Reise blog von Travellerspoint

Kolumbien

Eine Abenteuerfahrt von Cartagena nach Mompos

sunny 33 °C
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Es ist ruhig in Mompos. So ruhig, dass wir nach einem Tag Aufenthalt beschliessen, früher als geplant nach Cartagena zurückzukehren. Das Aufregendste ist die Anreise. Die ist dafür aber wirklich spannend. In rund vier Stunden geht es zunächst per Bus nach Magangué. Dort fährt man etwa 20 Minuten mit einem Speedboot nach Bodega, von aus die letzten 40 Kilometer mit Kollektivtaxis zurückgelegt werden.

Als wir in der Stadt ankommen ist es schon dunkel, so dass wir erst am nächsten Tag bemerken, dass Mompos wirklich fast ausschliesslich aus kolonialen Gebäuden besteht. Es ist so klein (drei Querstrassen), dass wir das Gefühl haben, in einem Tag alles Relevante gesehen zu haben und am nächsten Tag wieder abreisen.

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Eingestellt von Daggi.Oli 19:03 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (0)

Die koloniale Perle Cartagena

sunny 36 °C
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Nach 13 Stunden Busfahrt kommen wir in Cartagena an, wo wir uns ein Schiff für die Überfahrt nach Panama organisieren müssen. Es gibt diverse Cargoboote, die die Strecke öfter fahren oder freie Kapitäne, die mit ihren Segelschiffen üblicherweise dann losfahren, wenn sie genügend Passagiere zusammen haben. Bei der Auswahl des Schiffs ist ein wenig Vorsicht angesagt. Leider gibt es Geschichten von Backpackern, die sich auf offener See auf Cargobooten plötzlich in Mitten einer erfolgreichen Drogenrazzia und entsprechender Erklärungsnot wiederfanden. Auch von Kidnapping a la "Du gibst uns jetzt Summe X oder du kommst nicht mehr an Land!" hört man.

Folglich wenden wir uns an das Casa Viena, das seit vielen Jahren von dem Österreicher Hans betrieben wird. Er hilft bei der Organisation der Überfahrt auf zuverlässigen Schiffen. Dank seiner Vermittlung nehmen wir Kontakt mit Fritz auf, österreichischer Kapitän auf seinem Katamaran "Fritz the Cat", in seinem früheren Leben Gastronom in Wien.
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Nach einem einstündigen Treffen auf seinem Schiff steht für uns fest, dass wir mit ihm überfahren werden. Ganz grosses Argument: Er legt Wert auf gutes Essen uns backt sogar sein eigenes Sauerteigbrot. Wir hoffen auf ein kulinarisches Fest!

Deutlich leichter fiel uns die Entscheidung, da wir vorher das Schiff des jungen kolumbianischen Kapitäns Tilson angesehen haben. Er und seine amerikanische Freundin haben uns irgenwie kein Vertrauen eingeflöst. Später erfahren wir, dass sein Bruder angeblich mit der Drogenmafa verstrickt ist. Fritz hat ein festes Ablegedatum, den 25. Mai, was uns noch eine Woche gibt, um Cartagena und Umgebung anzusehen.

Die Stadt wurde 1533 gegründet und ist heute Unesco Weltkulturerbe. Im Altstadtkern sind viele koloniale Gebäude erhalten, was Cartagena zu dem Ruf verholfen hat, eine der schönsten Städte Südamerikas zu sein.

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Früher sammelten sich hier die spanischen Schiffe, bevor sie mit Reichtümern beladen gemeinsam den Weg nach Spanien antraten. Es heisst, dass Sir Francis Drake einmal ein Schiff kapern konnte und dabei in etwa das Jahreseinkommen der englischen Krone erbeutet hat. Aus diesem Grund ist Cartagena als sichere Festung ausgebaut. Die bis zu 18 Meter dicke Stadtmauer steht noch heute.

Inzwischen hat die Stadt über eine Million Einwohner und rund um das Zentrum schiessen die Hochhäuser aus dem Boden. Insgesamt eine faszinierende Mischung aus Historie und Moderne, karibischen, afrikanischen und spanischen Einflüssen.

Wir haben das Glück, das am 23. Mai eine Regatta mit zwölf grossen Windjammern stattfinden soll. Einen ersten Eindruck bekommen wir, als eines der grossen Segelschiffe in den Hafen geschleppt wird.
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Um am 23. wieder in Cartagena zu sein, verlassen wir die Stadt in Richtung Mompos, welches ähnlich schön sein soll, aber deutlich schwieriger zu erreichen, weshalb sich dort nur wenig verändert hat.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:57 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (0)

Medellin - Zwei Gesichter einer Stadt

sunny 25 °C
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Die Entscheidung ist gefallen. Wir möchten zunächst auf dem Landweg, soweit möglich, nach Panama, um dann mit dem Segelschiff nach Cartagena zurückzukehren und unsere Kolumbienreise fortsetzen. Es gibt eigentlich keinen Grenzübergang auf dem Land zwischen Panama und Kolumbien. Dennoch kann die Grenze überquert werden. Von Kolumbien kommend fährt man zunächst nach Turbo, von wo man in viereinhalb Stunden per Boot ins Grenzdörfchen Capurganá reisen kann. Hier werden die Ausreiseformalitäten erledigt. Ein weiterer 40-minütiger Bootstrip bringt einen ins panamesische Nachbarstädtchen Puerto Obaldía. Das also ist unser Plan. Jedenfalls so lange, bis wir mit Stefan gesprochen haben, dem deutschen Teilhaber des Hostels in dem wir in Medellin absteigen. Er hätte die Schiffsüberfahrt zwar noch nie selbst gemacht, aber gehört, dass die Wind- und Wellenrichtung die Fahrt von Kolumbien nach Panama begünstige. Nach der Galápagos-Erfahrung ein gewichtiges Argument. Wir beginnen also erneut, über unseren Plan nachzudenken.

Währenddessen sehen wir uns Medellin an.
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Früher mit denkbar schlechtem Ruf als Hauptsitz des Drogenbarons Pablo Escobar, hat sich die Stadt inzwischen mit unglaublichen Anstrengungen zu einem Touristenmagneten entwickelt. Es gibt ein Gesetz laut dem grosse neue Gebäude moderne Kunstwerke integrieren müssen. So finden sich dann auch viele architektonisch aussergewöhnliche Gebäude in der Stadt.
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Grosse Teile des Freizeitangebots sind kostenlos. Selbst Touristen, die sonst gerne mal doppelt so viel bezahlen, dürfen kostenfrei in den botanischen Garten oder die Bibliotheken der Stadt benutzen, die sogar Rechner mit Internetzugang bereitstellen. Es gibt zwei Seilbahnen, die als Teil der Metro innerhalb einer Fahrt zum Preis von umgerechnet unter einem Dollar mitbenutzt werden können. Grosse Polizeiaufgebote sorgen im Innenstadtbereich für Sicherheit.

Bei der Fahrt mit einer der Seilbahnen bekommen wir den Hauch einer Ahnung, wie das andere Gesicht dieser Stadt aussieht. Es gibt immer noch viele Randbezirke in denen Gewalt und Kriminalität an der Tagesordnung sind. Die Seilbahn überquert eines dieser Viertel. Plötzlich sind drei oder vier Schüsse zu hören. Die Kolumbianer, die mit uns in der Gondel sitzen, reagieren genauso erschrocken wie wir. Zu sehen ist zum Glück nichts. Da wir uns weit über dem Geschehen schweben und jede Metrostation mit bewaffneten Polizisten besetzt ist, befinden wir uns in absoluter Sicherheit. Dennoch fühlt es sich erschreckend anders an als die Szenen, die man gewöhnlich im Kino sieht.

Hier hat die Stadt noch einiges mehr zu tun, als kostenfreie Bibliotheken zur Verfügung zu stellen. Vor ein paar Jahren beispielsweise wurde das Viertel “Pablo Escobar” nicht einmal offiziell anerkannt, wodurch es bei allen Entwicklungsmassnahmen vollständig unberücksichtigt blieb. Offenbar hatte Pablo Escobar auf seine alten Tage ein schlechtes Gewissen bekommen und mit seinem unglaublichen, mit Drogen verdientem Vermögen hunderte von Häusern bauen lassen, wo nun arme Schichten der Bevölkerung kostenfrei wohnen dürfen. Mit viel Eigeninitiative versuchen die Bewohner ihr Viertel sicherer zu machen und ihren Kindern eine Zukunft zu bieten. Der aktuelle Stand ihrer Bemühungen um Anerkennung entzieht sich leider unserer Kenntnis. Wir möchten es auch nicht an Ort und Stelle herausfinden, sondern bleiben in den Gebieten, um die sich die Stadt kümmert.

Inzwischen haben wir auch eine endgültige Entscheidung zur Weiterreise getroffen. Wir werden unseren Flug von Bogotá nach Lima um vier Wochen auf Mitte Juli nach hinten verlegen, segeln von Cartagena nach Panama, um weniger schaukeln zu müssen und werden den "Landweg" zurückkommen.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:52 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (0)

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