Reise blog von Travellerspoint

Die größten Höhlen Südostasien im Gunung Mulu Nationalpark

overcast 27 °C
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Wie misst man die Größe einer Höhle? Diese Frage drängt sich sofort auf. Ist es das Volumen? Diese Aufgabe ist nur schwer zu knacken, obwohl die Forscher in der Tat versuchen, genäherte Volumina anzugeben. Die Länge oder die Höhe fallen da schon leichter. Und so gilt die Clearwater Cave immerhin als die längste Höhlenverbindung Südostasien. Und wäre sie das nicht, so bliebe sie noch immer eine traumhaft schöne Höhle.
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Der Park ist nicht ganz leicht zu erreichen. Von Miri aus, wo wir nach 14 Stunden im Bus ab Kuching ankommen, fährt man einen Tag lang mit Allradfahrzeugen, Fähren und Booten. In etwa das gleiche Geld kostet ein halbstündiger Flug. Von oben lässt sich leider sehr gut sehen, wie viele Stellen im Dschungel Rodungen zum Opfer fallen, um weitere Ölpalmen anzubauen. Nachdem es hier um sehr viel Geld geht, ist ein Ende nicht in Sicht.

Obwohl Malaysia im Gegensatz zu allen anderen südostasiatischen Staaten, die wir besucht haben, sehr organisiert und aufgeräumt wirkt, herrscht auch hier eine unglaubliche Korruption. Das wird schon im Kleinen, wie zum Beispiel einer Nationalparkverwaltung, deutlich. Die Leitung des Managements hat der Schwager des aktuellen Ministerpräsidenten von Sarawak übernommen. Gleichzeitig führt er das Royal Mulu Resort, eine Luxusunterkunft an den Parkgrenzen.

Im Park darf inzwischen keine einzige Höhle mehr ohne geführte Tour betreten werden, obwohl die größten und wichtigsten über hervorragend ausgebaute Plankenwege verfügen. Angeblich sei das eine Auflage der Unesco gewesen, um den Status als Weltkulturerbe zu erhalten, führt aber dazu, dass nicht nur der Parkeintritt gezahlt, sondern jede Kleinigkeit extra als Tour gebucht werden muss. Nun gibt es aber weniger Plätze auf Touren als Betten im Park. Das Royal Mulu Resort belegt zudem anscheinend größere Kontingente, um seinen Gästen auf jeden Fall die Teilnahme zu garantieren. Freie Plätze gehen dann nicht zurück an den Park, sondern bleiben offen.

Das Personal ist nicht geschult und häufig völlig überfordert. Wir hätten gerne eine sogenannte Adventure-Caving Tour gemacht, also eine Höhle besichtigt, die nicht über ein ausgebautes Wegesystem verfügt, sondern die mit Kletterausrüstung begangen wird. Alle Touren, die wir uns aussuchen, sind bereits voll. Zunächst wird uns gar keine Alternative genannt und auf Nachfrage eine „normale“ Höhlenbesichtigung. Erst im Gespräch mit anderen Gästen können wir in Erfahrung bringen, dass eine weitere Adventure-Tour zur Stonehorse Cave im Angebot ist, auf der es sogar noch freie Plätze gibt. Sie ist mit zwei Stunden zwar etwas kurz, aber mit Stirnlampe in die dunkle Höhle vorzudringen und sich an einigen Stellen abzuseilen, ist eine besondere Erfahrung, die Lust auf mehr macht.

Abgesehen jedoch von diesen „Unwegsamkeiten“ bietet der Park fantastische Höhlensystem und herrliche Landschaften mitten im Dschungel. Ein Highlight unseres Besuchs ist die dreitägige Tour zu den Pinnacles, die wir zum Glück bereits im Vorfeld telefonisch gebucht hatten.
Der erste Tag führt mit dem Boot zum Ausgangspunkt eines knapp neun Kilometer langen, flachen Wegs zum Camp 5.
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Von dort aus beginnt am nächsten Tag der Aufstieg von etwa 1200 Höhenmetern auf nur 2,4 Kilometern Strecke. Wie schon am Gunung Santubong ist der Weg steil und glitschig, diesmal allerdings sollte sich die Aussicht lohnen.
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Nachdem wir alle den Weg hinab heil überstanden haben, ist das Tollste anschließend der Sprung in den nahen Fluss. Eine weitere Besonderheit ist uns vergönnt. In der Nähe des Camps blüht ein Exemplar einer Amorphophallus, die nur äußerst selten zur Blüte kommt. Ein Wissenschaftler einer Gruppe Höhlenforscher, die gleichzeitig mit uns im Camp sind, meint angeblich nur alle dreißig Jahre. Diese Information ist allerdings nicht geprüft und erscheint uns extrem lang. Die mannshohe Blume gehört zur gleichen Gattung wie die Rafflesia und wie sie stinkt sie nach verrottendem Fleisch, um Fliegen anzuziehen.
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Am letzten Tag, als wir zurück zum Boot müssen, regnet es heftig, was dazu führt, dass die Gruppe, die einen Tag nach uns die Besteigung versuchen möchte, leider nicht hinauf kann und unser Rückweg durch den Wald von Blutegeln nur so wimmelt. Die ekligen kleinen Würmer sitzen auf Blättern und wechseln schnell auf ein vorbeistreichendes Bein oder warten, sich lauernd aufrichtend, auf dem Boden auf unschuldige Opfer. Dort angekommen, saugen sie sich auf die doppelte Größe voller Blut und lassen sich glücklich und zufrieden wieder abfallen.
Eigentlich harmlos, sie übertragen auch keine Krankheiten, aber doch recht unangenehm. In unserer Gruppe sind allerdings auch drei Chinesinnen, die offenbar nicht auf diese Bedrohung gefasst waren. Da sie deutlich langsamer laufen als wir, werden alle zu Opfern. Während wir jeder nur ein oder zwei Blutegel abbekommen, hält eine Chinesin den Rekord mit sieben der Würmer. Ihr T-Shirt ist an einer Stelle rot vom Blut verfärbt. Stunden später sehen wir sie noch immer wie paralysiert im Restaurant des Parks sitzen.

Die Nächte im Park verbringen wir nicht in den Unterkünften innerhalb, sondern in einem sogenannten Homestay direkt vor den Parktoren. Das hat den Vorteil, dass man nicht in Räumen mit 20 Betten schlafen muss – sofern man sich nicht für viel Geld ein kleines Hüttchen im Park leistet – sondern mit großer Wahrscheinlichkeit ein Einzelzimmer hat, da meist mehr Zimmer als Gäste vorhanden sind. Preislich ist es in etwa gleich. Man verzichtet außerhalb auf den Komfort warmer Duschen, die angesichts der Temperaturen aber nicht nötig sind, und 24 Stunden Strom.

Für die Übernachtung im Homestay spricht, dass dadurch die Bevölkerung unterstützt wird, die rund um den Park lebt. Außerdem kommt es so vielleicht zu netten Begegnungen wie unserer mit Elvis. Wir hatten gehört, dass es außerhalb des Parks drei Dosen Bier zum Preis von zehn Ringgit geben soll, wo genau wissen wir nicht. Folglich begeben wir uns direkt am ersten Abend auf die Suche und begegnen beim Flughafen einer Gruppe Einheimischer beim Feierabendbier, von denen uns einer sofort herwinkt. Elvis, wie wir später herausfinden werden. Er fragt als erstes, ob wir günstiges Bier suchen würden. Nachdem wir die Frage bejahen, erfahren wir, dass wir in die entgegengesetzte Richtung laufen müssen. Es ist eine Art Kiosk, der auch Essen anbietet. Und gehört, so gut wie alles in der Umgebung, irgendeinem Verwandten von Elvis.
Als wir dort ankommen, sitzt Elvis, der uns unterwegs auf seinem Motorroller überholt hatte, schon da. Mit einem Bier für sich und dreien für uns. Unerbittlich öffnet er eine Dose nach der anderen, holt neues Bier und will partout kein Geld annehmen. Irgendwann schaffen wir es dann doch, uns ins Bett zu flüchten. Immerhin wartet eine anstrengende Bergbesteigung auf uns.

Den Abend, als wir von den Pinnacles zurückkommen, verbringen wir im Parkrestaurant zusammen mit Lin und Pete, einem sehr netten englischen Paar, die mit uns auf der Tour waren. Wieder in unserer Unterkunft, die übrigens von irgendeinem Verwandten von Elvis geführt wird, sitzen dort Bea, eine Chilenin, die auch mit bei den Pinnacles war und Elvis, beide nicht mehr ganz nüchtern. Elvis hatte auf uns im Homestay gewartet. Er wusste ja, wann wir von dem Ausflug zurückkehren würden. Da wir nicht erschienen waren, hatte er sich Bea angenommen und mit ihr offenbar den Abend im gleichen Stil wie mit uns verbracht. Obwohl die erste Begegnung mit ihm lustig war, sind wir, zugegeben, nicht ganz böse, ihn verpasst zu haben. Angesichts leider eingeschränkter Englischkenntnisse wäre die Konversation nur eine Wiederholung des ersten Abends geworden. Und unsere Malaikenntnisse beschränken sich auf das Wissen, dass, wenn man nur schnell genug den englischen Satz „Tear off my car seat“ sagt, es fast wie „danke“ auf Malai klingt. Während unserer weiteren Tage im Park sehen wir Elvis nicht mehr, haben aber immerhin bei unserem Abflug noch die Chance, uns von ihm zu verabschieden. Er arbeitet im Souvenirladen im Flughafen.

Im Park versuchen wir jeden Abend vergeblich, den Ausflug der Fledermäuse aus der Deer Cave zu sehen. Allerdings kommen sie wegen des regnerischen Wetters leider immer nur tröpfchenweise in Gruppen zu mehreren Hundert hinaus und nicht, wie an guten Tagen, in hunderttausenden. Fachleute schätzen, dass in der Höhle rund zwei Millionen Fledermäuse leben.
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Die Höhle selbst ist riesig und extrem beeindruckend.
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Eine Gesteinsformation beim Eingang bildet ein Gesicht. Ob es Abraham Lincoln ist, wie allgemein behauptet wird, bleibt jedermanns eigener Fantasie überlassen.
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Besonders schön sind jedoch die eingangs bereits erwähnte Clearwater Cave...
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… und die Wind Cave.
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Große Tiere haben wir im Park gar keine gesehen. Aber dafür unzählige Hundertfüßer (nicht anfassen – giftig)...
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… Tausendfüßer (anfassen kein Problem)...
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… lustige Krabbeltiere, die bei Gefahr zum Ball werden....
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… und nachtaktive Laternenkäfer.
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Damit endet unsere Zeit im Mulu Nationalpark. Wir waren fünf volle Tage dort und hätten, freie Plätze in den Touren vorausgesetzt, noch wenigstens zwei weitere füllen können. Für Abenteuerlustige, die vierstündige Adventure-Caving Tour durch die Clearwater Connection muss großartig sein – sagen zumindest diejenigen, die einen Platz ergattern konnten. Unsere Empfehlung, unbedingt anrufen und im voraus bei der Parkverwaltung buchen.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:19 Archiviert in Malaysia Tagged caves malaysia borneo mulu sarawak miri round_the_world gunung_mulu_nationalpark Kommentare (0)

Kuching - Die Stadt der Katzen

rain 28 °C
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DSC02272.jpg Es gibt diverse Legenden zur Entstehung des Namens der Stadt. Fest steht, dass im Malaiischen das Wort „Kuching“ Katze bedeutet. Und entsprechend viele Denkmäler aber auch lebendige Exemplare der kleinen Raubtiere tummeln sich in der Stadt. Unüblich für Asien werden sie offenbar von den Einwohnern geliebt und gepflegt. Die meisten sehen wohlgenährt aus und dürfen es sich auch mal auf der Kühltruhe bequem machen (man beachte, dass unter der Katze „Tiger“ Biskuits angeboten werden).
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Selbst die Kanaldeckel sind entsprechend verziert.
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Für all das haben wir bei unserer Ankunft allerdings noch kein Auge gehabt. Unser Flieger aus Yangon war um 22.30 Uhr in Kuala Lumpur gelandet. Da der Weiterflug nach Kuching am nächsten Morgen bereits um 7.30 Uhr ging, hatten wir beschlossen, uns eine Übernachtung zu sparen. Zum Glück bietet der Flughafen kostenfreien Internetzugang und die Fast Food-Ketten haben rund um die Uhr geöffnet. So verging nach vier Wochen Internetentzug in Birma die Nacht dennoch relativ schnell.

Entsprechend gerädert unternehmen wir die ersten Tage in Kuching nichts. Die Stadt ist sehr entspannt und hat eine schöne Uferpromenade. Bei Nacht werden dort bunt leuchtende Accessoires und Fluggeräte, die mit Gummischleudern in den Himmel geschossen werden, angeboten. Die Väter haben mindestens genau so viel Spaß wie der Nachwuchs.
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Neue Pläne

Wir genießen also die angenehm ruhige Atmosphäre und machen uns Gedanken über Reiseziele, die wir in den Monaten 13 und 14 besuchen möchten. Vieles kommt uns in den Sinn. Zurück nach Südamerika – der Kontinent hat noch so viel zu bieten. Wenigstens eine Woche rund um Neapel, um endlich wieder im Essen zu schwelgen. China – für eine Rückfahrt zunächst mit der transmongolischen, dann mit der transsibirischen Eisenbahn reicht die Zeit leider nicht mehr. Nepal oder Japan...
Nach und nach schränken wir die Auswahl auf die beiden letzten Ziele ein. Wir möchten Berge sehen und wandern, was in beiden Ländern gut geht. In Japan bietet besonders Hokkaido, die nördlichste Insel, schöne Strecken durch Vulkangegenden. Die Lage im Norden ist allerdings der Haken. Im April liegt dort noch zu viel Schnee, um unsere Pläne umsetzen zu können. Also fällt die Wahl schlussendlich auf Nepal. Eine glückliche Fügung angesichts des schrecklichen Erdbebens das nur kurze Zeit nach unserer Entscheidung Japan heimgesucht hatte. Am neunten April werden wir von Hongkong nach Kathmandu fliegen und am 15. Mai schließlich den Nachhauseweg antreten. Deutschland wird uns in Frankfurt einen Tag später hoffentlich mit offenen Armen empfangen. Wir, besonders jedoch der Autor dieser Zeilen, freuen uns auf Weißbier, Weißwürste und Brezen!

Orang Utans auf Borneo

Nachdem unsere verbleibende Zeit organisiert ist, werden wir auch wieder aktiv. Natürlich gehört zu einem Borneoaufenthalt der Besuch von Orang Utans. Nur leider ist dies kaum mehr so romantisch in der freien Natur möglich, wie man sich dies vielleicht wünscht. Möchte man sich nicht wochenlang im Dschungel auf die Lauer legen, bleiben nur noch Rehabilitationszentren wie das Semengoh Wildlife Centre in der Nähe von Kuching oder Semporna am nördlichen Ende der Insel.
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Im restlichen Borneo geht immer mehr Lebensraum unserer nächsten Verwandten, deren Erbinformation zu 97% der des Menschen entspricht, verloren. Hauptschuld daran tragen Ölpalmenplantagen. Dank vorgeblich umweltbewusster Regierungen und „Biosprit“-Regelungen wird die Zerstörung des Regenwaldes zugunsten weiterer Anbauflächen vorangetrieben. Was das vor Ort bedeutet, können wir kurze Zeit später vom Flugzeug aus nur erahnen.
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Bei unserem Besuch im Semgoh Wildlife Centre haben wir Glück. Um neun, pünktlich zur Fütterung kommen die Busse mit Touristengruppen. Da wir günstig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, kommen wir schon etwas eher an und entdecken direkt nach unserer Ankunft drei Orang Utans, davon eine Mutter mit Kleinem. Im Laufe der Fütterungszeit sehen wir insgesamt acht Affen, was laut des Personals ungewöhnlich viel ist.

Bergsteigen auf Borneo

Nachdem wir uns für Trekking in Nepal entschieden haben, wird es Zeit, wieder etwas für unsere Fitness zu tun. Eine gute Möglichkeit bietet der Gunung Santubong, ein 800 Meter hoher Hügel an der Küste. Der Weg hinauf ist nicht besonders lang, soll aber steil und glitschig sein, an einigen Stellen sogar mit Leitern. Klingt nach einer netten Herausforderung.

Der Wecker klingelt um sechs Uhr. Wir möchten den ersten Bus nehmen und als wir an der Haltestelle ankommen, steht er schon da. Das Gespräch mit dem Fahrer ist jedoch etwas ernüchternd. Der erste Bus, der uns am Beginn des Pfads absetzen kann, fährt erst um neun Uhr. Die Plakate, die in der ganzen Stadt die Abfahrtszeit um sieben Uhr bewerben, sind veraltet. Herzlichen Dank. Wir gehen zurück in die Unterkunft, legen uns nochmals hin und nehmen dann den Bus um neun.

Der Anstieg beginnt direkt, wie versprochen, steil und glitschig und wird mit zunehmender Höhe immer steiler...
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… bis gegen Ende häufiger solche Stellen kommen.
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Leider können wir nicht sagen, dass sich der Aufstieg wegen der Aussicht gelohnt hätte.
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Aber es hat Spaß gemacht und fängt auch erst auf der Hälfte des Rückwegs an in Strömen zu regnen. Vermutlich dadurch etwas angespornt sind wir bereits gegen halb vier wieder am Fuß des Berges. Mit unserem Busfahrer hatten wir vereinbart, dass er uns auf seiner Fahrt um kurz nach fünf mitnimmt. Nun sind wir etwa eineinhalb Stunden früher am vereinbarten Treffpunkt und können mit etwas Glück vielleicht schon jetzt mitfahren. Kaum haben wir diesen Gedanken ausgesprochen, rauscht der Bus, der noch nicht mit uns rechnet, an uns vorbei, ohne auch nur das Tempo zu drosseln. Uns bleibt nichts anderes übrig, als zwei Kilometer ins nächste Resorthotel zu laufen. Von dort lassen wir telefonisch dem Busunternehmen mitteilen, wo wir warten und verbringen die nächste Stunde immerhin im trockenen auf einer Couch anstatt an der Straße.

Das Training geht weiter

Am nächsten Morgen regnet es noch immer. Der Besuch im Bako Nationalpark, der schöne Wege durch den Dschungel bietet, könnte vielversprechender beginnen.

Die letzte Strecke zum Parkeingang kann nur per Boot zurückgelegt werden. Wegen des starken Regens müssen wir zunächst eine Stunde warten bevor wir ablegen. Als wir endlich im Park ankommen, dauert es nochmals drei Stunden, bis wir unsere Unterkunft beziehen können. Angesichts des Wetters hält sich unsere Lust auf Unternehmungen eh in Grenzen und so verbringen wir den Tag mehr oder weniger rund um die Unterkünfte und das Restaurant.

Wie sich später herausstellt, ist das ohnehin der einzige Ort, an dem Tiere zu beobachten sind. Es gibt aggressive Makaken, die versuchen, jedes Essen zu klauen, das sie zu Gesicht bekommen, riesige Wildschweine und Nasenaffen.
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Auf der großen Wanderung am nächsten Tag bekommen wir die Tiere erst wieder zu Gesicht, als wir uns nach etwa acht Stunden Schlammwatens wieder den Gebäuden der Parkverwaltung nähern. Wegen der starken Regenfälle der letzten Wochen sieht der Weg größtenteils so aus.
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Trotzdem macht das Laufen Spaß und die Pflanzenwelt ist beeindruckend.
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Solche fleischfressenden Pflanzen hatten wir in den Urwäldern Südamerikas bisher nicht gesehen.

Wir verbringen noch eine weitere Nacht in den muffig-schimmeligen Unterkünften des Parks, bevor wir zurück nach Kuching fahren. Dort ziehen wir wieder in die Wo Jia Lodge ein, die uns schon während des ganzen Aufenthalts ein Zuhause geworden war. Der Besitzer Ming fährt abends mit uns regelmäßig in gute und preisgünstige Restaurants, die etwas außerhalb des Zentrums liegen und die wir ohne Auto und einheimische Kenntnisse niemals gefunden hätten. Auch nach unserer Abreise hält er noch immer über Facebook Kontakt.

In der Umgebung von Kuching gäbe es noch einige weitere Sehenswürdigkeiten. Die Rafflesia, eine der größten bekannten Blumen, hätten wir uns gerne angesehen, aber leider blüht gerade keine. Auf einen Besuch im Langhaus, der traditionellen Unterkunft vieler nativer Stämme in der Gegend, verzichten wir wegen des allzu touristischen Charakters. Die ethnologische Abteilung des Sarawakmuseums bietet immerhin noch einige interessante Einblicke in das Leben der vielen indigenen Gruppen.

Und nachdem wir uns nicht nur über die weiteren Länder, die wir besuchen möchten, klar geworden sind, sondern auch mehr oder weniger entschieden haben, was wir auf Borneo sehen möchten, treten wir die Weiterreise an. Es ist ein seltsames Gefühl, plötzlich über Wochen im Voraus planen zu müssen, wo wir während der Reise oft heute nicht wussten, wo wir morgen sein würden. Aber wir möchten noch in Sipadan tauchen, angeblich eine der besten Tauchgegenden der Welt. Das sollte etwas im Voraus gebucht werden und außerdem muss Oli zunächst einen Tauchkurs absolvieren. Mit dem Flug nach Hongkong am zweiten April haben wir zudem ein festes Ende unseres Aufenthalts auf Borneo. Uns bleibt also nichts übrig, als etwas vorausschauender zu Reisen.

Eingestellt von Daggi.Oli 11:53 Archiviert in Malaysia Tagged malaysia borneo kuching sarawak round_the_world semengoh gunung_santubong bako Kommentare (4)

Buddhaverehrung der Superlative in Bago

sunny 32 °C
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Nachdem wir aus Zeit- und gesundheitlichen Gründen an der Hauptattraktion der Gegend, dem Golden Rock, ein vergoldeter Felsen mit – man rät es kaum – einer Stupa darauf, vorbeigerauscht waren, verbringen wir die letzten beiden Nächte im Land in Bago.

Nur wenige Touristen steigen hier ab. Wir hatten es nicht wegen der zahllosen religiösen Stätten, die es gibt, ausgesucht, sondern wegen seiner Nähe zu Yangon. Der Bus fährt nur zwei Stunden, was bedeutet, dass wir die letzte Nacht vor unserem Abflug nicht nochmals in das Chaos der Großstadt müssen.

Wie schon erwähnt, haben wir inzwischen das Gefühl, alle, wirklich alle, Buddhastatuen und Pagoden dieser Welt gesehen zu haben. Deshalb bedauert es Oli auch überhaupt nicht, sich zwei volle Tage ins Bett zu legen, um seine Erkältung vollständig auszukurieren. Die nimmersatte Daggi erkundet in der Zwischenzeit auf eigene Faust das Terrain.

Am Abend versuche ich mir ein Fahrrad zu organisieren, um so auf eigene Faust die weitläufig verstreuten Sehenswürdigkeiten erkunden zu können. Da die touristische Infrastruktur wesentlich geringer ausgeprägt ist als in den Top-Attraktionen des Landes, werde ich erst nach einem 60-minütigem Fußmarsch und im fünften Gästehaus fündig, welches ich mit dem Versprechen, das Fahrrad am folgenden Morgen abholen zu können und einem Restaurant-Tipp verlasse. Vermutlich besitzt das chinesische Lokal als einziges eine englische Speisekarte.

Da wir zu viele Kyat übrig haben, freuen wir uns am nächsten Morgen über einen Rücktausch in Dollar durch unseren geschäftstüchtigen Taxifahrer, der uns bereits zum Hotel gebracht hatte. Abgesehen davon, dass eine Ausfuhr der Landeswährung verboten ist, taugen die Geldscheine außerhalb des Landes maximal zum Monopoly Spiel. Sein Angebot, mir ein Fahrrad zu besorgen, ohne vorher in die Stadt fahren zu müssen, nehme ich dankbar an. Leider ist nach einem frühen Mittagessen weder unser Taxifahrer noch das Fahrrad in Sicht. Für den Drahtesel aus dem anderen Gästehaus ist es auch zu spät und somit nehme ich bewaffnet mit einem Lonely-Planet-Stadtplan ein Sammel-Tuk-Tuk ins Zentrum. Schnell stelle ich fest, dass dem Stadtplan die nötige Detailtreue fehlt und schlage mich daher mit Zeichensprache durch. Die besorgten Mitfahrer fragen mich auf burmesisch nach meinem Ziel und deuten mir mit gefalteten Händen in Gebetsstellung den Weg zur nächstliegende Pagode.

Die Shwemawdaw Pagode gilt mit ihren 114 Metern als die höchste Pagode in Myanmar. Das über 1000 Jahre alte Denkmal ist aus der Ferne gut sichtbar und überragt alle anderen Gebäude wie der Blick von der Hintha Gon Pagode auf einem naheliegendem Hügel zeigt. Für mich ist es kaum vorstellbar, dass unterhalb des Palmenmeers ca. 250.000 Menschen wohnen sollen. Die Erklärung folgt auf dem Fuße, als mich mein Rückweg durch Viertel mit flachen Bretterverschlägen führt, die von oben durch die Bäume nicht zu sehen waren. Die höheren Betonbauten finden sich ausschließlich an den zwei Hauptstraßen.
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Während einer kurzen Kaffeepause erfahre ich von einem Taxifahrer ein wenig mehr über die Lebensumstände, die vermutlich den Hintergrund solcher Siedlungen bilden. Das monatliche Lehrereinkommen in Höhe von 50.000 Kyat (45 Euro) seiner Frau wird fast vollständig in die Zusatzausbildung seines 16-jährigen Sohnes investiert. Als Taxifahrer least er zehn Monate lang für 45.000 Kyat monatlich sein Motorrad. Das bedeutet, er benötigt täglich über drei Fahrten, um keinen Verlust zu machen. Ein Großverdienst ist bei dem deutlichen Überangebot an Taxis nicht in Aussicht, jedoch bietet es ihm ein scheinbar geruhsames Leben und Zeit, sich mit Touristen wie mir zu unterhalten. Wegen des niedrigeren Stressfaktors und der geringeren Verantwortung zieht er dies seinem ehemaligen Job als Aufseher mit freier Kost und Logis bei einem Bergbauunternehmen mit einem monatlichen Verdienst von 90.000 Kyat vor.

Obwohl mein nächstes Ziel zwar die zweitgrößte liegende Buddha-Figur der Welt ist, wird mir vor allem der Weg dorthin in Erinnerung bleiben. Burmesinnen lieben es in Gruppen zu reisen und bemitleiden allein reisende Frauen. Nach Aussage einiger Reiseführer führt dies manchmal dazu, an der Hand genommen zu werden und eine Führung zu bekommen. Kaum habe ich Oli daheim gelassen und irre wieder in einem etwas ärmlichen Viertel über die Felder in Richtung der nächsten Pagodenspitze, sehe ich von weitem ein Ehepaar wild gestikulierend auf mich zukommt. Irgendwie verstehen wir uns. Ich versuche den Namen des Shwethalyaung-Buddhas korrekt auszusprechen und von den beiden wird eine Schlaf-Geste für den liegenden Buddha angedeutet. Mit einem zahnlosen Grinsen führt mich die Frau um unzählige Ecken und Pfade im Wirrwarr der Bretterverschläge zur Figur und scheint bei neugierigen Fragen der Nachbarn mit einem gewissen Stolz das Treffen mit mir auf dem Feld wiederzugeben. Ein weiterer Tag in Myanmar ist stärker durch Begegnungen mit Menschen als durch Sehenswürdigkeiten geprägt, obwohl natürlich auch die mit Edelsteinen besetzten Füße des Buddhas beeindrucken.
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Nach diesen zwei Tagen ist auch Oli wieder reisefähig, rechtzeitig für den Abflug. Der Weg nach Yangon klappt reibungslos. Um sicher zu sein, fahren wir schon vormittags ab, obwohl unser Flug erst nach 18 Uhr geht und kommen entsprechend viel zu früh am Flughafen an. Dort gibt es keine Gepäckaufbewahrung. Die Ausreisesteuer in Höhe von zehn US Dollar oder 11.000 Kyat, was fast 14 US Dollar entspricht (der Staat möchte offenbar seine eigene Währung nicht haben), kann erst bezahlt werden, nachdem der Flug aufgerufen wurde.

Wir können also nichts weiter unternehmen, als im Restaurant gegenüber des Flughafengebäudes unsere verbleibenden Kyat zu verkonsumieren und zu warten. Schließlich ist es soweit. Nach exakt 28 Tagen verlassen wir das Land und fliegen nach Kuala Lumpur, wo eine Nacht am Flughafen auf uns wartet.

Die Zeit in Birma haben wir sehr genossen. Trotz der politischen Situation ist das Reisen im Land völlig unproblematisch. Einzig die Fortbewegung in Bussen kann wegen des desolaten Zustands der Straßen und Fahrzeuge vielleicht manches Mal ein wenig Energie und Geduld erfordern. Dennoch werden wir immer mit einem Lächeln an die vielen schönen Begegnungen mit der wirklich liebenswerten Bevölkerung zurückdenken.

Eingestellt von Daggi.Oli 16:36 Archiviert in Myanmar Tagged myanmar round_the_world birma bago shwethalyaung_buddha shwemawdaw_pagode Kommentare (2)

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