Reise blog von Travellerspoint

Ein Zuhause in Bogotá

rain 15 °C
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Noch am Tag der Besichtigung der Salzkathedrale fahren wir in die Hauptstadt weiter. Die Fahrt dauert nur rund eine Stunde an den Stadtrand und weitere 40 Minuten in das historische Zentrum Candelaria. Dort haben wir uns ins Hostel Posada del Sol eingemietet, das von einem Koreaner geführt wird. Wir sind die einzigen Nicht-Asiaten im Hostel. Alle anderen Gäste stammen aus Korea, reisen in riesigen Gruppen und kochen gefühlt ab nachmittags bis spät nachts.

Bogotá hat diverse Superlative zu bieten: Dritthöchste Stadt Lateinamerikas mit 2650 Meter Höhe und achtgrößte Stadt Lateinamerikas mit 8,5 Millionen Einwohnern. Leider werden auch hier unsere Vorurteile gegenüber Großstädten dieses Kontinents gestärkt. Die Altstadt ist zwar wegen der vielen kolonialen Gebäude sehenswert und es gibt diverse beeindruckende Museen, aber richtig wohlfühlen kann man sich wegen des Verkehrs, der Armut und der Kriminalität nicht.
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Wir absolvieren also das Pflichtprogramm der Touristen und fahren am Tag nach unserer Ankunft mit der Zahnradbahn (hier fahren zwei Bahnen, zurück also mit der Seilbahn) auf den Hausberg Monserrate, dessen Gipfel etwa 500 Meter über Bogotá liegt und wir, wie schon in Medellin und Quito, einen schönen Blick auf die Stadt genießen können.
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Das Goldmuseum von Bogotá bietet die größte und kostbarste Sammlung im ganzen Land. Der Sponsor der Goldmuseen, die Banco de la República, besitzt insgesamt etwa 35.000 Ausstellungsstücke, von denen die meisten im Museum in Bogota zu besichtigen sind. Der kleinere Teil ist auf andere Goldmuseen, zum Beispiel in Cartagena und Santa Marta, verteilt. Es ist enorm beeindruckend, wie filigran viele der Arbeiten sind.
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Ein weiteres empfehlenswertes Museum zeigt hauptsächlich Gemälde und Skulpturen des 1932 in Medellin geborenen Künstlers Fernando Botero, aber auch vereinzelte Werke von Picasso, Miró, Dalí und Monet. Bereits in Medellin stößt man bei der Stadtbesichtigung auf die moppeligen Skulpuren Boteros, die viele Plätze der Stadt verzieren. Im Museum in Bogotá sehen wir nun auch seine Gemälde, hauptsächlich von moppeligen Pferden, Männern, Frauen und Fruchtschalen. Am besten gefallen uns weiterhin seine Skulpturen.
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Wobei auch Dalí seine Reize hat.
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Nach drei Tagen Aufenthalt im Hostel gelingt es uns zum zweiten Mal während unserer Südamerikareise ein Bett bei einem Einheimischen über Couchsurfing zu organisieren. Wir dürfen drei Nächte bei Mauricio übernachten, was sich nach fast vier Monaten in Hostels tatsächlich wie ein Zuhause anfühlt. Eine warme, saubere Wohnung mit zuverlässig warmem Wasser an allen Hähnen, gemütlicher Einrichtung und einer Küche, die so ausgestattet ist, dass sie auch zum Kochen benutzt werden kann, stellt zum jetzigen Zeitpunkt unserer Reise schon ein wenig Luxus dar. Neben Mauricio wohnt auch Paul in der Wohnung, ein US-amerikanischer Koreaner, der wie wir über Couchsurfing bei Mauricio gelandet war, nun aber für längere Zeit bleibt. Wir verstehen uns mit beiden sehr gut und den Abend, an dem wir Gulasch kochen genießen wir nicht nur wegen der uns vertrauten Küche.

So tut es uns ein wenig leid, als wir am 9.7.2010, nach rund sieben Wochen in Kolumbien, dieses fantastische Land verlassen und in die peruanische Hauptstadt Lima fliegen. Wie von so vielen anderen, die Kolumbien bereist haben, lautet auch unser Fazit: Wir möchten wiederkommen!

Eingestellt von Daggi.Oli 18:32 Archiviert in Kolumbien Tagged bogota round_the_world botero goldmuseum monerrate Kommentare (0)

Zipaquirá - Salzgewinnung im Gotteshaus

sunny 20 °C
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Nur noch ein Ort trennt uns von unserem letzten Ziel, Bogotá, in Kolumbien. Die Kathedrale in der Salzmine von Zipaquirá. Zunächst überrascht der Ort aber mit einer sehr netten Innenstadt.
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Die eigentliche Attraktion ist jedoch eine Kathedrale, die in die riesigen, unterirdischen Hallen einer Salzmine gebaut ist. Die Mine ist noch immer in Betrieb und während der Besichtigung erschüttern immer wieder Sprengungen ein Stockwerk tiefer das Gelände. Am beeindruckendsten sind die ungeheuren Ausmaße des Bauwerks, die sich vermutlich nicht auf den Fotos transportieren lassen.
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Eingestellt von Daggi.Oli 18:11 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world salzkathedrale salzmine kathedrale Kommentare (0)

Wandern bei San Gil und Barichara

Der Camino Real Lengerke

sunny 28 °C
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San Gil gilt als Zentrum aller Outdooraktivitäten in Kolumbien. Alles ist hier möglich: Rafting, Kayaking, Paragliding, Caving, Abseiling (kein Witz!) und vieles mehr. Wir entscheiden uns für eine altmodische Wanderung.

Zuvor müssen wir noch eine Nacht in San Gil in einem winzigen Zelt verbringen. Es scheint eher für Angehörige andiner Kulturen entworfen zu sein, unsere europäischen Füße finden jedenfalls keinen Platz mehr und müssen die Nacht außerhalb verbringen. Wir hatten eigentlich ausnahmsweise eine Reservierung vorgenommen, die Hostelbetreiberin kann sich bei unserer Ankunft allerdings an keinen Anruf erinnern... deshalb die Nacht im Garten des Hostels.

Abgesehen von den kalten Füßen lohnt San Gil den Besuch. Die Stadt ist mit rund 50.000 Einwohnern noch klein genug, um Charme zu besitzen und man verbringt leicht ein paar Tage länger als ursprünglich geplant.

El Camino Real Lengerke – von Barichara nach Los Santos

Wir gehen von San Gil aus auf eine dreitägige Wanderung auf dem historischen Camino Real Lengerke, ein vor Jahrhunderten von der indigenen Bevölkerung angelegter gepflasterter Weg, der Mitte des 19. Jahrhunderts für den deutschen Ingenieur Geo von Lengerke restauriert wurde, damit dieser sein Handelsnetz weiter ausbauen konnte. Geo von Lengerke musste 1852 aus Deutschland fliehen, da er in einem Duell einen anderen Mann getötet hatte. Nach seiner Ankunft in Kolumbien wurde er zu einem einflussreichen Großgrundbesitzer und Handelsherren.

Wir beginnen den Weg im für uns schönsten kolonialen Städtchen Kolumbiens, das wir besichtigen, in Barichara. Das gesamte Dorf besteht aus rund 300 Jahre alten gepflasterten Straßen und weißen Häusern mit roten Dächern. Da Barichara 1978 zum Nationalmonument erklärt und seitdem viel Arbeit in die Instandhaltung gesteckt wurde, sieht alles fast so aus wie am ersten Tag. Das von diesem Erscheinungsbild viele Film- und Fernsehproduktionen angezogen werden, können die folgenden Bilder vielleicht verdeutlichen:
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Leider kommen wir nicht in den Genuss, die oben bereits erwähnten hormigas culonas in einem Feinschmeckerrestaurant in Barichara zu probieren, da wir bereits vormittags dort sind und noch rund fünf Stunden Wanderung vor uns liegen. Der Weg führt zunächst in ein Tal hinab und durchgängig gepflastert etwa neun Kilometer weiter nach Guane.
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Guane ist noch wesentlich kleiner als Barichara, auch kolonial und hat natürlich auch einen alten Platz mit alter Kirche.
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Der Weg führt vorbei an Tabakplantagen weitere drei Stunden nach Villanueva, das, wie der Name schon sagt, nicht so alt ist, wie die zuvor besuchten Orte und daher auch bei weitem nicht so schön.
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In Villanueva übernachten wir, um am folgenden Tag den nächsten Abschnitt bis Jordan zu gehen. Hier wird es landschaftlich spektakulärer. Der letzte Streckenabschnitt führt 900 Meter tief in einen Canyon.
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Das eigentliche Abenteuer beginnt aber nach sechs Stunden Wanderung in Jordan selbst. Dort gibt es nämlich nichts außer eine Straße,
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einem Platz
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und einer Brücke
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Dort angekommen wendet man sich vertrauensvoll an die Señora im ersten Haus nach der Hängebrücke, deren Spanisch wir leider überhaupt nicht verstehen. Zum Glück versteht sie uns wenigstens und so bekommen wir von ihr etwas zu essen und dürfen duschen. Sie kann auch einen Platz zum Schlafen organisieren und wir glauben zu verstehen, dass dort, wo immer das auch sein mag, aktuell ziemlich viele Leute seien und man uns in einem Saal zwei Betten organisieren könne.

Nach einer Weile hilflosen Herumsitzens bei ihr wird uns gesagt die Unterkunft sei in einem Haus gegenüber der Polizeistation. Besagtes Haus mit grünem Anstrich ist oben auf dem Foto der Straße zu erkennen. Als wir dort ankommen sieht es genauso verlassen aus und es könnte auch jedes beliebige andere Haus sein. Immerhin steht die Tür ein wenig offen und wir treten vorsichtig ein. Was wir sehen, sieht nicht gerade wie ein Saal aus. Betten stehen auch nicht herum, dafür ein Motorrad, Säcke mit Tabakblättern und diverse andere Dinge, die wir eher in die Kategorie Müll einordnen. Immerhin treffen dort jemanden an, den wir fragen können. Auch er ist nicht zu verstehen, sagt irgendetwas von der Señora im ersten Haus nach der Hängebrücke und verschwindet nach unserem Gespräch für gute 20 Minuten. Irgendwann kommt er zurück und meint die Betten würden bald gebracht werden und wir wären schon richtig bei ihm im Haus. Irgendwann kommen die Betten und wir haben unser Nachtlager:
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Das war nicht der erste Moment während dieser Reise, in dem wir uns ein eigenes Zelt gewünscht haben.

Am nächsten Morgen stehen wir sehr früh auf und machen uns gegen sechs Uhr auf den Weg, um die letzte Etappe nach Los Santos, wo wieder Busse verkehren, anzugehen. Der Weg führt auf der anderen Seite des Canyons steil nach oben.
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Belohnt wird man mit einem tollen Blick auf Jordan.
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In Los Santos nehmen wir einen Bus, der uns innerhalb einer Stunde zu einer Kreuzung bringt, wo wir den nächsten Bus in südlicher Richtung nach San Gil anhalten. Zum Glück hatten wir bereits vor der Wanderung in San Gil eine Reservierung vorgenommen, diesmal im Hostel El Dorado, das auch wirklich ein Zimmer für uns hat und von einem sympathischen Team junger Kolumbianer geführt wird.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:11 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (1)

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