen möchte. Wir sagen zu und füllen, als wir um halb zwölf Uhr nachts abfahren mit einem weiteren deutschen Pärchen und vielen malaiischen Freunden insgesamt drei Autos. Die Fahrt dauert eher 45 Minuten, was aber nicht schlimm ist, die Quellen haben 24 Stunden geöffnet. Offenbar gehen Malaien gerne Freitag nachts baden, denn trotz der späten Stunde sind alle Becken gefüllt. Wo bei uns sicherlich Bademeister für die Einhaltung der Vorschrift nicht vom Beckenrand zu springen sorgen würden, ist hier die größte Freude aller, sich gegenseitig so heftig und so oft wie nur möglich nass zu spritzen oder unter Wasser zu tauchen. Alternativ wird auch mal ein Eimer Wasser aus dem heißesten Becken nebenan über den Freunden entleert.

Nach dem Bad sind unsere malaiischen Begleiter hungrig. Wir schließen uns aber nicht mehr an sondern fallen um drei Uhr nachts ins Bett. Zum Glück ist die Fahrt nach Kuala Lumpur am nächsten Tag nicht lang. Wir schlafen zwar nicht aus, können aber in Ruhe frühstücken, bevor wir uns auf den Weg zum Busbahnhof machen.

Eingestellt von Daggi.Oli 08:57 Archiviert in Malaysia Tagged malaysia essen melaka round_the_world Kommentare (0)

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