Reise blog von Travellerspoint

Kolumbiens beste Küche in Taganga

sunny 30 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Taganga liegt nördlich der Hafenstadt Santa Marta in einer sehr schönen, natürlichen Bucht.
P1030717.jpg

Unser Aufenthalt dort beginnt mit der unschönen Erfahrung, dass die Busfahrer in Santa Marta keine Passagiere mit grossen Rucksäcken mitnehmen. Kaum ist dieser gesichtet wird wieder auf das Gas gedrückt. Das passiert uns zwei Mal, beim dritten Mal erzwingen wir uns den Zutritt und springen mit Rucksack auf dem Rücken in den noch fahrenden Bus. Die tolle Ausrede des Fahrers: Die Haltestelle wäre weiter hinten, die Verkehrspolizei würde kein Einsteigen an anderen Stellen erlauben.
In diesem Land hat sich noch nie jemand an eine Haltestelle gehalten! Wie auch immer, wir sind im Bus und erstmal nicht mehr herauszubekommen.

In Taganga gibt es eine Unmenge von Unterkünften. Eine Handvoll hat sich als typische Backpacker-Absteigen etabliert, der Rest wird eher von Einheimischen besucht. Da uns nach Gesellschaft ist, versuchen wir zunächst die Hostels, in denen man sich auf Englisch unterhalten kann. Sie sind allesamt sehr schön, bieten die üblichen Annehmlichkeiten wie kostenlosen Kaffee, WiFi, Küche und ähnliches, verlangen aber leider ziemlich viel Geld, so dass wir letzten Endes fast zum halben Preis, weniger schön aber mit eigenem Bad, bei Kolumbianern landen.

Das Dorf selbst scheint mittlerweile von Ausländern dominiert. Es gibt ziemlich viele Europäer, die irgendwann hängen geblieben sind und jetzt teils mehr teils weniger kaputt versuchen, sich mit dem Verkauf diverser Handwerksarbeiten über Wasser zu halten. Im angetrunkenen Zustand kommt es gerne noch zu Streitigkeiten. Taganga war vielleicht mal ein traumhaftes Stranddörfchen in der Karibik, für uns gibt es nur einen Grund dort hinzufahren. Das Restaurant des niederländischen Kochs Patrick im Garten des Hostels Casa de Felipe. Er ist nicht nur sehr nett und ein interessanter Mensch - er hat schon viel von der Welt gesehen und allein über zwei Jahre Asien bereist - er kocht auch auf ziemlich hohem Niveau. Nachdem wir am ersten Abend sein Filet Mignon in Weinsauce mit Gemüse und Ofenkartoffeln gekostet haben, sind wir überzeugt und besuchen ihn am nächsten Abend erneut. Für umgerechnet rund neun US Dollar erhält man geschätzte 400 Gramm Fleisch bester Qualität auf den Punkt zubereitet. Der Hähnchenspiess mit Erdnussauce, süss-sauren Gurken und Ingwer-Safran-Curry-Reis sowie das Pangasiusfilet mit Krabben-Meeresfrüchtesauce, die wir am nächsten Abend probieren, spielen in der gleichen Liga. Wären wir länger in Taganga geblieben, hätten wir vermutlich bald Stammkundenrabatt erhalten.

Eingestellt von Daggi.Oli 18:36 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (6)

Tolú - ein kolumbianisches Urlaubsparadies

semi-overcast 26 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Da, wie bereits erwähnt, keine Strasse nach Capurganá führt, weichen wir mal wieder aufs Boot aus, um abzureisen. Wir entwickeln uns noch zu echten Seeleuten. Zwei Stunden mit gefühlten 380 km/h dauert die Überfahrt nach Turbo, einer Stadt, die wieder per Bus verlassen werden kann. Und das ist das einzig Wahre, was man hier tun kann. Frei nach Brecht, der angeblich das Gleiche von Augsburg und München behauptet hat: Das Beste an Turbo ist das Boot nach Capurganá.

Wir entscheiden uns für die Gegenrichtung und nehmen den ersten Bus nach Montería, das an Charme mit Turbo konkurriert. Also nächster Bus, diesmal nach Tolú, ein typischer Küsten-, Strand- und Urlaubsort der Kolumbianer. Das äussert sich zum Beispiel darin, dass durch das Zentrum Fahrradrikschas fahren, teilweise mit Sitzplätzen für bis zu acht Personen. Erwähnenswert ist das nur deshalb, da diese Gefährte bereits auf mehrere Kilometer Entfernung auszumachen sind wegen der immensen, an ihrer Grenzlast arbeitenden, Beschallungsanlagen, die zusätzlich zu den Fahrgästen herumkutschiert werden. Ist man nicht der drohenden Taubheit in die nächste Seitenstrasse geflüchtet, sieht man einen völlig verschwitzten, auch an der Grenzlast arbeitenden Steuermann und Betreiber des Gefährts mit breit grinsenden kolumbianischen Gästen, von denen manche als Alibi ein wenig ihre Pedale bedienen. Ist dann der Inhaber des Fahrgeschäfts erschöpft vom Sitz gefallen, werden von allen Mitfahrern auf eben diesem noch Fotos geschossen.

Amüsant, aber nicht ganz, was uns vorschwebt. Es gibt einige vorgelagerte Inseln mit hübschen Stränden aber Sapzurro und San Blas dürften nicht mehr zu überbieten sein. Deshalb gehen wir im Schlamm anstatt im Meer schwimmen. Der Schlammvulkan El Tesoro ist einfach per Bus zu erreichen. Übrigens wesentlich leichter und günstiger als der Vulkan Totuma, der gerne von Cartagena aus besucht wird. Zudem ist El Tesoro deutlich grösser und wir hatten ihn ganz für uns alleine.
IMGP3077.jpg

Das "Schwimmen" im Schlamm ist eine surreale Erfahrung und fühlt sich eher wie ein Fitnesstraining an. Mit jeder Bewegung kämpft man gegen enorme Widerstände. Die nächste Herausforderung ist zur Dusche zu gelangen, ohne auf die Schnauze zu fallen.
IMGP3079.jpg

Nachdem das gelungen war, gibt es für uns in Tolú nichts mehr zu tun und wir steuern als nächstes Ziel Taganga an, das bei den typischen Backpackertouristen deutlich beliebter ist.

Eingestellt von Daggi.Oli 17:31 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (1)

Capurganá - unentdeckte Karibik

sunny 30 °C
View Die Reiseroute auf Daggi.Oli's Reise-Karte.

Um in das kurz vor der kolumbianischen Grenze gelegene Städtchen Puerto Obaldía zu gelangen, gibt es nur zwei Möglichkeiten. Entweder mit dem Boot die Atlantikküste entlang, oder mit dem Flugzeug ab Panama City. Da der Weg mit dem Boot überhaupt nicht planbar ist, entscheiden wir uns für das Fliegen und verlassen die Hauptstadt in einer kleinen Zweipropellermaschine mit Platz für maximal 20 Passagiere. Für die Flieger unter uns, in einer De Havelland Twin Otter.
IMGP2997.jpg

Obwohl wir schon einmal in Berlin mit einem originalen Rosinenbomber fliegen durften, hat dieser Flug etwas noch unmittelbareres, direkteres. Wir sitzen in der ersten Reihe hinter dem Cockpit, von den Piloten während des gesamten Fluges nur durch einen offenen Vorhang getrennt und kommen so in den Genuss, die Landung durch die Frontscheibe verfolgen zu können.
IMGP2992.jpg

Der "Flughafen" von Puerto Obaldía vermittelt den gleichen direkten Eindruck wie unser Flug. Keine technischen Spirenzien wie ein Tower oder Ganzkörperscanner.
IMGP2999.jpg

Ein paar wenige Häuser bilden das Dorf, ansonsten umgibt uns das Meer und undurchdringlicher Dschungel, der sogenannte Darien Gap. Übrigens die einzige Stelle, an der die Panamericana unterbrochen ist. Um von hier aus nach Kolumbien zu gelangen, bleibt nur der Weg über das Wasser. Mit Lanchas, kleinen Booten mit grossen Aussenbordmotoren, werden die Aus- und Einreisewilligen transportiert.
IMGP3001.jpg

Zuvor stören wir noch kurz den Beamten des Immigrationsbüros an seinem freien Sonntag, um einen Ausreisestempel zu erhalten. Die rund 15 Minuten Bootsfahrt entlang der Küste sind spektakulär. Steile Klippen, Höhlen und dichter Bewuchs bis zum letzten Felsbrocken.

In Capurganá auf kolumbianischer Seite gilt unser erster Besuch dem dortigen Einreisebüro, wo eine Grenzbeamtin mit Katze auf dem Schoss uns weitere 45 Tage gewährt, nachdem sie unsere Kreditkarten als Beweis für ausreichende Liquidität geprüft hatte.

Das Dorf strahlt eine angenehme, karibische Entspanntheit aus und wir fühlen uns sofort sehr wohl. Der Backpackertourismus ist hier bisher noch nicht angekommen - auch nach Capurganá führt keine Strasse, das einzige Auto ist ein Traktor, der den Müllanhänger zieht. Andere Transporte finden mit Pferdekarren statt. Allerdings ist es ein bei Kolumbianern beliebtes Reiseziel, so dass die wichtigste touristische Infrastruktur, Unterkünfte und Restaurants, zur Genüge vorhanden sind.

Noch entspannter und vor allem idyllischer ist Sapzurro, das direkt an der Grenze zu Panama liegt. Ohne Übertreibung, das schönste Fleckchen Erde der kolumbianischen Karibikküste! Von Capurganá führt eine einstündige Wanderung durch den Dschungel nach Sapzurro, das traumhaft in einer Bucht liegt.
IMGP3029.jpg

Wer möchte kann ein wenig weiter gehen und eine Grenze überqueren, die den Titel "entspanntester Grenzübergang der Welt" verdient hätte. Die Kolumbianer und Panamesen teilen sich eine kleine Hütte.
IMGP3043.jpg

Von Leuten, die nur kurz nach La Miel in Panama zum Strand möchten, werden die Passinformationen abgeschrieben, danach darf passiert werden. Der weisse Strand von La Miel gilt als der schönste in der Gegend, uns hat jedoch Sapzurro besser gefallen, da in La Miel für unseren Geschmack zu viele Essensbuden mit zu lauter Musik stehen. Das Wasser ist allerdings unglaublich warm und man könnte endlos darin bleiben. Auf dem Rückweg werden wir an der Grenze nur noch durchgewunken. In Sapzurro schliesst sich uns mal wieder ein Fremdenführerhund an, der uns die Stunde bis Capurganá begleitet. Im Dschungel entdecken wir noch ein Bild, das einem Horrorfilm entstammen könnte. Leute mit Arachnophobie sollten sich das nächste Foto besser nicht ansehen.
large_IMGP3051.jpg

Wir sehen hier unzählige sogenannte Goldnetzspinnen. Die Netze schimmern tatsächlich golden, die Fäden sind nicht so klebrig wie die anderer Spinnen und gelten als eines der stabilsten existierenden Materialen.

Ein weiterer Ausflug führt in den Dschungel, einen kleinen Fluss entlang, der unterwegs mehrfach durchquert werden muss, bis zu El Cielo (Der Himmel). Dort gibt es Naturbecken und kleine Wasserfälle, die man auch hochklettern kann.

Wieder zurück in Capurganá überlegen wir kurz, noch eine Nacht in Sapzurro zu verbringen, was sich sicher gelohnt hätte. Da wir aber bereits San Blas hinter uns haben und noch mehr Strand auf der Route vor uns liegt, entscheiden wir uns für die Weiterreise.

Eingestellt von Daggi.Oli 20:23 Archiviert in Kolumbien Tagged round_the_world Kommentare (1)

(Einträge 73 - 75 von 102) « Seite .. 20 21 22 23 24 [25] 26 27 28 29 30 .. »