Reise blog von Travellerspoint

Einträge over round the world

El Chaltén – ein Dorf nur für Bergsteiger und Wanderer

overcast 5 °C
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Wer El Calafate besucht, fährt normalerweise von dort aus nach El Chaltén weiter, um die berühmten Berge Fitz Roy und Cerro Torre zu bewundern. So auch wir. Und wie auch wir hofft jeder, einen Blick auf die Gipfel ohne Wolken zu erhaschen. Wir haben Glück. Als wir ankommen, bietet sich ein freier Blick auf die Massive.
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El Chaltén wurde vor etwa dreißig Jahren gegründet und ist ein winziges Nest, das eigentlich nur existiert, um den Touristen etwas Infrastruktur zu bieten. Es besteht ausschließlich aus Unterkünften, Bergsportartikelverkauf und -verleih, Restaurants und mittlerweile sogar einem Geldautomaten.
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Das Dorf hat vielleicht auch deshalb keinen Charme, weil sowieso alle Besucher nur zum Schlafen da sind und die restliche Zeit auf Wanderungen verbringen. Wir möchten die nächsten zwei Tage zu Aussichtspunkten laufen, die nähere Blicke auf die Berge ermöglichen. Die meisten Wege im Gebiet sind noch vollständig mit Schnee bedeckt und mit unserer Ausrüstung, zu der nur wasserdurchlässige Schuhe gehören, nicht ohne starke Erkältungen zu bewältigen. Deshalb entscheiden wir uns für zwei Tageswanderungen, die nicht allzu hoch in die Berge führen.

Direkt nach der Ankunft laufen wir noch auf einen kleinen Hügel zum Mirador Los Cóndores, wo immer wieder Kondore zu sehen sind, die ohne mit den Flügeln zu schlagen majestätisch in den Lüften schweben.
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Schon auf der Busfahrt hatten wir ein paar auf der Straße gesehen, die sich über irgendetwas Essbares hergemacht hatten.

Die kommenden Tage gehen wir jeweils um sieben Uhr in der Früh aus dem Haus, weil wir hoffen, bis zum Sonnenaufgang an den Aussichtpunkten zu sein. In der Morgenröte werden die Berge wunderschön beleuchtet. Leider spielt das Wetter nicht so mit, wie noch am Ankunftstag. Unser Blick auf den Cerro Torre sieht so aus:
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Auch der Fitz Roy zeigt einen Tag später nicht von seiner besten Seite.
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Am Tag unserer Abreise beweist dieser immerhin noch guten Willen und präsentiert sich in der Früh, als wir zum Bus laufen, in vollem Glanz.
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Eingestellt von Daggi.Oli 14:26 Archiviert in Argentinien Tagged atm round_the_world el_chalten fitz_roy patagonien Kommentare (0)

Perito Moreno – der Eisgigant von El Calafate

overcast 5 °C
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Um im langsam einsetzenden Frühling von Puerto Madryn nach El Calafate zu kommen, muss man zunächst etwa 18 Stunden mit dem Bus die Ostküste hinunter bis nach Rio Gallegos fahren, um dann weitere vier Stunden das Land bis an die Anden zu durchqueren. Der kürzere Weg über die Route 40, die an direkt den Anden entlangläuft, wird nicht gefahren, da die Straße noch immer wegen Schnee an manchen Stellen gesperrt sein könnte.

Nachdem wir um 19 Uhr abends in Puerto Madryn losfahren und rechtzeitig für den 14 Uhr Bus am nächsten Tag in Rio Gallegos ankommen, sind wir bereits um 18.30 Uhr in El Calafate – mal wieder fast 24 Stunden im Bus. Erneut ist uns die Touristeninformation sehr behilflich und wir finden zielsicher eine vergleichsweise unglaublich günstige Unterkunft. Wie schon zuvor erhalten wir ein Zimmer für vier Personen als Privatzimmer und wie immer steigen alle Backpacker in mindestens doppelt so teuren Unterkünften ab, die zwar stylischer sind aber sonst nicht mehr zu bieten haben. In unserer Unterkunft sind außer uns nur Argentinier, was auch unserem Spanisch zu Gute kommt.

Nach einem Tag für die weitere Organisation und um ein wenig am Blog zu arbeiten, fahren wir zum Perito Moreno Gletscher im Los Glaciales Nationalpark, der für Calafate das ist was die Wale für Puerto Madryn sind, der Grund überhaupt herzukommen.

Der erste Blick auf den Gletscher bietet sich während der Anfahrt im Bus und man kann schon die gewaltigen Ausmaße erahnen. Er erstreckt sich über eine Breite von fünf Kilometern und erhebt sich bis zu 60 Meter hoch über den Wasserspiegel.
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Je näher man kommt desto sprach- oder, im Falle dieses Blogeintrags, wortloser wird man angesichts des Schauspiels, das sich bietet. Es bleibt zu hoffen, die Fotos können ein wenig transportieren.
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Als wir im Besucherzentrum Fotos sehen, auf denen die Wanderstege vor dem Gletscher in ganzer Breite und in mehreren Reihen voller Touristen sind, die alle darum kämpfen eine bessere Sicht zu bekommen, sind wir unendlich froh, in der Nebensaison in Patagonien zu sein.

Eingestellt von Daggi.Oli 13:47 Archiviert in Argentinien Tagged el_calafate gletscher round_the_world pertito_moreno_gletscher los_glaciales patagonien Kommentare (3)

Maté und Wale in Puerto Madryn

sunny 15 °C
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Das Ziel der 13-stündigen Nachtfahrt ist Puerto Madryn an der Atlantikküste Argentiniens. Für alle Besucher gibt es nur einen Grund hierher zu kommen: Wale.

Oder genauer, sogenannte Südkaper, eine Art aus der Familie der Glattwale. Diese bis zu 16 Meter langen und 80 Tonnen schweren Tiere sind zwischen Juni und Dezember in den wärmeren Gewässern rund um Puerto Madryn zu beobachten, wo sie sich fortpflanzen. Den Rest des Jahres verbringen sie in den arktischen Meeren auf Nahrungssuche.

Nach unserer Ankunft um 7.30 Uhr in der Früh stellen wir als erstes das Gepäck in einer Unterkunft ab und gehen sofort zum Strand. Kaum haben wir Blick auf das Meer, sehen wir schon die erste Wasserfontaine weit hinten in der Bucht aus dem Wasser schießen. Begeistert stellen wir uns an die Uferpromenade und warten. Das Schauspiel wiederholt sich kurz darauf und wenig später auch an anderen Stellen im Wasser. Für einen besseren Blick gehen wir auf einen Steg, der über das Wasser hinausreicht. Kaum sind wir über dem Wasser, schwimmt direkt neben uns ein Wal und begleitet uns gemächlich die ganze Strecke bis ans Ende des Stegs, dreht sich, schlägt mit den Flossen auf die Wasseroberfläche und schießt beim Auftauchen Fontainen in die Luft.
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Die Giganten gelten als gutmütig und neugierig, was sie früher zu beliebten und leichten Zielen der Walfänger machte, die sie fast bis zur Ausrottung gejagt haben. Dank internationaler Schutzabkommen erholt sich der Bestand langsam, obwohl Japan noch immer alles daran setzt, das zu verhindern. Diese riesigen Tiere aus nächster Nähe im Wasser zu beobachten ist für uns ein unbeschreibliches und einzigartiges Erlebnis, das großes Verständnis für die Greenpeace-Akitivisten weckt, die sich in kleinen Schlauchbooten zwischen die Jäger und die Wale stellen.

Die nächsten Stunden verbringen wir auf dem Steg und können nicht genug sehen. Wir haben Glück, denn immer wieder kommen Wale sehr nah an uns heran.
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Am nächsten Tag gehen wir nach dem Frühstück wieder auf den Steg. Diesmal sind aber nur einige Wale weit draußen in der Bucht zu sehen. Von einer argentinischen Touristin bekommen wir den Tipp ein Taxi zum Strand Las Canteras zu nehmen. Der Boden fällt dort direkt hinter der Wasserlinie steil ab und die Wale können sehr dicht ans Ufer kommen.

Um ein wenig die Kosten für das Taxi zu reduzieren, beginnen wir jedes Touristenpärchen zu fragen, ob sie nicht mit uns zu dem Strand fahren und das Taxi teilen möchten. Lange bleiben wir erfolglos. Viele waren entweder schon da oder haben bereits eine Tour gebucht, die auch dorthin fährt. Wir stehen schon am Taxistand als wir einen letzten Versuch starten und einen Argentinier ansprechen, der gerade Richtung Steg an uns vorbei geht. Wir können kaum ausreden, geschweige denn den Preis nennen, schon sagt er: „Bueno, vamos!“ und wir sitzen gemeinsam im Taxi. Marcos ist, wie sich herausstellt, aus Cordoba und nur einen Tag in Puerto Madryn, um seinen Lebenslauf einem befreundeten Ingenieur zu übergeben in der Hoffnung, in der Gegend eine Anstellung zu finden. Einer der größten Aluminiumproduzenten und damit ein großer Arbeitgeber sitzt in Puerto Madryn. Vor dem Treffen mit dem Freund bleibt noch genügend Zeit für den Ausflug zum Strand, wo das Taxi eine Stunde auf uns wartet, bevor es zurück in die Stadt geht.
Es ist, wie die Touristin auf dem Steg beschrieben hat. Die Kolosse sind gerade mal fünf bis zehn Meter vom Sandstrand entfernt und scheinen das Herumplantschen im Wasser zu genießen. Zudem ist die Bucht voll von Walen.
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Es werden auch Bootstouren angeboten, häufig sind die Wale an diesem Strand jedoch näher zu beobachten als direkt auf dem Wasser. Wir sind froh, dieses Naturschauspiel erleben zu dürfen und bedauern, nach einer Stunde schon wieder ins Taxi steigen zu müssen. Wir hätten den ganzen Tag bleiben wollen. Nicht nur das Taxi steht dem im Weg, auch unser Busticket für die Weiterfahrt noch am selben Abend.

Zuvor werden wir noch von Marcos eingeladen, mit zu seinem Freund auf einen Maté zu kommen. Dieser Tee ist ein ziemlich starkes Gebräu, das immer wieder im selben Gefäß aufgebrüht und mit einer Art Strohhalm mit Sieb getrunken wird. Es gibt keinen öffentlichen Platz in Argentinien, wo man nicht Gruppen mit einer Thermoskanne mit heißem Wasser sitzen sieht, die einen Becher mit Maté kreisen lassen. Eine solche Einladung sollte man natürlich nicht ausschlagen und wenig später sitzen wir bei fremden Leuten im Esszimmer, trinken mit ihnen Maté aus dem gleichen Strohhalm und erzählen von unserer Reise. Die Frage, ob wir den Nationalpark auf der Península Valdéz besucht haben, müssen wir leider verneinen, da wir uns, trotz der Möglichkeit dort Seeelefanten in der freien Natur zu erleben, aus Budgetgründen dagegen entschieden haben. Unsere Gastgeber bedauern das so sehr, dass sie am liebsten sofort mit uns ins Auto steigen und uns die 200 Kilometer auf die Halbinsel fahren würden. Das wäre allerdings vor unserer Weiterfahrt am Abend nicht mehr zu schaffen, so dass wir „nur“ eine kurze Rundfahrt durch Puerto Madryn erhalten, bevor wir bei unserer Unterkunft rausgelassen werden, um unser Gepäck zu holen und zum Busterminal zu laufen. Das Angebot, uns auch dort noch hinzufahren schlagen wir aus, aber wir sind eingeladen jederzeit wiederzukommen.

Eingestellt von Daggi.Oli 15:09 Archiviert in Argentinien Tagged argentina wales round_the_world puerto_madryn Kommentare (0)

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