Reise blog von Travellerspoint

Peru

Titicacasee

Puno, Copacabana und Isla del Sol

sunny 10 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Natürlich gibt es Seen, die höher liegen als der Titicacasee. Um aber dennoch einen Superlativ bieten zu können, ist der Titicacasee auf 3800 Meter über NN immerhin der höchste schiffbare See der Welt und demzufolge konnte sich auch der höchste Yachtclub der Welt hier niederlassen. Völlig unabhängig von irgendwelchen Spitzenleistungen liegt der riesige See zwischen Peru und Bolivien in einer überwältigenden Landschaft umgeben von den Bergen der Anden.
P1040605.jpg

Unser erster Halt am See ist auf der peruanischen Seite in Puno, wo wir uns die Uros, schwimmende Inseln, ansehen. Seit Jahrhunderten bauen die Uros Indianer schwimmende Inseln aus Schilf, auf denen sie leben. Aus dem gleichen Material werden auch die Hütten und die Boote gefertigt. Schält man die strohige Schale des Schilfs, kann man den weichen Innenteil sogar essen.
P1040617.jpgP1040624.jpg

Da Puno selbst keinen Halt wert ist, fahren wir sofort weiter nach Copacabana auf die bolivianische Seite des Sees. Copacabana ist immerhin etwas netter anzusehen als Puno, aber leider über die Maßen touristisch. Rund um den Plaza Mayor wimmelt es von Touranbietern, Restaurants und Andenkenläden. Außerdem bereitet sich Copacabana gerade auf ein riesiges Fest vor, zu dem täglich an die 6000 Menschen in das 15.000 Einwohnerdorf kommen sollen. Langsam haben wir genug von Blasmusik und flüchten rechtzeitig auf die Isla del Sol, laut Inkalegende die Geburtsstätte der Sonne.

Die Insel wird zwar auch vom Tourismus dominiert, dennoch gibt es hier genügend Rückzugsmöglichkeiten. Es ist so ruhig und friedlich, dass wir beschließen, insgesamt drei Nächte auf der Insel zu verbringen. Wir hatten das Reisetempo in Peru deutlich angezogen, so dass diese kurze Ruhepause sehr gut tut.

Von der Schiffsanlegestelle im Süden führt ein steiler Weg den Berg hinauf ins Dorf Yumani. Wegen der Höhe ist dieser Weg recht anstrengend zu laufen. Trotzdem gehen wir den gesamten Weg bis zum höchsten Punkt und nehmen dort erst eine Unterkunft, was sich durch den Blick, den wir auf beide Seiten der Insel haben, bezahlt macht.
1P1040636.jpg5P1040637.jpg1P1040640.jpg

Während der Tage auf der Insel unternehmen wir nicht viel. Eigentlich wäre es möglich, die Insel vollständig zum Nordende und zurück zu durchwandern, was wir auch vorhatten. Da wir aber deutlich länger schlafen als geplant, kommen wir nur bis zur Hälfte ins Dorf Challapampa. Trotzdem genießen wir unterwegs den herrlichen Ausblick.
P1040659.jpg

Früh am letzten Tag machen wir uns auf den Weg nach La Paz. Überrascht müssen wir feststellen, dass das Boot von der Isla del Sol zurück nach Copacabana plötzlich 20 Bolivianos kostet und nicht zehn, wie noch die Hinfahrt. Man erklärt uns, dass es auf der Insel ja nicht so viele Anbieter gäbe wie in Copacabana, daher der höhere Preis. Nach einem ziemlichen Aufstand erhalten wir das Ticket immerhin für 15 Bolivianos.

In Copacabana fährt sofort ein Bus nach La Paz ab. Dank einer Fährverbindung über den See dauert die Fahrt nur drei Stunden. Sieht abenteuerlich aus, spart aber enorm Zeit.
7P1040678.jpgP1040687.jpg

Die Passagiere werden mit einem eigenen Boot übergesetzt. Wieder im Bus haben wir Glück und sitzen vorne neben dem Fahrer. So sehen wir die Berglandschaft rund um La Paz kontinuierlich näherkommen.
P1040690.jpg

Eingestellt von Daggi.Oli 17:21 Archiviert in Peru Tagged round_the_world Kommentare (1)

Nachtwanderung zu Machu Picchu

Aguas Calientes

20 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Es gibt keine Straße nach Aguas Calientes, dem Dorf unterhalb von Machu Picchu und so muss auf verschiedene andere Möglichkeiten, dorthin zu gelangen ausgewichen werden. Die bequemste und teuerste Variante ist eine Fahrt mit dem Zug ab Cusco. Eine fast ebenso teure Variante ist eine dreitägige, geführte Trekkingtour auf dem berühmten Inkatrail, die mindestens ein halbes Jahr im voraus gebucht werden muss. Es gibt noch andere, ebenso schöne, aber weniger berühmte Trekkingrouten mit dem gleichen Ziel, die kurzfristiger verfügbar sind. Eine günstige und bequeme Variante, die aber ausländischen Touristen nicht zur Verfügung steht, sind die Züge, die nur von Einheimischen benutzt werden dürfen. Wer keine drei Tage, sondern nur ein paar Stunden wandern möchte, kann mit zwei Mal umsteigen und etwa vier Stunden laufen auch nach Aguas Calientes gelangen.

Wir entscheiden uns für eine Mischung und wählen die bequeme und landschaftlich beeindruckende Zugfahrt für die Hinreise und die günstige Variante mit mehrfachem Umsteigen und Wandern für die Rückreise. Leider stellt sich heraus, dass Peru Rail ein Verbrecherladen ist. Man kann verschiedene Zugklassen wählen. Der günstigste fährt nicht direkt ab Cusco, sondern erst ab einem Dorf, eine Stunde entfernt, das aber leicht und preiswert mit Bussen zu erreichen ist. Ab einem außerhalb von Cusco gelegenen Bahnhof fährt eine teurere Variante, die angeblich besseren Service und besseren Ausblick auf die faszinierende Berglandschaft bietet. Wir möchten uns etwas gönnen und buchen die teurere Variante und legen noch das Geld für das Taxi zum Bahnhof drauf. Dort angekommen, erfahren wir, dass wir mit Bussen zum nächsten Bahnhof gefahren werden, ab dem auch die günstigeren Züge verfügbar sind. Der Grund sind Räumungsarbeiten, die bereits seit einer Woche andauern. Auf der Webseite von Peru Rail, über die wir unsere Fahrkarten erstanden haben, war natürlich keinerlei Hinweis auf diese Umstände. Wir hätten uns eine ziemliche Menge Geld sparen können und fühlen uns betrogen. Die Dame von Peru Rail vor Ort, sagt sie könne nichts unternehmen, sie hätte nicht einmal ein Telefon und wir sollen uns in Cusco beschweren. Der Tag, an dem wir zurückkommen, ist ein nationaler Feiertag, so dass die Beschwerde schwer fallen dürfte. Seit Tagen geht es in Cusco übrigens fast so zu wie in Cabanaconde, Blasmusikkapellen in allen Straßen, ein Festakt folgt dem anderen.

Nun aber zurück zum eigentlich Thema. Nachdem wir doch irgendwann im Zug sitzen, führt die Fahrt tatsächlich durch atemberaubende Landschaften. Steile Berghänge und schmale Täler bestimmen das Bild. Genau so liegt auch Aguas Calientes.
P1040430.jpg

Wie der Name des Dorfes schon sagt, gibt es hier heiße Thermalquellen, die wir am Tag unserer Ankunft besuchen. Leider sind diese das Eintrittsgeld nicht wert. Hoffnungslos überlaufen, in den Becken keinerlei Sitzgelegenheiten und wegen der Menschenmassen, die sich gleichzeitig darin aufhalten, wirkt das Wasser auch nicht gerade rein.

Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes gehen wir noch nicht zur eigentlichen Attraktion hoch, sondern möchten zunächst auf den Putukusi, einen Berg der gegenüber von Machu Picchu liegt und eine tolle Aussicht bieten soll. Leider kommen wir nicht weit, da der Weg wegen eines Erdrutsches unpassierbar ist. Diverse Leitern, die auf einem steilen Stück den Berg hochführen, sind zerstört. So bleibt uns nichts übrig, als umzudrehen.

Am folgenden Tag ist es dann soweit und wir machen uns daran, eine der größten Sehenswürdigkeiten Südamerikas zu besichtigen. Um 3.30 Uhr in der Nacht laufen wir los. Mit uns zu ähnlicher Zeit in etwa 500 weitere, meist jüngere Menschen, die alle den Wunsch haben, unter den ersten 400 in der Schlange zu stehen, um noch die Erlaubnis zu erhalten, den Wayna Picchu zu besteigen, einen Berg innerhalb des Machu Picchu Geländes, auf den täglich nur 400 Leute hoch dürfen. Wir kommen nach anstrengendem Aufstieg um 4:50 Uhr beim Eingang an und erhalten, obwohl wir viele, schwer keuchende Wanderer auf dem Weg überholt haben, die Nummern 314 und 315.
P1040438.jpg

Später sollte sich herausstellen, das der Blick von Wayna Picchu zwar fantastisch ist, die berühmten Fotos von Machu Picchu jedoch alle von der anderen Seite, vom Gipfel des Cerro Machu Picchu entstanden sind, der von beliebig vielen Besuchern bestiegen werden kann. Das schaffen wir leider nicht mehr, bevor das Gelände geschlossen wird.

Wer nicht mitten in der Nacht losläuft, fährt für gewöhnlich etwas später den Berg mit dem Bus hoch, muss sich dann aber an der Abfahrtsstelle im Dorf anstellen.
P1040434.jpg

Als wir um sechs Uhr eingelassen werden, ist der Berg noch größtenteils von Wolken umhüllt.
P1040443.jpg

Als die Nebelschwaden langsam aufreißen, wird erkennbar, wie eindrucksvoll die Inkastätte liegt.
P1040490.jpg

Dann machen wir einen Fehler und steigen den Wayna Picchu hinab zum im Reiseführer in höchsten Tönen angepriesenen Templo de la Luna. Es geht etliche Höhenmeter hinab, zu einer in den Fels gehauenen Ruine, die uns bei weitem nicht so beeindruckt, wie der Text zuvor glauben machen wollte. Der Rückweg zur eigentlichen Sehenswürdigkeit kostet rund eineinhalb Stunden, wo wir mit zitternden Knien ankommen und leider zu spät sind, um noch den Cerro Machu Picchu zu besteigen. Immerhin geht die Wolkendecke im Laufe des Tages immer weiter zurück und erlaubt schönere Blicke als noch am Morgen auf die umliegenden Gipfel.
P1040514.jpgP1040532.jpg

Und kurz bevor wir das Gelände verlassen müssen, gelingt dann doch noch das entscheidende Foto.
large_P1040562.jpg

Danach können wir uns beruhigt an den Abstieg ins Dorf machen, um am nächsten Tag auf die lange und günstige Reise nach Cusco zu gehen. Um sechs Uhr früh verlassen wir Aguas Calientes und laufen an den Bahngleisen entlang in Richtung Santa Teresa. Rund drei Stunden später werden wir für ein paar Soles von einem Taxi aufgegabelt und eine gute Wegstrecke weiter gebracht, wo wir sofort ein Colectivo ins nächste Dorf Santa María nehmen können. Wir freuen uns über die ungewöhnlich frühe Ankunft dort und wähnen uns schon bald zurück in Cusco. Kurz darauf jedoch erfahren wir, dass wegen des Feiertages keine Busse fahren, sondern nur teurere Minivans. Die nächste Nachricht, etwa zwei Stunden später, lautet, dass die Straße nach Cusco wegen eines Erdrutsches gesperrt sei und gar keine Autos durchkommen. Viele Diskussionen und exakt fünf Stunden später sitzen wir doch noch in einem kleinen Bus, der uns bis nach Cusco fährt. Immerhin kommen wir an diesem Tag noch zurück und müssen nicht in Santa María bleiben. Auf der Fahrt waren übrigens nur ein paar kleine Steine auf der Straße zu sehen, die keine Hindernisse darstellten. Um uns neu zu sortieren, bleiben wir noch einen Tag in Cusco und fahren dann weiter an den Titicacasee und zur bolivianischen Grenze.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:14 Archiviert in Peru Tagged machu_picchu round_the_world Kommentare (0)

Cusco - Inkas und Touristen

sunny 15 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Nachdem wir Cabanaconde erst nachmittags Richtung Arequipa verlassen haben, ist dort der letzte Bus nach Cusco schon abgefahren. Wir verbringen also eine Nacht in Arequipa und fahren am nächsten Morgen weiter. Die Strecke führt über traumhafte Hochebenen mit Lamaherden, die von weitem übrigens wie Schafe mit langen Hälsen aussehen, und Seen, in denen Flamingos nach Futter suchen. Jetzt freuen wir uns, dass wir den Nachtbus verpasst haben.

Die meisten Besucher kommen nach Cusco, weil es als Ausgangspunkt für Besuche von Machu Picchu dient. Dabei ist die Stadt selbst auf jeden Fall auch sehenswert, mit schmalen Gassen, schönen, kolonialen Bauwerken und Zeugnissen der Inkakultur. Leider ist sie touristisch so überlaufen, dass man keine drei Meter gehen kann, ohne von irgendwelchen Andenkenhändlern angesprochen zu werden, was uns den Aufenthalt ein wenig verdirbt. Um dennoch Geschmack auf die Stadt zu machen, einige Eindrücke.
P1040597.jpgP1040414.jpgP1040569.jpgP1040573.jpgP1040583.jpgP1040586.jpg

Nachdem wir die Stadt, wenn auch nur flüchtig, angesehen und unseren Machu Picchu Besuch organisiert haben, reisen auch wir wieder ab.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:36 Archiviert in Peru Tagged cusco round_the_world Kommentare (0)

(Einträge 1 - 3 von 6) Seite [1] 2 » Nächste