Reise blog von Travellerspoint

Ameisenhauptstadt Bucaramanga

sunny 25 °C
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Nach einem langen Tag im Bus von Minca über Santa Marta kommen wir abends in Bucaramanga an. Wie immer haben wir keine Reservierung und müssen deshalb mit Dormbetten vorlieb nehmen. Am nächsten Tag ziehen wir in ein Privatzimmer in einem Einheimischenhotel für fast den halben Preis dafür mit eigenem Bad.

Ansonsten gibt es für uns zunächst nur zwei Gründe Bucaramanga zu besuchen, von denen einer relativ schnell wieder wegfällt, nämlich die hormigas culonas, wörtlich übersetzt Riesenarschameisen, geflügelte Ameisen mit – in der Tat – überdimensionalen Hinterteilen, die frittiert oder geröstet gerne als Snack verspeist werden. Zubereitet sehen die Tierchen so aus:
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Der Geschmack wird im Reiseführer leider sehr treffen beschrieben mit „knuspriger Dreck vermischt mit Kaffeesatz“. Die Ameisen lohnen also den Weg nach Bucaramanga nicht. Viel eher schon die Nähe zum sehr hübschen kolonialen Dörfchen Girón, das wirklich sehenswert ist.
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Später auf unserer Reise sollte sich herausstellen, dass Girón von einem weiteren kolonialen Kleinod namens Barichara übertroffen wird. Zudem gibt es dort ein exzellentes Restaurant, das anscheinend das Kunststück fertig bringt, die hormigas culonas gewinnbringend in der Küche einzusetzen. Leider können wir das dort angebotene Filet Mignon in Ameisensauce mit fritierter Ameisenkruste nicht selbst probieren. Doch dazu in einem späteren Beitrag mehr.

Wir verlassen die Hauptstadt des Bezirks Santander also schon einen Tag später wieder, um nach San Gil zu fahren, einem sehr beliebten Reiseziel in Kolumbien.

Eingestellt von Daggi.Oli 13:53 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (0)

Minca - kühle Oase vor Taganga

semi-overcast 25 °C
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Nachdem wir Taganga ziemlich fluchtartig wieder verlassen haben, beschließen wir in eine Ecke von Kolumbien zu fahren, in die sich nur wenige Touristen verirren, die Sierra Nevada de Santa Marta. Innerhalb von nur 45 Kilometern Entfernung von der Küste steigen die Berge hier auf bis zu 5800 Meter Höhe an.

Die Sierra gilt wegen des dortigen Drogenanbaus als gefährlich und wird deshalb im allgemeinen von Reisenden gemieden. Die Ausläufer sind jedoch völlig problemlos zu besuchen. Uns verschlägt es in das winzige Dorf Minca, nur 30 Minuten von Santa Marta entfernt auf rund 630 Meter Höhe in einem Kaffeeanbaugebiet gelegen. Innerhalb dieser kurzen Entfernung von Santa Marta kühlt das Klima soweit ab, dass man nachts bei angenehmen 18° schlafen kann und nicht bei 30° im eigenen Schweiß liegt.

Ansonsten kann man, wie immer in solchen Gegenden, schöne Wanderungen in den Wäldern unternehmen. Wegen des Artenreichtums kommen viele Vogelliebhaber hierher. Einen Tag nach unserer Ankunft gehen wir erst einmal gegen die Natur vor und helfen dem deutschen Hostelbetrieber Chris dabei, sein Grundstück unkrautfrei zu halten. Einen Nachmittag stehen wir mit Macheten im Hang und mähen alles nieder, was sich uns in den Weg stellt.
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Eine nette Abwechslung im Reisealltag, außerdem wird dadurch die Übernachtung ein wenig günstiger. Ansonsten machen wir in Minca nur Urlaub vom Urlaub, gucken WM und laufen einen Tag eine kurze Strecke zu einer netten Badestelle, El Pozo Azul.
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Unterwegs sehen wir eine Raupenfamilie auf Wanderschaft.
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Wir hatten noch kurz überlegt, nach Palomino zu fahren, ein weiterer Ort mit Traumstränden, der (noch) in keinem einzigen Reiseführer erwähnt wird. Bei der Flut von Lesern dieses Blogs werden nun allerdings die Tage dieses Geheimtipps gezählt sein. Wir waren letzten Endes doch nicht dort, weil wir langsam wieder weg vom Meer möchten.

Eingestellt von Daggi.Oli 23:45 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (2)

Kolumbiens beste Küche in Taganga

sunny 30 °C
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Taganga liegt nördlich der Hafenstadt Santa Marta in einer sehr schönen, natürlichen Bucht.
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Unser Aufenthalt dort beginnt mit der unschönen Erfahrung, dass die Busfahrer in Santa Marta keine Passagiere mit grossen Rucksäcken mitnehmen. Kaum ist dieser gesichtet wird wieder auf das Gas gedrückt. Das passiert uns zwei Mal, beim dritten Mal erzwingen wir uns den Zutritt und springen mit Rucksack auf dem Rücken in den noch fahrenden Bus. Die tolle Ausrede des Fahrers: Die Haltestelle wäre weiter hinten, die Verkehrspolizei würde kein Einsteigen an anderen Stellen erlauben.
In diesem Land hat sich noch nie jemand an eine Haltestelle gehalten! Wie auch immer, wir sind im Bus und erstmal nicht mehr herauszubekommen.

In Taganga gibt es eine Unmenge von Unterkünften. Eine Handvoll hat sich als typische Backpacker-Absteigen etabliert, der Rest wird eher von Einheimischen besucht. Da uns nach Gesellschaft ist, versuchen wir zunächst die Hostels, in denen man sich auf Englisch unterhalten kann. Sie sind allesamt sehr schön, bieten die üblichen Annehmlichkeiten wie kostenlosen Kaffee, WiFi, Küche und ähnliches, verlangen aber leider ziemlich viel Geld, so dass wir letzten Endes fast zum halben Preis, weniger schön aber mit eigenem Bad, bei Kolumbianern landen.

Das Dorf selbst scheint mittlerweile von Ausländern dominiert. Es gibt ziemlich viele Europäer, die irgendwann hängen geblieben sind und jetzt teils mehr teils weniger kaputt versuchen, sich mit dem Verkauf diverser Handwerksarbeiten über Wasser zu halten. Im angetrunkenen Zustand kommt es gerne noch zu Streitigkeiten. Taganga war vielleicht mal ein traumhaftes Stranddörfchen in der Karibik, für uns gibt es nur einen Grund dort hinzufahren. Das Restaurant des niederländischen Kochs Patrick im Garten des Hostels Casa de Felipe. Er ist nicht nur sehr nett und ein interessanter Mensch - er hat schon viel von der Welt gesehen und allein über zwei Jahre Asien bereist - er kocht auch auf ziemlich hohem Niveau. Nachdem wir am ersten Abend sein Filet Mignon in Weinsauce mit Gemüse und Ofenkartoffeln gekostet haben, sind wir überzeugt und besuchen ihn am nächsten Abend erneut. Für umgerechnet rund neun US Dollar erhält man geschätzte 400 Gramm Fleisch bester Qualität auf den Punkt zubereitet. Der Hähnchenspiess mit Erdnussauce, süss-sauren Gurken und Ingwer-Safran-Curry-Reis sowie das Pangasiusfilet mit Krabben-Meeresfrüchtesauce, die wir am nächsten Abend probieren, spielen in der gleichen Liga. Wären wir länger in Taganga geblieben, hätten wir vermutlich bald Stammkundenrabatt erhalten.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:36 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (6)

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